Er gehört wohl nicht nur in meinen Augen zu den bedeutendsten Dramatikern und Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Am 9. Januar wäre Heiner Müller 80 Jahre alt geworden.
1929 wurde er als Reimund Heiner Müller in Eppendorf in Sachsen geboren. Über die erste Zeit seines Lebens ist nicht so viel bekannt. Sicher ist nur, dass Politik für ihn relativ früh bereits eine große Rolle gespielt hat, denn bereits 1946 tritt er in die SPD ein, die sich kurz darauf mit der KPD zur SED vereinigte. Doch schon bald wird der noch junge Müller wieder aus der Partei ausgeschlossen, da er sich kaum engagierte und auch seine Mitgliedsbeiträge nicht mehr zahlte.
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Am Dienstag erlag der Autor Michael Crichton einem schweren Krebsleiden, das er bis zuletzt vor der Öffentlichkeit geheim gehalten hatte. Daher waren wohl einige Fans weltweit zutiefst geschockt, denn Crichton war einer der erfolgreichsten Schriftsteller unserer Zeit.
Ich muss sagen, ich war nie ein Freund der Geschichten von Crichton, aber dennoch muss man seine Lebensleistung anerkennen, denn er hat es geschafft Millionen Menschen auf der Welt in den Bann seiner Geschichten zu ziehen. Weltweit wurden von seinen Büchern über hundert Millionen Exemplare verkauft und die Hälfte seiner 26 Bücher wurde im Laufe der Zeit verfilmt. Und dennoch wussten wohl nur wenige, dass der Vater von Büchern wie “Jurassic Park” oder “Beute” auch der Erfinder der Serie “Emergency Room” (ER) war. weiterlesen »
Same pocedure as every year… Alle Jahre wieder wird er vergeben: Der Nobelpreis. Und jedes Jahr ist es doch wieder eine spannende Angelegenheit. Der diesjährige Literaturnobelpreis ging also an den kosmopolitischen Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio. Doch, sind wir mal ganz ehrlich, bis zum gestrigen Tage kannten ihn wohl nur wenige…
Ich muss sagen, ich habe mich ziemlich gefreut. Ich kannte ihn auch nicht, aber habe mir antürlich gleich mal ein paar Auszüge aus seinem Werk besorgt und muss sagen, literarisch und sprachlich wirklich klasse. Zudem freue ich mich immer wieder, wenn Leute diesen Preis bekommen, die ihn auch wirklich “brauchen” können. Ich gönne die mediale Aufmerksamkeit und die eine Million Euro Preisgeld eher jemandem, der sein Leben lang hart für sein Werk und die Literatur gearbeitet hat und vielleicht gerade so ganz gut davon leben konnte, als vielleicht einem Kenneth Roth oder einem John Updike, die es einfach nicht mehr nötig haben. Diese sollten es dann so machen wie Sartre und ihn ablehnen, damit unbekanntere Autoren die Chance haben gefördert werden zu können. weiterlesen »
Gestern wurde es auch hierzulande bekannt: Der US-amerikanische Schrifsteller David Foster Wallace hat sich am Freitag in seinem Haus erhängt. Mit nur 46 Jahren entschied sich einer der besten und kritischsten Schriftsteller unserer Zeit den Kampf gegen die langen Depressionen aufzugeben.
Er war ein sensibler Beobachter und ein gnadenloser Kritiker unseres westlichen, kapitalistischen Systems und klar ist, durch seinen Selbstmord hat er sich selbst ungewollt zu einer dieser kommerziellen Ikonen stilisiert. Denn schon stürzen sich Kritiker und Leute in glühenden Nachrufen auf ihn. Sie nennen ihn in einem Atemzug mit Namen wie Shakespeare oder James Joyce. Doch, die traurige Wahrheit ist wohl, dass viele dieser Rezensenten und Journalisten garantiert noch nie etwas von David Foster Wallace gelesen haben… Denn, wer hat in den letzten Jahren hierzulande schon von ihm gesprochen? weiterlesen »
Was?! Werdet ihr euch jetzt vielleicht denken, aber ihr habt richtig gelesen. Und obwohl Orwell tot ist, ist er immer noch aktuell und vor allem up to date.
