Den meisten Lesern wird Umberto Eco vor allem durch seine historischen Romane wie zum Beispiel “Der Name der Rose” oder “Das Foucaultsche Pendel” bekannt sein. Doch Eco, Dozent und mehrfacher Ehrendoktor, kann auch anders.
Mit “Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge” stellt er auf eindrucksvolle Weise seinen absolut hervorragenden Humor unter Beweis.
Intelligent, kritisch und teilwiese schon fast boshaft zeigt er uns, dass unsere Welt, die wir uns selbst geschaffen haben, dermaßen komisch und teilweise so sinnlos und abstrus ist, dass man das Leben und die Gesellschaft besser nicht zu ernst nimmt.
Das Buch ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die in zwei Teile aufgeteilt sind: Gebrauchsanweisungen und Wahre Geschichten. Und besonders erstere sind sehr empfehlenswert und ein absolutes Training für die Lachmuskeln. Eco hat hier eine Sammlung von Alltagssituationen zusammengestellt, für die er dem Leser fiktive Ratschläge erteilt.
Man erfährt hier beispielsweise wie man einen Pornofilm erkennt, sich vor Witwen in Acht nimmt oder was man tut, wenn man den Lachs, der einen auf Reisen begleitet, in einer Minibar unterbringen muss.
Die Wahren Geschichten ist dann eine höchst amüsante Bestandsaufnahme aus Politik, Philosophie, Geschichte, Wirtschaft und Alltag.
Dieses Buch sei jedem ans Herz gelegt, der sich mit dem schnöden oder frustrierenden Alltag lieber humorvoll auseinandersetzt oder ein einfach mal wieder richtige lachen will.
Umberto Eco steht mit “Wie man mit einem Lachs verreist” “Satirealtmeistern” wie Terry Pratchett oder Douglas Adams in nichts nach. Nicht umsonst ist er einer der vielseitigsten und bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit.
Wenn sich zwei, ja, man kann schon fast sagen Kultfiguren der deutschen Kultur- und Satirelandschaft zusammentun, kann eigentlich nur ein spitz pointiertes Machwerk dabei herauskommen. So geschehen beim Kabarettisten Dieter Hildebrandt (Scheibenwischer) und Deutschlands “Vorzeigeintellektuellen” (nicht böse gemeint
) Roger Willemsen.
In “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort” nehmen sie den Leser in einem fiktiven Dialog zu Szenen der Menschheitsgeschichte mit. Und schnell wird einem bewusst, dass die Lüge zum Menschen und dessen Alltag gehört.
Angefangen bei der geradezu reflexartigen Floskel wie “Guten Tag, freut mich Sie zu sehen.” tun es Politiker, wir tun es, die Kaiser im alten Rom taten es… “Die Lüge ist überall.”
Hildebrandt und Willemsen schaffen es mit teils obskuren Episoden der Geschichte den Leser mal zu beeindrucken, mal staunen zu lassen, mal zu unterhalten, aber vor allem aufzurütteln.
Sie decken Gier, Skrupellosigkeit, Machtbesessenheit, Heimtücke und Gewalt unter uns Menschen auf, demaskieren die Politiker und Wirtschaftsbosse und machen eindrucksvoll und geistreich klar wie unsere Welt von Lügen bestimmt wird.
Wenn die zwei sich in dem plaudernden Unterton die Pointen und Spitzfindigkeiten um die Ohren hauen, wirken sie manchmal wie die zwei Alten in ihrer Loge aus der Muppet Show.
Eigentlich als Bühnenprogramm gedacht, hatte es solch einen Erfolg, dass zunächst ein Hörbuch und dann ein Buch daraus gemacht wurde.
Und zurecht! “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort - Die Weltgeschichte der Lüge” ist ein schlaues, satirisch genaues, pointenreiches und dabei absolut unterhaltsames Werk.
In seinem bisher wohl besten Buch “Die Vermessung der Welt” nimmt uns der Autor Daniel Kehlmann an den Anfang des 19. Jahrhunderts mit. Hier schildert er um reale historische Gegebenheiten herum die fiktive Biographie zweier der wohl größten Genies Deutschlands, Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß.
Zu Beginn des Romans reist der große Mathematiker und Physiker Gauß mit seinem Sohn Eugen auf Humboldts Einladung hin zum Deutschen Naturforscherkongress nach Berlin. Wir lernen “den Fürsten der Mathematiker” als einen jähzornigen, hochnäsigen und schlechtgelaunten alten Mann kennen, der selbst seinem Sohn gegenüber kein gutes Wort lassen kann.
Im weiteren Verlauf des Buches folgen wir den Biographien der beiden Forscher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gauß, dem die Menschen egal sind, da sie immer zu langsam denken, und der in seinem Leben nie aus Deutschland herauskommt, und Humboldt (nicht zu verwechseln mit seinem Bruder), der Entdecker und Humanist auf seinen abenteuerlichen Expeditionen durch das Amazonasgebiet.
Was sie verbindet ist ihr Genie, ihre Rationalität, die keine Emotionen zulässt, und ihre unbändige Liebe zu Zahlen und Fakten. Sie beide glauben fest daran die Welt komplett vermessen zu können.
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Durch die Gegenüberstellung dieser beiden Charaktere entzaubert Kehlmann in einer durch und durch lakonischen Sprache die Ruhmeshalle der Wissenschaft, der Dichter und Denker. Er stellt sie in satirischer Weise als Menschen mit “normalen” Schwächen dar, die auch nur Gefangene ihrer Zeit sind. Die Schilderungen der Figuren bleibt hierbei leider immer sehr oberflächlich.
Ironisch schildert er die Erschaffung von Ikonen, deren persönlichen Sichtweisen und die Reaktion der Öffentlichkeit auf sie.
“Die Vermessung der Welt” ist ein witziges, unterhaltsames und sehr kurzweiliges Buch.