Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Archiv: Krimi

Auch so hätte die Geschichte verlaufen können: Die Nazis haben Russland besiegt. Daraufhin wurde die Atombombe nicht auf Japan, sondern auf Berlin abgeworfen. Die Gründung des Staates Israel ist daher gescheitert und die Juden haben sich stattdessen in einer Provinz in Alaska ihr neues Zuhause gesucht.

Genau diese verdrehte Geschichte ist die Ausgangssituation für “Die Vereinigung jiddischer Polizisten” von Michael Chabon. Nicht umsonst war das Buch wochenland auf Platz eins der amerikansichen Bestseller-Liste. Michael Chabon hat hier ein gleichsam satirisches, wie spannendes Krimi-Experiment gewagt und damit voll ins Schwarze getroffen. weiterlesen »


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Cover zu “Ein Krokodil für Mma Ramotswe”Etwas völlig anderes erwartet uns in den Krimis um die Titelheldin Mma Precious Ramotswe. Sie ist so etwas wie die afrikanische Miss Marple, aber doch völlig anders. Mit Charme, viel Selbstbewusstsein, Intelligenz und Lebensfreude löst sie auch die kniffligsten Fälle.

Und diese sind alles andere als blutig, gewalttätig oder psychopathisch. Es sind Fälle, die einem das normale Leben bringt. In Botswana ist Mma Ramotswe bereits Kult und dieser Trend ist nun auch in die ganze Welt geschwappt: Mittlerweile sind die Bücher um Mma Ramotswe des Autoren Alexander McCall Smith in über 40 unterschiedliche Sprachen übersetzt und es wurde sogar ein Film gedreht. Dies bringt auch immer mehr Touristen nach Botswana, die an Führungen auf den Spuren von Precious Ramotswe teilnehmen wollen. weiterlesen »


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Cover zu “Kalte Asche”Schon der erste Roman von Simon Beckett ” Die Chemie des Todes” war ein voller Erfolg. Nun knüpft er mit seinem zweiten Roman “Kalte Asche” direkt an seinen Vorgänger an.

Dr. David Hunter, der forensische Anthropologe, wird auch hier wieder in einen kniffligen und garantiert tödlichen Fall verwickelt. Wie schon zuvor verschlägt es ihn für seine Arbeit wieder in die ländliche und einsame Idylle. Doch in “Kalte Asche” verstärkt sich das klaustrophobische der Einöde nochmal. weiterlesen »


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“Berufung” von John Grisham

Autor: Nina
abgelegt in: Krimi

Nach seinem letzten Werk “Touchdown” legt Erfolgsautor John Grisham nun mit “Berufung” wieder eines der Werke vor, das komplett in den Fußstapfen seiner weltweit erfolgreichen Bestseller-Romane “Die Jury” oder “Die Firma” steht.

In “Berufung” dreht sich alles um den Prozess, der gegen eine Chemiefirma geführt wird, weil diese angeblich für die Verseuchung des Grundwassers verantwortlich ist. In der ersten Instanz wird dabei für die Klägerin, eine junge Frau, deren Ehemann sowie deren Sohn an Krebs erkrankten und starben, entschieden. Doch die beklagte Firma geht in Berufung, woher das Buch auch seinen Titel verliehen bekommen hat. Grisham schildert nun die weiteren Geschehnisse am Supreme Court, wo nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht. Denn es steht die Wahl neuer Richter an und da die bisherige Richterin zu loyal urteilte, könnte mit entsprechenden Geldmitteln ein dem Unternehmen besser gesonnener Kollege ins Amt befördert werden…

Die Entwicklung der Geschichte ist überaus spannend aufgebaut und ein überraschendes Ende sorgt beim Leser sicherlich für Erstaunen. John Grisham ist mit “Berufung” wieder einmal ein Highlight gelungen, mit dem ihm in der Tat gelingen könnte an seine Erfolge seiner Bücher wie “Die Firma” oder “Die Jury” anzuknüpfen und die Spitze der Spiegel Bestsellerliste zu erobern. Er schildert die Region und die vorkommenden Personen absolut bildhaft, womit er den Leser sofort in seinen Bann zieht. Bis zur letzten Seite ist man gefesselt von seiner Erzählkunst, denn selbst wenn alle Ereignisse erfunden sind, so ist der geschilderte Fall doch für jeden vorstellbar.


