Jaja, mal wieder dürfen wir mit einem Dan Brown Hype rechnen. Nach “Sakrileg - The Da Vinci Code” kommt nun die zweite Verfilmung eines Dan Brown Schinkens in die Kinos. Diesmal gehts an “Illuminati - Angels and Demons”, das eigentlich noch vor Sakrileg auf den Markt gekommen ist.
Wie kommt es zu solch einem Megahype wie bei Dan Brown? Im Prinzip ist es ein einfaches Rezept: Man nehme einen Superhelden, der vom Job her eigentlich gar keiner ist (das Prinzip der Action-Archäologie lässt grüßen
), mixe ihn zusammen mit gefährlichem Halbwissen, banalen Verschwörungstheorien, ein wenig Kirchenkritik, einer schönen und mutigen Frau, einer Bombe und einem irren Killer und heraus kommt der Stoff aus dem Bestseller sind. Im Grunde ja alles ganz spannend, geht man von vorne an diesen Roman heran, mit dem Wissen, dass es sich um bloße und vor allem schamlos zusammengewürfelte Fiktion handelt.
Was das Ganze dann aber gefährlich macht, ist die Tatsache, dass sowohl Buch als auch Autor sich enorm wichtig und ernst nehmen, dass der nicht so kundige Leser den Eindruck bekommen könnte, all die abstrusen Behauptungen dieses modernen “Märchens” seien wahr. Und so wird das dann ja auch immer vermittelt: tausend Dokus über Browns Theorien, allen voran natürlich “Galileo Mystery“, die Meister des unnützen und kruden Halbwissens… weiterlesen »
Nachdem Jennifer McMahons Debüt “Das Mädchen im Wald” noch einigermaßen spannend war und wenigstens in Ansätzen als Thriller bezeichnet werden konnte, erreicht der Nachfolger “Die Insel der verlorenen Kinder” nicht einmal mehr das.
Irgendwie fühlt man sich ein wenig verschaukelt, denn von neuen Einfällen kann in weiten Teilen keine Rede sein. Wieder geht es um ein Dorf, das durch vehementes Schweigen ein Verbrechen deckt, wieder steht eine mehr als flache Protagonistin im Zentrum, die natürlich als einzige den Mut hat zu ermitteln, und wieder spielt die Handlung auf zwei Zeitebenen: Kindheit und Gegenwart. Nur das Okkulte wurde herausgelassen.
Und so lamentiert sich die Autorin Jennifer McMahon von einer Seite zur nächsten. Man könnte locker etliche Passagen überspringen und würde irgendwie immer noch in der Geschichte sein, die einfach nicht von der Stelle kommt.
Im Jahr 2006 wird Rhonda Zeugin einer Entführung: An einer Tankstelle folgt die kleine Ernestine vertrauensselig einem Mann in einem Hasenkostüm während ihre Mutter im Laden der Tankstelle einkauft. Ernestine bleibt verschwunden… Und Rhonda wird beschuldigt nicht eingeschritten zu sein, denn sie dachte, das das Mädchen den Mann kenne. weiterlesen »
Der Brocken - Deutschlands Epizentrum des Mystischen. Kein anderer Ort hat solch eine hohe Sagendichte, kein anderer Ort wurde so häufig im Laufe der Literaturgeschichte in mysteriöse Zusammenhänge gebracht (wobei Goethes Faust wohl am berühmtesten ist). Hier befinden sich außerdem mit die ältesten Siedlungsspuren Mitteleuropas. Ein Ort wie geschaffen für den Schauplatz eines Mystery-Thrillers.
Merkwürdig irgendwie, dass nicht vorher einige Autoren darauf gekommen sind, aber hier sind Schauplätze wie London, Paris oder New York meist reizvoller und gewinnversprechender. Autor Thomas Thiemeyer beweist uns jedoch das Gegenteil. Der so beschauliche Harz ist durchaus ein idealer Ort für Verschwörungstheorien und okkulte Künste. Zufälligerweise wurde auch ganz in der Nähe vom Brocken die berühmte Himmelsscheibe von Nebra gefunden, eines der wichtigsten und auch geheimnisvollsten Fundstücke der modernen Archäologie.
