Büchervielfalt

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Archiv: Thriller

Ja, “Der Knochenjäger” von Jeffery Deaver ist eines der Bücher, von denen man nicht genau weiß, was man von ihnen halten soll. So ging es mit jedenfalls. Den Leuten, die jetzt die Verfilmung mit Angelina Jolie und Denzel Washington im Kopf haben, sei aber gesagt, dass das Buch jedenfalls um Längen besser ist als der Film.

Eigentlich hieß das Werk im Deutschen ursprünglich “Die Assistentin” wurde aber, nach dem doch recht erfolgreichen Film, nach dem Titel des selbigen in “Der Knochenjäger” umbenannt. Allein das ist schon irgendwie komisch und sorgt bei den Lesern ein wenig für Verwirrung. Und ähnlich gestaltet sich das Buch auch selbst. weiterlesen »


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Cover zu “Bockmist”Den meisten wird Hugh Laurie wohl in seiner Rolle des Dr. House in der gleichnamigen Serie bekannt sein, doch er ist auch Autor. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich mir auch erst dachte: “Oh Gott, noch so ein Schauspieler, der mal eben kräftig absahnen will und seine Popularität für irgendeinen Mist, Bockmist eben, ausnützt.”

Doch da habe ich mich wirklich getäuscht. Das Buch ist eigentlich bereits 1996 erschienen und zwar unter dem Titel “Der Waffenhändler”. Doch da war Laurie noch nicht bekannt. Erst als Dr. House so ein Erfolg wurde haben windige Verlage das Buch wieder rausgekramt und ihm einen house-mäßigeren Titel verpasst, den ich übrigens ziemlich bescheuert finde. Und nun hält sich”Bockmist” seit Wochen in den Bestseller-Listen. Ist schon komisch wie das manchmal läuft. Kommerz hat halt so seine eigenen Wege…

Jedenfalls, hat “Bockmist” nichts mit Dr House zu tun. Es ist klassischer britischer Humor gepaart mit einem anderen britischen Vorzeigeexport, nämlich James Bond. Doch Hugh Laurie, der schon früher mal im Autorenteam der Serie “Black Adder” (genial von und mit Rowan Atkinson - kann ich nur empfehlen), macht seinen Protagonisten zu einem Bond wider Willen, den eher die Frauen um den Finger wickeln als umgekehrt. weiterlesen »


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Träume süß, lieber Leser

Autor: Nina
abgelegt in: Thriller

Joy Fielding wird als die amerikanische Bestsellerautorin gehandelt und ihr Verlag hört auch nie auf dies zu betonen. Ein Buch nach dem anderen wird auf den Markt geschmissen, Hauptsache es verkauft sich gut und es sind viele Bücher.

Cover zu “Träume süß, mein Mädchen”Nur, weil jemand viel schreibt heißt das noch lange nicht, dass es gut ist, oder dass derjenige ein begnadeter Poet ist. Liebe Leser und Verleger, lasst den Autoren Zeit zu recherchieren und die Geschichte und die Charaktere gut zu entwickeln!

Ja, ich weiß, ich schweife schon wieder ab, aber all diese schnell, schnell, bedienen wir den Markt Bücher zersetzen nach und nach ihre Genre.

Und nun zu Fielding ;-) : Ihr Buch “Träume süß, mein Mädchen” war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste und Joy Fielding hat ja auch schon so manche nette, kurzweilige und spannende Geschichte geschrieben. Aber dieses Buch war dermaßen langweilig und so mit Klischees und Flachheit voll gepackt, dass ich es fast nicht bis zum Ende ausgehalten hätte (und das ist selten bei mir). Soll hier der Leser oder das Mädchen schlafen?

Jamie Kellog, 29 Jahre alt und natürlich immer noch auf der Suche nach der wahren Liebe, lernt Brad Fisher kennen. Er ist der Frauenschwarm schlechthin: lange braune Haare, ein nettes Lächeln und natürlich durchtrainiert und gut aussehend.

