Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Psychiater und Bestsellerautor Manfred Lütz stellt sein neuestes Werk vor: „Irre – Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde.“ Wie der satirische Titel schon verrät, hat Lütz nicht eine schlichte Abhandlung der Psychologie veröffentlicht, sondern eine Gesellschaftskritik. Wahnsinnig, irre oder doch ganz normal?

Irre – Wir behandeln die Falschen

Spannend ist der Themenbereich Psychologie für die meisten von uns. Seelische Probleme und Krankheiten sind oft nicht greifbar und abstrakt, und daher umso interessanter. Manfred Lütz gibt nun neugierigen Lesern in seinem Sachbuch einen tiefer gehenden Einblick in Psychiatrie und Psychologie. Der Demenzkranke, der Depressive, der Schizophrene – mit wissenschaftlichen Grundlagen und unterhaltenden Anekdoten werden sie beschrieben.

Verständnis wecken

Das wesentliche Ziel des Buches ist es, eine neue Verständlichkeit gegenüber psychisch Kranken aufzubauen. Die allgegenwärtige Abgrenzung von normal und irre soll aufgehoben werden. Suchtkranke und Manisch-Depressive sind nicht mehr die „anderen“, sondern Teil unserer Gesellschaft. Die „Diktatur der Normalität“, wie Lütz sie nennt, muss abgeschafft werden. Dies erreicht Lütz auch, indem er die psychologischen Mythen verständlich erklärt und so greifbar macht. weiterlesen »


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Dieter Nuhr, Comedystar und Kabarett-Erfolgsgarant, machte sich mit einem Kameramann auf die Reise um die Welt und stellte sich und vor allem anderen die Frage, was Glaube ist und für die Menschheit bedeutet. Polemisch und humoristisch trägt er seine geistigen Ergüsse in dem Buch „Wer’s glaubt, wird selig“ zusammen.


Wer’s glaubt, wird selig

Dieter Nuhr, bekannter Comedystar aus den Medien, machte sich mit seinem Buch „Wer’s gaubt wird selig“ auf eine Reise durch die Welt und philosophiert meist sarkastisch-bissig, nie jedoch ohne ein Quäntchen Humor, über Glaubensfragen. Dabei arbeitet er immer haarscharf an Stammtischpolemik und den ewigen Klischees vorbeischrammend weitestgehend philosophisch und kritisch. So parodiert er die gesamte Menschheit und liefert den ein oder anderen Denkanstoß. Er setzt sich z.B. mit den Werken des Aufklärers Kant und Fundamentalogen Martin Heideggers auseinander und gibt Thesen und Erkenntnisse so wieder, dass sie leicht zu verstehen sind.

Dieter Nuhr Comedyshow

Aber nicht nur Religion, Moral, Ethik und Philosophie pflückt Dieter Nuhr auseinander, er überträgt seine Erkenntnisse und Beobachtungen auch auf Themen des Alltags. Liebe, Sex, Reichtum, Tod, Leben, Horoskope - was für einen Stellenwert sie für die Menschheit haben und womit sich dieser begründet, hinterfragt der Kabarettist kritisch. Nuhr wagt es auf seiner abenteuerlichen  Glaubenshinterfragung sogar den weiterlesen »


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In „Bittersüße Heimat“ beschreibt die Soziologin und Frauenrechtlerin Necla Kelek, die in ihren Texten vor allem Fragen zur Migrationspolitik behandelt und Kritk am Islamismus ausübt, anhand einer Reise durch ihr Geburtsland die kulturellen Unterschiede, beschäftigt sich kritisch mit dem politischen System und lässt vor allem die in der Türkei lebenden Frauen zu Wort kommen.

Necla Kelek - Bittersüße Heimat

Necla Kelek ist eine bemerkenswerte und mutige Frau. Im Mai hatte ich das Glück im Rahmen der Kreuzberger Buchnacht in Berlin eine Lesung aus ihrem Buch „Bittersüße Heimat“ besuchen zu können und war fasziniert von der kulturellen Vielfalt, dem Nebeneinander, Gegeneinander und Miteinander, zwischen den europäisch geprägten jungen Kreativen im hippen Istanbul und den traditionellen und extrem konservativen Bürgern in den anatolischen Bergen, die Kelek bei ihrer Reise durch ihr Geburtsland lebendig beschreibt. So unterschiedlich die einzelnen Regionen der Türkei sind, so vielfältig sind auch die Bewohner, die sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammensetzen, völlig gegensätzlich - “bittersüß” eben, wie die Eindrücke, die die Autorin von ihrer Reise mit nimmt.