Und genau darum dreht sich Thiemeyers neustes Buch “Nebra“. In seinem vierten Roman gibt es für uns Leser ein Wiedersehen mit der Heldin seines ersten Buchs “Medusa”, nämlich mit der Archäologin Hannah Peters und auch ihr Ex-Freund John Evans ist wieder mit von der Partie. weiterlesen »
Wissen ist Macht. Besonders in Zeiten wie diesen, wo bisher nur in der Science-Fiction existierende Motive wie der gläserne Mensch oder biometrische Daten nach und nach Realität werden. Wieder einmal hat Jeffrey Deaver die Zeichen der Zeit erkannt und lässt das Ermittler-Duo Rhyme und Sachs in “Der Täuscher” tief in diese Problematik eintauchen.
Schon längst wissen die meisten Firmen mehr von uns als uns lieb ist. Dank Payback-Programmen und anderen Bonus-Karten wissen sie, was und wo wir kaufen. Unsere Kreditkarten sagen so einiges mehr über uns aus als nur das Kaufverhalten. Daten sind zu einem mächtigen und beliebten Handelsgut geworden und nicht nur Teil irgendwelcher Verschwörungstheorien. Eine Realität, vor der wir nicht mehr länger die Augen verschließen können und dürfen! Telekom und Lidl sind keine Einzelfälle!
Wie gerne habe ich da Romane, die auf unterhaltsame Weise auf Probleme wie diese aufmerksam machen. So erreichen die Infos auch Nachrichtenmuffel… Alt-Meister Jeffrey Deaver spinnt in “Der Täuscher” dieses Szenario noch weiter, obwohl soviel spinnen muss man da eigentlich nicht. Sagen wir, es gibt ein einziges Unternehmen, das all unsere Daten sammelt, auswertet und für diverse Zwecke verwendet. Klar, dass diese Daten in falschen Händen großes Unheil anrichten können. Man selbst wird Wachs in den Händen von jedem, der einfach unsere Daten und damit unsere offizielle Vergangenheit manipulieren kann.
Der fast komplett gelähmte Ermittler Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs werden hier bereits in ihr achtes Abenteuer geschickt. Und diesmal betrifft es sie persönlich: Rhyme wuchs zusammen mit seinem Cousin Arthur auf. Die zwei waren wie Brüder bis sie sich im Streit trennten. Um so mehr schockiert es Rhyme als er eines Tages hört, dass Arthur des Mordes angeklagt ist. weiterlesen »
Zunächst einmal muss ich mich mal wieder über die schlechte Verlagsarbeit beschweren, denn der Titel “Manisch” der Autorin Ruth Newman ist dermaßen schlecht ins Deutsche übertragen. Geht es nur mir so oder geben sich die Verlage immer weniger Mühe? Hauptsache schnell und kommerziell… Der Originaltitel “Twisted Wing” passt zum Buch wie die Faust aufs Auge, wohingegen der deutsche Titel fast nichts mit der Story gemein hat.
Soviel zu meinem anfänglichen Ärger…
“Manisch” (ggrrr) ist der erste Roman der englischen Autorin Ruth Newman, was man dem Buch leider auch deutlich anmerkt. Jedoch sehe ich bei dieser Autorin durchaus Luft nach oben, viel Luft.
Das Buch, dessen Titel ich hier jetzt nicht wiederhole
, lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und bringt einen eine Zeit lang auf anderen Gedanken. Man merkt nur immer wieder, dass die Autorin mehr könnte und ärgert sich über diverse Klischees.