Jeden Tag bekommt man einen kleinen Tagebuch-Eintrag des Autors von “1984” oder “Animal Farm” zu lesen.
Und das auf den Tag genau, wie Orwell selbst es vor genau 70 Jahren geschrieben hat. Veröffentlicht werden sie von den Leuten des “Orwell Prize“, eine Auszeichnung, die jedes Jahr an politische Schriftsteller verliehen wird.
Orwell war ein relativ akribischer Tagebuchführer. Er hat sich bemüht jeden Tag etwas zu schreiben und sei es auch nur eine kleine Randnotiz. Vom 9. August an können wir nun selbst in Orwells kleine private Erlebnisse eintauchen. Er schrieb die Einträge von 1938 bis 1942, und so lange wird das Blog, also von 2008 bis 2012, auch laufen. weiterlesen »
Für Liebhaber von Historischem, alten Krimigeschichten oder obskuren Schauer- und Gruselgeschichten, habe ich heute einen besonderen Tipp: Bücher aus dem Verlag Kirchschlager. Der Historiker und Schriftsteller Michael Kirchschlager hatte 2001 die Idee zu einem Fachverlag für historische Kriminalliteratur.
Seitdem bekommt das kleineFamilenunternehmen stetig immer neue Fans und gilt als Insider-Tipp. Denn Kirchschlager befasst sich unter anderem viel mit wahren Fällen historischer Täter. So hat er ein Lexikon über “Historische Serienmörder” verfasst, in dem, nach einem Essay, der einen interessanten Einblick in den Geist eines Serientäters liefert, näher auf einzelne Killer eingegangen wird. Wichtig ist auch, dass hier unterhaltsam und aufschlussreich nicht nur mit Brutalitäten um sich geschmissen wird, sondern auch das jeweilige kulturelle und soziale Milieu näher beleuchtet wird. weiterlesen »
Dieses Jahr wäre Franz Kafka 125 Jahre alt geworden. Grund genug sich dieses Jahr mehr mit einem der, wie viele meinen, einflussreichsten und ispirierendsten Autoren zu befassen. Seine Werke sind skurril und relativ leicht zu lesen. Doch genau diese groteske Art bietet jedem Leser eine Fülle von Interpretationsmöglichgkeiten.
Und genau dies ist es wahrscheinlich, was Kafka für viele so besonders macht. Jeder kann sich den Zugang zu seinen Geschichten selbst suchen. Nicht umsonst hat sein Namen selbst Einzug in die deutsche Sprache gehalten. Ist das nicht auch irgendwie kafkaesk?
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als ältester Sohn in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren. Sein Vater war ein Patriarch wie er im Buche steht und nützte anscheinend jegliche Gelegenheit den Sohn zu unterdrücken und ihn kleiner zu machen als er war. Die Vater-Sohn-Beziehung sollte sich auch ein Leben lang nicht bessern und Kafka hat seinen Vater für viele seiner Probleme verantwortlich gemacht. (“Briefe an den Vater“) weiterlesen »
Wohl jeder kennt Miss Marple oder Hercule Poirot. Und wenn er nicht nicht die Bücher gelesen hat, dann kennt man meist die Filme mit Peter Ustinov oder Margaret Rutherford. Und gerade in der letzten Zeit, wo das Krimi-Genre immer einfallsloser oder einfach stupide, gewaltätig oder beides ist, tun die alten Klassiker besonders gut.
Sie strahlen einen naiven Charme aus und sehen alles eher mit einem Augenzwinkern und setzen vor allem auf Verstand und Kombinationsgabe. weiterlesen »
Deutschland ist ein Land der Dichter und Denker. Und Charlotte Link ist einer der erfolgreichsten und populärsten Dichter in Deutschland. Sie unterhält. Sie überrascht. Sie überzeugt. Charlotte Link ist eine große und auch vielseitige Schriftstellerin. Große Gesellschaftsromane und psychologische Spannungsromane machen sie regelmäßig zu einer Bestsellerautorin. Und der in diesem Jahr erschienene Spannungsroman „Die letzte Spur“ führt bereits die Spiegel-Bestsellerliste an.
