Büchervielfalt

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Archiv: Sachbuch

In den letzten Jahren konnten wir uns vor lauter Star-Fernsehköchen ja gar nicht mehr retten. Sie sind mittlerweile zum Teil schon so beliebt wie Popstars und haben ihre eigenen Fangemeinden. Einer der Väter der neuen, jungen und hippen Bewegung der Starköche ist unumstritten Jamie Oliver.

Genau dieser Punkt macht wahrscheinlich auch den Erfolg dieser Köche aus. Sie haben den Fernsehkoch von seinem angestaubten und ein wenig elitären Image befreit und präsentieren in lockerer und zeitgemäßer Atmosphäre einfache Rezepte, bei denen jeder das Gefühl hat, es auch kochen zu können.

Und genau das ist auch der Ziel des “Naked Chef“, wie der Brite Jamie Oliver gern genannt wird. Er will den Leuten klar machen, dass jeder kochen kann. Dies beweist er auch mal wieder in seinem neuesten Buch “Jamies Kochschule”, das hier in Deutschland am 13. November auf den Markt kommt. weiterlesen »


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Helmut Schmidt wird von vielen, auch nach seiner Amtszeit als Bundeskanzler vor über 25 Jahren (1974 bis 1982), immer noch hoch geschätzt. Er gilt als Staatsmann par excellence. Ich bewundere ihn vor allem deswegen, da er, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, auch nach der politischen Karriere nicht still ist und sich einmischt.

Cover zu “Außer Dienst”Und auch, wenn ich in vielen Themen nicht mit Schmidt übereinstimme, er mir in ein paar Punkten zu konservativ ist und ich die allgemeine Ikonisierung der Medien ein wenig zu überzogen finde, hat er dennoch Respekt verdient. Die meisten Politiker sehen in der Politik wohl nur noch eine Karriere, erschleichen sich nach ihrem Amt eine Zukunft in der Wirtschaft und melden sich nie wieder politisch zu Wort. Doch für Helmut Schmidt ist Politik das Wichtigste und eine Art Passion. Das Merkt man deutlich. Nun zieht er in seinem neuesten Buch “Außer Dienst: Eine Bilanz” eine Art Resumée der politischen Lage und Entwicklung Deutschlands und auch seiner eigenen Politik. weiterlesen »


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Momentan ist das Thema ja (mal wieder) in aller Munde, die RAF und der “deutsche Herbst” 1977. Angestachelt wurden die Diskussionen durch den star-besetzten Film von Regisseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger. Der Film “Der Baader-Meinhof-Komplex” basiert grundlegend auf dem gleichnamigen Buch von Stafen Aust, das als eines der Standardwerke zu diesem Thema gilt.

Ich muss ja ganz ehrlich gestehen, dass mich die Vorschau zum Film, wie viele andere bestimmt auch, zienlich aufgeregt hat. Den Film selbst habe ich noch nicht gesehen, aber der Trailer erinnerte mehr an einen Action-Film aus Hollywood als an ein Stück realistisch dargestellte deutsche Geschichte. Aber vielleicht ist das auch nur mal wieder ein Marketing-Trick um auch wenig Politik- oder Geschichtsinteressierte in die Kinos zu locken. Ansehen werde ich mir den Film auf jeden Fall, denn die Ereignisse um die RAF sind wohl eines der Themen deutscher Nachkriegsgeschichte, das die Leute heute noch auf Trab hält. weiterlesen »


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Roberto Saviano hat gleich mit seinem ersten Buch einen riesigen Erfolg gelandet. Nicht nur, dass es in Italien seit Jahren ein Bestseller ist, sondern nun findet “Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra” auch seit letztem Jahr im Ausland immer mehr Zuspruch. Es kommt sogar ein Film, der auf diesem Buch basiert, in die Kinos. Doch zu welchem Preis? Saviano muss für seine Enthüllungen büßen…