Eine brutale Mordserie erschüttert Cambridge. Drei Studentinnen wurden grausamst abgeschlachtet. Bei der letzten Leiche findet der Detective Weathers ein extrem verstörtes und blutüberströmtes Paar, Olivia Corscadden und ihren Freund Nick. Olivia kann sich an nichts mehr erinnern, muss den Täter aber gesehen haben. Oder sind sie und Nick etwa die Täter? weiterlesen »
Nach “Die Chemie des Todes” und “Kalte Asche” ist vor kurzem nun endlich der dritte Teil um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter erschienen. Und nachdem ich die ersten beiden Teile gerne und in einem Rutsch durchgelesen hatte, musste natürlich auch Teil drei her.
“Leichenblässe” nennt sich das gute Stück vom britischen Autor Simon Beckett und, was soll ich sagen, es ist David Hunter in Reinform. Nichts besonders Neues, aber auch nichts, was einem den Lesespaß vermiest.
Im letzten Teil gerade noch so mit dem Leben davon gekommen, sehnt sich Dr. David Hunter nach etwas Ruhe und neuer Muße. Daher kommt es ihm auch gerade recht, dass sein alter Mentor und Freund Tom Lieberman ihn in die USA einlädt, genauer gesagt auf die berühmte Body Farm in Knoxville, wo auf einem Freiluftgelände der Zerfall menschlicher Leichen studiert wird.
Doch irgendwie will er nicht auf andere Gedanken kommen. Während er sich irgendwie noch für seinen Job interessiert, hadert er aber im Allgemeinen mit seinem Tun. Die Hass-Liebe zu seinem Beruf verstärkt sich und er ist sich nicht sicher, ob er weitermachen soll. weiterlesen »
Wahnsinn! War mein erster Gedanke als ich “Sorry” von Zoran Drvenkar durchgelesen hatte! Wahnsinn wie dieses Buch es schafft das Genre Thriller zu bereichern. Wahnsinn wie mit der eigenen Identität gespielt wird… Es ist wirklich einer der besten Thriller, die ich jemals gelesen habe! Endlich mal wieder Thrill im eigentlichen Sinn.
Da kommt ein Autor daher, der sonst vor allem durch Kinderbücher auf sich aufmerksam gemacht hat, man ist amüsiert und denkt sich nichts Böses und dann das: “Sorry” muss man einfach gelesen haben.
Kris, Wolf, Frauke und Tamara leben in Berlin und haben in ihrem Leben bisher nichts Besonderes auf die Beine gestellt. Doch sie haben noch ein Ass im Ärmel: eine Agentur für Entschuldigungen. Wie häufig fällt es uns Menschen schwer sich zu entschuldigen? Die Geschäftsidee der Vier besteht nun also darin anstelle von anderen um Verzeihung zu bitten. Damit werden sie dermaßen erfolgreich, dass sie sogar in eine kleine Villa am Wannsee umziehen können.
Doch mit einem besonders heiklen Kunden haben sie nicht gerechnet: Der ominöse Lars Meybach beauftragt sie sich in seinem Namen bei einer Leiche zu entschuldigen. Der armen Frau wurde brutal ein Nagel durch den Kopf gerammt. Doch nicht nur das, die Vier sollen die Leiche auch entsorgen. Und das müssen sie, denn Lars weiß so einiges über sie. Ein perfides Spiel beginnt… weiterlesen »
Momentan in der Finanzkrise reißen sich die Verlage ja um die sogenannten Wirtschaftsthriller und preisen diese dann auch stets als die spannendsten und packendsten an. Auf “Schwarzes Gold” des norwegischen Autors Kjell Ola Dahl trifft jedoch weder das eine noch das andere zu, denn dieses Buch verdient die Bezeichnung Thriller nicht!
Selten habe ich so ein langweiliges Buch gelesen. *Gähn* Was groß tönend als Thriller angekündigt wird, entpuppt sich als nichts anderes als eine dicke Mogelpackung. Nichts gegen Wirtschafts- oder Politthriller. Diese liebe ich, doch “Schwarzes Gold” ist allenfalls ein aufgepeppter und personalisierter Bericht über den täglichen Wirtschaftsteil einer Tageszeitung. Geld, Macht, Untreue, Sex dienen hier als bloße verkaufsfördernde Abziehbildchen und wollen wohl vor allem Seiten füllen und den mageren Plot unnötig in die Länge ziehen.
