Zunächst einmal muss ich mich mal wieder über die schlechte Verlagsarbeit beschweren, denn der Titel “Manisch” der Autorin Ruth Newman ist dermaßen schlecht ins Deutsche übertragen. Geht es nur mir so oder geben sich die Verlage immer weniger Mühe? Hauptsache schnell und kommerziell… Der Originaltitel “Twisted Wing” passt zum Buch wie die Faust aufs Auge, wohingegen der deutsche Titel fast nichts mit der Story gemein hat.
Soviel zu meinem anfänglichen Ärger…
“Manisch” (ggrrr) ist der erste Roman der englischen Autorin Ruth Newman, was man dem Buch leider auch deutlich anmerkt. Jedoch sehe ich bei dieser Autorin durchaus Luft nach oben, viel Luft.
Das Buch, dessen Titel ich hier jetzt nicht wiederhole
, lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und bringt einen eine Zeit lang auf anderen Gedanken. Man merkt nur immer wieder, dass die Autorin mehr könnte und ärgert sich über diverse Klischees.
Eine brutale Mordserie erschüttert Cambridge. Drei Studentinnen wurden grausamst abgeschlachtet. Bei der letzten Leiche findet der Detective Weathers ein extrem verstörtes und blutüberströmtes Paar, Olivia Corscadden und ihren Freund Nick. Olivia kann sich an nichts mehr erinnern, muss den Täter aber gesehen haben. Oder sind sie und Nick etwa die Täter? weiterlesen »
Nach “Die Chemie des Todes” und “Kalte Asche” ist vor kurzem nun endlich der dritte Teil um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter erschienen. Und nachdem ich die ersten beiden Teile gerne und in einem Rutsch durchgelesen hatte, musste natürlich auch Teil drei her.
“Leichenblässe” nennt sich das gute Stück vom britischen Autor Simon Beckett und, was soll ich sagen, es ist David Hunter in Reinform. Nichts besonders Neues, aber auch nichts, was einem den Lesespaß vermiest.
Im letzten Teil gerade noch so mit dem Leben davon gekommen, sehnt sich Dr. David Hunter nach etwas Ruhe und neuer Muße. Daher kommt es ihm auch gerade recht, dass sein alter Mentor und Freund Tom Lieberman ihn in die USA einlädt, genauer gesagt auf die berühmte Body Farm in Knoxville, wo auf einem Freiluftgelände der Zerfall menschlicher Leichen studiert wird.
Doch irgendwie will er nicht auf andere Gedanken kommen. Während er sich irgendwie noch für seinen Job interessiert, hadert er aber im Allgemeinen mit seinem Tun. Die Hass-Liebe zu seinem Beruf verstärkt sich und er ist sich nicht sicher, ob er weitermachen soll. weiterlesen »
Zum Glück hat der Fischer Verlag seine “Crime Classics” herausgebracht, denn sonst würde so mancher wirklich gute Krimi-Klassiker in den Regalen verstaubter Antiquariate in Vergessenheit geraten. In der neuen Ausgabe erwacht ein unterhaltsames und einfallsreiches Werk aus dem Jahre 1982 zu neuem Leben: “Abschied auf Englisch” von Peter Lovesey.
Der englische Titel sagt hier wie so oft mehr: “The False Inspector Dew“. Wer sich ein wenig mit englischen Krimis oder der kriminologischen Geschichte des Landes befasst, kennt den Namen Dew vielleicht. Jedenfalls ist diese reale Person kein Unbekannter. 1910 stellte Inspector Dew einst den Mörder Dr. Crippen, der zusammen mit seiner Geliebten seine Frau an Bord eines Schiffes ermordet hatte.
Diese reale Begebenheit nimmt sich der Autor Peter Lovesey als Vorbild für sein Buch “Abschied auf Englisch” und spinnt darum eine fiktive Geschichte, die für die Leser unterhaltsamer nicht sein könnte.
Der Zahnarzt Walter Baranov ist extrem unglücklich in seiner Ehe. Seine Frau Lydia unterdrückt ihn, wo es nur geht, und scheiden lassen kann er sich auch nicht, da Lydia die mit dem Vermögen ist. Zudem schreiben wir das Jahr 1921 und für einen Mann wie Baranov würde eine Scheidung den totalen Ruin und Ehrverlust bedeuten. weiterlesen »
Den meisten wird der Autor A. A. Milne nur von einem der beliebtesten Kinderbuch-Helden überhaupt bekannt vorkommen: er ist der Vater von Winnie the Pooh, den Deutschen bekannter als Pu der Bär. Doch Milne kann auch anders. In seinem einzigen Krimi, den er jemals geschrieben hat, beweist er seinen Facettenreichtum.
