Charmed ist eine Fernsehserie aus den USA, die sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut hat. Es geht um drei Hexenschwestern, die ihr Leben zwischen der modernen Welt und dem Kampf gegen unermüdlich erscheinende Dämonen meistern müssen.
Ich habe die Serie nie besonders gemocht – sie erschien mir als eine Mischung weichgespülter Horrorfilme und schlecht verhüllter Soap-Opera mit bestenfalls mittelmäßigen Darstellern. Trotzdem, es gibt massenweise Bücher zur Serie und diese wurden mir von bekannten Fans nahegelegt, um vielleicht doch den Einstieg zu finden. Gut also, geben wir in gewohnt objektiver Weise auch diesem Machwerk eine Chance.
Der Name: Charmed, Zauberhafte Schwestern – Blutmond. Autorin: Wendy Corsi Staub. Der Plot: Prue, Phoebe und Piper – so heißen die Hexenschwestern mit dem prominent belasteten Namen Halliwell, nehmen eine Auszeit vom stressigen Hexenalltag. Ihr kennt das – Dämonen beschwören, Gespenster exorzieren und die Hexensuppe brennt auch immer an… Naja, jedenfalls fahren die drei nach New Orleans. In der offensichtlich zeitlich vor dem Hurrikan angelegten Idylle der Stadt gibts ein paar Probleme mit dem Zimmer, aber ansonsten sind die Leute freundlich, Magie ist verboten und alles sieht danach aus, als würde es ein entspannter Urlaub werden.
Hah! Natürlich hat der zu diesem Zeitpunkt bereits sichtlich gelangweilte Leser die Rechnung ohne Wendy Staub gemacht. Mit einem ordentlichen Spannungsbogen wird zum durchaus spannenden Ende geleitet. Ja, das Buch wird tatsächlich spannend. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig und wird durch die Übersetzung noch etwas merkwürdiger, aber hat man sich damit erstmal angefreundet und gibt den Hexenschwestern eine Chance, dann kann man beim Lesen des Buches sogar Spaß haben.
“Charmed – Blutmond” liest sich so ähnlich wie Fünf Freunde für Erwachsene mit Zombies und Dämonen. Enid Blyton wird den Platz in meinem Herzen sicherlich nicht an Frau Staub abgeben, aber das Buch ist okay.
Ich muss ja sagen, ich bin kein großer Fan von Clive Barker, da er mir in seinen Werken einfach meist zu dick und dabei zu konstruiert aufträgt, doch seinen Film “Hellraiser – Das Tor zur Hölle” von 1987 habe ich bestimmt tausendmal gesehen. Da ist es doch verwunderlich, dass die Novelle auf der der Film basiert erst im Jahr 2006 auf deutsch erschienen ist. Fast schon Frevel!
Die “Hellraiser”-Filme sind absolute Horror-Klassiker, vor allem der erste, bei dem ihr Schöpfer Clive Barker selbst noch Drehbuch und Regie gemacht hat. Der zweite Film geht dann so und, wie es bei den meisten Erfolgsgeschichten so ist, sind die folgenden der nunmehr acht Teile (weitere kommen bestimmt noch) nur noch profitorientierter Kommerz. weiterlesen »
Bei all dem ganzen Standard-Horror, der irgendwie immer größere und merkwürdigere Ausmaße annimmt, sehne ich mich in letzter Zeit richtig nach Altmeister und Klassikern des Horrors. Als Menschen noch nicht vom Film her an Gemetzel und Monster gewöhnt waren, sondern alles dank bestimmter Bücher in ihrem Kopf ablief.
Gerade Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts sind Werke entstanden, die eine einzigartige Form des Gruselns transportieren und die nachfolgenden Generationen von Autoren stark beeinflusst haben (Dracula und Frankenstein sind nur die populärsten Beispiele). In den 90ern hatte sich der DuMont-Verlag zur Aufgabe gemacht gewisse Klassiker den Lesern wieder ins Gedächtnis zu rufen und so entstand die “Bibliothek des Phantastischen”, die zwölf Bände feinsten Grusels und Horrors beinhaltete. Aus mangelndem Erfolg wurde die Reihe zwar eingestellt, gilt aber noch heute unter Freunden des Genres fast schon als Pflichtlektüre.
