Ein vergnügliches Buch gegen den Jugendwahn - So könnte man Virginia Ironsides Bestseller “Nein! ich will keinen Seniorenteller!” beschreiben. Ihr Alter Ego Marie Sharp fängt mit 59 Jahren das Tagebuch schreiben an, und erzählt von ihrem Alltag. Mal humoristisch bis zynisch, und zuweilen auch nachdenklich.
Marie Sharp steht im Herbst des Lebens, und fühlt sich dabei pudelwohl. Sie wettert gegen 60 jährige Berufsjugendliche, und propagiert die Vorzüge des Alters. Das Buch fasst ein bewegtes Jahr zusammen, in dem Marie Grossmutter wird, ihren besten Freund verliert, aber schliesslich wieder mit ihrer Jugendliebe zusammen kommt. Mit viel britischem Humor beschreibt Virginia Ironside die Zeit, in der man es geniessen kann, nicht mehr jung sein zu müssen.
Nein! Ich will keinen Seniorenteller! - Reif und Spass dabei
Bereits am deutschen Titel lässt sich erkennen, wie die Horrorvorstellungen vor dem Alter von Land zu Land variieren. Der Titel der britischen Originalausgabe (No! I don’t Want to Join a Book Club!) zeigt, dass hier weiterlesen »
Wollten wir nicht immer schon mal in die Welt des Teufels eintauchen und wissen, was sich Satan so bei dem ganzen denkt was er fabriziert?

Auf gut 160 Seiten erfährt man die Weltgeschichte aus der Sicht des bösen höchstpersönlich: Des Satans. Er erklärt die “unterschlagene Wahrheit hinter den zehn Geboten, warum die Jungfräulichkeit Marias ein sexueller Betriebsunfall war und weshalb auch Pest und Cholera ihren Charme haben”.
Alles beginnt damit, dass Satan Gott nicht gehorcht und deswegen aus dem Himmel verbannt wird. Natürlich hätte er um Verzeihung bitten können, aber dazu ist er zu stolz. Also “gründet” er seinen eigenen Verein: Die Hölle. Sein Plan: Die Weltherrschaft an sich reißen. Und wie er das versucht erfährt man in seinem Tagebuch. Außerdem: “wie Satan sich die großen Plagen patentieren ließ und wann er seine Fassung der zehn Gebote entwickelte. Wie er vom Projekt “Jesus” erfahren hat und trotzdem zu spät bei Maria war.”
In einem auf “Old-School” getrimmten Seitendesign und mit vielen Illustrationen kann man sehr einfach in die Welt des Teufels eintauchen, ohne es ihm wirklich übel nehmen zu können, dass er eigentlich die Wurzel allen übels ist. Ein leichtes Buch zum kichern für zwischendurch.
Das Tagebuch des Teufels
Lange haben die Fans auf ein neues Buch von Dirk Bernemann gewartet. Doch wer sich auf die Fortsetzung in seinem Bücherregal freut wird enttäuscht.
Ich bin ja auch ein Bernemann-Fan. Und natürlich habe ich mich auf ein weiteres Buch gefreut. Doch leider hat er seinen dritten Teil von “Ich hab die Unschuld kotzen sehen” nur als E-Book auf den Markt gebracht. Nach und nach hatte er die Teile zum kostenpflichtigen Download angeboten. Teil 8 gibt es ab März 2010 zu kaufen.
Leser der ersten beiden Teile werden in etwa wissen was sie im dritten Teil erwartet. Kleine Kurzgeschichten verschiedener Menschen, die sich irgendwie alle treffen und zusammen gehören. Ihr Leben, ihre Erlebnisse .. Sie überschneiden sich. Sie passieren, neben uns. Wir bekommen es nicht mit und sind selbst Teil dessen. Geschichten, wie sie dem Nachbarn passieren von dem man es nicht erwartet.
“Zwischendurch” hat er die beiden Bücher “Satt. Sicher. Sauber.” und “Ich bin schizophren und es geht mir allen gut” raus gebracht. Beide waren okay, aber für mich kein solcher Knaller wie sein Debüt und dessen Nachfolger. “Satt.Sicher.Sauber.” ist ähnlich wie “Ich hab die Unschuld kotzen sehen” aufgebaut: Viele Kurzgeschichten, die zusammenlaufen, nur etwas detaillierter. Ich bin schizo ist Bernemanns persönlichstes Buch. Und ein Sammelsurium seiner Gedanken, Geschichten und Gedichte.
