Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Was liegt näher als mit seinem unermesslichen großen Intellekt die Weltherrschaft an sich zu reißen? Genau das versucht der junge Cardel, denn er ist ein “Teuflisches Genie”. Und die australische Autorin Catherine Jinks schildert diese spannende Geschichte mit einer guten Portion rabenschwarzem Humor.

Cover zu “Teuflisches Genie”Hinter dem sieben Jahre alten Jungen Cadel Piggott versteckt sich ein gefährliches Genie, denn sein liebstes Hobby ist es Systeme zu analysieren und diese dann zu vernichten. So ist kein Computernetzwerk vor dem Kleinen sicher und seine Lehrer und Adoptiveltern sind machtlos. Diese bringen ihn aus Verzweiflung bei dem Psychologen Dr. Roth unter, der Cadel doch bitte beibringen soll, dass Computer nicht verwendet werden dürfen um Böses zu tun. weiterlesen »


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Das Erstlingswerk “Das Albtraumreich des Edward Moon” des britischen Kolumnisten Jonathan Barnes ist gleich auf Anhieb ein voller Erfolg. Ich muss ja sagen, bevor ich das Buch gelesen habe, dachte ich es wäre nur ein weiterer Terry-Pratchett-Verschnitt, der noch mal schnell auf den Fantasyzug aufspringen will. Ich wollt es schon wieder weglegen. Doch zum Glück hab ich es nicht getan.

Bereits der erste Absatz löst alle Vorurteile in Luft auf: “Seien Sie gewarnt. Dieses Buch besitzt keinen wie auch immer gearteten literarischen Wert. Es ist ein grässliches, gewundenes, zweifelhaftes Konvolut von Unsinnigkeiten, bevölkert von wenig überzeugenden Charakteren, geschrieben in trockener, öder Prosa, der öfteren lächerlich und gewollt bizarr. Es ist wohl überflüssig, hier anzumerken, dass Sie keiner Zeile Glauben schenken werden.”

Buchvover zu “Das Albtraumreich des Edward Moon”Und genau dieser Stil macht “Das Albtraumreich des Edward Moon” zu einem Lesevergnügen der besonderen Art. Es ist eine Mischung aus Fantasy, Horror und Krimi durchzogen mit dem typischen britischen, schwarzen Humor.

Das viktorianische London um 1900: Der Zauberer Edward Moon ist schon lange von seinem Job auf der Bühne gelangweilt und löst mit seinen immerhin fast 60 Jahren lieber Kriminalfälle. Eines Tages werden er und sein Assistent, ein zwei Meter großer schlafwandelnder Riese, zur Aufklärung einer Mordserie gerufen. (Allein schon die Morde könnten skurriler nicht sein… :D ) weiterlesen »


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Cover zu Gedichtsammlung von KästnerErich Kästner ist nicht nur ein toller Kinderbuchautor (”Pünktchen und Anton”, “Emil und die Detektive, “Das doppelte Lottchen”), sondern auch ein toller Dichter. Das beste an seinen Gedichten gefällt mir, wie auch bei Brecht oder Mühsam, dass er die kritisch, aber mit einem Augenzwinkern beobachtet.

Ohne Humor wäre einiges wohl schwerer zu ertragen und so lese ich Kästners Gedichte immer gerne, wenn ich an den Menschen und vor allem an der Politik zweifle bzw verzweifle.

Seine politischen Gedichte und Bücher wurden damals von den Nazis mit verbrannt, doch konnten seine Werke dadurch, oder wahrscheinlich gerade deshalb, wie bei vielen anderen Autoren auch nicht zerstört werden. Noch heute haben sie nichts an Aktualität verloren, was uns dieses Gedicht von Kästner beweist (auf zweierlei Hinsicht ;-) ):

Die Entwicklung der Menschheit weiterlesen »


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Ich glaube, jeder kennt ihn, jeder hat schonmal über seine Filme, seine Sketche oder seine Comics gelacht. Otto, der Ostfriesenjung von hinterm Deich, wurde letzte Woche 60 Jahre alt. Grund genug zu diesem Anlass eine Art Best-Of seines Schaffens herauzubringen.

Otto - Das Werk” hat alles, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. In umfangreich kommentierten Fotostrecken, meist in Schwarz-Weiß gehalten, werden Highlights aus seinem Leben und vor allem seiner Karriere dargestellt. Natürlich sind auch klassische Sketche und Lieder abgedruckt, von “Leber an Großhirn” bis “Theo, wir fahr’n nach Lodz”.