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Cover zu “Abschied ohne Küsse”In den letzten Jahren werden wir immer mehr mit Thrillern und Krimis bombadiert, deren Themen inzwischen schon fast erschöpft scheinen. Längst kennt man Psychopaten, die sich in immer abstruser werdenden Mordtiraden ergehen, Terroristen, die das Land bedrohen, moralische Protagonisten, die das Gute in der Welt wieder herstellen wollen, oder Peudoverbrechen, die mit Liebesgeplänkel überdeckt werden.

Wie gut tut da die neue Serie des Rotbuch Verlages, die versucht an den Wurzeln des Hard-Case-Crime-Genres anzuknüpfen. Nach drei Jahren ist die Reihe nun auch auf deutsch erschienen und den Anfang macht mitunter Allan Guthrie mit “Abschied ohne Küsse”. Schon das Cover erinnert einen an die Pulps der 1950er und 60er Jahre. weiterlesen »


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Freunde des Hardboiles-Genres werden in David Ellis Roman “In Gottes Namen” (im Original: “The Eye of the Beholder”, sehr komisch übersetzt) eine kurzweilige, nicht sehr anspruchsvolle, aber stets spannende Geschichte finden. In guter alter Manier geht es hier mordtechnisch richtig zur Sache.

Cover zu “In Gottes Namen”Auf dem Gelände des Mansbury Colleges werden 1989 sechs grausam zugerichtete Frauenleichen gefunden, zwei von ihnen sind Studentinnen, die restliche vier Prostituierte. Schnell sprechen alle Indizien für den Hausmeister Terry Burgos, der eine der beisen Studentinnen auch belästigt und gestalkt haben soll.

Für den jungen Anwalt Paul Riley ist der Prozess gegen Burgos der Einstieg in eine stele Karriere. Kurz vor dem Vollstrecken der Todesstrafe im Jahr 1997 flüstert der offentsichtliche Mörder Riley ins Ohr: “Ich bin nicht der Einzige”. weiterlesen »


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Ein Krimi für Jedermann

Autor: Nina
abgelegt in: Krimi

Cover zu “Laienspiel”Der schrullige und liebenswerte Kommissar Kluftinger aus dem Allgäu ist schon beinahe Kult. Nun ist vor kurzem sein neuester Fall aus der Feder des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr erschienen. Doch können sie in “Laienspiel: Kluftingers neuer Fall” an den Charme der drei Vorgänger anknüpfen?

Jein… Vorneweg, es ist wieder ein wirklich unterhaltsames Buch, es gibt natürlich einiges zu lachen und die Autoren bemühen sich sichtlich die Geschichte für jedermann zugänglich zu machen. Und genau darin liegt an manchen Stellen, und besonders in der Charakterzeichnung, der Hund begraben. Sie meinen es teilweise etwas zu gut. Weniger wäre an einigen Stellen wohl eher mehr gewesen. Das fängt schon beim Plot an:

Nachdem ein Student von österreichischen Polizisten über die deutsche Grenze gejagt wurde, erschießt er sich. Logischerweise ;-) zeigt es sich, dass er vor kurzem zum Islam übergetreten ist und Mitglied einer Terrorzelle ist, die im Allgäu einen Anschlag planen. Doch wo wird dieser Anschlag sein? Kluftinger ermittelt nun zusammen mit den Kollegen des BKA und aus Österreich. Doch ein Verdächtiger nach dem anderen kommt ums Leben…

Allgemein finde ich die Überspitzung der Angst vor der Terrorgefahr hier besonders gut gelungen (ein Anschlag im Allgäu! :D ), doch die Übertreibung wirkt manchmal dermaßen fehl am Platz, dass es einfach nicht zu passen scheint. Leider!

Desweiteren sind mir die Figuren, wie schon erwähnt, in diesem Buch zu überzogen. Waren Kluftinger und seine Kollegen in den Vorgängern noch einfach kauzig, skurril und liebenswürdig, so werden sie hier schon teils zu einer Farce. Zu viele Klischees tun keinem gut!

Trotzdem: Spannend ist er meist und alles in allem muss man aber sagen, dass “Laienspiel” aber ein ganz unterhaltsames Buch für Zwischendurch ist, in dem jeder etwas finden wird, nur leider kann es an die Vorgänger nicht ganz anknüpfen.