Dirk Bernemann sagt über seinen dritten Teil: “..Was mich nun aber doch zu dem Schritt bewegt hat? Ein Mädchen? Das liebe (eigentlich aber böse) Geld? Meine Mudda? Die sogenannte Krise? Ich sag mal, irgendwie war es etwas von allem, die Summe der Zufälle meines Autorenlebens ließ diesen dritten Teil zu dem werden, was er schlußendlich geworden ist: Die beste Buch, das ich jemals innerhalb von 2 Stunden geschrieben habe.”
Tja, schade, dass das Buch nicht als Buch erscheint.. Denn damit hat er viele Fans vor den Kopf gestossen. Doch die hardcore-Fans lassen sich nicht lumpen, sondern schmieden Pläne, wie sie das Buch doch ins Regal bekommen.
Dafür gibt es einen kleinen Trost: Im Herbst diesen Jahres erscheint sein Buch “Vogelstimmen”.
Ich hab die Unschuld kotzen sehen 3 ist bei ciando, libri und im AppStore bei den iTunes für je 1,99 Euro erhältlich.
Psychiater und Bestsellerautor Manfred Lütz stellt sein neuestes Werk vor: „Irre – Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde.“ Wie der satirische Titel schon verrät, hat Lütz nicht eine schlichte Abhandlung der Psychologie veröffentlicht, sondern eine Gesellschaftskritik. Wahnsinnig, irre oder doch ganz normal?
Spannend ist der Themenbereich Psychologie für die meisten von uns. Seelische Probleme und Krankheiten sind oft nicht greifbar und abstrakt, und daher umso interessanter. Manfred Lütz gibt nun neugierigen Lesern in seinem Sachbuch einen tiefer gehenden Einblick in Psychiatrie und Psychologie. Der Demenzkranke, der Depressive, der Schizophrene – mit wissenschaftlichen Grundlagen und unterhaltenden Anekdoten werden sie beschrieben.
Verständnis wecken
Das wesentliche Ziel des Buches ist es, eine neue Verständlichkeit gegenüber psychisch Kranken aufzubauen. Die allgegenwärtige Abgrenzung von normal und irre soll aufgehoben werden. Suchtkranke und Manisch-Depressive sind nicht mehr die „anderen“, sondern Teil unserer Gesellschaft. Die „Diktatur der Normalität“, wie Lütz sie nennt, muss abgeschafft werden. Dies erreicht Lütz auch, indem er die psychologischen Mythen verständlich erklärt und so greifbar macht. weiterlesen »
Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit und das Fest der Liebe? Im Fernsehen vielleicht. Weihnachten heißt für viele Menschen ein finanzieller Mehraufwand und purer Stress. Die folgenden Buchtipps gehen deswegen an die Leute, die zwar das Weihnachtsfest nicht missen wollen, aber die Geschichten von Dickens und Co im Schlaf herunter beten können.
Büchertipps zu Weihnachten wie Charles Dickens’ Christmas Carol, dem Klassiker um den Geizhals Ebenezer Scrooge, die Weihnachtsgeschichte oder „Das Fest“ von John Grisham sind den meisten Lesern bekannt. Hier also mal ein paar neue Geschichten und Bücher, die sich teilweise auch zum Vorlesen eignen, allerdings nicht unbedingt für Kinderohren.
Deutschlands Vorzeigepessimist, Moralist und wohl einer der bedeutendsten Satiriker, Erich Kästner, machte natürlich auch vor den Feierlichkeiten rund um Christi Geburt nicht halt. Nachdenkliche und auch mal weniger humoristische Geschichten und Verse, die er zu Lebzeiten in seinen Zeitungs-Kolumnen veröffentlichte, werden hier unter dem Buchtitel „Interview mit dem Weihnachtsmann: Kindergeschichten für Erwachsene“ zusammengetragen. weiterlesen »
Dieter Nuhr, Comedystar und Kabarett-Erfolgsgarant, machte sich mit einem Kameramann auf die Reise um die Welt und stellte sich und vor allem anderen die Frage, was Glaube ist und für die Menschheit bedeutet. Polemisch und humoristisch trägt er seine geistigen Ergüsse in dem Buch „Wer’s glaubt, wird selig“ zusammen.
