Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Heute bin ich mal wieder über meine alten Konstantin Wecker CDs gestolpert und sofort sprang mich ein Lied ganz besonders an. Okay, das springt mich eigentlich immer an, wenn ich die CD höre, denn vor allem der Text ist dermaßen gut!

Also, lass ich euch heute an meiner kleinen Welt teilhaben und vielleicht kommen euch ja die selben Gedanken wie mir in den Sinn. Wie viel hat sich wirklich verändert (das Lied ist von 1977) und vor allem, was tun wir dagegen? etc. pp.

Konstantin Wecker
“Frieden im Land”

Das Land steht stolz im Feiertagsgewand.
Die Zollbeamten sind schön aufgeputzt.
Sogar die Penner haben Ausgang, und am Rand
sind ein paar Unverbesserliche noch verdutzt.
Die alten Ängste, pittoresk gepflanzt,
treiben sehr bunte neue Blüten.
Die Bullen beißen wieder, und der Landtag tanzt.
Endlich geschafft: ein Volk von Phagozyten.
Jetzt ist es allen klar: Der Herr baut nie auf Sand.
Es herrscht wieder Frieden im Land.

Vereinzelt springen Terroristen über Wiesen.
Wie chic. Die Fotoapparate sind gezückt.
Die alten Bürgerseligkeiten sprießen,
die Rettung, Freunde, ist geglückt.
Die Schüler schleimen wiederum die Wette.
Die Denker lassen Drachen steigen.
Utopia onaniert im Seidenbette,
die Zeiten stinken, und die Dichter schweigen.
Wie schön, daß sich das Recht zum Rechten fand:
Es herrscht wieder Frieden im Land.

Ich will mich jetzt mit einem runden Weib begnügen,
drei Kinder zeugen, Eigenheime pflanzen und
die Menschheit einfach mal um mich betrügen.
Wohin denn leiden - schließ mir, Herr, den Mund.
Wirf mir die Augenbinden runter und den Stirnverband:
Es herrscht wieder Frieden im Land.


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Passend zum aktuellen Poe-Jahr kann ich euch natürlich sein berühmtestes Gedicht nicht vorenthalten. “Der Rabe” ist wohl das Gedicht mit dem weltweit größten Einfluss bzw. Wirkung. Fast kein anderes Gedicht wurde so häufig in der Popkultur zitiert, neu bearbeitet, aufgegriffen oder verwertet.

Manches davon ist genial, manches weniger gut. Aber nur den wenigsten ist es gelungen das Gefühl, das dieses Gedicht in einem hinterlässt, exakt zu transportieren. Meine Lieblingsinterpretation ist die von Lou Reed zusammen mit Willem Dafoe. Teilweise in unsere Zeit versetzt, aber doch genau passend! Genial! Auch nicht vergessen darf man die Interpretation von Alan Parsons Project. Terry Pratchett hat es aufgegriffen, genauso wie Neil Gaiman in “American Gods”, nicht zu vergessen “Die Simpsons“. Doch auch bis in die banalsten Dinge hat “Der Rabe” seine Flügel gespannt. So heißt bei Disney zum Beispiel der Rabe der Hexe Gundel Gaukeley “Nimmermehr”. (Auf Englisch finde ich das Gedicht persönlich übrigens noch eindrucksvoller)

Der Rabe von Edgar Allan Poe weiterlesen »


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Einer aus meiner Sicht genialsten Texte zum Thema Börse ist der Songtext zu Konstantin Weckers “Wenn die Börsianer tanzen…”. Dazu kann man im Prinzip nicht mehr viel hinzufügen… Vor allem, wenn wir die Pressewalzer, Börsenboogies, Brokerbeats, Politikerpolkas oder auch Bankentwists in letzter Zeit beobachten. Bei all dem Hinsehen wird einem noch schwindlig, doch irgendwie möchte man sie doch auch einfach solange tanzen lassen, bis sie einfach umfallen. ;-)

Daher heute mal nicht direkt ein Gedicht für euch, sondern eben ein Songtext. Aber so ein großer Unterschied ist dann da ja auch nicht. Oder gibt es hier einen Schubladenpacker?

Konstantin Wecker - Wenn die Börsianer tanzen…

Wenn die Börsianer tanzen
Heben sie verzückt das Bein.
Lassen dann in den Bilanzen
Auch mal Fünfe grade sein.

Ihre spitzen Köpfe wackeln
Schwer gerötet aufs Parkett
Und gewisse Damen dackeln
Hinterher und sind sehr nett. weiterlesen »


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Wir alle kennen wohl Joachim Ringelnatz von seinen herrlich schräg-skurrilen Gedichten. Doch nur die wenigsten wissen wohl, dass der zu seiner Zeit so verschriene Dichter auch Kinderbücher geschrieben hat, doch das natürlich auf seine Art… Eines davon wurde damals sogar verboten, weil es als zu subversiv galt: das Werk “Geheimes Kinder-Spiel-Buch”.

Cover zu “Geheimes Kinder-Spiel-Buch” © Aufbau VerlagDoch zum Glück kann man solche vordergründig nicht pädagogisch wertvoll anmutenden Texte heute bedenkenlos verlegen (bei all dem Kram der in der Glotze kommt…). So hat der Aufbau Verlag gleich noch eine Schar von namhaften Illustratoren - Michael Sowa, Isabel Pin, Norman Junge, Katja Wehner und Aljoscha Blau - zusammengetrommelt um die neue Ausgabe der alten Texte (1924 erschienen) zu illustrieren.

