Ich muss ja sagen, ich bin kein großer Fan von Clive Barker, da er mir in seinen Werken einfach meist zu dick und dabei zu konstruiert aufträgt, doch seinen Film “Hellraiser - Das Tor zur Hölle” von 1987 habe ich bestimmt tausendmal gesehen. Da ist es doch verwunderlich, dass die Novelle auf der der Film basiert erst im Jahr 2006 auf deutsch erschienen ist. Fast schon Frevel!
Die “Hellraiser”-Filme sind absolute Horror-Klassiker, vor allem der erste, bei dem ihr Schöpfer Clive Barker selbst noch Drehbuch und Regie gemacht hat. Der zweite Film geht dann so und, wie es bei den meisten Erfolgsgeschichten so ist, sind die folgenden der nunmehr acht Teile (weitere kommen bestimmt noch) nur noch profitorientierter Kommerz. weiterlesen »
Etwas völlig anderes erwartet uns in den Krimis um die Titelheldin Mma Precious Ramotswe. Sie ist so etwas wie die afrikanische Miss Marple, aber doch völlig anders. Mit Charme, viel Selbstbewusstsein, Intelligenz und Lebensfreude löst sie auch die kniffligsten Fälle.
Und diese sind alles andere als blutig, gewalttätig oder psychopathisch. Es sind Fälle, die einem das normale Leben bringt. In Botswana ist Mma Ramotswe bereits Kult und dieser Trend ist nun auch in die ganze Welt geschwappt: Mittlerweile sind die Bücher um Mma Ramotswe des Autoren Alexander McCall Smith in über 40 unterschiedliche Sprachen übersetzt und es wurde sogar ein Film gedreht. Dies bringt auch immer mehr Touristen nach Botswana, die an Führungen auf den Spuren von Precious Ramotswe teilnehmen wollen. weiterlesen »
Schon als Kind war ich von Otfried Preußlers Buch “Krabat” total begeistert. Es war eines der ersten Kinderbücher bei denen ich mich richtig gegruselt habe, es aber gleichzeitig nicht aus der Hand legen konnte.
Und es ging offentsichtlich nicht nur mir so, denn das Buch ist schon eine Pflichtlektüre an Schulen (aber eine der Guten
) und eine Inspirationsquelle für so manchen Künstler (Musiker, Filmemacher, Puppenspieler und Theatermenschen). Es gibt bereits einen wirklich schönen Zeichentrickfilm zum Buch und im Herbst diesen Jahres kommt eine neuer “Krabat”-Film in die Kinos mit Daniel Brühl und Robert Stadlober. weiterlesen »
Ja, “Der Knochenjäger” von Jeffery Deaver ist eines der Bücher, von denen man nicht genau weiß, was man von ihnen halten soll. So ging es mit jedenfalls. Den Leuten, die jetzt die Verfilmung mit Angelina Jolie und Denzel Washington im Kopf haben, sei aber gesagt, dass das Buch jedenfalls um Längen besser ist als der Film.
Eigentlich hieß das Werk im Deutschen ursprünglich “Die Assistentin” wurde aber, nach dem doch recht erfolgreichen Film, nach dem Titel des selbigen in “Der Knochenjäger” umbenannt. Allein das ist schon irgendwie komisch und sorgt bei den Lesern ein wenig für Verwirrung. Und ähnlich gestaltet sich das Buch auch selbst. weiterlesen »
Wer hat ihn 2005 nicht gesehen, Tim Burtons tolle Verfilmung von “Charlie und die Schokoladenfabrik” mit Johnny Depp? Doch die wenigsten wissen hierzulande wohl, dass es sich eigentlich um die Verfilmung eines Kinderbuches von Roald Dahl (”Die Gremlins”, “Matilda”, “Hexen hexen” etc.) handelt.
Als Kind war ich von dem Buch total begeistert und habe auch die erste Verfilmung von 1971 immer und immer wieder geguckt. Ich wollte sogar unbedingt einen Oompa Loompa (wer sie nicht kennt, muss das Buch lesen
) als Freund haben…
Doch da mir dieser Wunsch gemeinerweise verwehrt blieb, träumte ich mich immer wieder zu Willy Wonka und seiner Schokoladenfabrik. Sowieso sind die Bücher von Roald Dahl extrem fantasie- und liebevoll und genial zum Vorlesen.
