Erich Kästner ist in Sachen Kinderbücher das deutsche Pendant zu Astrid Lindgren. Kaum ein Autor hat es je geschafft, die Welt der Kinder mit ihren Problemen und Schönheiten so zu verstehen wir er.
Erich Kästner schrieb für Kinder und für Erwachsene. Doch was heute vor allem in Erinnerung geblieben ist, sind seine weltberühmten Kinderbücher, die natürlich ebenso für große Leser geschrieben waren, die ihr inneres Kind noch nicht verloren hatten. Er nahm sich der Kinder an, schrieb aus ihrer Sicht, gab ihnen eine Stimme, und vielleicht sind seine Bücher genau aus diesem Grund noch heute genauso aktuell wie vor 80 Jahren.
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Melinda Nadj Abonji ist die Gewinnerin des Buchpreises 2010. Für ihren Roman „Tauben fliegen auf“ erhielt sie die Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman.
Melinda Nadj Abonji gewann für ihrer autobiografischen Familiengeschichte „Tauben fliegen auf“ den Deutschen Buchpreis 2010, der mit 25.000 Euro dotiert war. Und zum ersten Mal wurde der Deutsche Buchpreis an ein Buch aus der Schweiz vergeben.
In ihrem Roman geht es um eine ungarische Familie, die aus der serbischen Provinz Vojvodina stammt, in die Schweiz übersiedelt und dort ein gastronomisches Unternehmen gründet. „Melinda Nadj Abonji erzählt … mit einer eigenen und äußerst lebendigen Stimme, zunächst noch mit dem Blick des Kindes auf die Welt, dem alles neu ist und sich doch von selbst versteht, dann der jungen Frau, die allmählich die Brüche in und zwischen diesen Welten wahrnimmt, immer aber mit einer großen Empathie und Humanität“. weiterlesen »
Alle Potter Fans einmal feste die Luft anhalten: Vielleicht ist der Zauber noch nicht vorbei und vielleicht fährt der Zug von Gleis dreiviertel noch einmal Richtung Hogwarts ab…
J.K. Rowling – dieser Autorenname ging flügelschlagend um die Welt. Harry Potter hat nicht nur seine Feinde, sondern auch die ganze Welt verzaubert. Der Zauberlehrling, der aus einer schrecklich lieblosen Mugglewelt in die Welt der Zauberei entführt wird, hat viele junge Erwachsene durch ihre Jugend begleitet. Denn Harry ist mit ihnen gewachsen. So, wie wir alle ein Jahr älter wurden, gab es jedes Jahr einen neuen Band mit neuen Abenteuern der atemberaubenden Magiewelt.
Auch ich habe die Bücher alle gelesen – insgesamt dreimal – und kann immer noch nicht aufhören, an die Geschichten zu denken. Es handelt sich dabei nicht nur um bloße Fantasygeschichten, sondern es steckt viel Weisheit, viel Liebe und viel Witz zwischen den Zeilen, die einem immer wieder Spaß machen können.
Und nun hat die Autorin vor dem Spiegel offenbart, dass es ganz vielleicht weitere Bände geben könnte.
Sie habe die Figuren nämlich noch immer im Kopf, so nah und körperlich spürbar, dass weitere Romane nicht ausgeschlossen sind. Allerdings sei sie schriftstellerisch woanders angekommen und habe mit der Geschichte – eigentlich – auf runder Weise abgeschlossen. Ich persönlich finde auch, dass weitere Romane nicht notwendig sind und die Geschichte vielleicht sogar kaputt machen, aber vielleicht sind sie auch die krönende Spitze des Eisberges. Man weiß ja nie.
Axolotl Roadkill heißt der Debüt Roman der jungen Künstlerin Helene Hegemann. An dem Namen kommt gerade keiner mehr vorbei, der in den Medien unterwegs ist. An dem Buch, mit dem sie es zur Nominierung des Leipziger Buchpreises geschafft hat, schon, vor allem ihre Kritiker.
Helene Hegemann ist 17 Jahre alt. Das spiele aber keine Rolle, wie sie selbst immer betont. Sie hat ein Buch geschrieben, das, erst vom Feuilleton in den Himmel gelobt, seit ca. einer Woche nur noch in die Hand genommen wird, um zu fleddern. Ob man nicht irgendwo ein Zitat findet, eine Passage, die irgendwie bekannt erscheint.
Hegemann arbeitet in der Hinsicht professionell, dass sie sagt, es handele sich bei ihrem Roman nicht um ihre Geschichte. Die Story sei Fiktion, gefüllt mit Bildern, Erfahrungen, Eindrücken – Inspiration. Wäre es ihre Geschichte, wäre Helene nun ausgeweidet.
Gar nicht professionell, charmant, clever oder kreativ war die Idee Passagen und Formulierungen von Blogger und Autor Airen aus seinem Roman Strobo ohne Zitat-Kennzeichnung zu übernehmen.
