Joy Fielding ist eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen im Genre des Psychothrillers. Ihr erstes Buch kam 1972 auf den Markt und seitdem werden, fast im Jahresabstand, Bücher von ihr veröffentlicht. So auch dieses Jahr: “Die Katze”.
Joy Fielding lebt und arbeitet in Kanada, wo sie auch englische Literatur studiert hat. Zunächst begann sie eine vielversprechende Karriere im Film-Bereich, doch kehrte sich bald wieder ihrer wahren Bestimmung zu: Dem Schreiben.
1972 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel: The Best of Friends. Mit dem Buch “Lauf, Jane, Lauf” (im Original “See Jane Run”) gelang ihr der internationale Durchbruch.
Dem Genre des Thrillers blieb sie Zeitlebens treu und so ist ihr neuestes Werk “Die Katze” (Charley’s Web) ebenfalls ein Thriller der im Random-Verlag erschien. In Deutschland verlegt ihr Buch der Goldmann-Verlag.
In dem aktuellen Buch geht es, wie so oft in Joy Fieldings Büchern, um eine Frau, die in Florida wohnt. Charley Webb ist allein erziehende Mutter mit zwei Kindern und von Beruf Journalistin. Alles verläuft in geordneten Bahnen, bis sie eine E-Mail erhält, in der ihr eine dreifache, zum Tode verurteilte Mörderin die Exklusiv-Story an ihrem Leben anbietet.
Zögernd nimmt Charley die Story an und schon beginnt ein Teufelskreis. Sie bekommt Drohbriefe, die ihr Leben und das Leben ihrer Kinder gefährdet.
Inhaltlich bleibt sich Joy Fielding mit ihrem Roman treu. Denn es sind immer gebildete Frauen in US-amerikanischen Großstädten mit Kindern, die den blanken Horror aushalten müssen.
Als Hard-Cover gibt es dieses Buch bereits für 19,95 Euro im Goldmann-Verlag.
Endlich ist er da, der neue John le Carré: In “Marionetten” beschäftigt er sich mit dem 11. September und seinen Folgen. Unter dem Deckmantel der Sicherheit wird jeder zum Verdächtigen und der Staat benutzt diesen Vorwand für Gesetzesänderungen und Einschränkungen der Freiheitsrechte.
Das Buch ist damit hochaktuell und zeigt uns das Chaos unserer eigenen Gesellschaft und vor allem deren Systeme, allen voran hier die Geheimdienste, auf. Inspiriert wurde der Autor le Carré, der in den 1960er Jahren selbst zum britischen Geheimdienst MI6 gehörte, vom Schicksal des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz, der zu Unrecht dort festgehalten und brutal gefoltert wurde. weiterlesen »
Nach seinem viel gelobten und furiosen Roman “Der Schatten des Windes” wurde es erst einmal ruhig um Carlos Ruiz Zafón. Nun ist er mit seinem sechsten Buch (die ersten vier wurden noch nicht auf deutsch übersetzt) “Das Spiel des Engels” zurück und kann locker an damalige Erfolge anknüpfen.
Auch, wenn ein paar das Gegenteil behaupten, kann “Das Spiel des Engels” locker mit seinem Vorgänger mithalten. Es zieht einen genauso in den Bann und man trifft auch hier und da auf bekannte Figuren. In Sachen Sprache kann man beim Autor eindeutig eine Entwicklung feststellen. Er geht sicherer mit den Worten um und traut sich auch mehr. Nicht, dass er die Sprache aus “Der Schatten des Windes” übertrifft, sondern man merkt genau wie Zafón seinen eigenen Stil findet und immer weiter ausbaut.
Die Geschichte entführt uns in die Zeit vor dem spanischen Bürgerkrieg. In Barcelona ist der junge David Martín Laufbursche für eine Zeitungsredaktion. Als ein Artikel ausfällt, darf David einspringen. Ab da darf er immer mehr Beiträge verfassen. Nach und nach beginnt er auch unter aufgezwungenen Pseudonym Schauergeschichten zu schreiben, die zum Erfolg werden. Doch dieser anfängliche Höhenflug verwandelt sich schnell in Missmut… weiterlesen »
Gestern lief der Film “Der ewige Gärtner” auf Sat1 und ich wurde wieder an das gleichnamige wunderbare Buch von John Le Carré erinnert. Es ist ein schockierendes und aufrüttelndes Werk, eben so wie der Film, der einem das grausame Ausbeuten von ärmeren Ländern unserer westlichen Welt drastisch vor Augen führt.