Necla Kelek – Bittersüße Heimat     ©Flickr.com/chrisschuepp

Ein Bericht aus dem Inneren der Türkei

Dabei nimmt Necla Kelek, die sich in der Vergangenheit vor allem mit der Migrationspolitik und Emanzipation der islamischen, vor allem türkischen Frauen in Deutschland beschäftigte, in ihrem „Bericht aus dem Inneren der Türkei zum ersten Mal das Land ihrer Herkunft und damit auch die Wurzeln derer, für die sie kämpft und politisch aktiv ist, unter die Lupe. Das Buch beginnt mit einem Ende. Gleich im ersten Kapitel wird anhand der Begräbnisfeier ihres Onkels die Bedeutung der Familie als sozialer Verband ersten Ranges für Kultur und Gesellschaft analysiert. weiterlesen »


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Mit seinem neuen Kriminalroman “Kalte Wut. Der Fall Ellen Rinsche” rekonstruiert der Journalist Volker Mauersberger anhand von Zeitungsreportagen und original Prozessakten einen der erschütterndsten Morde der Deutschen Nachkriegszeit.

Buchcover Kalte Wut. Der Fall Ellen RischeSie lebt in einer Villa in der westfälischen Mittelstadt Gevelsberg. 38 Jahre alt, verheiratet, ein Kind. Nach außen ist die Idylle perfekt. Lediglich die Sonnenbrille, die Ellen Rinsche auch trägt, wenn die Sonne nicht scheint, lässt vermuten, dass es dort etwas gibt, was sie lieber verbergen würde.

1949 zerbricht die Fassade.

Ein Schreck geht durch die Nachkriegsnation. Ellen Rinsche erschlägt ihren Mann Josef. Mit einem Zollstock misst sie haargenau aus, wie groß die Teile seines Körpers sein müssen, um die zerstückelte Leiche mit Hilfe von Kinderkarre und öffentlichen Verkehrsmitteln abtransportieren und verstecken zu können. Doch der Fall fliegt auf.

Kalte Wut: Mord oder Notwehr?

Volker Mauersberger, der in den 50ern seine Karriere bei der Lokalzeitung Gevelsberg begann, beschreibt nüchtern und sich am Geschehen orientierend die genauen Vorkommnisse der Tat, die ihn bis heute nicht los ließ. Jedoch steckt hinter dem Fall mehr als das Schreckensporträt einer „kaltblütigen Mörderin“, welches die Medien dieser Zeit von Rinsche skizzierten.

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Wie „Der Geschmack von Apfelkernen“ können einen manchmal die Geschmäcker, Gerüche und Bilder der Kindheit urplötzlich auf eine Reise in die Vergangenheit schicken. Gerade Schicksalsschläge in der Familie oder dem Freundeskreis veranlassen gestandene Erwachsene oft dazu, sich ihrer eigenen Biographie und den mit ihr verbundenen Menschen bewusst zu werden.

So widerfährt es auch der Heldin in Katharina Hagenas Debütroman „Der Geschmack von Apfelkernen“, als sie nach dem Tod der Großmutter in das Haus ihrer glücklichen und unbeschwerten Kindheit zurückkehrt, in dem sie einst so manchen Sommerferienmonat verbrachte.

„Der Geschmack von Apfelkernen“ als Familiengeschichte

Die studierte Anglistin und Germanistin Katharina Hagena, Jahrgang 1967, Apfelbaum ©Flickr / Yogi hat mit „Der Geschmack von Apfelkernen“ ein Buch geschrieben, in dem sich die Protagonistin mit ihren Reminiszenzen an die Geborgenheit der Kindheit nicht einfach in Sentimentalität und emotionalem Kitsch ergeht. Vielmehr legt die Rückkehr an den Ort der eigenen Vergangenheit eine Familiengeschichte frei, die für den gebannten Leser das Lüften des ein oder anderen Geheimnisses parat hält. weiterlesen »


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Wer kennt es nicht. Aus Versehen und ohne jede Vorwarnung ist man Hals über Kopf in einen Menschen verliebt und schwebt im sprichwörtlichen Siebenten Himmel. Eingebettet in eine Wolke der Verliebtheit, scheint das Herz die Oberhand zu gewinnen und so mancher Mensch neigt dazu,  den Verstand vollkommen auszuschalten. Doch wie gibt man sich überzeugend verliebt, wenn Gefühle und gar Heirat nur gespielt sind?

