Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Archiv: Satire

Wir alle kennen wohl Joachim Ringelnatz von seinen herrlich schräg-skurrilen Gedichten. Doch nur die wenigsten wissen wohl, dass der zu seiner Zeit so verschriene Dichter auch Kinderbücher geschrieben hat, doch das natürlich auf seine Art… Eines davon wurde damals sogar verboten, weil es als zu subversiv galt: das Werk “Geheimes Kinder-Spiel-Buch”.

Cover zu “Geheimes Kinder-Spiel-Buch” © Aufbau VerlagDoch zum Glück kann man solche vordergründig nicht pädagogisch wertvoll anmutenden Texte heute bedenkenlos verlegen (bei all dem Kram der in der Glotze kommt…). So hat der Aufbau Verlag gleich noch eine Schar von namhaften Illustratoren - Michael Sowa, Isabel Pin, Norman Junge, Katja Wehner und Aljoscha Blau – zusammengetrommelt um die neue Ausgabe der alten Texte (1924 erschienen) zu illustrieren.

Die Bilder sind toll gelungen, auch wenn sie einen manchmal ein bisschen erschlagen und von den genialen Texten Ringelnatz’s ablenken. Eigentlich auch wieder schade, denn in der Originalausgabe hatte der Autor seine Verse noch selbst bebildert…

Die Texte in Versform sind fast schon grandios. Im Großen und Ganzen hat Ringelnatz hier eine Reihe von ganz eigenen Kinderspielen erfunden, die wohl so manchen etwas strengeren Eltern die Haare zu Berge stehen lassen. In einem Spiel, dem “Afrikanischen Duell” sollen sich streitende Kinder so lange gegenseitig anspucken bis einer genug hat, oder bei “Himmelsklöße” geht es darum so viele Papierknödel, am besten mit Popeln bestückt, an der heimischen Decke zu platzieren. weiterlesen »


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Cover zu “Mit dem Kühlschrank durch Irland” © GoldmannNein, hinter dem Autor dieses Buches verbirgt sich nicht die Skateboard-Legende Tony Hawk, sondern der britische Komiker und Musiker Tony Hawks. In England hat er wohl einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie bei uns vielleicht Helge Schneider (wobei ich die beiden nicht vergleichen will… ;-) ).

Eines seiner Bücher ist in den letzten Jahren still und heimlich auch bei uns zu einer Art Geheimtipp geworden: “Mit dem Kühlschrank durch Irland“. Natürlich ein Grund für mich mir dieses Buch auch einmal zu Gemüte zu führen…

Das Ganze beginnt mit einer feuchtfröhlichen Wette: Tony Hawks hat mit seinem Kumpel eines Abends gewettet, dass er es schafft die Küste Irlands zusammen mit einem Kühlschrank zu umrunden. Nun gut, was bleibt ihm auch anderes übrig. Gesagt, getan. Und so nimmt er uns mit auf eine humorvoll überspitzte Reise entlang der grünen Insel. weiterlesen »


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Im September erschien zur Freude der begeisterten Leser von „Herr Lehmann“ und „Neue Vahr Süd“ endlich der neue Roman vom Autor Sven Regener, Sänger der Band „Element of Crime“. In „Der kleine Bruder“, dem mittleren Teil der Lehmann-Reihe, beschreibt Regener in gewohnt nostalgischer Komik und seinem besonderen Sprachstil, was Frank Lehmann im Herbst 1980 in Berlin-Kreuzberg erlebt.

Und das nachdem Frank im ersten Teil in seiner Heimatstadt Bremen vergessen hat, den Wehrdienst zu verweigern und sich erst das Rauchen angewöhnen muss, um diesen aus gesundheitlichen Gründen wieder vorzeitig beenden zu können und bevor er im letzten Teil kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag die wunderschöne Köchin Katrin kennen lernt und sein eigentlich erfülltes Leben  als Tresenkraft in der Kneipe „Einfall“ nicht zuletzt durch den mysteriösen „Kristall-Rainer“ ins Wanken gerät. weiterlesen »


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Ihn kennt wohl wirklich jeder. Einer der größten Humoristen, ja, ich würde sogar behaupten Künstler, Deutschlands wird am 12. November 85 Jahre alt. Grund genug sich seine zahlreichen Sketche und Filme mal wieder anzusehen, von denen man wirklich nicht genug bekommen kann, oder man liest sie einfach nach…

Loriot, alias Vicco von Bülow, hat sich in die Köpfe der ganzen Nation gebrannt. Wohl jeder kann auf Abruf Loriot zitieren und viele müssen schon allein bei Namen wie Müller-Lüdenscheid oder Opa Hoppenstedt schmunzeln. Wer erinnert sich nicht gerne an Klassiker des Humors wie die Nudel im Gesicht oder das Jodeldiplom von Frau Hoppenstedt (der “Erzherzog-Johann-Jodler” ;-) )? Wer fühlte sich an Weihnachten nicht schonmal mitten in einem Sketch zwischen Familie Hoppenstedt sitzen oder musste bei der Auswahl des Desserts breit grinsen (der Kosakenzipfel – Ein Mokka-Trüffel-Parfait mit Zitronenbällchen)? weiterlesen »


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Ich glaube, jeder kennt ihn, jeder hat schonmal über seine Filme, seine Sketche oder seine Comics gelacht. Otto, der Ostfriesenjung von hinterm Deich, wurde letzte Woche 60 Jahre alt. Grund genug zu diesem Anlass eine Art Best-Of seines Schaffens herauzubringen.