Wir alle ruhen uns auf dieser Ausbeutung aus und können gleichzeitig nicht anders. Und genau diesen Zynismus konnte man auch gestern vor der Glotze wieder sehen. Am Ende, als man gerade kranke, hungernde, afrikanische Kinder sah, blendete der Sender eine Vorschau für den “Prinz von Zamunda” ein und zwischendrin konnte man natürlich wieder den Produktinformationen lauschen, die sich zum Teil auch noch um Medikamente und andere Dinge drehten, die mit größter Wahrscheinlichkeit auch auf Kosten Afrikas oder Südamerikas zu uns nach Hause kommen.
Okay, aber erst mal zur Story: Im Nairobi des Jahres 2000 tummeln sich elitäre britische Diplomaten, abgeschottet von Hunger und Elend um sie herum. Diese Welt wird scheinbar erschüttert als die Leiche der engagierten Tessa Quayle grausam zugerichtet in der Wildnis gefunden wird. Sie war die Frau des Diplomaten Justin Quayle und hat, ohne, dass ihr Mann davon wusste, auf eigene Faust gegen die üblen Machenschaften eines Pharmakonzerns ermittelt. weiterlesen »
Was gibt es über diesen wohl größten alle Autoren nicht alles für Mythen, Geschichte und Legenden… Gab es William Shakespeare wirklich? War sein Name nur ein Pseudonym einer großen Persönlichkeit? Oder waren es gar mehrer Autoren, die an seinen Werken schrieben? Die Literaturprofessorin Jennifer Lee Carrell fügt all diesen Mutmaßungen nun mehr oder weniger noch eine weitere Episode hinzu.
In ihrem ersten Buch “Die Shakespeare-Morde” geht es um die Shalespeare-Expertin Kate Sheldon, die ein Engagement als Regisseurin am berühmten Globe Theatre in London annimmt. Überraschen bekommt sie von ihrer alten Mentorin, der Literaturprofessorin Rosalind Howard, genannte Ros, Besuch, die ihr von einer großen Entdeckung berichten möchte. Doch dazu kommt sie nicht, denn auf den Tag genau 391 Jahre später, nachdem das Globe zur Zeit von Shakespeare brannte, steht es nun wieder in Flammen und Ros stirbt. Doch nicht durch das Feuer, sondern durch eine tödliche Injektion. weiterlesen »
Ob Simon Kernick ein Meister der Spannung ist? Ja, das ist er auf jeden Fall, was er auch in seinem nach zwei Jahren auch in Deutschland erschienenen Buch “Gnadenlos” eindrucksvoll unter Beweis stellt. Doch dafür sind Geschichte und Figuren ziemlich platt…
Tom Meron ist ein biederer IT-Verkäufer, der mit seiner Frau und seinen Kindern ein ruhiges Leben in einem Londoner Vorort fristet. Doch eines Tages geschieht ein Alptraum: Es ist ein ruhiger Samstag, die Kinder spielen im Garten und Tom will sich einfach nur entspannen, als plötzlich das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist sein alter Schulfreund und Trauzeuge Jack Calley, der nur noch ein paar Sätze stammeln kann: “Hilf mir. Du musst… Oh, mein Gott, sie kommen. Jesus Maria!” Und dann hört er noch wie Jack seine Adresse stammelt. Auf einmal ist Ruhe. Jack wurde offensichtlich umgebracht. weiterlesen »
Der Debütroman der irischen Autorin Tana French ist gleich ein voller Erfolg. Bei all dem Schund, der z.Z. gerade im Bereich Thriller auf den Markt gehauen wird, ist es gar nicht so leicht, noch spannende und gleichzeitig sprachlich gewandte Bücher zu finden, aber “Grabesgrün” ist so eins.
Ich muss ja sagen, ich habe ein Faible für viele Thriller und Krimis aus Großbritannien oder Irland, da sie meist in eine düstere und mysteriöse Atmosphäre gehüllt sind. Und dies gilt besonders für Tana French’s “Grabesgrün”.
Im Jahr 1984 wird der 12-jährige Adam Robert Ryan total verstört im dichten Wald von Knocknaree aufgefunden, von seinen beiden andere Freunden fehlt jede Spur. Offentsichtlich ein Verbrechen, das auch bis heute, wo Ryan selbst Ermittler bei der Kriminalpolizei ist, nicht augeklärt werden kann, wohl vor allem auch deswegen, weil er sich an nichts mehr erinnern kann, was damals passiert ist. weiterlesen »
Ja, “Der Knochenjäger” von Jeffery Deaver ist eines der Bücher, von denen man nicht genau weiß, was man von ihnen halten soll. So ging es mit jedenfalls. Den Leuten, die jetzt die Verfilmung mit Angelina Jolie und Denzel Washington im Kopf haben, sei aber gesagt, dass das Buch jedenfalls um Längen besser ist als der Film.
