Milan Kundera - allein dieser Name zergeht auf der Zunge wie ein exotisches Bonbon. Und der Autor hält, was er mit seinem Namen verspricht: Andersartigkeit, Vielfalt und neben einer großen Portion Intellektualität auch eine herrliche Prise Zärtlichkeit.
Der Roman, um dem es in diesem Artikel geht, ist ein Klassiker, von dem ihr bestimmt alle schon gehört habt: “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”. Schon vor Jahren fiel es mir in die Hände, doch ich lehnte es naserümpfend ab. Damals verschmähte ich Pseudointellektualität und wollte auch keine schwere Schnulzgeschichte lesen, die mir die Illusionen über die Liebe raubt und die mich fröstelnd in meinen vernichtenden Gedanken alleine wie im Regen stehen lässt. weiterlesen »
Ja, es gibt ihn noch… J.D. Salinger, einer der bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller, ist nun mal wieder an das Licht der Öffentlichkeit gekrochen. Manche hielten den Kultautor bereits für tot, aber er hat sich nur komplett vom medialen Trubel, was ich ihm nicht verdenken kann, zurückgezogen und sein Leben in einem kleinen Kaff an der Atlantikküste verbracht.
Was treibt also den inzwischen 90-Jährigen wieder dazu sich einem neuen möglichen Hype auszusetzen? In diesem Fall sorgt er sich wohl um eine seiner berühmtesten Figuren überhaupt: Holden Caulfield aus “Der Fänger im Roggen“. Es ist eins der meist gelesensten Bücher des 20. Jahrhunderts.
Salingers Roman aus dem Jahr 1951 handelt von drei Tagen im Leben des 16-jährigen Anti-Helden Holden Caulfield. Dieser hat Angst vor dem Erwachsenwerden. Er stellt sich gegen alle Konventionen, fliegt von der Schule, will ausbrechen, auswandern, träumt von einem neuen Leben. Ein Buch, das ganze Generationen bewegt hat.
Nun, über ein halbes Jahrhundert später, kommt ein anderer Autor und möchte sich einer Art Fortsetzung annehmen. Die Medien stehen Spalier, wettern. Man kann gerade in Zeiten der endlosen Fortsetzungen alter oder klassischer Stoffe eine Ablehnung gegenüber dem neuen Buch verstehen. weiterlesen »
Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn, den kleinen naiven Bär und seine Freunde. Pu der Bär ist eine Erfolgsgeschichte für sich. In etliche Sprachen übersetzt und gefeiert als Serien- und Filmheld lässt er Kinderherzen, und auch die vieler Eltern, auf der ganzen Welt höher schlagen.
Sein Autor A.A. Milne schrieb die Geschichten einst für seinen Sohn Christopher Robin und dessen Kuscheltiere. Als Milne 1956 starb, ahnte niemand, dass gerade diese Geschichten so lange überleben sollten. Doch solch ein Mythos verlangt bald nach neuen Geschichten, die zwar in Film und Fernsehen umgesetzt wurden, zum Teil aber leider nicht an den Charme der Bücher herankommen.
Nun hat sich der Verlag entschieden im Herbst 2009, pünktlich zum 80. Geburtstag des Bären, ein Comeback von Winnie-the-Pooh zuzulassen. Es sollen neue Bücher und somit auch neue Geschichten auf den Markt kommen, die sich endlich mal wieder am Original anlehnen und nicht an Disney…
Neuer Autor der Pu-Abenteuer wird David Benedictus und die Nachfolge von Illustrator Ernest Shepard (1879-1976) soll Mark Burgess antreten. Am 5. Oktober soll nun gleichzeitig in den USA und Großbritannien das neue Buch mit dem Titel “Return to the Hundred Acre Wood” erscheinen. Bald danach wird es dann auch auf den deutschen Markt kommen.
Also, sich dieses Datum im Kinder-Kalender rot markieren und schon mal die alten Geschichten voller Vorfreude zelebrieren.
Pu der Bär ist einfach genial! Bleibt zu hoffen, dass das neue Werk auch hält, was es verspricht! Was meint ihr zu einer Neuveröffentlichung?