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Moon-süchtig?

Autor: Nina
abgelegt in: Buchneuerscheinung, Krimi, Thriller

Richard Montanari hat nun seinen dritten Roman um die Detectives Kevin Byrne und Jessica Balzano veröffentlicht und ihm ist es gelungen die Spannung der beiden Vorgänger in “Lunatic” sogar noch zu erhöhen.

Cover zu “Lunatic”Am Ufer des Schykill Fluss bei Philadelphia wird eine junge Frau gefunden. Von weitem erkennt man gar nicht, was mit ihr los ist, doch kommt man näher stellt man fest, dass sie tot ist. Sie wurde anscheinend erdrosselt und dann in ein weißes Kleid gesteckt und in sitzender Pose am See platziert. Doch am bizarrsten ist wohl, dass der Mörder ihr die Füße abgesägt hat, die ein paar Meter weiter in rote Schuhe gesteckt gefunden werden.

Die beiden Detectives Byrne und Balzano werden auf den Mord angesetzt. Schnell gibt es einen zweiten Mord, ebenfalls am Schykill Fuss und wieder ist die Frauenleiche bizarr inszeniert. Die ersten Ermitlungen führen in eine Sackgasse. Und während sich die Medien auf die Morde stürzen und den Serienkiller “Moon” nennen, wird auch ein hochrangiger Polizist ermordet. Doch wie hängen diese beiden Fälle zusammen?

Den beiden Ermittlern dämmert es erst als es schon fast zu spät ist, denn auch Balzano und gerät in Moons Visier…

Zunächst einmal muss man bei “Lunatic” zugeben, dass das Klischee des genialen Serienkillers ja schon fast ausgelutscht ist. Und auch die problembelasteten Cops sind nicht wirklich neu. Aber Montanari gelingt es seine Geschichte so temporeich und spannend voranzutreiben, dass die flachen Charktere fast schon zur Nebensache werden.

Bis zum Ende führt einen der Autor in die Irre, was das Ende dann besonders gut macht.

Gefallen hat mir auch der schwarze Humor, der zwischendrin mal durchscheint, und die enfallsreichen und merkwürdigen Inszenierungen der Leichen. (Bäähh, ich weiß… :-) )

Richard Montanari hat hier bestimmt kein Meisterwerk geschrieben und moon-süchtig wird man auch nicht werden, aber man ist für eine Zeit gut unterhalten und wird es auch nicht bereuen es gelesen zu haben. Der perfekte Happs für Zwischendurch…


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Vampire einmal anders…

Autor: Nina
abgelegt in: Horror, Krimi

Wer ein Buch sucht, bei dem das Thema Vampir mal ohne die üblichen Klischees angepackt wird, dem empfehle ich Dan Simmons‘ “Kinder der Nacht”. Hier laufen keine blutsaugenden Monster in halb-romantisch-verklärten Posen durch die Nacht und sie sind auch keine Menschen zefetzenden Bestien. Nein, Simmons geht das Thema von einer wissenschaftlichen Seite aus an und verpackt dies in einen spannenden Mystery-Krimi.

Cover zu “Kinder der Nacht”Kurz nach dem Zusammenbruch des Sozialismus ist die Ärztin Kate Neumann in Rumänien unterwegs um dort Kindern in einem Waisenhaus zu helfen. Hier sterben die Kinder aus Mangel an den nötigen Hilfsmitteln oder einfach, weil sich niemand so richtig für sie interessiert. Hier begegnet ihr der kleine ausgemergelte Joshua, der zu ebenfalls zu sterben droht, wenn er keine entsprechende Hilfe bekommt. Doch die Hilfe, die das Kind, dessen Vergangenheit niemand kennt, braucht ist außergewöhnlich: Er kommt nur zu Kräften, wenn man ihm Blut injiziert.

Kate adoptiert Joshua und nimmt ihn mit in die USA. Hier stellt sie fest, dass der Junge eine Art Schattenorgan im Magenbereich hat, das dafür verantwortlich ist, dass das Kind fremdes Blut braucht. Es gelingt Kate einen Ersatzstoff herzustellen und sie ist durch Joshua noch etwas anderem auf der Spur: einem Heilmittel gegen AIDS und Krebs.