Nach der Lektüre von “Das Geheimnis des roten Hauses” werden viele Krimi-Fans wahrscheinlich bedauern, dass es nur bei einem einzigen geblieben ist. Das Buch, bereits 1922 erschienen, gilt als absoluter Klassiker und Milne hat damit viele seiner Kollegen tief beeindruckt. Seit seiner Veröffentlichung ist dieses Werk immer wieder neu aufgelegt worden, v.a. in den USA und in Großbritannien. Nun zieht der Fischer Verlag auch in Deutschland mit einer Neuausgabe nach.
Beim heutigen Lesen muss man hier und da sich wohl an die Zeit der Veröffentlichung erinnern, denn der Täter ist leider schnell bekannt, da wir inzwischen mit diesen Denkmustern regelrecht überflutet werden. Doch diese Tatsache tut dem Lesespaß keinen Abbruch, denn den Protagonisten beim Lösen des Falls zuzusehen ist extrem spannend und unterhaltsam. weiterlesen »
In 17 Romanen in 20 Jahren sind wir zusammen mit Detective John Rebus durch dick und dünn gegangen und konnten ihm bei seinen Ermittlungen über die Schulter schauen. Nun ist es Zeit Abschied zu nehmen, denn sein Autor Ian Rankin schickt ihn in “Ein Rest von Schuld” in Rente.
Klar, dass John Rebus keine Lust auf eine Pensionierung hat, denn was ist er ohne seinen Job? Und so stürzt er sich voller Elan zusammen mit seiner Partnerin Siobhan Clarke in seinen letzten Fall:
Der russische Dichter Alexander Todorow wird in Edinburgh tot aufgefunden. Alles deutet zunächst auf einen Raubüberfall hin und die Polizei würde ihn gerne als solchen zu den Akten legen, doch Rebus hat Zweifel. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf den zwielichtigen Geschäftsmann Sergej Andropow, der Todorow anscheinend gekannt hat. Andropow kommt Rebus’ Interesse wenig gelegen und versucht ihn loszuwerden. weiterlesen »
Zunächst muss ich einmal sagen, dass ich bei dem Titel des Buches und auch beim Klappentext (Okay, das ist eigentlich kein Indiz. Die werden eh immer schlechter…
) eher skeptisch war, denn diese klingen dermaßen spießig und abgedroschen. Wiederwillig habe ich mich dann an die Lektüre gemacht und siehe da: eine absolute Überraschung.
Das Krimi-Debüt der deutschen Autorin Inge Löhring mit dem Titel “Der Sünde Sold” kann locker mit einigen Werken von erfahrenen Kollegen mithalten: tiefgehend, überraschend, spannend und alles andere als langweilig.
Agnes Gaudera hat nach einem Wohnungsbrand ihren Mann und ihre Tochter verloren und möchte nichts weiter als Ruhe. Daher zieht sie in das kleine Kaff Mariaseeon bei München. Doch von ländlicher Idylle kann man leider auch hier nicht sprechen, denn bereits in den ersten Tagen nach Agnes Ankunft verschwindet der Nachbarsjunge spurlos. weiterlesen »
Das Erstlingswerk des Schweden Johan Theorin mit dem Titel “Öland” darf man nicht mit anderen skandinavischen Krimis wie beispielsweise denen von Mankell vergleichen. Es hat seinen eigenen besonderen Charme und irgendwie wird dabei die Polizeiarbeit schon fast überflüssig.
Auf der kleinen schwedischen Insel Öland verschwindet in den Siebzigern ein kleiner Junge spurlos. Zwanzig Jahre danach erhält seine Mutter Julia einen Anruf von ihrem Ex-Mann. Er hat einen neuen Hinweis zum Verschwinden ihres Sohnes gefunden und Julia soll nach Öland zurückkommen. Sofort reist sie ab.
