Als Christian Krachts Roman „Faserland“ erschien, schrieb man ihn noch als vorrübergehendes Phänomen der neuen deutschen Popliteratur ohne wirkliche literarische Qualitäten ab. Mit seiner Aussteigergeschichte „Imperium“ überzeugt Kracht von seiner Qualität als Schriftsteller
Dass Christian Kracht durchaus nicht nur einiges an Potenzial, sondern auch Talent und Können besitzt, hat er in seinen Nachfolgewerken eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir erleben hier eine eindrucksvolle Erzählkunst, die nüchtern und ohne Klischee und Pathos die Zeitgeschichte aufgreift und zu einem Roman verarbeitet.
Christian Krachts schafft es auch, sich gekonnt in den literarischen Genres zu bewegen und diese miteinander zu vereinen.
Die Geschichte eines Aussteigers
Die Geschichte, basierend auf der Biografie einer realen Person: August Engelhardt aus Nürnberg reist Anfang des 20. Jahrhunderts in die damalige Kolonie Deutsch-Neuguinea, um auf einer Kokosplantage ein Aussteigerleben zu führen und sich ausschließlich von Kokosnüssen zu ernähren. weiterlesen »
Gerhard Wisnewski hat – mit „Verheimlicht, vertuscht, vergessen. Was 2011 nicht in der Zeitung stand“ – wieder seinen ganz eigenen Jahresrückblick geschrieben und steht damit erneut in den Bestsellerlisten. Mit 2011 blickt er zurück auf ein schnelllebiges, von Katastrophen geprägtes Jahr.
Was er schreibt, erinnert manchmal an wildeste Verschwörungstheorien. Denn Gerhard Wisnewski behauptet, dass die sogenannte Wahrheit austauschbar und medial ausgeblendet sei. Die Wahrheit betrifft in diesem Fall Dinge, die weltpolitisch eine große Rolle spielen. Hier geht es nicht um Kleinigkeiten, hier geht es um Ereignisse, die den Lauf der Geschichte verändern. weiterlesen »
Luca Di Fulvio hat eine etwas andere Familiengeschichte geschrieben. „Der Junge, der Träume schenkte“ begeistert als gutes Weihnachtsgeschenk.
„Der Junge, der Träume schenkte“ ist die Geschichte des kleinen Natale, der mit seiner Mutter, Anfang des 20. Jahrhunderts, von Italien nach Amerika ausgewandert ist. In Amerika angekommen wird das Leben der zwei jedoch zunächst nicht besser, denn sie werden mit einem New York konfrontiert, in denen die Gangs regieren. So sind Armut und Gewalt an der Tagesordnung. Luca Di Fulvio hat eine Familiengeschichte geschrieben, die von den Jahren vor der Emigration, bis Natale ein junger Mann ist, reicht. Das fast 800 Seiten lange Buch, ist eine gute Mischung aus Drama und Liebesgeschichte, die perfekt für die kalten Tage geeignet ist.
Die junge Italienerin Cetta wird mit 14 Jahren in Italien vergewaltigt. Aus der Vergewaltigung ist der Sohn, den sie auf den Namen Natale tauft, entstanden. Als dieser 8 Monate ist, beschließt sie mit ihm im Dezember 1908 auszuwandern und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten von vorne zu beginnen. Sie machen sich mit dem Schiff auf den Weg nach Amerika. Doch schon auf der Schiffsreise muss Cetta ihren Körper an den Kapitän verkaufen, um ihre Überfahrt überhaupt zu bezahlen. In Amerika angekommen wird der Name Natale von der Behörde kurzerhand in Christmas umgeändert. Ohne Geld und ohne Sprachkenntnisse beginnt die junge Mutter als Prostituierte zu arbeiten, während ihr Ziel weiterhin bleibt, ihrem Sohn einmal ein besseres Leben zu ermöglichen. weiterlesen »
Mit „Der Fluch des Lono“ ist posthum, erstmals auf Deutsch, ein neues Buch des genialen amerikanischen Schriftstellers Hunter S. Thompson erschienen.
Hunter S. Thomson bekommt den Auftrag vom Magazin „Running“, einen Bericht über den Honolulu-Marathon auf Hawaii zu schreiben. Wie man sich bereits denken kann, berichtete Thompson von dem Ereignis auf seine eigene Weise. Er beweist wie immer sein journalistisches Können und zeichnet ein neues Bild vom Hawaii der 80er Jahre. Warum es 27 Jahre gedauert hat, bis dieses 1983 erstmals veröffentlichte Werk nun auch auf Deutsch erschienen ist, ist eine andere Frage. Was kann der Leser bei „Der Fluch des Lono“ erwarten?