Otto – Das Werk” hat alles, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. In umfangreich kommentierten Fotostrecken, meist in Schwarz-Weiß gehalten, werden Highlights aus seinem Leben und vor allem seiner Karriere dargestellt. Natürlich sind auch klassische Sketche und Lieder abgedruckt, von “Leber an Großhirn” bis “Theo, wir fahr’n nach Lodz”.

Auch zahlreiche von Otto natürlich selbst gezeichnete Cartoons bringen den Leser zum Lachen und machen einem bewusst, was für ein Allround-Talent der Mann auf seine Art war. Und was darf bei all dem nicht fehlen? Richtig, die Ottifanten. Als kleinen Gimmick enthält das Buch auch ein Ottifanten-Lesezeichen. weiterlesen »


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Cover zu “Bockmist”Den meisten wird Hugh Laurie wohl in seiner Rolle des Dr. House in der gleichnamigen Serie bekannt sein, doch er ist auch Autor. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich mir auch erst dachte: “Oh Gott, noch so ein Schauspieler, der mal eben kräftig absahnen will und seine Popularität für irgendeinen Mist, Bockmist eben, ausnützt.”

Doch da habe ich mich wirklich getäuscht. Das Buch ist eigentlich bereits 1996 erschienen und zwar unter dem Titel “Der Waffenhändler”. Doch da war Laurie noch nicht bekannt. Erst als Dr. House so ein Erfolg wurde haben windige Verlage das Buch wieder rausgekramt und ihm einen house-mäßigeren Titel verpasst, den ich übrigens ziemlich bescheuert finde. Und nun hält sich”Bockmist” seit Wochen in den Bestseller-Listen. Ist schon komisch wie das manchmal läuft. Kommerz hat halt so seine eigenen Wege…

Jedenfalls, hat “Bockmist” nichts mit Dr House zu tun. Es ist klassischer britischer Humor gepaart mit einem anderen britischen Vorzeigeexport, nämlich James Bond. Doch Hugh Laurie, der schon früher mal im Autorenteam der Serie “Black Adder” (genial von und mit Rowan Atkinson – kann ich nur empfehlen), macht seinen Protagonisten zu einem Bond wider Willen, den eher die Frauen um den Finger wickeln als umgekehrt. weiterlesen »


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Cover zu “Mein Junge”Der belgische Comic-Künstler Olivier Schrauwen hat mit seinem Debütband gleich einen Volltreffer gelandet. “Mein Junge” ist tragisch, aber verpackt genau dieses Element in skurrilen Humor, dass dieses an Gewicht verliert und eine absurde Ebene erreicht.

Manchen wird der Stil des Comics vielleicht etwas ungewohnt vorkommen, aber ich finde ihn grandios. Schrauwen hat sich am Zeichenstil der Zeitungscomics Anfang des 20. Jahrhunderts orientiert und so eine schon fast vergessene Form wieder aufleben lassen. Auch die Farben, die ebenfalls in diesem Stil gehalten sind, verdeutlichen die Lage der Protagonisten.

Unter tragischen Bedingungen kommt der Held der Geschichte zur Welt. Der Junge stirbt fast bei der Geburt und ist so kleinwüchsig. Sein Vater bemerkt den kleinen Spross erst als dieser bei der Beerdigung der Mutter in das offene Grab purzelt. Von nun an beschließt der Vater seinen Sohn zu erziehen und nimmt ihn mit auf diverse Ausflüge. Er zeigt ihm Brügge, er nimmt ihn mit zum Golfen und stellt ihn seinen Freunden vor. weiterlesen »


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Cover zu “Hirn ist aus”Momentan gibt es zum Glück wieder, neben dem Comedy-Boom, auch wieder eine Reihe von politischem Kabarett. Und eine, meiner Meinung nach, der besten ist “Neues aus der Anstalt”. Hier ziehen einmal im Monat Urban Priol und Georg Schramm mit ein paar Gästen vom Leder – und zwar so richtig, richtig gut eben.

Jetzt, wo sie sich alle in die wohlverdiente Sommerpause zurückziehen, kann man die Zeit zum Glück mit ihren Büchern gut überbrücken. Nachdem Georg Schramm bereits eine Art Best-Of seiner Texte herausgebracht hat, war nun auch Urban Priol an der Reihe.

