Morgen Nacht ist Halloween… Und für alle, die sich gedanklich schonmal darauf einstimmen wollen, oder vielleicht sogar die Nacht lieber mit dem gemütlichen Lesen von schaurig schönen Geschichten verbringen, ist “Die dunkle Saat” von Norman Partridge genau das Richtige.
Die Grundstory des Buches klingt erst mal nach dem üblichen Halloween-Teenie-Horror, doch, was Autor Partridge daraus macht, ist weitaus mehr als Gruselspaß für kleine Mädchen. Es ist intelligenter Horror, der so manches Klischee hinterfragt und einem von der Atmosphäre her das Blut in den Adern gefrieren lässt. Nicht umsonst hat das Buch nach seiner Veröffentlichung in den USA vor zwei Jahren etliche Preis eingeheimst, u.a. den “Bram Stoker Award” für dem besten Roman des Jahres.
Wir befinden uns in einem kleinen Dorf irgendwo in der Pampa der USA, das von der Außenwelt so gut wie abgeschottet ist. Das Dorf lebt allein von der Landwirtschaft, vor allem vom Anbau von Mais. Doch auf rätselhafte sind die Erträge immer gleich hoch, egal was passiert. Dafür zahlen die Bewohner des Dorfes jedes Jahr einen hohen Preis. weiterlesen »
In Polen ist die Geralt-Saga von Andrzej Sapkowski schon lange Kult. Nun bringt der dtv-Verlag die Fantasy-Reihe nach und nach in einer Neuauflage heraus und ruft sie dem deutschen Buchmarkt damit zum Glück wieder ins Gedächtnis.
Auch im zweiten Band “Das Schwert der Vorsehung” entfernt sich der Autor vom abgenutzten Klischee des übermächtigen, epischen Helden und bringt die Fantasy-Welt ein Stück weit dem Boden der Tatsachen näher.
Der Hexer Geralt von Riva kann gerade so mit dem Jagen von allerlei Monstern seinen Lebensunterhalt verdienen. Doch sein Platz in der Gesellschaft hat sich gewandelt. Waren Menschen wie er früher hoch angesehen, so begegnen ihm heute die meisten Leute mit Argwohn und Misstrauen. Kreaturen wie Drachen oder andere Fabelwesen finden immer weniger Platz in der Welt. Und so zweifelt Geralt auch immer mehr an seiner Berufung. Als Jäger hat er sich geschworen auf die Schützenswerten aufzpassen. Doch sind die Monster, die er jagt vielleicht nicht sogar die zu schützende Spezies? weiterlesen »
Fast alle dürften inzwischen Shrek, den tollkühnen Oger, kennen. Die Filme sind ein echter Renner und jede Fortsetzung lockt mehr Leute ins Kino. Doch die wenigsten wissen wohl, dass der Film auf einem Bilderbuch des Kinderbuchautoren William Steig basiert.
Steigs Bücher wimmeln nur so vor gekonnten, lustigen und teilweise ironischen Anspielungen auf die Gesellschaft. Es sind leichte Geschichten, die sowohl große, als auch kleine Kinder zum Lachen bringen. weiterlesen »
Bei dem Titel des Buches “Necromancer” von Martha Wells werden nun viele Fans des Cyberpunk und der Science-Fiction aufheulen und an einen x-ten schlechten Klon von Gibsons “Neuromancer” denken. Doch weit gefehlt…
“Necromancer” spielt an einem Ort, der eher an das viktorianische London des 19. Jahrhunderts erinnert. Dieses Buch bringt dem Fantasy-Genre eine neue Facette, denn diese Welt hat wenig gemein mit den ewigen Mittelalter-Klischees und den zum tausendsten Mal kopierten Tolkien-Klonen.
In der Stadt Vienne in Ile-Rien ist die Technik nicht mehr von der Magie zu trennen. Die Straßen werden zwar mit Gaslaternen beleuchtet, aber genauso prägen auch Untote und Geister das Stadtbild.
Nicolas Valiere, der angesehendste Bürger in Ile-Rien, der gleichzeitig aber auch unter dem Namen Donatien der Einbrecher als erfolgreichster Dieb bekannt ist, steigt eines Abends mit seiner Bande in den Keller des Hauses Mondollot. Dort will er Gold stehlen, das er seinem Erzfeind Montesq unterschieben will. Doch jemand war schneller als er und hat Geister zurückgelassen, die es schon seit langem nicht mehr geben sollte. Sie können gerade so entkommen.