Dieter Nuhr, bekannter Comedystar aus den Medien, machte sich mit seinem Buch „Wer’s gaubt wird selig“ auf eine Reise durch die Welt und philosophiert meist sarkastisch-bissig, nie jedoch ohne ein Quäntchen Humor, über Glaubensfragen. Dabei arbeitet er immer haarscharf an Stammtischpolemik und den ewigen Klischees vorbeischrammend weitestgehend philosophisch und kritisch. So parodiert er die gesamte Menschheit und liefert den ein oder anderen Denkanstoß. Er setzt sich z.B. mit den Werken des Aufklärers Kant und Fundamentalogen Martin Heideggers auseinander und gibt Thesen und Erkenntnisse so wieder, dass sie leicht zu verstehen sind.
Aber nicht nur Religion, Moral, Ethik und Philosophie pflückt Dieter Nuhr auseinander, er überträgt seine Erkenntnisse und Beobachtungen auch auf Themen des Alltags. Liebe, Sex, Reichtum, Tod, Leben, Horoskope - was für einen Stellenwert sie für die Menschheit haben und womit sich dieser begründet, hinterfragt der Kabarettist kritisch. Nuhr wagt es auf seiner abenteuerlichen Glaubenshinterfragung sogar den weiterlesen »
Moritz Netenjakobs Macho Man ist in Wahrheit weder ein Draufgänger noch Frauenheld. Ganz im Gegenteil, der 30-jährige Daniel ist ein echter Frauenversteher. Nach einer gescheiterten Beziehung fliegt Daniel in die Türkei - Urlaub und Abstand ist das was er jetzt braucht. Sein bester Kumpel arbeitet als Animateur in einem der Touristen überfluteten Urlaubsorte und so hat er sich doch entschlossen einmal Urlaub zu machen.
Am Urlaubsort angekommen verguckt sich Daniel sofort in eine Kollegin seines Freundes, die Türkin Aylin, von da an steht seine Welt auf dem Kopf und die Reise nimmt eine unerwartete Wendung an.
Moritz Netenjakob porträtiert den typischen Frauenversteher, der so gar kein Macho Man ist, sondern von seinen Eltern der 68er Bewegung viel mehr zum Respekt gegenüber der Frau erzogen wurde. Doch während Daniel nicht die geringste Chance sieht gegen die ganzen Muskelprotze und Vollblutmachos zu bestehen wird Aylin selbst auf ihn aufmerksam. Denn die selbstbewusste junge Frau will gar keinen von diesem überdrehten Angebern. weiterlesen »
Der Bullterrier des deutschen Kabaretts wird der aus Istanbul stammende Kabarettist, Schauspieler und Comedian Serdar Somuncu auch gerne genannt. In seiner Late-Night-Show ‘Hate Night’ nimmt er schon seid längeren die Abgründe der Deutsch-Türkische-Beziehung aufs Korn nun bekommen wir das ganze Spektakel hübsch verpackt zwischen zwei Buchdeckel für zu Haus und unterwegs.
Die Türken - woher kommen sie? Was wollen sie hier? Woher kommen all diese Vorurteile, und warum stimmen sie zum Teil? Serdar Somuncu wirft einen provokanten Blick auf die Geschichte der Türkisch-Deutschen-Beziehung und geht Vorurteilen, Selbstverständnissen und Fragen der Mentalitäten auf den Grund. Seine ironische Analyse verschont niemanden, denn Somuncu pfeift auf Klischees und hält uns allen erbarmungslos den Spiegel vor. 
Zuletzt wurden seine Videos sogar bei der Videoplatform YouTube gelöscht oder besser Zensiert. Zu extrem waren die Äußerungen und Anspielungen Somuncus. Sogar sein Comedy Channel mit über 20.000 Besuchern pro Show wurde gesperrt, das zeugt eindeutig von einem Mangel an Humor.