Darüber muss man nicht diskutieren. Dass es trotzdem passieren kann, einfach so, dass man sich bei einer Idee fragt, ob sie nun von einem selbst stammt oder vom Konzert gestern Abend, auch nicht. Davon reden wir in diesem Fall aber nicht. Die Autorin machte sich nicht mal die Mühe ganze Formulierungen umzuschreiben.
Doch was die Medien damit machen, ist haarsträubend. Vorwürfe, sie habe das ganze Buch abgekupfert, sei völlig talentlos und der Roman eine weitere Fäkalsprachenansammlung wie Feuchtgebiete, eben das Werk eines 17 jährigen Teenagers, sind noch ganz nett. Häufiger liest man jedoch von ihren Haaren und der Figur, Hegemanns Herkunft, immer wieder verweist man auf ihren bekannten Vater, Volksbühnen Dramaturg Carl Hegemann. Ob der nicht nachgeholfen habe.
Amazon-Buch-Rezensionen die mit „Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, aber..“ beginnen, enden mit schlimmsten Diffamierungen. weiterlesen »
Am 9. September erscheint Roger Willemsens „Bangkok Noir“, ein Buch das er zusammen mit dem Weltklasse-Fotografen Ralf Tooten aus der Taufe gehoben hat. Willemsens Texte und Tootens Fotos vermitteln ein Bild von Bangkoks vielschichtigem Nachleben, das die beiden drei Monate gemeinsam erkundet, erlebt und gleichzeitig dokumentiert haben.
Die thailändische Hauptstadt mit einer Einwohnerzahl von knapp 7 Millionen hat Ralf Tooten schon vor langer Zeit in ihren Bann gezogen, der dort nun schon seit mehreren Jahren lebt und wohnt.
„Bangkok Noir“ ist ein Buch über das nächtliche, „schwarze Bangkok“, ein Stadt, die übersetzt „Stadt der Engel“ heißt und alles andere als schwarz ist, v.a. nachts. Auf 368 Seiten mit mehr als 300 Fotografien zeigen Willemsen und Tooten eine für unsere europäischen Sinne mehr als exotische Stadt.
Täglich um sechs Uhr abends zogen die Beiden los, um Eindrücke der verschiedensten Orte, Menschen und Situationen zu sammeln, die zwar die Gemeinsamkeit haben, dass sie eben nachts zu finden sind, aber auch dass man sie intuitiv nicht unbedingt als nächtliche Aktivitäten assoziieren würde. So finden sich Texte und Bilder von Tempeln und Transvestiten, Kaufhäusern und Kickboxstudios, schwimmenden Restaurants und schlafenden weiterlesen »
Ja, es gibt ihn noch… J.D. Salinger, einer der bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller, ist nun mal wieder an das Licht der Öffentlichkeit gekrochen. Manche hielten den Kultautor bereits für tot, aber er hat sich nur komplett vom medialen Trubel, was ich ihm nicht verdenken kann, zurückgezogen und sein Leben in einem kleinen Kaff an der Atlantikküste verbracht.
Was treibt also den inzwischen 90-Jährigen wieder dazu sich einem neuen möglichen Hype auszusetzen? In diesem Fall sorgt er sich wohl um eine seiner berühmtesten Figuren überhaupt: Holden Caulfield aus “Der Fänger im Roggen“. Es ist eins der meist gelesensten Bücher des 20. Jahrhunderts.
Salingers Roman aus dem Jahr 1951 handelt von drei Tagen im Leben des 16-jährigen Anti-Helden Holden Caulfield. Dieser hat Angst vor dem Erwachsenwerden. Er stellt sich gegen alle Konventionen, fliegt von der Schule, will ausbrechen, auswandern, träumt von einem neuen Leben. Ein Buch, das ganze Generationen bewegt hat.
Nun, über ein halbes Jahrhundert später, kommt ein anderer Autor und möchte sich einer Art Fortsetzung annehmen. Die Medien stehen Spalier, wettern. Man kann gerade in Zeiten der endlosen Fortsetzungen alter oder klassischer Stoffe eine Ablehnung gegenüber dem neuen Buch verstehen. weiterlesen »
Was für eine tolle Entscheidung! Nachdem der “deutsche Literaturoscar”, der Georg-Büchner-Preis, in den letzten Jahren immer mehr in den Dschungel des Literatur-Kommerzes abdriftete, haben sie sich in diesem Jahr endlich mal wieder für einen wirklichen Künstler entschieden. Nur wenigen wird wohl der Name Walter Kappacher ein Begriff sein, denn er hat ohne groß auf die Ego-Pauke zu hauen nach und nach ein großes Werk geschaffen.
Er ist einer dieser leisen Schriftsteller, von denen man fast glauben könnte, sie seien vom Aussterben bedroht. In erster Linie nur für sich hat sich der 70-jährige Walter Kappacher so gut es eben ging aus dem Literaturbetrieb herausgehalten und versucht seiner Berufung, dem Schreiben, nachzugehen.