Zur selben Zeit hält sich seine Geliebte Madeline auf dem Empfang der Duchess von Mondollot auf, wo sie Zeuge wird wie der bekannte Spiritist Dr. Octave die Hausherrin zu einer Seance mit ihrem verstorbenen Mann überreden will. Dieser versucht kurze Zeit später Nicolas zu töten, doch es stellt sich heraus, dass besagter Spiritist nur ein Golem des echten Dr. Octave war.
Nach und nach stellt sich heraus, dass ein dunkler und mächtiger Magier verborgen die Fäden zieht und die Herrschaft über Ile-Rien an sich reißen will…
Martha Wells hat hier eine absolut faszinierende Welt geschaffen und bekannten Elementen und Figuren des Horror eine neue Seite verliehen. Magier sind in Ile-Rien zum Beispiel eher tragischer Gestalten, als immer nur die weisen oder lustigen Männer. Sie befinden sich ständig in dem Zwiespalt sich doch vielleicht der dunklen Magie hinzugeben.
Das Buch ist durch und durch spannend und gruselig geschrieben. Wells schreibt so atmosphärisch, dass man schnell in eine andere Welt abtaucht und erst einmal auch gar nicht zurückkommen möchte bis das Buch durch ist. Auch das Einfließen von anderen Genres wie dem Krimi oder dem Steampunk sind sehr gut gelungen.
Für Freunde der gepflegten Phantastik ein echtes Muss!
Das Bilderbuch “Wo die wilden Kerle wohnen” von Maurice Sendak ist mittlerweile ein echter Klassiker. Eltern die dieses Buch ihren Kindern vorlesen haben es wahrscheinlich schon selbst als Kind geliebt.
Auf deutsch erstmals im Jahr 1967 erschienen, war es schon fast in die Annalen der Kinderbuchgeschichte eingegangen (1963 bereits mit der Caldecott Medal, einem der höchsten amerikanischen Buchpreise, ausgezeichnet). Und dies zurecht. Es nimmt den Kindern geschickt ihre Ängste und lässt ihnen durch die Mischung aus klarer Geschichte und bloßen Andeutungen viel Raum für ihre eigene Fantasie.
Eines Abends ist der kleine Max in seinem Wolfskostüm besonders unartig und wird daraufhin ohnen Essen ins Bett geschickt. Über nacht wächst in seinem Zimmer plötzlich ein Wald und ein riesengroßer Ozean. Über ihn segelt Max auf eine Insel, wo die wilden Kerle wohnen. Diese bändigt er und wird zu ihrem König, da er der wildeste von allen ist. Dies setzt er auch natürlich in die Tat um und befiehlt den Monstern mal so richtig Krach zu machen.
Doch das Unartig-Sein hat Max müde gemacht und er schickt die wilden Kerle ohne Essen ins Bett. Plötzlich bekommt Max Heimweh und er kehrt gegen den Widerstand der Kerle nach Hause zurück, wo ein noch warmes Essen auf ihn wartet.
Am tollsten an dem Buch sind aber die Zeichnungen, die ebenfalls vom Autor Maurice Sendak stammen. Teilweise ein wenig düster, aber keinesfalls gruselig, hat er einen besonderen Stil erschaffen und auch die Monster sind fantasievoll anders.
Nicht nur Max wird stürzt sich in ein kleines Abenteuer, sondern auch die Kinder werden solche Welten auch in ihrem Zimmer entstehen lassen wollen und die wilden Kerle bezwingen. So werden die Monster unter dem Bett oder im Schrank schnell zu Spielgefährten.
Ein einfach geniales Buch zum Vorlesen, Lesen lernen und sich gemeinsam wegträumen.
Erst kürzlich lief “Die Geheimnisse der Spiderwicks” im Kino. Doch dieser Film basiert auf einer Buchreihe der britischen Autoren Holly Black und Tony DiTerlizzi.