Auch zahlreiche von Otto natürlich selbst gezeichnete Cartoons bringen den Leser zum Lachen und machen einem bewusst, was für ein Allround-Talent der Mann auf seine Art war. Und was darf bei all dem nicht fehlen? Richtig, die Ottifanten. Als kleinen Gimmick enthält das Buch auch ein Ottifanten-Lesezeichen. weiterlesen »


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Cover zu “Bockmist”Den meisten wird Hugh Laurie wohl in seiner Rolle des Dr. House in der gleichnamigen Serie bekannt sein, doch er ist auch Autor. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich mir auch erst dachte: “Oh Gott, noch so ein Schauspieler, der mal eben kräftig absahnen will und seine Popularität für irgendeinen Mist, Bockmist eben, ausnützt.”

Doch da habe ich mich wirklich getäuscht. Das Buch ist eigentlich bereits 1996 erschienen und zwar unter dem Titel “Der Waffenhändler”. Doch da war Laurie noch nicht bekannt. Erst als Dr. House so ein Erfolg wurde haben windige Verlage das Buch wieder rausgekramt und ihm einen house-mäßigeren Titel verpasst, den ich übrigens ziemlich bescheuert finde. Und nun hält sich”Bockmist” seit Wochen in den Bestseller-Listen. Ist schon komisch wie das manchmal läuft. Kommerz hat halt so seine eigenen Wege…

Jedenfalls, hat “Bockmist” nichts mit Dr House zu tun. Es ist klassischer britischer Humor gepaart mit einem anderen britischen Vorzeigeexport, nämlich James Bond. Doch Hugh Laurie, der schon früher mal im Autorenteam der Serie “Black Adder” (genial von und mit Rowan Atkinson - kann ich nur empfehlen), macht seinen Protagonisten zu einem Bond wider Willen, den eher die Frauen um den Finger wickeln als umgekehrt. weiterlesen »


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Die Internet-Kriminalität könnte in Zukunft so aussehen: Orks und andere Monster überfallen Banken in Online-Rollenspielen. Das glaubt ihr nicht? Doch, was zunächst sehr lächerlich und absurd klingt könnte wirklich real werden. So zeigt es jedenfalls der Autor Charles Stross in seinem Buch “Halting State” auf.

Cover zu “Halting State”Dieses Buch ist in den aktuellen Medien fast unbeachtet geblieben und somit ein echter Geheimtipp. Stross gelingt es meisterhaft skurrile und absurde Elemente mit realem fundierten Fachwissen zu verknüpfen. So ist “Halting State” einerseits eine humorvolle Unterhaltung, andererseits aber auch eine irgendwie erschreckende Zukunftsvision: Ein Staat voller Überwachung, in dem die Online-Kriminalität sich mit immer neuen Wegen perfektioniert hat. Schäuble würde es wohl freuen.

Getarnt in einem Online-Rollenspiel à la World of Warcraft brechen virtuelle Charaktere in eine Bank ein und knacken die Datenbank. weiterlesen »


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Cover zu “Hirn ist aus”Momentan gibt es zum Glück wieder, neben dem Comedy-Boom, auch wieder eine Reihe von politischem Kabarett. Und eine, meiner Meinung nach, der besten ist “Neues aus der Anstalt”. Hier ziehen einmal im Monat Urban Priol und Georg Schramm mit ein paar Gästen vom Leder - und zwar so richtig, richtig gut eben.

Jetzt, wo sie sich alle in die wohlverdiente Sommerpause zurückziehen, kann man die Zeit zum Glück mit ihren Büchern gut überbrücken. Nachdem Georg Schramm bereits eine Art Best-Of seiner Texte herausgebracht hat, war nun auch Urban Priol an der Reihe.

Hirn ist aus” fasst zehn Jahre politisches Kabarett zusammen, zehn Jahre politischer Wahnsinn, zehn Jahre Heuchelei und Fassungslosigkeit. weiterlesen »


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Wohl kein anderer deutscher Dichter, außer vielleicht Ringelnatz, hat die Lyrik auf so absurde und satirische Weise geprägt, wie Christian Morgenstern.

Dass er auch die leisen Töne beherrschte haben wir erst nach seinem Tod dank seiner Frau erfahren, aber für die meisten Menschen wird Christian Morgenstern (näheres zur Bio wird folgen ;-) ) ewig mit seinem gekonnten Sprachwitz in Verbindung gebracht werden. weiterlesen »


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Ein Krimi für Jedermann

Autor: Nina
abgelegt in: Krimi

Cover zu “Laienspiel”Der schrullige und liebenswerte Kommissar Kluftinger aus dem Allgäu ist schon beinahe Kult. Nun ist vor kurzem sein neuester Fall aus der Feder des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr erschienen. Doch können sie in “Laienspiel: Kluftingers neuer Fall” an den Charme der drei Vorgänger anknüpfen?