Hunter S. Thomson war einer der eindrucksvollsten Autoren der amerikanischen Gegenwart. Er war einer der ganz wilden. In „Hell‘s Angels“ schrieb er über seine Erfahrungen die er in der gleichnamigen Gang gemacht hat. Berühmt wurde er dann mit „Angst und Schrecken in Las Vegas“, wo er in dem von ihm geprägten Gonzo-Journalismus, über einen drogengetränkten Ausflug nach Las Vegas schreibt. Dort rechnet er mit der Hippie-Bewegung der 70er Jahre ab. Mit „Angst und Schrecken im Wahlkampf“ betritt er die politische Plattform und schreibt über den Wahlkampf 1972. Nun erscheint „Der Fluch des Lono“, das bereits 1984 auf Englisch veröffentlicht wurde, erstmals in deutscher Übersetzung. weiterlesen »
„Wachstumsschmerz“ ist der neue Roman von Sarah Kuttner. Sie setzt sich humorvoll und nachdenklich mit der Sehnsucht nach, und der Angst vor, dem Erwachsenwerden auseinander.
Luise und Flo sind seit dreieinhalb Jahren zusammen und da sie noch nicht reif für Kinder sind, sie aber den nächsten Schritt gehen wollen, beschließen sie, dass der nächste Schritt für sie Zusammenziehen ist. Einfacher gesagt als getan.
Seit einem halben Jahr suchen die beiden schon, doch es scheint nicht so einfach zu sein, eine passende Wohnung zu finden. Für beide wäre es das erste Mal, dass sie mit einem Partner zusammenziehen, daher ist dieser Schritt für sie noch größer.
In „Wachstumsschmerz“ beschäftigt sich Sarah Kuttner mit der Angst und zugleich der Sehnsucht, die einen überkommt wenn man Anfang dreißig ist – Erwachsen werden.
Die Liebe ist bei Flo und Luise gekommen um zu bleiben. Nachdem sie schon drei Jahre zusammen sind, denken sich beide und bekommen es auch von ihrem Freundeskreis, bei denen „…einige […] schon das zweite Kind“ planen, vorgelebt, dass es an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu gehen, zusammenzuziehen. Luise ist Herrenschneiderin, geht ab und zu auch zu Castings obwohl sie eigentlich keine Karriere beim Film anstrebt, während Flo Manager einer Kletterhalle ist. weiterlesen »
Nach dem Erfolgsroman „Middlesex“ meldet sich Jeffrey Eugenides mit „Die Liebeshandlung“ zurück.

Der neue Roman des spätestens seit „Middlesex“ bekannten Autors, Jeffrey Eugenides, wurde lange erwartet. Einige Leser sind enttäuscht, aber man darf bei diesem neuen Roman, auch wenn er daran sieben Jahre gearbeitet hat, nicht so ein Mammut-Werk, wie „Middlesex“, erwarten. „Die Liebeshandlung“, die zwischen den Jahren 1982-83 spielt, ist die Dreiecks-Beziehungs-Geschichte zwischen den jungen Akademikern Madeleine, Mitchell und Leonard. Sie ist eine Auseinandersetzung mit dem klassischen viktorianischen Liebesroman, aber gleichzeitig auch der Versuch, eine viktorianische Liebeshandlung à la Jane Austen, ins 20 Jahrhundert zu übertragen.
Jeffrey Eugenides, der 1960 geborene Schriftsteller, stammt aus Detroit. Ihm gelang der Durchbruch mit dem Roman „Die Selbstmord-Schwestern“. Weltweite Anerkennung bekam er allerdings erst für „Middlesex“. In „Middlesex“, wofür ihm auch der Pulitzer Preis verliehen wurde, hat Eugenides die Einwanderungsgeschichte einer griechischen Familie in die USA, mit der eindrucksvollen Gender Story eines Hermaphroditen, verbunden. Nun ist nach sieben Jahren Stille endlich der langersehnte dritte Roman veröffentlicht worden, „Die Liebeshandlung.“ weiterlesen »
Axel Hacke gewährt uns mit Humor und Gelassenheit Einblick in sein Liebesleben, sodass man sich zwar am Ende nicht beraten, aber irgendwie getröstet fühlt.
Axel Hacke, der heute als Journalist und Schriftsteller in München lebt, schreibt für das Magazin der Süddeutschen eine Alltagskolumne. Die Geschichten in „Das Beste aus meinem Liebesleben“ stammen auch zum Teil aus älteren Kolumnen. Er holte diese Geschichten und Anekdoten für die Arbeit mit seiner Frau Ursula Mauder, die Jazzsängerin ist, an „Das Beste aus meinem Liebesleben: Geschichten und Songs über die Liebe an guten und schlechten Tagen“, heraus. Nun ist aus der Zusammenarbeit für das Hörbuch auch ein kleines Büchlein mit alten und neuen Geschichten entstanden.