Die Bücher sind als Chroniken angelegt und so wird die Geschichte in (vorerst) sechs Bände unterteilt. An dieser Stelle muss man wohl erwähnen, dass dies sicherlich vom Verlag aus Umsatzgründen so praktiziert wird, denn die einzelnen Bände umfassen jeweils nur etwas über 100 Seiten und sind zudem noch in großen Buchstaben gedruckt. Ein Band ist somit selbst von einem Kind in ein paar wenigen Stunden durchgelesen und schwupps, muss der Neue her.
Doch dieses Kommerzdenken hat in diesem Fall wohl auch seine Vorteile. Kinder, die vor dickeren Büchern Angst haben oder echte Lesemuffel sind, die sich nicht auf längere Geschichten einlassen wollen, finden hier eine spannende Geschichte in kleinen Häppchen und werden so vielleicht zu kleinen Leseratten.
Im ersten Band werden die Leser an die Abenteuer herangeführt. Nach der Scheidung ihrer Eltern finden die Zwillinge Jared und Simon mit ihrer älteren Schwester Mallory und ihrer Mutter Unterschlupf bei einer Großtante. Das Haus der Tante ist ein riesiges altes viktorianisches Anwesen und die Kinder haben überhaupt keine Lust an diesem gruseligen Ort zu wohnen. Und zu allem Überfluss wurde besagte Tante in die Irrenanstalt gesteckt, da sie in ihrem Haus mysteriöse kleine Männchen gesehen hat.
Tagtäglich geschehen plötzlich merkwürdige Dinge. Mallory werden im Schlaf die Haare ans Bett geknotet und Simons Kaulquappen werden im Eisfach eingefroren. All diese Taten werden Jared in die Schuhe geschoben, der aber stets seine Unschuld beteuert. Also macht er sich auf, die Geheimnisse des Hauses zu erkunden. Ständig hört man seltsamen Geräusche in den Wänden, es gibt geheime Aufzüge und Zimmer und Jared findet auch noch die geheime Bibliothek eines gewissen Arthur Spiderwick.Dieser hat ein Rätsel hinterlassen, das Jared zu einem seltsamen Buch mit dem Titel “Spiderwicks Handbuch der magischen Geschöpfe” führt. Daraus geht hervor, dass all die merkwürdigen Dinge von Elfen und Kobolden verursacht werden. Für die Kinder beginnt ein fantastisches Abenteuer…
Die Sprache des Buches macht vielleicht nicht groß was her und Erwachsenen Lesern wird diese Fantasygeschichte nichts Neues erzählen. Aber gerade für Kinder die sich an solche Geschichten gerade erst heranwagen, sind “Die Spiderwick-Geheimnisse” ein spannender und fantasievoller Lesespaß, der teilweise etwas gruselig daherkommt.
Die Aufmachung der Bücher ist zudem schon ein kleines Kunstwerk für sich. Die Zeichnungen und der Einband sind aufwendig gestaltet und tragen zur Magie der Geschichte entscheidend bei.
Gut, fand ich auch, dass die Kinder in keiner heilen Märchenwelt leben, sondern ihre speziellen Macken haben und sehr unter der Scheidung ihrer Eltern leiden.
Gerade für Leseneulinge ein gelungener Einstieg, für alle anderen ein netter Happen für Zwischendurch.
Der Klassiker unter den Kinderbüchern ist wohl “Die Unendliche Geschichte” von Michael Ende. Es ist nur schade, dass immer weniger Kinder das Buch selbst lesen und sich lieber der Verfilmung widmen. Geht es in dem Bestseller doch gerade um das Verschwinden der Phantasie, weil die Kinder weniger lesen.
Eines Tages entdeckt der kleine dickliche Junge Bastian Balthasar Bux in einem Antiquariat ein seltsames Buch: “Die Unendliche Geschichte”. Es beschreibt das Reich Phantásíen, das vom Nichts langsam vernichtet wird. Die einzige Hoffnung dieser Welt ist ein Menschenkind. Ein junger Krieger mit grüner Haut namens Artréju wird ausgesandt um dieses auserwählte Kind, ihren Retter, zu suchen.
Während Bastian Artréju lesenderweise bei seinen Abenteuern begleitet, merkt er langsam, dass er selbst, Bastian Bux, der Auserwählte ist. Er wird ein Teil der Unendlichen Geschichte und das Schicksal ganz Phantásíens liegt nun in seinen Händen.