Gomorrha” nimmt uns mit in die düstere, hochaktuelle und gut organisierte Welt der Camorra, der neapolitanischen Mafia. Roberto Saviano deckt haarklein die Machenschaften dieser Welt des Verbrechens auf. Er erklärt die Entwicklung und warum sie sich so gut an alle Zeiten angepasst hat und ist sogar mutig genug Namen zu nennen. Deswegen steht er seit Jahren auf der Todesliste der Mafia und befindet sich unter ständigem Polizeischutz. (Falls der Verlag aus PR-Gründen da nicht übertrieben hat, aber bei nach diesem Buch, zerstreuen sich solche Zweifel schnell.) weiterlesen »


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Cover zu “Die Zuhälter der Globalisierung”Das letzte Buch der Autorin und ehemaligen Ökonomin Loretta Napoleoni “Ökonomie des Terrors” war ein weltweiter Bestseller. In ihrem neuen Buch “Die Zuhälter der Globalisierung” hat sie sich einem nicht minder brisanten Thema angenommen. Diesmal geht es nicht um das Verbreiten von Angstklima und dem Überspitzen der Terrorgefahr, es handelt von unseren eigenen “Schurkenstaaten”.

Unsere westliche Welt steht vor dem Abgrund, da ist sich Napoleoni sicher. Und wie sicher sie sich das sein kann… Unser rücksichtsloses und menscheverachtendes Wirtschafts- und Finanzsystem hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der es nicht wieder herauskommen wird. Die Gier hat so überhand genommen, dass, wie Napoleoni in ihrem Buch sehr schön aufzeigt, das wahre System der Verbrecher an den mächtigsten Posten der westlichen Staaten sitzt. Wir werden gelenkt von korrupten Politikern, skrupellosen Bankern und Mafiosi. weiterlesen »


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Cover zum Bildband “Franz Kafka”Dieses Jahr wäre Franz Kafka, einer der größten Schriftsteller der Moderne, 125 Jahre alt geworden. Nach wie vor hält das Faszinosum Kafka an. Immer noch kommen neue Facetten seiner Werke zum Vorschein. Der Verleger Klaus Wagenbach hat vor Jahren bereits einen Bildband mit etlichen Texten zum Leben Franz Kafkas herausgegeben, das jetzt zum Jubiläum noch einmal ergänzt und erweitert neu aufgelegt wurde.

Klaus Wagenbach, der sich selbst gerne als “die noch einzige lebende Kafka-Witwe” bezeichnet, liebt den Autor und hat im Laufe der Jahre alles gesammelt, was es über Kafka zu finden gibt. Darunter auch etliche Bilder und Fotos von Kafka selbst, von der Stadt Prag, in der er lebte, von seiner Umgebung und seinen Mitmenschen. weiterlesen »


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So langsam meint man doch alles über das Mittelalter zu wissen, sei es von diversen Abhandlungen, historischen Romanen oder Filmen, die einem mehr oder weniger realistisch die Welt vor 1000 Jahren vor Augen führen. Doch “Das Leben im Mittelalter” von Robert Fossier ist anders.

Der mittlerweile über achtzigjährige Historiker Fossier hat hiermit nicht nur faszinierende und streibare Thesen aufgestellt, sondern wohl auch sein Lebenswerk geschaffen.

Robert Fossier, 1927 geboren, war Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni von Nancy und der Sorbonne (!) in Paris. Er hat schon unzählige Sachücher und Nachschlagewerke zum Thema Mittelalter veröffentlicht, aber “Das Leben im Mittelalter” ist das wohl außergewöhnlichste.

Cover zu “Das Leben im Mittelalter”Er zeigt uns hier das Leben des normalen Menschen zu jener Zeit und stellt so neue Erkenntnisse vor allem über den Alltag und die Aufteilung in die einzelnen Stände vor.

Es geht in diesem Buch um den Großteil der damaligen Bevölkerung, dem einfachen Volk, das keineswegs nur aus leibeigenen, ungebildeten Trotteln bestand, sondern vielmehr genau die gleichen Triebfedern und Ängst hatten wie wir heute. Da fast alle Quellen aus adliger Hand stammen, hatten wir laut Fossier bisher ein komplett einseitiges Bild von den Standesunterschieden.

Natürlich herrschte eine Diskrepanz zwischen Bauern und Adel, doch diese bestand vor allem in der Behausung und ein paar mehr Rechten. Allein schon der Speiseplan war fast identisch und unterschied sich lediglich in der Menge. In Abfallgruben von Reichen fanden Archäologen genau die selbe Nahrungszusammensetzung wie in denen der Armen.