Die Bilder sind toll gelungen, auch wenn sie einen manchmal ein bisschen erschlagen und von den genialen Texten Ringelnatz’s ablenken. Eigentlich auch wieder schade, denn in der Originalausgabe hatte der Autor seine Verse noch selbst bebildert…

Die Texte in Versform sind fast schon grandios. Im Großen und Ganzen hat Ringelnatz hier eine Reihe von ganz eigenen Kinderspielen erfunden, die wohl so manchen etwas strengeren Eltern die Haare zu Berge stehen lassen. In einem Spiel, dem “Afrikanischen Duell” sollen sich streitende Kinder so lange gegenseitig anspucken bis einer genug hat, oder bei “Himmelsklöße” geht es darum so viele Papierknödel, am besten mit Popeln bestückt, an der heimischen Decke zu platzieren. weiterlesen »


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Edgar Allan PoeNoch einmal ein kleiner Beitrag zum Poe-Jahr, das uns in nächster Zeit noch häufiger begleiten wird… ;-) Heute eins meiner Lieblingsgedichte von Poe (okay, es sind einige, aber hier ein Beispiel :D ): “Der Eroberer Wurm”.

In diesem Gedicht beschreibt Edgar Allan Poe das Leben der Menschen als ein Schauspiel, wobei er sich sehr von Shakespeare hat inspirieren lassen. Für ihn hatte dieses Thema aber nicht nur eine übertragene Bedeutung, sondern auch eine persönliche, denn seine beiden Eltern waren Schauspieler.

Und so ist das Gedicht auch nach der klassischen Form des Dramas im Theater aufgebaut. Die Menschen ziehen ihre Bahnen und nehmen ihre Rollen ein und am Ende steht das Untier des Todes, hier durch den Wurm symbolisiert. Am Ende macht er jedes Schauspiel zu nichte. In meinen Augen kann der Wurm aber auch für den Menschen selbst stehen, der sich immer wieder wie ein Untier benimmt und am Ende sogar noch als tragischer Held darstellt. Hier zeigt sich auch unterschwellig Poes großes Talent für subtile Satire.

Der Eroberer Wurm. weiterlesen »


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Dass ich Kurt Tucholsky mag, habt ihr wahrscheinlich schon bemerkt. Und so darf ein kleiner Kommentar von ihm zu Weihnachten natürlich nicht fehlen.

Also, falls ihr euch gerade auch mitten im alljährlichen Familienwahnsinn befindet, denkt immer daran es ist bald vorbei ;-) und irgendwie ist es ja auch immer wieder schön:

Groß-Stadt-Weihnachten weiterlesen »


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Falls ihr noch mitten in den Weihnachteinkäufen steckt oder ihr im Konsum versinkt ;-) habe ich heute noch ein kleines satirisches Gedicht zur Aufheiterung für euch.

Es nennt sich “Der Weihnachtsmann kommt in den Knast” und ist von einem ziemlich unbekannten Autor mit dem Namen Fred Staffen. Zu finden ist es wohl nur in einem Deutschbuch für finnische Schulkinder und natürlich im guten alten Netz.

Der Weihnachtsmann kommt in den Knast

Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt. weiterlesen »


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Finanzkrise hier, Finanzkrise da. Und während Mutter Beimer Merkel gestern auch noch das deutsche Konjunkturpaket versucht hat schön zu reden (”damit ist Deutschland EU-weit ganz vorne” ja klar!), rotieren manch andere wohl im Grab, weil sich die Geschichte mal wieder wiederholt.

Einer von ihnen ist sicher Kurt Tucholsky. Und es gibt ein Gedicht aus dem Jahr 1930, das die momentanen Ereignisse auch heute wieder auf den Punkt trifft. Es wird fälschlicherweise immer Tucholsky untergeschoben. In Wahrheit ist das titellose Gedicht nicht von ihm, sondern von einem gewissen Richard G. Kerschhofer. Wie und warum es dann als Tucholsky’s Werk ausgegeben wurde, ist noch unklar, aber ich bin mir sicher der Inhalt wäre in seinem Sinn gewesen. Und immer munter weiterrotieren… ;-) weiterlesen »


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Heute möchte ich mal wieder einen meiner Lieblingsdichter Erich Mühsam zitieren. Es ist schon lustig, wie die Zeiten sich nicht wirklich verändern und der Mensch nicht draus lernt… ;-)

Das Gedicht “Erziehung”, immerhin aus dem Jahr 1909 (!) des anarchistischen Dichters aus der bayrischen Räterepublik soll an dieser Stelle mein kleiner Kommentar zur aktuellen Finanzkrise sein.

Erziehung weiterlesen »


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Bei dem Namen Paul Maar werden viele sicherlich sofort an das Sams und seine Abenteuer denken. Doch der Autor ist nicht nur gut im Romane schreiben, sondern kann seine tollen Geschichten auch gekonnt in Verse packen.

Cover zu “JAguar und NEINguar”In dem Kinderbuch mit dem gelungenen Titel “JAguar und NEINguar” wurden 200 Gedichte von Paul Maar zusammengefasst. Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus Geschichten in Versform, Bildgedichten, Abzählreime, Rätselverse oder auch einfach Wortspiele in Form von zum Beispiel Schüttelreimen.

Viele werden sich jetzt vielleicht denken, dass Kinder heutzutage nicht mehr auf Gedichte stehen. Doch ihr werdet überrascht sein, wie gut diese ankommen. Sie sind eingängiger als bloße Geschichten und führen so die Kinder gekonnt an einen spielerischen Umgang mit Sprache heran. weiterlesen »


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