Der Erzähler und seine Ehefrau Paola sind seit über 10 Jahren verheiratet und sehr verschieden. Während er alles gern genau geplant hätte, fordert sie mehr Spontanität, auch wenn sie schon vor 10 Minuten bei Freunden hätten eintreffen sollen, ist sie noch im Bad und föhnt sich die Haare. Er hat gerne einen Stuhl im Schlafzimmer stehen, auf dem er Sachen ablegt. Wohingegen sie der Meinung ist, der Stuhl sei zum Sitzen da. Er hätte gerne, dass die Zahnpastatube steht, sie legt sie aber immer hin. So unterschiedlich die beiden auch seien mögen, Axel weiß ganz genau, was er an seiner Paola hat. Mit einer ordentlichen Portion (Selbst-)Humor, hält Axel Hacke Paaren den Spiegel vor.
Eugen Ruge hat mit seinem Debütroman, der teilweise autobiographische Züge hat, aber auch eine deutsche Familiengeschichte der letzten 50 Jahre ist, die Kritiker überrascht.
„In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist Eugen Ruges erster Roman. Der 57 jährige erhielt sogar, obwohl sein Buch erst im Herbst 2011 erschienen ist, schon 2009 für sein Romanmanuskript den Alfred Döblin Preis. Dies beschaffte ihm noch beste Aussichten auf den Deutschen Buchpreis, der ihm dieses Jahr auch verliehen wurde. Wie viele sagen, sei sein Roman die perfekte Mischung für den Deutschen Buchpreis gewesen, da es sich bei „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ um ein Stück deutsche Geschichte in Form eines Familienromans handelt.
Der Roman erzählt eine Familiengeschichte, die über vier Generationen geht. Beginnen tut sie bei Charlotte und Wilhelm, die während des Zweiten Weltkriegs nach Mexiko geflüchtet waren, und nun in den fünfziger Jahren wieder nach Deutschland zurückkehren. Als überzeugte Kommunisten, möchten sie am politischen Geschehen der DDR teilhaben. Ihr Sohn Kurt, der 15 Jahre in einem Arbeitslager gefangen war, folgt ihnen in den siebziger Jahren, mit seiner russischen Frau Irina. Ihre beiden Söhne, von denen einer Alexander, das Alter-Ego des Autors, ist, verbringen ihre Kindheit und Jugend in einem mehr oder wenigen gewöhnlichen Elternhaus in der DDR. Als jedoch 1989 die Grenze fällt, geht Alexander in den Westen. Die letzte Generation in „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist der jugendliche Markus, Alexanders Sohn.
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Die Geschichte von „Das war ich nicht“ klingt zunächst wie ein schlechter Witz. Treffen sich ein Banker, eine Übersetzerin und ein alternder Schriftsteller in Chicago.
In „Das war ich nicht“ erzählt Kristof Magnusson die Geschichte von drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch miteinander verbunden sind. Mit einem immer wieder wechselnden Ich-Erzähler, entfaltet er eine raffinierte, schnelle und für den Leser glaubhafte Geschichte, aus der Perspektive der drei Hauptfiguren. Eindrucksvoll verknüpft er auch ganz nebenbei und mit Leichtigkeit die Finanzkrise mit den Charakteren, die ironischer Weise, als Magnusson an dem Buch schrieb, noch gar nicht ihre zerstörerische Kraft entfaltet hatte.
Meike, eine junge deutsche Übersetzerin aus Hamburg, hat die Notbremse gezogen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt und ist von Hamburg aufs Land gezogen. Dort wartet sie darauf, dass Henry LaMarck, ein berühmter amerikanischer Schriftsteller, seinen großangekündigten Roman zu Ende bringt, denn sonst ist sie pleite. Henry LaMarck hat mit dem Schreiben aber noch gar nicht angefangen, da er eine Schreibblockade, eine Schaffenskrise hat.
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Mit „Der Augenjäger“ legt Sebastian Fitzek seinen siebten Roman vor und will seine Leser erneut in eine Welt voller atemberaubender Spannung entführen, hinein in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.
Dass ihm dies mit „Der Augenjäger“ wohl wieder gelingen wird, bezweifeln Fans von Sebastian Fitzek sicherlich nicht. Der Berliner hat sich innerhalb von nur fünf Jahren einen exzellenten Ruf in der Thriller-Gemeinde aufgebaut und ist mittlerweile bereits als der „Meister des Wahns“ bekannt. Schon mit seinem Debüt-Roman „Die Therapie“ bewies er 2006, dass er ein Händchen für spannende Geschichten sowie genial verrückte Charaktere hat, und mit seinem neuesten Streich macht er da keine Ausnahme.
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