So oder so ähnlich geht es der Titelheldin in “Aus Versehen verliebt”, dem neuen Roman von Susan E. Phillips. Georgie York hat sich selbst aus der Erfolgsspur katapultiert. Sowohl im Job als auch im Privatleben läuft es alles Andere als rund. Die Ehe mit ihrem Filmstar-Ehemann am Ende und die eigene Schauspielkarriere ins Stocken geraten, ersinnt sie den Plan, ihr ramponiertes Image in der Öffentlichkeit mit einer inszenierten Hochzeit aufzupolieren.

Aus Versehen verliebt – Wenn Amors Pfeil voll ins Schwarze trifft

Aus Versehen verliebt, Cake Girl by Hyeyoung Kim@flickr Dumm nur, wenn der falsche Ehemann die Grenzen zwischen Realität und Schauspiel verschwimmen lässt und wider Erwarten tatsächlich als echter Heiratskandidat in Betracht kommt. Wie schon in ihren früheren Werken schafft es Phillips auch in “Aus Versehen verliebt”, die Irrungen und Wirrungen ihrer Titelheldin auf sympathische Weise zu erzählen, und offenbart dabei mit viel Humor und Wortwitz ihr unvermindert feines Gespür für die Komik des alltäglichen Liebeswahnsinns. weiterlesen »


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Romantische, witzig geschriebene aber seichte Unterhaltung ist man von Rachel Gibson gewöhnt und da macht ihr Buch ‘Traumfrau ahoi!’ auch nur in diesem Punkt eine Ausnahme, dass es noch seichter ist als gewöhnlich.

Mit einer ausgefallenen Idee kommt Autorin Rachel Gibson in ihrem Buch daher. ‘Traumfrau ahoi‘ reizt den Leser durch eine Agentengeschichte aus der Sicht eines Ex-Supermodels. Allein dieser Ausgangspunkt der Story scheint lustige Unterhaltung zu versprechen.

Traumfrau Ahoi - Urlaub auf dem Segelboot, ©flickr by velorowdy weiterlesen »


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Wer bei dem erklingen von Titeln wie ‘High Fidelity’, ‘Fever Pitch ‘ und ‘About a boy’ an wunderbare Lesestunden in der Bahn oder zu Haus zurück denkt, wird sich freuen zu hören, dass es nun ein neues Buch von Nick Hornby gibt. Juliet, Naked heißt es und Spiel abermals in der Musikszene.

Nick Hornbys Bücher sind geprägt von einer Auseinandersetzung mit dem Alltag, mitunter findet man auch bezüge zu seiner eigenen Biographie in seinen Werken. Bereits in seinem Erstlingswerk ‘Fever Pitch‘ behandelt und verarbeitet Hornby seinen Erfahrungen als Anhänger des FC Arsenal und deren Einfluss auf sein Leben. Nick Hornby’s Bücher sind ein Dauerbrenner ©flickr by rbrwrIn ‘High Fidelity‘, seinem zweiten Roman, prägt seine Vorliebe für die Musik die Geschichte. So auch in ‘Juliet, Naked‘, hier führt uns der Autor in die  Welt der Rock- und Pop-Musik. Es geht es um die Liebe zur Musik bis hin zum Fanatismus, aber auch um Liebe in der Musik.