Alles deutet daraufhin, dass der mysteriöse Nils Kant der Mörder sei, doch dieser ist längst vor dem Verschwinden gestorben. Es gibt jedoch Gerüchte er streife immer noch durch die Gegend. Eine spannende und überraschende Suche beginnt… weiterlesen »
Joy Fielding ist eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen im Genre des Psychothrillers. Ihr erstes Buch kam 1972 auf den Markt und seitdem werden, fast im Jahresabstand, Bücher von ihr veröffentlicht. So auch dieses Jahr: “Die Katze”.
Joy Fielding lebt und arbeitet in Kanada, wo sie auch englische Literatur studiert hat. Zunächst begann sie eine vielversprechende Karriere im Film-Bereich, doch kehrte sich bald wieder ihrer wahren Bestimmung zu: Dem Schreiben.
1972 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel: The Best of Friends. Mit dem Buch “Lauf, Jane, Lauf” (im Original “See Jane Run”) gelang ihr der internationale Durchbruch.
Dem Genre des Thrillers blieb sie Zeitlebens treu und so ist ihr neuestes Werk “Die Katze” (Charley’s Web) ebenfalls ein Thriller der im Random-Verlag erschien. In Deutschland verlegt ihr Buch der Goldmann-Verlag.
In dem aktuellen Buch geht es, wie so oft in Joy Fieldings Büchern, um eine Frau, die in Florida wohnt. Charley Webb ist allein erziehende Mutter mit zwei Kindern und von Beruf Journalistin. Alles verläuft in geordneten Bahnen, bis sie eine E-Mail erhält, in der ihr eine dreifache, zum Tode verurteilte Mörderin die Exklusiv-Story an ihrem Leben anbietet.
Zögernd nimmt Charley die Story an und schon beginnt ein Teufelskreis. Sie bekommt Drohbriefe, die ihr Leben und das Leben ihrer Kinder gefährdet.
Inhaltlich bleibt sich Joy Fielding mit ihrem Roman treu. Denn es sind immer gebildete Frauen in US-amerikanischen Großstädten mit Kindern, die den blanken Horror aushalten müssen.
Als Hard-Cover gibt es dieses Buch bereits für 19,95 Euro im Goldmann-Verlag.
Momentan ist es bei all dem Einheitsbrei im Bereich Krimi meist gar nicht mehr so einfach ein wahrhaft besonderes Buch zu finden. Um so begeisterter war ich von dem Krimi-Juwel “Dr. Siri und seine Toten” des britischen Schriftstellers Colin Coterrill. Für mich eindeutig der Krimi des Jahres!
Es ist ein intelligentes und extrem unterhaltsames Buch über einen Ermittler, der an sich origineller nicht sein könnte und sich massiv von so manchem Retorten-Kommissar unterscheidet. Die spannende Geschichte um einen Mordfall ist eingebettet in ein ironisches und leichtes Sprachgewand, das aber nie das Genre des Krimis an sich zerstört oder persifliert.
Im kommunistischen Laos wird ausgerechnet der 72-jährige Dr. Siri Paiboun zum neuen Leichenbeschauer des ganzen Staates ernannt, da er der einzige Parteigenosse ist, der noch einen medizinischen Hintergrund besitzt. Und so macht er, der eigentlich nicht so wirklich eine Ahnung von dem hat, was er da nun tun soll, sich ans Werk, mit der Hilfe zweier ebenso unfähiger Assistenten und einem französischen Anatomiebuch aus dem Jahr 1948. weiterlesen »
“Das Spiel des Puppenkönigs” ist der zweite Teil der geplanten Trilogie um den Puppenspieler Julius Klingenthal. Diesmal verschlägt es ihn nach Berlin und Potsdam an den Hof von Friedrich dem Großen.
Wir schreiben das Jahr 1783: Der Puppenspieler und Bauchredner Julius Klingenthal möchte mit seinen Puppen Berlin erfreuen. Doch auf dem Weg dorthin wird er ausgeraubt. Als er bei einem hilfsbereiten Wirt unterkommt rät ihm dieser seinen Fall doch am besten Friedrich dem Großen zu schildern. Gesagt, getan, Julius trägt Friedrich sein Anliegen vor und dieser hilft ihm sogar.
Überglücklich läuft er aus dem Schloss, als ihm ein Toter in die Arme strauchelt. Daraufhin beschließt er Potsdam nie wieder zu betreten, damit ihm kein Mord angehängt wird. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… weiterlesen »