Hirn ist aus” fasst zehn Jahre politisches Kabarett zusammen, zehn Jahre politischer Wahnsinn, zehn Jahre Heuchelei und Fassungslosigkeit. weiterlesen »


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Hagen Rether “liebt” immer noch

Autor: Nina
abgelegt in: Satire

Cover zu “LIEBE zwei”

Oh ja, ein Mann wie Hagen Rether hat bei seinen Auftritten sehr viel Liebe zu verschenken. Und was für eine! Mit einem freundlichen Lächeln setzt sich ein Barpianist ans Klavier, immer adrett gekleidet und die langen Haare brav zu einem Zopf gebändigt. Und was jetzt kommt, ist politisches Kabarett vom Feinsten…

Über ihn wurde ja schon viel berichtet: Er sei “schwarzhumorig”, “zynisch”, das Lachen würde einem manchmal im Halse stecken bleiben” und und und. Bei wem es letzteres tut, dem werden mit viel Glück ein paar Dinge klarer als vorher oder besser noch, sie fühlen sich selbst ertappt. Denn was Rether macht, ist im Grunde nichts anderes als die Wahrheit zu sagen.

Satz für Satz, Pointe für Pointe deckt er den täglichen Wahnsinn unserer Gesellschaft auf. Zu netter Klaviermusik zerlegt er präzise das System, das so offensichtlich brach liegt, was aber keiner sehen will. Als ich ihn das erste Mal hörte, war dermaßen dankbar, dass es noch solche Leute gibt. Sein Humor ist schwarz, aber wie könnte es angesichts unserer supermodernen Gesellschaft auch anders sein?! Zynisch ist unser System, nicht Hagen Rether!

In seinem zweiten Hörbuch “LIEBE zwei” kann man sich, wenn man ihn noch nie live oder im TV gesehen hat, was ich dringend empfehle :D , von einem Teil seines Programms überzeugen. Hier ist die Musik etwas weniger geworden, dafür aber die Pointen noch ein bisschen präziser.

Rether hat die Kunst ins Kabarett zurückgebracht. Er hat nicht wie viele andere jüngere Kabarettisten einfach kopiert oder ist, noch schlimmer, ins Comedyfach gewechselt, sondern hat eine komplett neue Art erschaffen. Seien es kleine Gesten, die viel ausdrücken oder fast schon Dada-Einlagen. Rether hat was zu sagen, und zwar wie…

Mir würden jetzt noch tausend Dinge einfallen, die ich euch erzählen könnte, aber im Grunde: ;-) Bildet euch eure eigene Meinung!


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Lassen Sie mich es so sagen…

Autor: Nina
abgelegt in: Satire

Das politische Kabarett ist tot?! Wer dies behauptet, hat sich hier bei uns im Land nicht genau umgesehen und schaut wahrscheinlich nur Sender mit entsprechend niveauvollen Comedyformaten. Natürlich hat sich das Kabarett gewandelt, aber es gibt immer noch genügend gute Ansätze. Man muss nur mal die Augen über die Privatsender hinaus aufmachen.

Angesichts der gegenwärtigen Lage in unserem Land, sprießen zum Glück mehr und mehr Kabarett-Formate aus dem Boden, alt bewährte Sachen wie “Scheibenwischer” oder die “Mitternachtsspitzen” bis hin zu neueren Formaten wie zum Beispiel “Neues aus der Anstalt” von und mit Urban Priol und Georg Schramm.

Einige dieser Sendungen sind teilweise das einzige worauf ich mich in unserem TV noch freue, denn es tut gut, Menschen zu sehen, die über den Tellerrand der täglichen Propaganda und Verblödung noch hinausblicken.

Cover zu “Lassen Sie mich es so sagen”Diese Texte gibt es natürlich auch schwarz auf weiß. So wie zum Beispiel eine Art Best-of Georg Schramms mit dem Titel “Lassen Sie mich es so sagen – Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit”. Hier kommen die Paraderollen des Kabarettisten zur vor allem politischen Lage unseres Landes kritisch zu Wort: der Rentner Dombrowski, Oberstleutnant Sanftleben, der überzeugte Sozialdemokrat August und die rheinische Frohnatur Rüdi.

Scharf und erbarmungslos zerlegt Schramm entsprechend der jeweiligen Rolle die Pseudo-Moral, politisches Machtgeplänkel und soziale Ungerechtigkeit.

Die Texte stammen teils noch aus den 80er Jahren, aber haben (traurigerweise) nichts an Brisanz und Aktualität verloren.

Doch eigentlich bleibt jetzt nur noch eins zu sagen: Selber Lesen, selber Denken, selber Meinung bilden und immer fleißig Kabarett gucken… ;-)

(In nächster Zeit werde ich nach und nach die meiner Meinung nach besten Kabarettisten vorstellen.)


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