Als er Jamie zu einer Reise von Florida nach Ohio einlädt, sagt diese nicht nein. Alles scheint perfekt und bei diesem Mann soll alles anders werden… Denkste, Fisher ist ein gewalttätiger Psychopath, der Jamie an den Kragen will. Die Reise wird zum Alptraum…

Doch, dieser Alptraum ist für den Leser nichts weiter als eine zum Einschlafen lange Fahrt nach nirgendwo. Jamie, blöd und naiv, verfällt dem abgedroschenen Charme eines Möchtegern Casanovas, der dann natürlich ganz fies, gemein und brutal zu ihr ist. Etwas wie Spannung kommt gar nicht erst auf, man hat alles schon tausendmal woanders gesehen oder gelesen und das Ende ist so obligatorisch (ratet mal, wird es ein Happy End?) und vorhersehbar.

Fielding kann es mit Sicherheit besser!


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Ihr macht das Genre kaputt!

Autor: Nina
abgelegt in: Thriller

Und schon wieder halte ich einen Super-Mega-Bestseller, natürlcih einen Mystery-Thriller, in den Händen. Warum werden diese Bücher nur immer so gut verkauft?! Schon wieder ist ein klassisches Thema durch den Fleischwolf gedreht worden. Man hat all diese Motive schon tausendmal gelesen und gehört. Und nicht einmal mehr Spannung kann so in ein eigentlich dazu gedachtes Genre kommen. Absolute Zeitverschwendung! Danke Konsum!

Cover zu “616″Und nun ratet mal, von welchem Thema ich spreche: Bravo! Es gibt in diesem Fall zwei Möglichkeiten: Geheimbünde oder der Teufel, oder am besten beides.

So auch in dem schon fast als Meisterwerk gepriesenen (so viele Meisterwerke auf einmal :-) ) Thriller mit dem genialen Titel “616 - Die Hölle ist überall” des spanischen Autorenduos David Zurdo und Angel Gutiérrez.

Der Jesuitenpater David Cloister (einfallsreicher Nachname!), Mitglied der vatikanischen Geheimorganisation (Achtung, noch so’n toller Name!) “Wölfe Gottes”, erforscht weltweit paranormale Phänomene. Er ist im Auftrag des Herrn unterwegs… :-) Diese Organisation soll sogar die Macher von Akte X bei einigen Folgen beraten haben. (Ich schmeiß mich weg :D) Jedenfalls untersucht Cloister die Gebeine eines Priesters, der heilig gesprochen werden soll. Diese sind alle zerbrochen, der Sarg ist von innen zerkratzt und es sind die Worte “Todo es infierno - Die Hölle ist überall” eingeritzt.

Zudem häufen sich Berichte von Nahtoderfahrungen, die, statt des berühmten weißen Lichts, Dunkelheit und Schreie gesehen haben. Ganz klarer Fall der Teufel, mal wieder höchstpersönlich, steckt dahinter…

Cloisters Weg kreuzt sich mit einer Psychologin, die einen Patienten behandelt, der von grausamen Visionen geplagt wird.

Teils gemeinsam kommen sie Luzifer, dem Schrecklichen, auf die Spur…

Toll, oder? Und jetzt sagt mir noch, dass hier keine Klischees verbraten wurden und die Autoren mit billiger Konstruktion auch in erster Linie kein Geld verdienen wollten, sondern uns spannend unterhalten oder uns eine tiefere Weisheit mitteilen.

Exorzismen, eine problembelastete Psychologin (, die von einem Feuerwehrmann beschützt wird, Hach!), der Teufel himself, Nahtoderfahrungen, eine geheime Oragnisation und natürlich die Nahtoderfahrungen sind in “616″ genauso langweilig und einfallslos beschrieben, wie hier aufgereiht. Man kommt aus dem Gähnen gar nicht mehr heraus. Die Charaktere sind so flach und erreichen nicht mal annähernd eine kleinere weitere Dimension.

Und das furchtbare Ende, das jede kitschige Heiligenikone daneben verblassen lässt, ist dann der letzte Sargnagel für das Buch. Klappe zu, Affe tot, Leser sauer. Wenn man so etwas liest wünscht man sich fast die Inquisition zurück. :-) Ihr seht, ich bin begeistert…


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Moon-süchtig?