Auch die Kleidung war im Grunde nicht sehr verschieden, vor allem Wolle und Leder, nur Seide war ein seltener Luxus des Adels. Und auch die Wasch- und Hygienegewohnheiten ähnelten sich. Die Menschen des Mittelalters waren zum Beispiel sauberer als die am Hofe Ludwigs XIV.

Dies sind nur ein paar der Thesen mit denen Robert Fossier teils alte Meinungen widerlegt und mit Klischees aufräumt.

Er führt uns vor Augen wie ähnlich sich doch die Menschen, trotz Jahrhunderten dazwischen, sind und dass man ältere Kulturen und deren Errungenschaften respektieren muss. Auch im Mittelalter herrschte Krieg und Verfolgung, es gab Krankheiten und Mneschen hielten sich an Dogmen und Geld fest. Was hat sich da am Menschen denn so groß verändert, außer die fortschreitende Technologisierung?

“Das Leben im Mittelalter” ist für Robert Fossier gar nicht so düster.

Einen interessanten Artikel aus der FAZ und das Buch selbst zu bestellen, gibt es bei buecher.de.


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Cover zu “Auf Wiedersehen, Tibet”

Täglich sehen wir im Fernsehen Bilder über die Unruhen in Tibet. Aufgebrachte Demonstranten wagen es gar die ach so schönen Fackelzeremonien zu den bevorstehenden olympischen Spielen in Peking zu stören. Doch für die Tibeter ist die mediale Aufmerksamkeit vor den Spielen die womöglich letzte Hoffnung sich aus jahrelanger Unterdrückung zu befreien.

In ihrem neusten Buch setzt sich die Filmemacherin und Autorin Maria Blumencron erneut mit dem Thema Tibet auseinander.

In ihrem kürzlich erschienenen Buch beschreibt sie die Lebensgeschichten von solchen Flüchtlingen, Kindern, Fluchthelfern, Nonnen. Diese Menschen nehmen die riesigen und lebensgefährlichen Strapazen auf sich nur um aus der chinesischen Unterdrückung in Tibet zu entkommen und bei ihrem geistigen Oberhaupt dem Dalai Lama ein besseres und vor allem freies Leben zu beginnen.

Der Dalai Lama musste 1959 in das indische Exil fliehen, nachdem China 1951 Tibet gewaltsam annektierte und ein Aufstand gegen das aufgezwungene kommunistische Regime fehlschlug.

Seitdem gengeln die Chinesen die Tibeter wo es nur geht und versuchen ihre Religion und Kultur zu zerstören. Dieses Volk lebt in ständiger Angst und Unterdrückung.

Maria Blumencron will nun erneut auf diese Umstände aufmerksam machen. Allein 1500 Kinder kämpfen sich jährlich über die eisigen Pässe des Himalaya und nicht wenige von ihnen sterben auf dem Weg. Flüchtlingshelfer versuchen diese Menschen zu unterstützen wo es nur geht. Dies tun sie nicht für Geld, sondern aus reinem Idealismus. Sie riskieren hierfür jahrelange Folter in chinesischen Gefängnissen.

“Auf Wiedersehen, Tibet” ist ein beeindruckendes Buch über Verrat, Lügen, Unterdrückung, aber auch über Hoffnung und Liebe zum Menschen und zur Freiheit.

Was ist schon die Störung einer sportlichen Zeremonie gegen das Leid eines ganzen Volkes? Das gehäuchelte Medienmitleid unserer westlichen Welt kann man in Anbetracht der Menschenrechtsverletzungen in Tibet und in China selbst nur als Scheinheiligkeit und blanken Zynismus bezeichnen.


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Cover zu “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort”Wenn sich zwei, ja, man kann schon fast sagen Kultfiguren der deutschen Kultur- und Satirelandschaft zusammentun, kann eigentlich nur ein spitz pointiertes Machwerk dabei herauskommen. So geschehen beim Kabarettisten Dieter Hildebrandt (Scheibenwischer) und Deutschlands “Vorzeigeintellektuellen” (nicht böse gemeint ;-) ) Roger Willemsen.