Eine lange und spannende Odyssee beginnt…
Allein schon die Aufmachung des Buches ist originell. Es ist nicht schwarz-weiß gedruckt, sondern in rot-grün (in manchen Ausgaben variieren die Farben) – rot für die “echte” Welt und grün für Phantásíen. Zudem hat das Buch 26 Kapitel und jedes beginnt jeweils mit einem Buchstaben in alphabetischer Reihenfolge, also von A bis Z. Michael Ende hat hier, wie mit dem Kinderbuch Momo, ganze Arbeit geleistet und gezeigt, das mit ein wenig Phantasie einheitliche graues Einerlei nicht sein muss.
Diese wundervolle Buch über das Träumen und die Veränderung der Realität durch das Einsetzen der Phantasie sollte jedes Kind gelesen haben!
Als Kind habe ich “Die Chroniken von Narnia” vom britischen Autor C. S. Lewis verschlungen und spätestens seit der Verfilmung vor zwei Jahren dürften sie einigen wieder ins Gedächtnis gerufen worden sein.
“Die Chroniken von Narnia” sind eine Serie aus sieben Büchern, die alle Episoden der Geschichte des fantastischen Reiches Narnia erzählen. Man konnte sie erst im Nachhinein in eine gewisse Chronologie bringen, da sie nicht in der logischen Reihenfolge veröffentlicht wurden.
In allen Büchern geraten Kinder in das zu unserer Welt parallel existierende Narnia und lenken die Geschichte dieses Universums.
Der am meisten vorkommende Erzählstrang und daher wohl auch der bekannteste sind die Ereignisse um die Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie, die in dem Buch “Der König von Narnia” ihren Anfang nehmen.
Sie entdecken eines Tages beim Versteckspielen in einem großen alten Kleiderschrank den Eingang in eine andere Welt, Narnia. Dort herrscht seit 100 Jahren Winter, den die “Weiße Hexe” Jadis als aktuelle Herrscherin des Landes herbeigeführt hat. Sie streifen durch die Gegend und treffen auf einige seltsame Wesen, sprechende Tiere und Geschöpfe, die sehr an die griechische Mythologie erinnern. Als sie auf den Löwen Aslan, eine der zentralen Figuren der Chroniken, treffen, kämpfen sie mit diesem gegen die “Weiße Hexe”. Werden sie den Frühling nach Narnia zurückbringen können? Wie wird es mit den Geschwistern weitergehen?
Die Abenteuer der Pevensies werden in weiteren Büchern fortgesetzt und selbst, wenn sie nicht die zentrale Rolle spielen sind ihr Taten im Hintergrund präsent.
Narnia vereint christliche Motive mit der griechischen, englischen und irischen Mythologie.
C.S. Lewis hat mit Narnia ein Universum erschaffen, das einen sofort in seinen Bann zieht und besonders Kinder werden ihre helle Freude hier haben.
Die Bücher in der Erzählreihenfolge (mit Erscheinungsjahr in Klammern):
“Das Wunder von Narnia” (1956)
“Der König von Narnia” ( 1950)
“Der Ritt nach Narnia” (1954)
“Prinz Kaspian von Narnia” (1951)
“Die Reise auf der Morgenröte” (1952)
“Der selberne Sessel” (1953)
“Der letzte Kampf” (1956)
Inzwischen kennt wohl jeder, spätestens durch die Filme von Peter Jackson, J.R.R. Tolkiens “Der Herr der Ringe”. Einen Teil der Vorgeschichte zu diesem Meisterwerk erzählt “Der kleine Hobbit”.
Dieser Roman, erstmals 1937 erschienen, war ursprünglich von Tolkien als Kinderbuch angelegt, wurde später aber noch mit einem erwachsenen Touch versehen.
Die Geschichte beginnt, wie “Der Herr der Ringe” auch, im Auenland. Dort sitzt der allen wohl ebenfalls bekannte Bilbo Beutlin gemütlich vor seiner Höhle, als er mit Gandalf dem Zauberer ins Gespräch kommt, der den Hobbit so sehr um den Finger wickelt, dass dieser ihn am nächsten Tag zum Tee einlädt.