Autor: Nina
abgelegt in: Buchneuerscheinung, Krimi, Thriller

Richard Montanari hat nun seinen dritten Roman um die Detectives Kevin Byrne und Jessica Balzano veröffentlicht und ihm ist es gelungen die Spannung der beiden Vorgänger in “Lunatic” sogar noch zu erhöhen.

Cover zu “Lunatic”Am Ufer des Schykill Fluss bei Philadelphia wird eine junge Frau gefunden. Von weitem erkennt man gar nicht, was mit ihr los ist, doch kommt man näher stellt man fest, dass sie tot ist. Sie wurde anscheinend erdrosselt und dann in ein weißes Kleid gesteckt und in sitzender Pose am See platziert. Doch am bizarrsten ist wohl, dass der Mörder ihr die Füße abgesägt hat, die ein paar Meter weiter in rote Schuhe gesteckt gefunden werden.

Die beiden Detectives Byrne und Balzano werden auf den Mord angesetzt. Schnell gibt es einen zweiten Mord, ebenfalls am Schykill Fuss und wieder ist die Frauenleiche bizarr inszeniert. Die ersten Ermitlungen führen in eine Sackgasse. Und während sich die Medien auf die Morde stürzen und den Serienkiller “Moon” nennen, wird auch ein hochrangiger Polizist ermordet. Doch wie hängen diese beiden Fälle zusammen?

Den beiden Ermittlern dämmert es erst als es schon fast zu spät ist, denn auch Balzano und gerät in Moons Visier…

Zunächst einmal muss man bei “Lunatic” zugeben, dass das Klischee des genialen Serienkillers ja schon fast ausgelutscht ist. Und auch die problembelasteten Cops sind nicht wirklich neu. Aber Montanari gelingt es seine Geschichte so temporeich und spannend voranzutreiben, dass die flachen Charktere fast schon zur Nebensache werden.

Bis zum Ende führt einen der Autor in die Irre, was das Ende dann besonders gut macht.

Gefallen hat mir auch der schwarze Humor, der zwischendrin mal durchscheint, und die enfallsreichen und merkwürdigen Inszenierungen der Leichen. (Bäähh, ich weiß… :-) )

Richard Montanari hat hier bestimmt kein Meisterwerk geschrieben und moon-süchtig wird man auch nicht werden, aber man ist für eine Zeit gut unterhalten und wird es auch nicht bereuen es gelesen zu haben. Der perfekte Happs für Zwischendurch…


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Cover zu “Die Teufelsformel”Tagtäglich sind wir bewusst oder unbewusst unzähligen Überwachungs- und Manipulationssystemen ausgesetzt. Einige wenige versuchen auf unsere Kosten ihren Reichtum noch zu vergrößern. Der gläserne Mensch ist schon lange kein Bild mehr aus irgenwelchen Science-Fiction Romanen oder Filmen.

Diese Fakten hat der französische Autor Maxime Chattam genommen und einen spannenden Thriller mit dem, wie ich finde, etwas unpassenden Titel “Die Teufelsformel” drumherum geschrieben. Wobei ich die Geschichte ganz gut, die gesellschaftskritischen, ja fast schon aufklärerischen Fakten hingegen grandios dargestellt und zusammengefasst fand.

Eines Tages wird die junge Pariserin Yael Mallan von merkwürdigen Ereignissen geplagt. Ihr Laptop scheint aus dem Nichts mit ihr zu kommunizieren und merkwürdige Schatten in Spiegeln senden ihr Botschaften. Schnell zweifelt sie an ihrem Verstand. In ihrer Ratlosigkeit bittet sie den Journalisten Thomas, eine Zufallsbekanntschaft aus einer Bar, um Hilfe. Gemeinsam werden sie von mächtigen Männern gejagt, die anscheinend einer Art Geheimbund angehören und die Menschen nach ihren Wünschen manipulieren.

Sie erhalten weiterhin merkwürdige Botschaften, die sie mehr und mehr auf die Fährte der sogenannten SCHATTEN bringen, doch auch die Gegenseite schläft nicht. Eine Horde Auftragskiller im Nacken ist ihre einzige Chance zu überleben, die Existenz besagter SCHATTEN aufzudecken.