Charlotte Link ist 1963 als Tochter eines Juristen und einer Schriftstellerin in Frankfurt am Main geboren. Und das literarische Blut sollte in ihren Adern fließen. Denn ihren ersten Roman „Die schöne Helena“ schrieb sie mit 16 Jahren, der später große Erfolge feiern sollte. Und sie sollte nicht das junge Talent bleiben, sondern eine große Schriftstellerin werden. Insbesondere die großen Gesellschaftsromane („Sturmzeit“) und psychologischen Spannungsromane („Der fremde Gast“) sollten sie bekannt und erfolgreich machen. Ihre Bücher werden nicht nur Bestseller, sondern auch verfilmt und übersetzt. Inzwischen konnte Charlotte Link über neun Millionen ihrer Bücher in Deutschland absetzen.
Charlotte Link ist unausgesprochen eine Meisterin ihrer Zunft. Und im Jahr 2007 erhielt sie sodann auch die Goldene Feder für ihr literarisches Werk. Sie war und ist eine große Geschichtenerzählerin.
Der letzte der Autoren, den ich in meiner Reihe über die Beat Generation vorstellen möchte, ist Jack Kerouac. Ähnlich wie seine zwei Brüder im Geiste Allen Ginsberg und William S. Burroughs, lebt auch Kerouac ein exessives Leben, doch fanden die anderen beiden Wege damit umzugehen oder heraus, zerbrach er daran.
Jack Kerouac wurde 1922 unter dem Namen Jean-Louis Lebris de Kerouac in Lowell, Massachusetts, geboren. Seine Eltern waren Franco-Kanadier und so wurde bei den Kerouacs zuhause kaum Englisch gesprochen, sondern auschließlich der französische Dialekt Joual.
1940 bekam aufgrund seines Talents für Fußball ein Stipendium für die Columbia University in New York, von der er aber bereits ein Jahr später wieder verwiesen wurde, da er seinem Trainer erklärte, er wolle lieber schreiben statt Sport zu treiben.
Er meldete sich bei der Kriegs-und Handelsmarine und fuhr zur See. 1946 wurde er aber schon wieder aufgrund von psychischen Problemen entlassen.
Trotz allem trieb sich Kerouac immer noch auf dem Campus der Columbia umher, wo er dann u.a. Allen Ginsberg und William Burroughs begegnete.
Zunächst schrieb Jack auf seinen unzähligen Reisen durch die USA einen unveröffentlichten Roman nach dem anderen. Erst als seine bereits berühmt gewordenen Freunde, vor allem Allen Ginsberg, Kerouac öffentlich als “den Besten von ihnen” bezeichneten, begannen die Verleger sich für seine Werke zu interessieren. 1957 wurde dann sein wohl berümtestes Werk “On the Road” (zu deutsch “Unterwegs”) veröffentlicht.
Doch dann drehte sich der Ruhm um. Kerouac wurde als der Vorzeige-Beatnik in alle möglichen Talkshows eingeladen und zeitweise andauernd von Fotografen verfolgt.
Total überfordert zog er anfang der Sechziger wieder zu seiner Mutter und starb dann 1969 von Alkohol, Drogen und Depressionen zerfressen.
Jack Kerouacs literarisches Werk kann man mit Fug und Recht als ekstatisch beschreiben. Seine rauschhafte Sprache und seine Lebensgier sind einfach unersättlich. Vor allem das Bild des amerikanischen Außenseiters prägte er entscheidend.
Doch so schnell er lebte, so tragisch ging er auch daran zu Grunde.
Die Beat Generation hat viele gesellschaftliche Tabus und Klischees gebrochen und so einen neuen Weg der Freiheit versucht einzuschlagen. Ein wenig Beatnik würde heutzutage auch nicht schaden…