Der kleine Charlie Bucket lebt mit seiner Familie in einem kleinen Haus. Sie leben in ärmlichen Verhältnissen und haben nie etwas Richtiges zu essen. Doch ironischerweise steht in der Nähe ihres Zuhauses die riesige und sagenumwobene Schokoladenfabrik des Willy Wonka, der seine Köstlichkeiten in die ganze Welt verkauft. weiterlesen »
Fast alle dürften inzwischen Shrek, den tollkühnen Oger, kennen. Die Filme sind ein echter Renner und jede Fortsetzung lockt mehr Leute ins Kino. Doch die wenigsten wissen wohl, dass der Film auf einem Bilderbuch des Kinderbuchautoren William Steig basiert.
Steigs Bücher wimmeln nur so vor gekonnten, lustigen und teilweise ironischen Anspielungen auf die Gesellschaft. Es sind leichte Geschichten, die sowohl große, als auch kleine Kinder zum Lachen bringen. weiterlesen »
RTL hat sich die Rechte für die Verfilmung von gleich zwei “Altwerken” von Frank Schätzing gekrallt. Und es wird auch schnell klar, warum gerade diese zwei Werke, “Mordhunger” und “Die dunkle Seite”. Beide lagen lange Zeit als Manuskript unangetastet in den Schubladen Schätzings und wurden dann, natürlich nicht aus kommerziellen Gründen
, nach dem Riesenerfolg von “Der Schwarm” dann doch veröffentlicht.
Man merkt beiden Büchern an, dass sie Erstlingswerke sind. Wobei “Mordshunger” sogar noch einen Tick besser ist als “Die dunkle Seite“. Vom inhaltlichen und sprachlichen Niveau also genau das Richtige für RTL…
“Mordshunger” war, laut Schätzing, sein allererstes Buch. Doch sein Mittelalterroman “Tod und Teufel” wurde (besser wars) dann doch früher, also als sein eigentliches Debüt, verlegt.
Die schwer reiche Inka von Barneck wird von einem Nachbarn mit auggeschlitzter Kehle gefunden. Der stets hungrige Kommissar und selbst ernannter Gourmet Romanus Cüpper leitet zusammen mit seinem Assistenten Rabenhorst die Ermittlungen. Doch die Liste der Verdächtigen ist lang, denn die zickige und skrupellose Inka hatte viele Feinde. Da gibt es u.a. die eigene Tochter, die seit Jahren schon kein gutes Verhältnis mehr zu ihrer Mutter hat, ihre ehemalige Kollegin, die Inka um ihre Agentur betrogen hat, und der Ehemann, der in zweilichtige Geschäfte verwickelt ist. Doch der wahre Mörder hat sich sein Alibi geschickt zusammegebastelt…
“Mordshunger” ist neben einem klassischen Krimi gleichzeitig eine kleine Gourmetreise durch Köln. Kommissar Cüpper versucht jedem, dem er begegnet ein Rezept aus den Rippen zu leiern. Als zusätzlichen Gimmick gibt es im Anhang noch 15 Rezepte von 15 Kölner Spitzenköchen. Die Idee einen Krimi auf Kochen aufzubauen finde ich so gar nicht schlecht, denn hungrig sind in diesem Buch alle, ob nach Sex, Geld oder Macht. Zudem können Ermittlungen ja auch wie ein gutes Gericht nacht und nach aufgebaut und mit kleinen Raffinessen gewürzt werden.
Doch genau diese fehlt Schätzing in seinem Buch. Man merkt ihm das Erstlingwerk deutlich an. Die Sprache ist nich nicht ganz ausgereift. Die Geschichte und auch die Spanung hinken zeitweilen ganz schön.
Wer Frank Schätzing zum ersten Mal liest, sollte sich veilleicht lieber an “Der Schwarm” oder im historischen Bereich “Tod und Teufel” halten. Für Schätzing Fans allerdings nett zu sehen, dass jeder mal klein anfängt und wie er nach und nach seine Sprachfertigkeiten verbessert hat.
Die Verfilmung von RTL heute abend um 20:15 Uhr im TV…
Erst kürzlich lief “Die Geheimnisse der Spiderwicks” im Kino. Doch dieser Film basiert auf einer Buchreihe der britischen Autoren Holly Black und Tony DiTerlizzi.