Jein… Vorneweg, es ist wieder ein wirklich unterhaltsames Buch, es gibt natürlich einiges zu lachen und die Autoren bemühen sich sichtlich die Geschichte für jedermann zugänglich zu machen. Und genau darin liegt an manchen Stellen, und besonders in der Charakterzeichnung, der Hund begraben. Sie meinen es teilweise etwas zu gut. Weniger wäre an einigen Stellen wohl eher mehr gewesen. Das fängt schon beim Plot an:

Nachdem ein Student von österreichischen Polizisten über die deutsche Grenze gejagt wurde, erschießt er sich. Logischerweise ;-) zeigt es sich, dass er vor kurzem zum Islam übergetreten ist und Mitglied einer Terrorzelle ist, die im Allgäu einen Anschlag planen. Doch wo wird dieser Anschlag sein? Kluftinger ermittelt nun zusammen mit den Kollegen des BKA und aus Österreich. Doch ein Verdächtiger nach dem anderen kommt ums Leben…

Allgemein finde ich die Überspitzung der Angst vor der Terrorgefahr hier besonders gut gelungen (ein Anschlag im Allgäu! :D ), doch die Übertreibung wirkt manchmal dermaßen fehl am Platz, dass es einfach nicht zu passen scheint. Leider!

Desweiteren sind mir die Figuren, wie schon erwähnt, in diesem Buch zu überzogen. Waren Kluftinger und seine Kollegen in den Vorgängern noch einfach kauzig, skurril und liebenswürdig, so werden sie hier schon teils zu einer Farce. Zu viele Klischees tun keinem gut!

Trotzdem: Spannend ist er meist und alles in allem muss man aber sagen, dass “Laienspiel” aber ein ganz unterhaltsames Buch für Zwischendurch ist, in dem jeder etwas finden wird, nur leider kann es an die Vorgänger nicht ganz anknüpfen.


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Hagen Rether “liebt” immer noch

Autor: Nina
abgelegt in: Satire

Cover zu “LIEBE zwei”

Oh ja, ein Mann wie Hagen Rether hat bei seinen Auftritten sehr viel Liebe zu verschenken. Und was für eine! Mit einem freundlichen Lächeln setzt sich ein Barpianist ans Klavier, immer adrett gekleidet und die langen Haare brav zu einem Zopf gebändigt. Und was jetzt kommt, ist politisches Kabarett vom Feinsten…

Über ihn wurde ja schon viel berichtet: Er sei “schwarzhumorig”, “zynisch”, das Lachen würde einem manchmal im Halse stecken bleiben” und und und. Bei wem es letzteres tut, dem werden mit viel Glück ein paar Dinge klarer als vorher oder besser noch, sie fühlen sich selbst ertappt. Denn was Rether macht, ist im Grunde nichts anderes als die Wahrheit zu sagen.

Satz für Satz, Pointe für Pointe deckt er den täglichen Wahnsinn unserer Gesellschaft auf. Zu netter Klaviermusik zerlegt er präzise das System, das so offensichtlich brach liegt, was aber keiner sehen will. Als ich ihn das erste Mal hörte, war dermaßen dankbar, dass es noch solche Leute gibt. Sein Humor ist schwarz, aber wie könnte es angesichts unserer supermodernen Gesellschaft auch anders sein?! Zynisch ist unser System, nicht Hagen Rether!

In seinem zweiten Hörbuch “LIEBE zwei” kann man sich, wenn man ihn noch nie live oder im TV gesehen hat, was ich dringend empfehle :D , von einem Teil seines Programms überzeugen. Hier ist die Musik etwas weniger geworden, dafür aber die Pointen noch ein bisschen präziser.

Rether hat die Kunst ins Kabarett zurückgebracht. Er hat nicht wie viele andere jüngere Kabarettisten einfach kopiert oder ist, noch schlimmer, ins Comedyfach gewechselt, sondern hat eine komplett neue Art erschaffen. Seien es kleine Gesten, die viel ausdrücken oder fast schon Dada-Einlagen. Rether hat was zu sagen, und zwar wie…

Mir würden jetzt noch tausend Dinge einfallen, die ich euch erzählen könnte, aber im Grunde: ;-) Bildet euch eure eigene Meinung!


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