Tagsdarauf hat Bilbo die Einladung schon fast vergessen, als es unverhofft an seiner Tür klopft. Nach und nach treffen dreizehn Zwerge und Gandalf ein, die dem Hobbit eröffnen sie wollten ihn als Meisterdieb mit auf eine Reise nehmen. Bilbo, der weder von Abenteuern, noch von Diebstählen, etwas versteht, ist nicht sehr begeistert von dem Vorhaben, aber die Zwerge sind fest entschlossen, dass er mit ihnen gehen muss.
Widerwillig tritt Bilbo mit ihnen die weite Reise an um dem Drachen Smaug einen Schatz zu entreißen. Unterwegs müssen sie gegen Trolle kämpfen, treffen die Elben um ihren Herren Elrond in Bruchtal (siehe “Herr der Ringe”
) und verirren sich in dem Höhlenlabyrinth der Orks im Nebelgebirge. Hier verliert Bilbo die Gruppe und irrt allein durch die Gänge, als er einen Ring findet, der unsichtbar zu machen scheint. Der Ring gehört der Kreatur Gollum, der ihn daraufhin verfolgt und jeder kann sich denken was das für ein Ring ist…
Durch einen Zufall trifft der Hobbit wieder auf die Gruppe und sie setzen ihr Abenteuer fort. Es warten noch viele gefährliche und unheimliche Aufgaben. Werden sie diese bestehen? Und am Ende gibt es immer noch den Drachen Smaug…
Für “Herr der Ringe”-Fans ist dieses Buch ein absolutes Muss. Für alle anderen ist es ein wunderschönes Märchen, das Jung und Alt zusammen begeistern kann.
Ach ja, das Buch soll übrigens zum Jahr 2010 verfilmt werden…
Wenn uns der Autor Terry Pratchett in seine Scheibenwelt mitnimmt, dann befindet man sich nicht in einer klassischen Fantasy-Welt. Man findet hier zwar Zwerge, Zauberer und ‘zig andere Sagengestalten oder Fabelwesen, aber Pratchetts Universum funktioniert etwas anders.
Er parodiert das klassische Fantasy- und Science-Fiction-Genre und erschafft dabei selbst eine faszinierende Welt. Pratchett benutzt in den Scheibenweltbüchern ein fiktives Universum um unsere reale Welt zu karikieren. Alles wird tabulos (und das ist das Schöen) durch den Kakao gezogen (das kann auch mal buchstäblich passiern): Religion, Politik, Wirtschaft, Kriege, unsere ach so modernen Gesellschaftsbilder, Aberglaube, Philosophie, Geschichte uvm.
Die Scheibenwelt liegt auf dem Rücken von vier Elefanten, die ihrerseits von der großen heiligen Schildkröte Groß-A’Tuin durch das Universum getragen werden. (Allein schon in diesem Bild zeigt sich Pratchetts Talent gesellschaftliche Themen, wie hier ein religiöses Weltbild, treffend zu persiflieren.) Wie schon erwähnt tummeln sich auf diesem “Planeten”, angefangen von Zauberern, die natürlich alte Greise sind, die ständig rauchen und deshalb kurzatmig sind, über sich in Abstinenz übende Vampire bis hin zum Gevatter Tod, dem Weihnachtmann oder der Zahnfee, alle möglichen skurilen Gestalten.
Auch sprachlich versteht es Pratchett gekonnt seiner Satire Ausdruck zu verleihen. Die Figur des Gevatter Tod, natürlich ein verknöcherter Sensenmann, der eigentlich auch nur seinen Job macht, spricht zum Beispiel nur in Großbuchstaben, mit einer Stimme, die klingt als würde ein Sargdeckel zufallen. Es gibt noch zahlreiche andere Charaktere, deren Sprachfehler und Eigenheiten durch das Schriftbild zum Ausdruck kommen.
Terry Pratchett gelingt es meisterlich das Genre zu karikieren und einen doch so sehr in diese verrückte Welt hineinzuziehen, dass man einerseits zum Nachdenken oder Schmunzeln über die eigene Welt, aber auch ins Fantasieren kommt.
In nächster Zeit werde ich auf einzelne Werke von Terry Pratchett näher eingehen…