Schutz und Hilfe finden sie bei dem Botschaftersohn Kamel, dessen Blogeinträge zwischendrin immer mal wieder die Handlung unterbrechen.

Autor Maxime ChattamUnd genau diese Blogs haben mir wirklich sehr gut gefallen. Kamel deckt peu à peu die Machenschaften unseren heutigen politischen und wirtschaftlichen Systeme auf. Die Politiker sind eigntlich nur noch Marionetten großer Wirtschaftsbosse, die unser Geschick zu ihren Gunsten hin lenken. Katastrophen wie der 11. September werden benutzt um ihre eigentlichen Ziele durchzusetzen. Ja, sie sind sogar mit Absicht angezettelt, denn ängstliche Mensche kann man am besten manipulieren.

Kamels Texte sind keine bloßen Thriller-Dan-Brown-Verschwörungstheorien, sondern nachprüfbare und wahre Fakten. Chattam deckt hier in einer einfach verständlichen Sprache und einer unterhaltsamen und spannenden Geschichte die Missstände unserer westlichen Systeme auf. Der Leser wird mehrmals zum Nachdenken, Hinsehen und vor allem Nachprüfen und Recherchieren der Tatsachen angeregt.

Nett finde ich auch die Musiktipps die der Autor am Anfang des Buches dem Leser gibt um sich in die richtige Stimmung zu versetzen. Das Ende war einfallsreich, gut geschrieben und zur Geschichte absolut passend.

Es wäre wirklich schön, wenn es mehr Thriller solcher Art geben würde, denn wenn man schon auf Verschwörungstheorien rumreitet, kann man gleich die echten “Fehler im System” darlegen.

Gesellschaftkritik in leichter, verständlicher, unterhaltsamer und vor allem spannender Kost. Viel Spaß beim Verschlingen, Verdauen und vor allem beim Wirken lassen!


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Cover zu “Vergebung”2004 starb der Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson im Alter von nur 50 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes. Vor seinem plötzlichen Tod konnte er noch die Thriller-Trilogie um die Fälle von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander vollenden.

Nun ist der letzte Band unter dem Titel “Vergebung” (nach “Verblendung” und “Verdammnis”) auch auf Deutsch erschienen. Aber das Warten hat sich gelohnt. Zum Schluss hin zog Larsson noch einmal alle Register. Das Ergebnis ist eine temporeiche Geschichte, die einen von Anfang an in seinen Bann zieht.

Nachdem Lisbeth Salander mit einem Kopfschuss ins Krankenhaus eingeliefert wird und erst in letzter Sekunde gerettet werden kann, wird klar, das auch Zalatschenko, den Blomkvist und Salander schon in “Verdammnis” gejagt haben, ebenfalls überlebt hat und erneut hinter der Ermittlerin her ist. Doch auch der schwedische Geheimdienst beschließt, das Salander das Krankenhaus nicht lebend verlassen soll. Salander hat durch Zalatschenko Wissen über geheime Spionageangelegenheiten, das den ganzen Apparat zu Fall bringen lassen könnte. Sie soll also auch mundtot gemacht werden und wird zusätzlich des Mordes beschuldigt.

Cover zu “Verdammnis”Unterdessen arbeitet der Journalist Blomkvist fieberhaft daran dieUnschuld Lisbeth Salanders zu beweisen. Ein spannender Wettlauf beginnt…

Vor allem die plötzlichen Wendungen machen das Buch zu einer spannenden Angelegenheit. Manchmal wirken die Zufälle allerdings ein wenig an den Haaren herbeigezogen, aber der gute Sprachstil und das rasante Tempo machen das wieder wett. Auch die Figurenzeichnung ist sehr überzeugend.

Cover zu “Verblendung”Man sollte allerdings vielleicht am besten die ersten beiden Teile gelesen haben, da die unterschiedlichen Charaktere gerade am Anfang etwas verwirrend sein können.

Schade, dass man von Stieg Larsson nichts weiteres mehr lesen wird. Er hätte uns bestimmt noch viele unterhaltsame Thriller- und Krimistunden beschehren können.