Doch noch bevor sie weiterforschen kann, wird in Kates Haus eingebrochen, ihr Ex-Mann und ihre Freundin ermordet und Joshua entführt. Welches Geheimnis umgibt diesen Jungen? Sie nimmt die Verfolgung auf und die Spur führt zurück nach Rumänien…

“Kinder der Nacht” ist wirklich spannend bis zum Ende, auch wenn dieses, für meinen Geschmack, ein bisschen zu sehr an Hollywood erinnert.

In Sachen Recherche hat der Autor gute Arbeit geleistet, so dass man ganz nebenbei auch noch einiges über Rumänien erfährt.

Natürlich kommt auch dieses Buch nicht am Mythos Dracula dran vorbei. Aber Simmons hat diesen so gut in seine Geschichte verwoben, dass man ein ganz neues Bild von Vampiren und deren historischer Position bekommt.

Manche Leute werden sich vielleicht an den medizinischen Ausdrücken stören, von denen es doch schon ein paar gibt. Aber ich finde, dass sie irgendwie zur Atmosphäre passen.

Dieses Buch ist sicherlich nicht das Beste von Simmons, aber mit Sicherheit auf dem Gebiet der Vampir-Literatur ein kleiner Meilenstein.


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Cover zu “Mordshunger”RTL hat sich die Rechte für die Verfilmung von gleich zwei “Altwerken” von Frank Schätzing gekrallt. Und es wird auch schnell klar, warum gerade diese zwei Werke, “Mordhunger” und “Die dunkle Seite”. Beide lagen lange Zeit als Manuskript unangetastet in den Schubladen Schätzings und wurden dann, natürlich nicht aus kommerziellen Gründen ;-) , nach dem Riesenerfolg von “Der Schwarm” dann doch veröffentlicht.

Man merkt beiden Büchern an, dass sie Erstlingswerke sind. Wobei “Mordshunger” sogar noch einen Tick besser ist als “Die dunkle Seite“. Vom inhaltlichen und sprachlichen Niveau also genau das Richtige für RTL… :D

“Mordshunger” war, laut Schätzing, sein allererstes Buch. Doch sein Mittelalterroman “Tod und Teufel” wurde (besser wars) dann doch früher, also als sein eigentliches Debüt, verlegt.

Die schwer reiche Inka von Barneck wird von einem Nachbarn mit auggeschlitzter Kehle gefunden. Der stets hungrige Kommissar und selbst ernannter Gourmet Romanus Cüpper leitet zusammen mit seinem Assistenten Rabenhorst die Ermittlungen. Doch die Liste der Verdächtigen ist lang, denn die zickige und skrupellose Inka hatte viele Feinde. Da gibt es u.a. die eigene Tochter, die seit Jahren schon kein gutes Verhältnis mehr zu ihrer Mutter hat, ihre ehemalige Kollegin, die Inka um ihre Agentur betrogen hat, und der Ehemann, der in zweilichtige Geschäfte verwickelt ist. Doch der wahre Mörder hat sich sein Alibi geschickt zusammegebastelt…

“Mordshunger” ist neben einem klassischen Krimi gleichzeitig eine kleine Gourmetreise durch Köln. Kommissar Cüpper versucht jedem, dem er begegnet ein Rezept aus den Rippen zu leiern. Als zusätzlichen Gimmick gibt es im Anhang noch 15 Rezepte von 15 Kölner Spitzenköchen. Die Idee einen Krimi auf Kochen aufzubauen finde ich so gar nicht schlecht, denn hungrig sind in diesem Buch alle, ob nach Sex, Geld oder Macht. Zudem können Ermittlungen ja auch wie ein gutes Gericht nacht und nach aufgebaut und mit kleinen Raffinessen gewürzt werden.

Doch genau diese fehlt Schätzing in seinem Buch. Man merkt ihm das Erstlingwerk deutlich an. Die Sprache ist nich nicht ganz ausgereift. Die Geschichte und auch die Spanung hinken zeitweilen ganz schön.

Wer Frank Schätzing zum ersten Mal liest, sollte sich veilleicht lieber an “Der Schwarm” oder im historischen Bereich “Tod und Teufel” halten. Für Schätzing Fans allerdings nett zu sehen, dass jeder mal klein anfängt und wie er nach und nach seine Sprachfertigkeiten verbessert hat.

Die Verfilmung von RTL heute abend um 20:15 Uhr im TV…


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