Den meisten wird der Autor A. A. Milne nur von einem der beliebtesten Kinderbuch-Helden überhaupt bekannt vorkommen: er ist der Vater von Winnie the Pooh, den Deutschen bekannter als Pu der Bär. Doch Milne kann auch anders. In seinem einzigen Krimi, den er jemals geschrieben hat, beweist er seinen Facettenreichtum.
Nach der Lektüre von “Das Geheimnis des roten Hauses” werden viele Krimi-Fans wahrscheinlich bedauern, dass es nur bei einem einzigen geblieben ist. Das Buch, bereits 1922 erschienen, gilt als absoluter Klassiker und Milne hat damit viele seiner Kollegen tief beeindruckt. Seit seiner Veröffentlichung ist dieses Werk immer wieder neu aufgelegt worden, v.a. in den USA und in Großbritannien. Nun zieht der Fischer Verlag auch in Deutschland mit einer Neuausgabe nach.
Beim heutigen Lesen muss man hier und da sich wohl an die Zeit der Veröffentlichung erinnern, denn der Täter ist leider schnell bekannt, da wir inzwischen mit diesen Denkmustern regelrecht überflutet werden. Doch diese Tatsache tut dem Lesespaß keinen Abbruch, denn den Protagonisten beim Lösen des Falls zuzusehen ist extrem spannend und unterhaltsam. weiterlesen »
Am 19. Januar jährte sich der Tod eines der größten Schriftsteller aller Zeiten zum 200. Mal: Edgar Allan Poe. Seine Geschichten führen uns tief in unsere Seele. Poe war ein Meister im Ausleuchten des menschlichen Inneren, seiner Abgründe, Ängste, Einsamkeiten, aber auch, was wohl nur wenige wissen, des Humors.
Poe hat maßgeblich zur Entstehung der Genres Horror beigetragen, aber auch die Detektivgeschichten oder die Science Fiction auf den Weg gebracht. Er ist mehr als nur blanker Grusel. Beim Lesen von Poe fühlen wir uns ertappt oder in unseren tiefsten Emotionen bestätigt. Er zeigt uns Aberglaube, Vorurteile und des Menschen Urängste auf. Doch Poe war auch ein brillanter Satiriker und Philosoph.
Endlich kann man sich von seinem breiten Spektrum auf einmal überzeugen, denn pünktlich zum Poe-Jahr hat der Insel-Verlag eine vier-bändige Sammlung all seiner Kurzgeschichten auf den Markt gebracht, die, und das muss man hier extra betonen, zusätzlich zum tollen Inhalt noch unschlagbar günstig ist. Für die über 1.500 Seiten zahlt man gerade mal 19.90 Euro! Und das bei solch einem Klassiker! Damit also gleich zu Beginn meine uneingeschränkte Kaufempfehlung…
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Bereits vor rund 80 Jahren hat der ungarische Autor Antal Szerb, das geschrieben, was heute aus der Feder von Autoren wie Umberto Eco stammen könnte. Lange war “Die Pendragon-Legende” vergessen und fristete ihr Dasein in den hintersten Regalen irgendwelcher Antiquariate. Doch in den letzten Jahren hat der Deutsche Taschenbuch Verlag die Werke von Szerb überraschenderweise wiederentdeckt und neu aufgelegt.
Eines meiner Lieblingsbücher von ihm ist “Die Pendragon-Legende“. Und obwohl bereits 1934 erschienen, kann es locker mit so manchen heutigen Mystery-Werken mithalten. Dieses Buch kann man denke ich, ohne Übertreibung, zu den Anfängen des Genres zählen. Antal Szerb hat seinen ganz eigenen Stil geschaffen und wäre mit Sicherheit berühmt geworden, hätte man ihn nicht 1945 im KZ ermordet…
János Bátky, ein ungarischer Gelehrter und absoluter Büchernarr, lernt durch Zufall in England den Earl von Gwynedd, Owen Pendragon, kennen. Die beiden teilen ihre Vorliebe für die Mystiker des 17. Jahrhunderts und so lädt der Earl Bátky auf sein Schloss nach Wales ein. Kurz vor der Abreise erhält dieser noch ein Warnung: Auf Pendragons Schloss soll es nicht mit rechten Dingen zugehen und auch der Earl selbst soll mysteriöse Experimente an unbekannten Tieren machen und diese sogar nach ihren Tod wieder zum Leben erwecken… weiterlesen »
Jeder hat sie schon einmal gehört: die Geschichten um Mowgli, Baloo oder Bagheera. Die meisten kennen sie wohl aus dem Disney-Film. Doch das Original-Buch hat so einiges mehr zu bieten. Nun sind “Die Dschungelbücher” in einer wirklich wunderschönen Neuauflage wieder erschienen. Grund genug diesen Klassiker mal wieder zu lesen.