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Cover zu “Sniper”Millionen Thriller-Fans weltweit dürften darauf gewartet haben und endlich ist er da: der neueste Fall des knallharten Top-Ermittlers Jack Reacher. Sein Schöpfer Lee Child hat sich mit einer Fortsetzung lange Zeit gelassen, doch es hat sich gelohnt. Das Buch übertrifft seine Vorgänger sogar noch.

In “Sniper” führt es Jack Reacher, auch hier cooler als Eis, in den Mittleren Westen der USA. Hier hat ein Scharfschütze scheinbar wahllos in die Menge geschossen und fünf Menschen dabei getötet. Alle Indizien deuten auf James Barr hin, der schon einmal während seiner Army-Zeit als Sniper 4 Kammeraden erschossen hat.

Barr kam damals nur aus politischen Gründen frei und Jack Reacher hatte gegen ihn ermittelt. Diesmal will Reacher ihn ein für alle Mal hinter Gittern bringen. Doch im Gegensatz zu damals, behauptet Barr er habe den Mord nicht begangen und verlangt ausdrücklich nach Jack Reacher.

Dem kommen nun während seinen Ermittlungen Zweifel. Der Tatbestand ist zu eindeutig, verdächtig eindeutig. Reacher stößt auf Geheimnisse und Intrigen, die ihn sogar zu Verrätern innerhalb der Polizei führen…

Wie auch schon in den Vorgängerromanen spiel Jack Reacher hier den knallharten Cop, dem niemand so schnell etwas vormachen kann. Doch in “Sniper” kommen ihm wenigstens auch mal Zweifel an seiner Person, aber keine Angst, auch die werden souverän gelöst. ;-)

Die Figur orientiert sich sehr am amerikanischen Heldenmythos und erinnert so an Action-Klassiker mir Clint Eastwood oder Charles Bronson. Nichtsdestotrotz ist Jack Reacher nicht nur stupide Action, sondern spannend und intelligent durchdacht.

Das rasante Tempo, das der Roman stets an den Tag legt und ihn auch aus macht, lässt einen so schnell nicht mehr los.

Mit “Sniper” schildert der Autor Lee Child zusätzlich die amerikanische Angst vor Anschlägen und dem Tod aus dem Hinterhalt, so dass das Buch auch eine aktuelle Ebene bekommt.

Wer auf spannende Action und knallharte Ermittlungen, die stets intellignet verpackt sind, steht wird von “Sniper” sicherlich nicht enttäuscht sein.


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Für ihre Verfilmung des Buches “No country for old men” (zu deutsch: “Kein Land für alte Männer”) sind die Coen-Brüder bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gleich mehrfach ausgezeichnet worden. Dies lag, meiner Meinung nach, zu einem Großteil an der wunderbaren Buchvorlage vom amerikanischen Schriftsteller Cormac McCarthy, die jetzt endlich auch in der deutschen Übersetzung zu haben ist.

“Kein Land für alte Männer” ist ein Thriller, der oberflächlich betrachtet im Gewand eines blutrünstigen Western daher kommt. Bei näherem Hinsehen, und vor allem zu Ende hin, entdeckt man teils aber auch philosophische Ansätze zu Themen wie Tod oder Schicksal. Es ist ein hoffnungsloser Reigen um Gewalt, Brutalität, Kaltherzigkeit, Gier und das Böse im Menschen an sich. Die Protagonisten können meist nichts für ihr Verhalten, da das Leben oder das Schicksal sie zu dem gemacht hat, was sie sind.

Nun zur Geschichte: Der Vietnam-Veteran und Hobbyjäger Llewlyn Moss trifft in der Wüste auf eine grausame Szenerie. Drei von Kugeln zerschossene Wagen stehen an der amerikanischen Grenze zu Mexico. Die Fahrzeuginsassen sind allesamt tot, aus einer Tür rieselt Heroin und ein paar Meter weiter findet er einen Mann, mehr tot als lebendig, der ihn um einen Schluck Wasser bittet. Neben diesem Kerl liegt ein Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Moss nimmt kurzerhand das Geld und verschwindet.