Eigentlich hieß das Werk im Deutschen ursprünglich “Die Assistentin” wurde aber, nach dem doch recht erfolgreichen Film, nach dem Titel des selbigen in “Der Knochenjäger” umbenannt. Allein das ist schon irgendwie komisch und sorgt bei den Lesern ein wenig für Verwirrung. Und ähnlich gestaltet sich das Buch auch selbst. weiterlesen »
Den meisten wird Hugh Laurie wohl in seiner Rolle des Dr. House in der gleichnamigen Serie bekannt sein, doch er ist auch Autor. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich mir auch erst dachte: “Oh Gott, noch so ein Schauspieler, der mal eben kräftig absahnen will und seine Popularität für irgendeinen Mist, Bockmist eben, ausnützt.”
Doch da habe ich mich wirklich getäuscht. Das Buch ist eigentlich bereits 1996 erschienen und zwar unter dem Titel “Der Waffenhändler”. Doch da war Laurie noch nicht bekannt. Erst als Dr. House so ein Erfolg wurde haben windige Verlage das Buch wieder rausgekramt und ihm einen house-mäßigeren Titel verpasst, den ich übrigens ziemlich bescheuert finde. Und nun hält sich”Bockmist” seit Wochen in den Bestseller-Listen. Ist schon komisch wie das manchmal läuft. Kommerz hat halt so seine eigenen Wege…
Jedenfalls, hat “Bockmist” nichts mit Dr House zu tun. Es ist klassischer britischer Humor gepaart mit einem anderen britischen Vorzeigeexport, nämlich James Bond. Doch Hugh Laurie, der schon früher mal im Autorenteam der Serie “Black Adder” (genial von und mit Rowan Atkinson – kann ich nur empfehlen), macht seinen Protagonisten zu einem Bond wider Willen, den eher die Frauen um den Finger wickeln als umgekehrt. weiterlesen »
Joy Fielding wird als die amerikanische Bestsellerautorin gehandelt und ihr Verlag hört auch nie auf dies zu betonen. Ein Buch nach dem anderen wird auf den Markt geschmissen, Hauptsache es verkauft sich gut und es sind viele Bücher.
Nur, weil jemand viel schreibt heißt das noch lange nicht, dass es gut ist, oder dass derjenige ein begnadeter Poet ist. Liebe Leser und Verleger, lasst den Autoren Zeit zu recherchieren und die Geschichte und die Charaktere gut zu entwickeln!
Ja, ich weiß, ich schweife schon wieder ab, aber all diese schnell, schnell, bedienen wir den Markt Bücher zersetzen nach und nach ihre Genre.
Und nun zu Fielding
: Ihr Buch “Träume süß, mein Mädchen” war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste und Joy Fielding hat ja auch schon so manche nette, kurzweilige und spannende Geschichte geschrieben. Aber dieses Buch war dermaßen langweilig und so mit Klischees und Flachheit voll gepackt, dass ich es fast nicht bis zum Ende ausgehalten hätte (und das ist selten bei mir). Soll hier der Leser oder das Mädchen schlafen?
Jamie Kellog, 29 Jahre alt und natürlich immer noch auf der Suche nach der wahren Liebe, lernt Brad Fisher kennen. Er ist der Frauenschwarm schlechthin: lange braune Haare, ein nettes Lächeln und natürlich durchtrainiert und gut aussehend.
Als er Jamie zu einer Reise von Florida nach Ohio einlädt, sagt diese nicht nein. Alles scheint perfekt und bei diesem Mann soll alles anders werden… Denkste, Fisher ist ein gewalttätiger Psychopath, der Jamie an den Kragen will. Die Reise wird zum Alptraum…
Doch, dieser Alptraum ist für den Leser nichts weiter als eine zum Einschlafen lange Fahrt nach nirgendwo. Jamie, blöd und naiv, verfällt dem abgedroschenen Charme eines Möchtegern Casanovas, der dann natürlich ganz fies, gemein und brutal zu ihr ist. Etwas wie Spannung kommt gar nicht erst auf, man hat alles schon tausendmal woanders gesehen oder gelesen und das Ende ist so obligatorisch (ratet mal, wird es ein Happy End?) und vorhersehbar.
Fielding kann es mit Sicherheit besser!