Wir alle kennen wohl Joachim Ringelnatz von seinen herrlich schräg-skurrilen Gedichten. Doch nur die wenigsten wissen wohl, dass der zu seiner Zeit so verschriene Dichter auch Kinderbücher geschrieben hat, doch das natürlich auf seine Art… Eines davon wurde damals sogar verboten, weil es als zu subversiv galt: das Werk “Geheimes Kinder-Spiel-Buch”.
Doch zum Glück kann man solche vordergründig nicht pädagogisch wertvoll anmutenden Texte heute bedenkenlos verlegen (bei all dem Kram der in der Glotze kommt…). So hat der Aufbau Verlag gleich noch eine Schar von namhaften Illustratoren - Michael Sowa, Isabel Pin, Norman Junge, Katja Wehner und Aljoscha Blau - zusammengetrommelt um die neue Ausgabe der alten Texte (1924 erschienen) zu illustrieren.
Die Bilder sind toll gelungen, auch wenn sie einen manchmal ein bisschen erschlagen und von den genialen Texten Ringelnatz’s ablenken. Eigentlich auch wieder schade, denn in der Originalausgabe hatte der Autor seine Verse noch selbst bebildert…
Die Texte in Versform sind fast schon grandios. Im Großen und Ganzen hat Ringelnatz hier eine Reihe von ganz eigenen Kinderspielen erfunden, die wohl so manchen etwas strengeren Eltern die Haare zu Berge stehen lassen. In einem Spiel, dem “Afrikanischen Duell” sollen sich streitende Kinder so lange gegenseitig anspucken bis einer genug hat, oder bei “Himmelsklöße” geht es darum so viele Papierknödel, am besten mit Popeln bestückt, an der heimischen Decke zu platzieren. weiterlesen »
Momentan erscheint eine wunderbare Reihe für Kinder im Bloomsbury Verlag: Die Autorin Katrin Hahnemann erklärt jungen Lesern in jeder Ausgabe, wer eine bestimmte bedeutende Persönlichkeit war und warum sie so wichtig für uns alle ist. Der erste Band drehte sich um Mahatma Gandhi, der nun erschienene zweite um Charles Darwin.
Die Reihe “Wer ist das?” bringt Kindern und teilweise wahrscheinlich auch deren Eltern näher an bedeutende Persönlichkeiten heran. Man erlebt auf leicht verständliche und unterhaltsame Weise die Biographie dieser herausragenden Menschen, ohne sich auch nur an einer Stelle zu sehr belehrt vorzukommen.
Momentan befinden wir uns im Darwin-Jahr, Grund genug sich auch als jüngerer Leser mit diesem Genie zu befassen. Vor genau 150 Jahren veröffentlichte Charles Darwin sein Hauptwerk “Über die Entstehung der Arten” und wurde damit zum “gefährlichsten Mann” Englands erklärt. Warum war das so und wieso war seine Evolutionstheorie gleichsam hoch gelobt und zutiefst verachtet? All dies beschreibt Hahnemann wunderbar in “Charles Darwin - Wer ist das?“. weiterlesen »
So manche Eltern werden das Problem kennen: Als Kind hat man bestimmte Bücher geliebt, die man dann später mit seinen eigenen Kindern teilen will. Doch diese finden das meistens alles andere als cool. Im Folgenden habe ich eine Lösung für alle die sich früher in den Geschichten von Mark Twain oder Jack London verloren haben.
Der US-amerikanische Autor Watt Key hat diese Art von Abenteuer für Kinder in ein neues Gewand gepackt. Und das ist ihm in seinem Debüt “Alabama Moon” außerordentlich gut gelungen…
Der zehnjährige Moon Blake lebt mit seinem Vater seit er denken kann allein in den Wäldern Alabamas. Die Mutter ist gestorben und der Vater hat die Maxime niemandem etwas schuldig und v.a. vom Staat unabhängig zu sein (später wird man erfahren, dass der Vater in Vietnam war und dem Staat daher nicht mehr traut). Und so leben die beiden von dem, was die Natur ihnen bietet: sie stellen Fallen, ernten Gemüse und sammeln Beeren. weiterlesen »
Die Reihe “Spook” des britischen Autoren Joseph Delaney hat sich mittlerweile in Großbritannien zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt und auch bei uns haben sich die Geschichten rund um den Geisterjägerlehrling Tom so allmählich durchgesetzt. Im August letzten Jahres erschien bereits Band vier auf deutsch, Band fünf soll bald folgen.
Wer sich für die Kinderbuch-Reihe, die es durchaus in Sachen Grusel in sich hat, interessiert sollte natürlich am besten bei Teil eins beginnen: “Spook - Der Schüler des Geisterjägers“.
Tom Ward ist 13 Jahre alt und als siebter Sohn eines siebten Sohnes ist für ihn auf dem Hof seiner Familie nur noch schwer Platz. So soll er nun arbeiten gehen, doch alle freien Stellen im Dorf sind bereits unter seinen Geschwistern aufgeteilt. So hat sein Vater die Idee ihn beim alten Geisterjäger Spook in die Lehre zu geben. weiterlesen »
Wer jetzt so kurz vor Weihnachten noch schnell ein tolles Geschenk für die lieben Kleinen braucht oder ein Buch zum Vorlesen der traditionellen Weihnachtsgeschichte, ist bei “Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel” von Cornelia Funke genau richtig.
Mittlerweile kennt ja fast jeder die Autorin Cornelia Funke und vielleicht habt ihr euch ja in den letzten Tagen die Verfilmung ihre Buches “Tintenherz” angesehen. Sie ist ja inzwischen so etwas wie der Star am Kinder- und Jugendbuchhimmel und sogar über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Eines meiner Lieblingsbücher von ihr ist “Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“.