Von der disneyhaften “Ruhe und Gemütlichkeit” ist im Original wenig zu spüren. Es ist wild, es ist Leben und Überleben im Dschungel, es ist das Zusammenprallen des “Wilden” mit der “Zivilisation”. Gleichzeitig hat man den Dschungel wahrscheinlich in noch nie so schillernden, drastischen und faszinierenden Bildern gesehen wie Kipling sie zu zeichnen verstand. weiterlesen »
Alle paar Jubeljahre erinnert sich mal wieder ein Regisseur an Thomas Manns Jahrhundertroman “Buddenbrooks - Verfall einer Familie”. Dann wird er verfilmt und rückt so den Menschen wieder ins Gedächtnis. So auch dieses Jahr…
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kommt die Romanverfilmung von Heinrich Breloer mit Armin Müller-Stahl in der Hauptrolle in die Kinos. Kommerz könnte man da nun schreien… Aber ich denke in diesem Fall ist es anders, denn Heinrich Breloer ist ein absoluter Liebhaber von Thomas Mann und seiner Sippe. Vor ein paar Jahren hat er uns bereits den wunderbaren Fernsehmehrteiler “Die Manns” beschert (hier: Armin Müller-Stahl als Thomas Mann selbst). Und bereits damals hatte er angekündigt Manns Romane verfilmen zu wollen. Jetzt ist es also soweit und wir können uns Weihnachten mal, statt den üblichen Disney-Schmonzetten, einem Klassiker widmen. Grund genug das Buch hier einmal vorzustellen… weiterlesen »
Heute möchte ich euch mal mein Lieblingskinderbuch zu Weihnachten vorstellen. Schon als ich klein war, musste meine Mutter, kaum war es Adventszeit, dieses Buch hervorholen und mir immer und immer wieder vorlesen. Und selbst als ich dann selber lesen konnte, hat mich das Buch noch lange in der Zeit vor Weihnachten begleitet: “Zwölf Geschenke für den Weihnachtsmann” vom finnischen Autor und Illustrator Mauri Kunnas.
Allein schon die Bilder unterhalten einen lange, denn sie sind voller kleiner Details, die man alle erst einmal entdecken muss. Und auch die Geschichte überzeugt: Sie ist absolut sympathisch und wunderschön und hier und da mit einer kleinen Prise Humor versehen. weiterlesen »
Beim Namen Fritz Leiber dürfte bei so manchen Science-Fiction- und Fantasy-Fans das Herz höher schlagen. Nicht umsonst gilt er als einer der Väter des modernen Horror und des Fantasygenres. Neulich habe ich also mal wieder in meinem Bücherregal, besser in dem meines Freundes ;-), gekramt und einen echten Klassiker herausgefischt: “Die programmierten Musen” eben von Fritz Leiber.
In seinem Roman erzählt er die Geschichte des „Gesellen-Autoren“ Gaspard de la Nuit, der in einen Konflikt globalen Ausmaßes hineingezogen wird. Mit seinem Roboter-Kollegen Zane Gort erlebt er den Streik der Autoren, die sich weigern, die Wortmaschinen weiter zu pflegen. Autoren sind die Mechaniker gewaltiger Maschinen geworden, die im Auftrag mächtiger Verlage „Wortschmalz“ herstellen.
„Wortschmalz“ werden die Geschichten genannt, die ohne tiefe Bedeutung hypnotische und emotionale Wirkung bei dem Auslösen, der diese Geschichten liest. Da kein vergangener Autor in der Lage war, mit den Wortmaschinen gleichzuziehen, wenn es um bedeutungslose, triviale Literatur ging, wurden die Autoren kurzerhand zu den Handlagern der Wortschmalz-Maschinen. weiterlesen »