Der Patriarch Georg Spenning führt seine Reederei mit strenger Hand. Geschäftsführer der Firma ist Vebjorn Lindemann, der langsam jedoch vom neuen Partner Brede Gran verdrängt zu werden droht. Als dann auch noch der Aufsteiger Erling Sachs Spennings Tochter heiratet, mit der Lindemann vorher ein Verhältnis hatte, reicht es letzterem. Er kündigt und wird neuer Vorstand einer Bank.
Mit dem Aufstieg der New Economy muss dann auch die Reederei Konkurs anmelden und versucht unter neuem Namen zurückzukommen, wo nun auch Lindemann wieder mit dabei ist. Er versucht aus der Firma einen multinationalen Konzern zu machen. Doch sein alter Rivale Brede Gran, der zwischenzeitlich Geschäfte in den USA getätigt hat, kommt nach Norwegen zurück und plant eine feindliche Übernahme… weiterlesen »
Nach Dan Brown und Co. kann man ja bestimmte Mystery-Themen schon gar nicht mehr lesen. Jaja, die katholische Kirche ist sooo mysteriös und plant schon wieder eine Verschwörung, Jesus ist noch unter uns, der Heilige Gral schwebt auch irgendwo in Gestalt von Maria Magdalena dazwischen und die Templer sind eh merkwürdig… So mache ich mittlerweile schon fast einen Bogen um diese Art von Thriller. Bei “Äon” von Andreas Brandhorst bin ich aber froh, dies nicht getan zu haben.
Der Name Andreas Brandhorst wird manchen vielleicht etwas als Übersetzer der Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett sagen. Nun kann er auch sein Talent als Thriller-Autor unter Beweis stellen und dies gelingt ihm schon ganz gut…
Brandhorst schafft es hier dem üblichen Kirchen-Schmus eine neue, fantastische Komponente hinzuzufügen und peppt Standard-Themen wie das Öffnen der Hölle oder die Zahl des Teufels mit einfallsreichen Ideen und Wendungen auf.
Eine Reihe von spektakulären Selbstmorden erschüttert Hamburg und Umgebung: Menschen bringen sich ohne irgendeinen Grund um und reißen meist auch andere mit in den Tod. Sie bringen ein Flugzeug zum Abstürzen, steuern einen vollbesetzten Schulbus gegen einen Betonpfeiler oder sprengen eine Förderplattform in die Luft. Hintergründe sind nicht erkennbar und sie scheinen auch nichts gemeinsam zu haben. Zunächst… weiterlesen »
Arnaldur Indridason zählt zu den berühmtesten und wichtigste Krimi-Autoren Islands. In seinem aktuellen Buch “Codex Regius” versucht er sich in dem Bereich der historischen Thriller, was ihm in weiten Teilen auch ganz gut gelingt.
Mitte der 1950er Jahre möchte der junge Valdemar Nordische Philologie studieren und, da sein Spezialgebiet alte isländische Schriften aus dem Mittelalter sind, hat er auch schon einen ganz bestimmten Professor für sich auserkoren, eine Koryphäe in seinem Fach. Nach anfänglicher Ablehnung entdeckt dieser Professor Valdemars einzigartiges Talent im Enträtseln alter Schriften. In seinem neuen Studenten meint der besessene und dem Alkohol nicht gerade abgeneigte Akademiker einen Seelenverwandten zu erkennen.
So soll Valdemar ihm bei seinem größten Coup helfen. Der Professor, dessen Name übrigens nie genannt wird, hat Kenntnis vom vermeintlichen Aufenthaltsort des Codex Regius, dem bedeutendsten Kulturschatz Islands. Zusammen gehen sie auf eine Reise quer durch Europa, immer auf den Spuren der geheimnisvollen Schrift, deren Weg mit etlichen Leichen gepflastert zu sein scheint. weiterlesen »