Die Bücher sind als Chroniken angelegt und so wird die Geschichte in (vorerst) sechs Bände unterteilt. An dieser Stelle muss man wohl erwähnen, dass dies sicherlich vom Verlag aus Umsatzgründen so praktiziert wird, denn die einzelnen Bände umfassen jeweils nur etwas über 100 Seiten und sind zudem noch in großen Buchstaben gedruckt. Ein Band ist somit selbst von einem Kind in ein paar wenigen Stunden durchgelesen und schwupps, muss der Neue her.
Doch dieses Kommerzdenken hat in diesem Fall wohl auch seine Vorteile. Kinder, die vor dickeren Büchern Angst haben oder echte Lesemuffel sind, die sich nicht auf längere Geschichten einlassen wollen, finden hier eine spannende Geschichte in kleinen Häppchen und werden so vielleicht zu kleinen Leseratten.
Im ersten Band werden die Leser an die Abenteuer herangeführt. Nach der Scheidung ihrer Eltern finden die Zwillinge Jared und Simon mit ihrer älteren Schwester Mallory und ihrer Mutter Unterschlupf bei einer Großtante. Das Haus der Tante ist ein riesiges altes viktorianisches Anwesen und die Kinder haben überhaupt keine Lust an diesem gruseligen Ort zu wohnen. Und zu allem Überfluss wurde besagte Tante in die Irrenanstalt gesteckt, da sie in ihrem Haus mysteriöse kleine Männchen gesehen hat.
Tagtäglich geschehen plötzlich merkwürdige Dinge. Mallory werden im Schlaf die Haare ans Bett geknotet und Simons Kaulquappen werden im Eisfach eingefroren. All diese Taten werden Jared in die Schuhe geschoben, der aber stets seine Unschuld beteuert. Also macht er sich auf, die Geheimnisse des Hauses zu erkunden. Ständig hört man seltsamen Geräusche in den Wänden, es gibt geheime Aufzüge und Zimmer und Jared findet auch noch die geheime Bibliothek eines gewissen Arthur Spiderwick.Dieser hat ein Rätsel hinterlassen, das Jared zu einem seltsamen Buch mit dem Titel “Spiderwicks Handbuch der magischen Geschöpfe” führt. Daraus geht hervor, dass all die merkwürdigen Dinge von Elfen und Kobolden verursacht werden. Für die Kinder beginnt ein fantastisches Abenteuer…
Die Sprache des Buches macht vielleicht nicht groß was her und Erwachsenen Lesern wird diese Fantasygeschichte nichts Neues erzählen. Aber gerade für Kinder die sich an solche Geschichten gerade erst heranwagen, sind “Die Spiderwick-Geheimnisse” ein spannender und fantasievoller Lesespaß, der teilweise etwas gruselig daherkommt.
Die Aufmachung der Bücher ist zudem schon ein kleines Kunstwerk für sich. Die Zeichnungen und der Einband sind aufwendig gestaltet und tragen zur Magie der Geschichte entscheidend bei.
Gut, fand ich auch, dass die Kinder in keiner heilen Märchenwelt leben, sondern ihre speziellen Macken haben und sehr unter der Scheidung ihrer Eltern leiden.
Gerade für Leseneulinge ein gelungener Einstieg, für alle anderen ein netter Happen für Zwischendurch.
Für ihre Verfilmung des Buches “No country for old men” (zu deutsch: “Kein Land für alte Männer”) sind die Coen-Brüder bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gleich mehrfach ausgezeichnet worden. Dies lag, meiner Meinung nach, zu einem Großteil an der wunderbaren Buchvorlage vom amerikanischen Schriftsteller Cormac McCarthy, die jetzt endlich auch in der deutschen Übersetzung zu haben ist.
“Kein Land für alte Männer” ist ein Thriller, der oberflächlich betrachtet im Gewand eines blutrünstigen Western daher kommt. Bei näherem Hinsehen, und vor allem zu Ende hin, entdeckt man teils aber auch philosophische Ansätze zu Themen wie Tod oder Schicksal. Es ist ein hoffnungsloser Reigen um Gewalt, Brutalität, Kaltherzigkeit, Gier und das Böse im Menschen an sich. Die Protagonisten können meist nichts für ihr Verhalten, da das Leben oder das Schicksal sie zu dem gemacht hat, was sie sind.