Cover zu “Kein Land für alte Männer”In der Nacht kehrt er aber mit einer Wasserflasche zurück, da ihm der Überlebende einfach nicht aus dem Kopf geht. Doch vor Ort warten bereits bewaffnete Gangster auf ihn. Er kann gerade noch entkommen und es beginnt eine erbarmungslose Verfolgungsjagd zwischen Moss, den Dealern, dem psychotathischen Killer Chigurh, der auch noch auf Moss angesetzt ist, einem Privatdetektiv und der Polizei.

McCarthy zeigt uns eine Welt, in der das Töten und die Gewalt zum normalen Beiwerk gehören. In einem rasanten Tempo jagt der Roman vor sich hin und man ist von Beginn an von den Charakteren und vor allem der Sprache fasziniert. Sie ist kühl, distanziert und auf das Wesentliche reduziert, und doch schafft er es unglaublich intensive und detailreiche Beschreibungen zu liefern.

Je mehr das Buch voranschreitet, desto mehr wird das rein Spektakel Gewalt zu dem, was es eigentlich ist, nämlich Leid, Elend und Zerstörung.

Ein wirklich, wirklich gutes Buch, das einen von Beginn an fesselt, verstört und mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt.

Bleibt zu hoffen, das der Autor Cormac McCarthy, der bereits unzählige andere Bücher veröffentlicht hat, durch die Verfilmung auch in Deutschland endlich die verdiente Anerkennung bekommt.


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Der 77. Grad

Autor: Nina
abgelegt in: Thriller

Cover zu “Der 77. Grad”Ich lese ja eigentlich ganz gerne Mystery-Thriller, aber mittlerweile geht mir dieser kommerzille Hype wirklich auf die Nerven. Jede kleinste historische Tatsache, die bei drei nicht auf den Bäumen ist, wird in Romanform gepresst und zu einer Pseudoverschwörungstheorie gewaltsam zusammengedröselt.

So auch bei “Der 77. Grad” von Bill Napier, dem man eigentlich als Professor für Astronomie ein wenig mehr Verständnis zutrauen könnte. Aber Pustekuchen…

Die Geschichte ist schnell erzählt, da man das Grundgerüst schon tausendmal so gelesen hat: Mann entschlüsselt geheime Botschaft, entdeckt etwas Sensationelles, wird verfolgt.

Also, gut :-) : Der Buchhändler Harry Blake (schon der Name ist einfallsreich!) erhält von einem reichen englischen Lord (!) den Auftrag ein 400 Jahre altes Manuskript aus seinem Familienbesitz zu entschlüsseln. Und schon passiert ein Mord und andere Leute bieten ihm horende Summen für das Manuskript.

Sir Walter RaleighBlake lehnt aber ab und beginnt das Werk zu entschlüsseln. Es handelt sich um das Tagebuch des Schiffsjungen Ogilvie, der an einer Expedition von Sir Walter Raleigh zum 77. Grad, dem sogenannten “Längengrad Gottes”, teilnimmt.

Schnell merkt Blake, dass es sich bei dem Manuskript um mehr als nur ein Tagebuch handelt. In ihm ist ein dunkles Geheimnis verborgen. Wird es Blake und seinen Mitstreitern gelingen das Geheimnis zu entschlüsseln? Wer sind die mysteriösen und gewalttätigen Verfolger?

Und die Antworten sind ebenso einfallslos wie offensichtlich. Auch die Charaktere sind absolut hölzern, ohne jegliches Einfühlungsvermögen gezeichnet und dermaßen klischeebehaftet dargestellt, dass einem schon allein dadurch jeglicher Lesespaß vergeht. Je länger das Buch wird, desto konstruierter wirkt zudem die Geschichte.

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie Autoren schnelles Geld mit dem gegenwärtigen Trend verdienen wollen, aber dabei Recherche, Spannung und vielschichtige Figuren auf der Strecken lassen.

Dieses Buch würde ich keinem empfehlen, es sei denn er will einen Langeweiletod sterben oder eine Anleitung lesen zum Thema “Dinge, die ich beim Romanschreiben niemals tun sollte.”


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