Der nur wenigen bekannte Autor aus Obertrum bei Salzburg hat zunächst von den verschiedensten Jobs gelebt. Ab 1965 veröffentlichte er einige Kurzgeschichten, bevor 1973 sein erster Roman “Nur fliegen ist schöner” erschien. Ab 1978 beschloss er seinen aktuellen Job zu kündigen und nur noch von der Schriftstellerei zu leben. weiterlesen »
Dieses Jahr geht der Lion-Feuchtwanger-Preis der Berliner Akademie der Künste an Reinhard Jirgl. Der 1953 geborene Schriftsteller lebt in Berlin als freier Autor und ist seit 2006 Mitglied der Akademie der Künste im Bereich Literatur.
Jirgl stand dieses Jahr mit seinem aktuellen Buch “Die Stille” auf diversen Nominierten-Listen so mancher hochrangiger Preise, doch nie hat es ganz geklappt. Nun ist Jirgl also endlich auch dran und wird bei der Preisverleihung am 30. September mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Reinhard Jirgl befasst sich intensiv mit der deutschen Zeitgeschichte, besonders auch mit heißen Eisen, die sonst keiner anfassen mag: der Vertreibung der Sudetendeutschen und dem seelischen Elend der Massen in der späten DDR. Er hat sein Werk widrigsten Umständen in Ost und West abgewonnen und sich dabei als kompromisslos unbestechlicher Beobachter und Stilist erwiesen. Sein eigenwilliger Stil schreckt vor der Härte seiner Gegenstände nicht zurück und verfügt doch über eine artistische Eleganz, die feinste soziale und psychologische Nuancen erfasst. Obwohl seine Sicht der Geschichte von tiefem Pessimismus erfüllt ist, verführt dieser ihn nie zum summarischen Abwinken; unbeirrt hält er seinen Figuren und deren persönlichem Schicksal die Treue.“
Der Lion-Feuchtwanger-Preis ist mit 7.500 Euro dotiert, wird seit 1971 von einer unabhängigen dreiköpfigen Jury vergeben und ist als Stiftungspreis für historische Prosa gedacht.
Gestern jährte sich der Todestag eines der bekanntesten Krimi-Autoren zum 50. Mal: Am 26. März 1959 starb Raymond Chandler einsam und allein in einem Nest in Kalifornien. Sein Tod war wohl genauso launisch wie Chandlers Leben selbst.
Als er beschloss Schriftsteller zu werden, hatte Raymond Chandler schon fast zwei Drittel seines Lebens hinter sich. Aber was für Jahre! Chandler war und blieb immer ein Suchender, nach sich selbst, nach seinen Träumen, nach seinem Weg. Gefunden hat der Vater des legendären Philip Marlowe ihn wohl nie so richtig.
In Chicago geboren, nahm ihn seine Mutter, nachdem sein Vater die Familie verlassen hatte, mit nach England. Dort wuchs der junge Raymond auf, dort machte er auch seinen Abschluss am College. Schon damals wollte er Schriftsteller werden, wollte schreiben. Er verfasste ein paar kitschige Gedichte und scheiterte kläglich im Versuch Journalist zu werden. In Paris besuchte er eine Handelsschule und kehrte danach in die USA zurück. Geschickt und mit etwas Glück manövrierte sich Chandler zum Posten des Vize-Chefs eines Öl-Konzerns.
Mit 44 Jahren verlor er diesen Job aufgrund des Alkohols. Nun wollte er also wirklich nur noch schreiben. Wieder durch eine gehörige Portion Glück, aber auch jede Menge Talent, kam er gleich in einem der größten Pulp Magazinen, Black Mask, unter. Sechs Jahre später im Jahr 1939 war es dann soweit: Chandlers erster Roman “The Big Sleep” wurde veröffentlicht. Der melancholische und eigene Privatdetektiv Philip Marlowe war geboren. Die große Zeit des Film Noir brach an und Marlowe sollte einer ihrer bedeutendsten “Helden” werden. weiterlesen »
Die Nachricht kam plötzlich: Gestern verkündete der Verlag des berühmten US-Schriftstellers John Updike, dass dieser im Alter von 76 Jahren dem Lungenkrebs erlag. In seinem Leben veröffentlichte Updike über 50 Bücher: Romane, Gedichtbände, Essay- und Erzählungssammlungen.
Immer wieder war er heißer Favorit für den Literaturnobelpreis, den er nun nie bekommen wird. Er gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der amerikanischen Nachkriegsliteratur. In seinen vielschichtigen Werken machte er sich zum Chronisten des Lebensstils einer ganzen Nation. Seine Themen reichten von Scheidungen, Abenteuern, Sex, Emanzipation, Gesellschaftskritik bis hin zu Baseball oder dem Kleinstadtleben in den USA.
Immer wieder legte Updike in seinen Werken auch sein eigenes Leben schonungslos offen: sein Heranwachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem Kaff in Pennsylvania, die Beziehung der Eltern, sein eigenes Verhältnis zu Frauen oder seine Einstellung zum Kleinstadt- bzw. Landleben, dem er selbst fast immer treu blieb. weiterlesen »