In “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort” nehmen sie den Leser in einem fiktiven Dialog zu Szenen der Menschheitsgeschichte mit. Und schnell wird einem bewusst, dass die Lüge zum Menschen und dessen Alltag gehört.

Angefangen bei der geradezu reflexartigen Floskel wie “Guten Tag, freut mich Sie zu sehen.” tun es Politiker, wir tun es, die Kaiser im alten Rom taten es… “Die Lüge ist überall.”

Hildebrandt und Willemsen schaffen es mit teils obskuren Episoden der Geschichte den Leser mal zu beeindrucken, mal staunen zu lassen, mal zu unterhalten, aber vor allem aufzurütteln.

Sie decken Gier, Skrupellosigkeit, Machtbesessenheit, Heimtücke und Gewalt unter uns Menschen auf, demaskieren die Politiker und Wirtschaftsbosse und machen eindrucksvoll und geistreich klar wie unsere Welt von Lügen bestimmt wird.

Wenn die zwei sich in dem plaudernden Unterton die Pointen und Spitzfindigkeiten um die Ohren hauen, wirken sie manchmal wie die zwei Alten in ihrer Loge aus der Muppet Show.

Eigentlich als Bühnenprogramm gedacht, hatte es solch einen Erfolg, dass zunächst ein Hörbuch und dann ein Buch daraus gemacht wurde.

Und zurecht! “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort - Die Weltgeschichte der Lüge” ist ein schlaues, satirisch genaues, pointenreiches und dabei absolut unterhaltsames Werk.


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Cover zu “Warum tötest du, Zaid?”Tagtäglich sehen wir Bilder aus dem Irak und vom Kampf gegen den Terror, den sich unsere ach so stolze und gesättigte westliche Welt seit dem 11. September auf die Fahne geschrieben hat. Doch dass eine riesige Propagandamaschinerie uns falsche bzw. einseitige Bilder liefert, wird den meisten erst nach und nach, wenn überhaupt, bewusst.

Nur wenige Menschen haben den Mut sich öffentlich mit solch einem Nachdruck gegen diese Medienfarce zu stellen wie Jürgen Todenhöfer dies mit seinem Buch “Warum tötest du, Zaid?” versucht.

Todenhöfer hat unter nicht gerade harmlosen Umständen im Irak selbst längere Zeit recherchiert und ist dort Menschen und Situationen begegnet, die so gar nicht in das Bild, das uns George W. Bush und Co. ständig versuchen einzureden, passen.

Anhand der erschütternden Lebensgeschichte des jungen Irakers Zaid klärt uns Todenhöfer über die wirklichen Geschehnisse im Irak auf, wie er sie erlebt hat. Er zeigt uns, dass die meisten Iraker den sinnlosen Dschihad von Al-Qaida genauso ablehnen wie wir und, den USA zwar dankbar sind sie vom Regime Saddam Husseins befreit zu haben, nun aber nicht verstehen können, warum sie ihr Land immer noch besetzen und einen Krieg gegen sie führen.

So schließen sich viele Iraker dem “Widerstand” gegen die USA an, da diese das irakische Volk ungeachtet ihrer Kultur kleinhalten, dämonisieren und mit Greueltaten und Krieg das Land überziehen. Auf diese Art und Weise schüren die US-Truppen noch den Terror als ihn einzudämmen.

Todenhöfer zeigt uns, dass wenn sich der Westen aus ihren Angelegenheiten heraushalten würde, es mit Al-Qaida schnell vorbei wäre, da diese nur eine Minderheit im Irak darstellen.

Hier nur ein kurzer Überblick über die Hauptthesen von “Warum tötest du, Zaid?” und einige sind bestimmt diskussionswürdig, aber im Großen und Ganzen hilft es einem dabei die andere Seite der Medaille zu betrachten und gibt einem die Chance sich selbst eine Meinung zu bilden. Denn wer immer nur eine Seite kennt, wird die andere nie verstehen…

Dieses Buch sollte jeder gelesen haben. Lasst euch nicht von der Bilderflut der westlichen Propaganda einlullen!


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