Es sind nur noch vierzehn Tage bis Weihnachten, als Niklas Julebukk mit samt seinen Weihnachtskobolden und seinen zwei Engeln, Mathilde und Emanuel, in der Nebelstraße abstürzt. Sein Rentier läuft davon und sein Wagen ist kaputt. Und dabei bräuchte er sie doch gerade jetzt so dringend. Er ist nämlich der letzte echte Weihnachtsmann. weiterlesen »
Heute möchte ich euch mal mein Lieblingskinderbuch zu Weihnachten vorstellen. Schon als ich klein war, musste meine Mutter, kaum war es Adventszeit, dieses Buch hervorholen und mir immer und immer wieder vorlesen. Und selbst als ich dann selber lesen konnte, hat mich das Buch noch lange in der Zeit vor Weihnachten begleitet: “Zwölf Geschenke für den Weihnachtsmann” vom finnischen Autor und Illustrator Mauri Kunnas.
Allein schon die Bilder unterhalten einen lange, denn sie sind voller kleiner Details, die man alle erst einmal entdecken muss. Und auch die Geschichte überzeugt: Sie ist absolut sympathisch und wunderschön und hier und da mit einer kleinen Prise Humor versehen. weiterlesen »
“Meister der 13 Stühle” ist das ersten Kinderbuch des britischen Autoren Henry Porter, der auch häufig Kolumnen für “The Guardian” und “The Observer” schreibt und besonders mit politische Themen stets kritisch umgeht. Um so schöner ist es in diesem Kontext zu sehen, dass er sich auch der “leichten Kost” zuwenden kann und so seine Vielfältigkeit als Autor beweist.
Denn in “Meister der 13 Stühle” entführt er seine jüngeren Leser tief in eine Abenteuergeschichte hinein, die gruseliger und verworrener nicht sein könnte.
Der junge Kim, einer der letzten Nachfahren der Familie der Dragos, hat mit 13 Jahren seine Mutter verloren. Nach deren Tod schiebt ihn sein Vater zu seinem Großvater auf das ländliche Herrenhaus der Familie, das House of Skirl, ab. Hier lebt er mitten unter den Angestellten ohne Gleichaltrige in dem alles andere als gemütlichen Anwesen. Besonders nachts Knarren die Dielen, die Balken ächzen, seltsame Luftzüge bei geschlossenem Fenster verfolgen ihn und irgendwie scheinen sich die Gänge des Hauses auch immer zu verändern. So sehr Kim auch versucht sich die Wege einzuprägen, es gelingt ihm einfach nicht. Das Haus gleicht einem unheimlichen Labyrinth. Selbst als er einen Wollfaden festbindet und so versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, wird dieser wie von Geisterhand abgemacht und schwebt kurz in der Luft. weiterlesen »
Ein spannender Abenteuerroman rund um Magie ist “Der Fluch der schwarzen Katze” der US-amerikanischen Autorin L.R. LaFevers. Vor allem junge Leser werden von der schaurig schönen Atmosphäre begeistert sein.
Okay, das Prinzip ist mal wieder dasselbe: Junge und kluge Heldin überlistet Erwachsene. Aber das Gewand in das die Story gepackt ist, lässt einen so manches Klischee vergessen. Das Kinderbuch zieht einen einfach in seinen Bann.
Theodosia Throckmorton (dieser Name kann nur Magie bedeuten
) ist elf Jahre alt und lebt in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Eltern sind beide Archäologen und dermaßen in ihren Job vertieft, dass für Theodosia und ihren Bruder wenig Zeit und Aufmerksamkeit übrig bleibt. Und so ahnen sie auch nichts von der besonderen Gabe ihrer Tochter, denn Theodosia kann alte Zaubersprüche und Flüche auf Kultgegenständen erkennen und sie bannen. weiterlesen »
Über das neue Buch der Kinderbuchautorin Antonia Michaelis “Die Nacht der gefangenen Träume” überschlagen sich in letzter Zeit die Kritiken. Und zurecht, denn das Buch zieht junge und alte Leseratten zugleich sofort in seinen Bann.
Der dreizehn-jährige Frederic besucht das Elite-Gymnasium St. Isaac. Doch hier fühlt er sich alles andere als wohl, denn die Schule ist doch etwas gruselig und seine Mitschüler sind alle Streber, die keine eigenen Träume und Ideen zu haben scheinen. Alle wirken irgendwie wie programmiert. Die einzige Ausnahme bietet Frederics Mitschülerin Änna, die zwar still ist, aber vor Ideen nur so übersprudelt.
Frederic selbst ist in diesem Umfeld ein Außenseiter, der sich nicht dieser kalten Atmosphäre anpassen will. Er liebt es Dinge zu erfinden und kleine Maschinen zu basteln. weiterlesen »
Wer als Eltern einmal Fantasy für seine Kinder sucht, die ohne die üblichen Gemetzelorgien oder kriegerische Aktionen auskommt, ist bei den “Greenwich-Chroniken” der englischen Schriftstellerin Val Tyler genau richtig.
Val Tyler führt im ersten Band der Chroniken mit dem Titel “Die Zeitdiebe” junge und alte Leser in eine faszinierende Parallelwelt zu der unseren, die voller Gegensätze ist.
Wir alle wissen, dass sich sämtliche Zeitzonen der Welt an der Zeit von Greenwich orientieren. Doch dies ist nur möglich, da auf dem nullten Längengrad in London ein Observatorium steht, in dem die Hüter der Zeit über dieses Gefüge wachen. Wir sehen oder hören sie nicht, aber sie helfen uns, damit die Zeit nicht stehenbleibt Der oberste Hüter der Zeit ist Zeitvater Tim, der mit seinem Enkel Tid Mossel, das große Geheimnis um den “Tick” hütet. weiterlesen »