Wo genau in Serdar Somuncus “Der Antitürke” die Grenzen verlaufen zwischen Klischee, Vorurteil, künstlerischer Freiheit und ungeschminkter Wahrheit ist meistens unklar. Und das ist das Interessante! Dabei geht es dem Autor um Vorurteile von allen Seiten: nicht nur das Bild „des Türken“ bei „den Deutschen“ und umgekehrt, sondern vor allem auch das Bild der Türken und der Deutschen von sich selbst steckt voller Fallen, Sackgassen und Selbstbetrügereien.
Den gewohnten Biss den Somuncu auf der Bühne entfaltet bleibt im Buch leider ein bisschen auf der Strecke, denn es ist halt nicht live. Doch wer den Comedian bereits gesehen hat, sei es auch nur auf dem Bildschirm, dem wird die Wartezeit zur nächsten Show gewiss nicht lang werden.
Jaja, die Erfolgswelle kann einen manchmal schon unter Druck setzen. Da verkauft man zum Beispiel massig Bücher, die den Lesern nichts Neues verraten, sondern einfach nur, weil die PR gut ist. Und gute PR hat das Management von Eckart von Hirschhausen allemal geleistet. Der Medizin-Kabarettist schwimmt momentan ganz oben auf dieser Welle und macht natürlich alles mit, was dazu gehört.
Seine neuestes Buch “Glück kommt selten allein…” unterscheidet sich im Allgemeinen nicht groß von seinem ersten Bestseller “Die Leber wächst mit ihren Aufgaben”. Hirschhausen auf der Bühne ist lustig und unterhaltsam. Das kann man nicht bestreiten. Nur von Büchern sollte er in meinen Augen einfach die Finger lassen, denn die sind im Prinzip mehr Schein als Sein, eben das, was gute PR ausmacht. Doch hat Hirschhausen das wirklich nötig?
Sein Werk dreht sich diesmal um das Glück, aber will kein Ratgeber sein, denn “Ratschläge sind ja auch Schläge”. In diesem Spaßsegment plätschert das Buch dann auch so vor sich hin. Sätze wie “Die Digitalfotografie hat viel Positives, gerade weil sie ohne Negative auskommt.” prägen den Humor von “Das Glück kommt selten allein…” und bieten so seinem Leser nichts wirklich Neues. Man hat eher den Eindruck, dass hier alte Witzbücher mit medizinischen Schinken gekreuzt wurden. weiterlesen »
Wir alle kennen wohl Joachim Ringelnatz von seinen herrlich schräg-skurrilen Gedichten. Doch nur die wenigsten wissen wohl, dass der zu seiner Zeit so verschriene Dichter auch Kinderbücher geschrieben hat, doch das natürlich auf seine Art… Eines davon wurde damals sogar verboten, weil es als zu subversiv galt: das Werk “Geheimes Kinder-Spiel-Buch”.
Doch zum Glück kann man solche vordergründig nicht pädagogisch wertvoll anmutenden Texte heute bedenkenlos verlegen (bei all dem Kram der in der Glotze kommt…). So hat der Aufbau Verlag gleich noch eine Schar von namhaften Illustratoren - Michael Sowa, Isabel Pin, Norman Junge, Katja Wehner und Aljoscha Blau - zusammengetrommelt um die neue Ausgabe der alten Texte (1924 erschienen) zu illustrieren.
Die Bilder sind toll gelungen, auch wenn sie einen manchmal ein bisschen erschlagen und von den genialen Texten Ringelnatz’s ablenken. Eigentlich auch wieder schade, denn in der Originalausgabe hatte der Autor seine Verse noch selbst bebildert…
Die Texte in Versform sind fast schon grandios. Im Großen und Ganzen hat Ringelnatz hier eine Reihe von ganz eigenen Kinderspielen erfunden, die wohl so manchen etwas strengeren Eltern die Haare zu Berge stehen lassen. In einem Spiel, dem “Afrikanischen Duell” sollen sich streitende Kinder so lange gegenseitig anspucken bis einer genug hat, oder bei “Himmelsklöße” geht es darum so viele Papierknödel, am besten mit Popeln bestückt, an der heimischen Decke zu platzieren. weiterlesen »