Über Juliet, Naked von Nick Hornby

Tucker Crow, seines Zeichens ein gescheiterter Rockstar des Jahrgangs 1953, sinniert über seine triumphale Zeit in den 80er-Jahren. Heute lebt er allerdings völlig zurückgezogen in einer amerikanischen Kleinstadt und wird bald Großvater. Sein ganz und gar zu normales Leben macht ihn unzufrieden und so kommt die Zeit in der er etwas daran ändern will.
Im Internet kann Tucker Crowe alles über sich lesen, auch Dinge die er selbst nicht wusste. Seine glühenden Fans tauschen Informationen über den Verbleib des ehemaligen Rockstarts aus. Nachdem sie alle Stätten seines Schaffens besucht haben, lesen sie seine Songtexte rückwärts und tun noch manch andere merkwürdige Dinge, um Hinweise auf seine Person und seinen Aufenthaltsort zu erhalten. Ein Mitglied dieser leicht verblendeten Community ist Duncan, der mit seiner Freundin Annie in einem Kaff an der Ostküste Englands lebt. Annie hat sich nach 15 Jahren einigermaßen an Duncans Spleen gewöhnt. Doch als plötzlich, ein neues Album von Crowe auf den Markt kommt, stellt sie eine Kritik ins Internet. Duncan ist entsetzt. Doch Crowe höchsselbst wiederum fühlt sich zum ersten Mal verstanden, und er nimmt Kontakt zu Annie auf.

Diese Geschichte führt den Leser von Amerika nach England und wieder zurück. Führt ihn zu zweier Menschen, die ihr altes Leben satt haben. Und erzählt von den Überraschungen die das leben für jeden von uns bereit hält, mit einner Priese Romantik und ganz viel Homor.


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Alec Grevens Buch „How to talk to girls“ - also: wie man mit Mädchen spricht oder auch: wie man Mädchen spricht – ist nicht das einzige Werk des mittlerweile 10-jährigen Bestseller-Autoren. Schon bald wird, nach „How to talk to Moms“ und „How to talk to Dads“ das vierte Buch erscheinen „How to talk to Santa“. Und das fünfte ist auch schon in Planung. Doch mit „How to talk to girls“ schaffte es der Junge bis auf die Bestseller-Liste der New York Times.



In diversen TV-Shows hat Alec mittlerweile so viel Bühnenerfahrung gesammelt, dass er seine Bücher inzwischen wie ein erwachsener Profi vermarktet, inklusive seiner selbst als unterhaltsamer Talk-Gast. Bei seinen ersten Fernsehauftritten wirkte er noch wie weiterlesen »


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Serdar Somuncu - Der Antitürke

Autor: Nina
abgelegt in: Satire

Der Bullterrier des deutschen Kabaretts wird der aus Istanbul stammende Kabarettist, Schauspieler und Comedian Serdar Somuncu auch gerne genannt. In seiner Late-Night-Show ‘Hate Night’ nimmt er schon seid längeren die Abgründe der Deutsch-Türkische-Beziehung aufs Korn nun bekommen wir das ganze Spektakel hübsch verpackt zwischen zwei Buchdeckel für zu Haus und unterwegs.

Die Türken - woher kommen sie? Was wollen sie hier? Woher kommen all diese Vorurteile, und warum stimmen sie zum Teil? Serdar Somuncu wirft einen provokanten Blick auf die Geschichte der Türkisch-Deutschen-Beziehung und geht Vorurteilen, Selbstverständnissen und Fragen der Mentalitäten auf den Grund. Seine ironische Analyse verschont niemanden, denn Somuncu pfeift auf Klischees und hält uns allen erbarmungslos den Spiegel vor. Serdar Somuncu 2008, © by Codeispoetry

Zuletzt wurden seine Videos sogar bei der Videoplatform YouTube gelöscht oder besser Zensiert. Zu extrem waren die Äußerungen und Anspielungen  Somuncus. Sogar sein Comedy Channel mit über 20.000 Besuchern pro Show wurde gesperrt, das zeugt eindeutig von einem Mangel an Humor.

Der Antitürke von  Serdar Somuncu

Wo genau in Serdar Somuncus “Der Antitürke” die Grenzen verlaufen zwischen Klischee, Vorurteil, künstlerischer Freiheit und ungeschminkter Wahrheit ist meistens unklar. Und das ist das Interessante! Dabei geht es dem Autor um Vorurteile von allen Seiten: nicht nur das Bild „des Türken“ bei „den Deutschen“ und umgekehrt, sondern vor allem auch das Bild der Türken und der Deutschen von sich selbst steckt voller Fallen, Sackgassen und Selbstbetrügereien.

Den gewohnten Biss den Somuncu auf der Bühne entfaltet bleibt im Buch leider ein bisschen auf der Strecke, denn es ist halt nicht live. Doch wer den Comedian bereits gesehen hat, sei es auch nur auf dem Bildschirm, dem wird die Wartezeit zur nächsten Show gewiss nicht lang werden.


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