Nun zur Geschichte: Der Vietnam-Veteran und Hobbyjäger Llewlyn Moss trifft in der Wüste auf eine grausame Szenerie. Drei von Kugeln zerschossene Wagen stehen an der amerikanischen Grenze zu Mexico. Die Fahrzeuginsassen sind allesamt tot, aus einer Tür rieselt Heroin und ein paar Meter weiter findet er einen Mann, mehr tot als lebendig, der ihn um einen Schluck Wasser bittet. Neben diesem Kerl liegt ein Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Moss nimmt kurzerhand das Geld und verschwindet.
In der Nacht kehrt er aber mit einer Wasserflasche zurück, da ihm der Überlebende einfach nicht aus dem Kopf geht. Doch vor Ort warten bereits bewaffnete Gangster auf ihn. Er kann gerade noch entkommen und es beginnt eine erbarmungslose Verfolgungsjagd zwischen Moss, den Dealern, dem psychotathischen Killer Chigurh, der auch noch auf Moss angesetzt ist, einem Privatdetektiv und der Polizei.
McCarthy zeigt uns eine Welt, in der das Töten und die Gewalt zum normalen Beiwerk gehören. In einem rasanten Tempo jagt der Roman vor sich hin und man ist von Beginn an von den Charakteren und vor allem der Sprache fasziniert. Sie ist kühl, distanziert und auf das Wesentliche reduziert, und doch schafft er es unglaublich intensive und detailreiche Beschreibungen zu liefern.
Je mehr das Buch voranschreitet, desto mehr wird das rein Spektakel Gewalt zu dem, was es eigentlich ist, nämlich Leid, Elend und Zerstörung.
Ein wirklich, wirklich gutes Buch, das einen von Beginn an fesselt, verstört und mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt.
Bleibt zu hoffen, das der Autor Cormac McCarthy, der bereits unzählige andere Bücher veröffentlicht hat, durch die Verfilmung auch in Deutschland endlich die verdiente Anerkennung bekommt.
Selten hat mich ein Buch so beeindruckt wie die erschütternde und mitreißende Autobiographie “Schmetterling und Taucherglocke” von Jean-Dominique Bauby.
Mit 44 Jahren erleidet der damalige Chefredakteur der “Elle” einen Gehirnschlag und sein bisheriges Leben löst sich von einem Moment zum anderen in Luft auf. Er wacht im Krankenhaus auf und leidet von da an am sogenannten Locked-In-Syndrom (LIS). Er ist zwar bei vollem Bewusstsein, doch sein Körper ist vollständig gelähmt, bis auf sein linkes Auge.
Doch Bauby gibt nicht auf. Er lernt ein Spezialalphabet über alleiniges Blinzeln mit seinem linken Auge zu steuern und diktiert so der Lektorin Claude Mendibil seine bewegende Geschichte.
Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, war ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt lesen soll. Deprimiert es mich zu sehr? Will ich mir wirklich 150 Seiten “Gejammer” eines Schwerkranken anhören, den ich gar nicht kenne?
Ja, ich gebe zu, diese Gedanken klingen sehr kalt und egoistisch, aber man weiß ja nie, was aus blanker Sensations- und Kommerzgier so publiziert wird.
Doch dieses Buch ist anders! Bauby erzählt seine Rückschau gar nicht wehleidig (, was man in dieser Situation ja auch verstehen könnte), sondern ehrlich, humorvoll, sehr sensibel und auch hoffnungsvoll.
Er versucht weder Mitleid zu erheischen, noch suhlt er sich in seinem Elend. Im Gegenteil, er versucht seine Wahrnehmung durch die Situation zu schärfen und reflektiert poetisch und voller Witz das Leben und seine Umwelt. Ob da nun eine Fliege quälend auf seiner Nase sitzt oder niemand gerade da ist um ihm seine Lieblingsbücher vorzulesen.
Als “Taucherglocke” beschreibt er seinen Zustand die Welt zu sehen, doch manchmal gelingen ihm Ausflüge in die Fantasie, “Schmetterlinge”, wie er es nennt. Dort kann er dann alles machen, was er nur will und es gibt keine Grenzen und kein halten.
Kurz nach der Veröffentlichung seines Buches und vier Monate nach seinem Gehirnschlage stirbt Jean-Dominique Bauby und hinterlässt uns eine der zauberhaftesten, anrührensten und zugleich tragischsten Geschichten unserer Zeit.
Einer meiner Lieblingregisseure und Künstler Julian Schnabel hat “Schmetterling und Taucherglocke” verfilmt. Der Film ist gerade in den Kinos angelaufen…