Den zehnten Band der Reihe, Arthur R. Ropes “Aus dem Abgrund”, hatte ich neulich wieder in den Händen und war sofort von der spannenden Story gefesselt. weiterlesen »
Und wieder ein Buch, das die Welt nicht braucht! Vampirgeschichten scheinen ja zur Zeit wieder in zu sein und einige Autoren versuchen dem Genre neue Facetten hinzuzufügen. Das ist ja zunächst einmal wirklich gut und ich bin selbst ein großer Freund der Blutsauger, doch den wenigsten gelingt es gekonnt den Mythos aufrecht zu halten. Fast alle zerstören ihn…
So auch in Katie MacAlisters neuestem geistigen Erguss “Küsst du noch oder beisst du schon?”. Die Heldin des Buches, total platt und dämlich, ist natürlich einem Vampir, besonders sexuell, verfallen. Es ist die Sorte Buch, wo wir Frauen alle treudoof auf die wilden und gefährlichen Kerle stehen. Ein weiteres Rückschritt in der Emanzipation. Wir sind alle naive und dumme, beruflich aber etablierte, schuhgeile Mäuschen, die auf die richtig bösen Buben stehen. Absolut!
Die Historikerin Nell soll in Prag eine alte Rüstung begutachten. Doch schnell merkt sie, dass dies nur der Vorwand war sie in die Stadt zu locken. Sie kennt sich neben historischen Dingen nämlich auch noch gut im Bannwirken aus. Der Neffe ihrer Auftraggeberin ist in den Bann eines Dämonenfürsten geraten, welchen Nell nun lösen soll. Doch aufgrund eines traumatischen Erlebnises vor zehn Jahren weigert sie sich zunächst ihre Fähigkeiten einzusetzen, lässt sich dann aber doch überreden.
In ihrem vermeintlichen Gegner, dem dunklen und gefürchteten Fürsten Adrian, der Verräter, erkennt sie aber auch eine gute Seite und versucht nun ihre neue Liebe und den kleinen Jungen zu retten…
An diesem Buch hat für mich irgendwie gar nichts gestimmt. Alles wirkt so an den Haaren herbeigezogen und man hat das Gefühl, dass die Autorin zwanghaft versucht originell oder humorvoll zu sein, was aber deutlich nach hintern losgegangen ist. Die Hauptcharaktere und auch die Geschichte sind dermaßen platt, dass man sie am liebsten zu einem Flieger falten und aus dem Fenster werfen möchte.
Es wird ein riesen Tamm Tamm um nichts aufgebauscht, das dann aber so mir nicht dir nichts einfach verpufft. Die Figuren handeln teilweise so absurd und unlogisch, dass das Wort Holzklotz noch zu nett ist. Am allerschlimmsten ist aber das endlose Schmusi-Liebesgeflüster zwischen dem Vampir und Nell. Spätestens, wenn der finstere Dämonenfürst sie “Hasi” nennt, ist alles vorbei.
Das einzig nette an dem Buch sind die Sexszenen. Und das will schon was heißen, wenn die der einzige Lichtblick sind.. Vielleicht hätte sich die Autorin rein auf einen erotischen Roman konzentrieren und die Pseudospannung weglassen sollen.
“Küsst du noch oder beisst du schon” ist Verdummung pur und bis zum Ende eine Qual!
Wer ein Buch sucht, bei dem das Thema Vampir mal ohne die üblichen Klischees angepackt wird, dem empfehle ich Dan Simmons‘ “Kinder der Nacht”. Hier laufen keine blutsaugenden Monster in halb-romantisch-verklärten Posen durch die Nacht und sie sind auch keine Menschen zefetzenden Bestien. Nein, Simmons geht das Thema von einer wissenschaftlichen Seite aus an und verpackt dies in einen spannenden Mystery-Krimi.
Kurz nach dem Zusammenbruch des Sozialismus ist die Ärztin Kate Neumann in Rumänien unterwegs um dort Kindern in einem Waisenhaus zu helfen. Hier sterben die Kinder aus Mangel an den nötigen Hilfsmitteln oder einfach, weil sich niemand so richtig für sie interessiert. Hier begegnet ihr der kleine ausgemergelte Joshua, der zu ebenfalls zu sterben droht, wenn er keine entsprechende Hilfe bekommt. Doch die Hilfe, die das Kind, dessen Vergangenheit niemand kennt, braucht ist außergewöhnlich: Er kommt nur zu Kräften, wenn man ihm Blut injiziert.
Kate adoptiert Joshua und nimmt ihn mit in die USA. Hier stellt sie fest, dass der Junge eine Art Schattenorgan im Magenbereich hat, das dafür verantwortlich ist, dass das Kind fremdes Blut braucht. Es gelingt Kate einen Ersatzstoff herzustellen und sie ist durch Joshua noch etwas anderem auf der Spur: einem Heilmittel gegen AIDS und Krebs.
Doch noch bevor sie weiterforschen kann, wird in Kates Haus eingebrochen, ihr Ex-Mann und ihre Freundin ermordet und Joshua entführt. Welches Geheimnis umgibt diesen Jungen? Sie nimmt die Verfolgung auf und die Spur führt zurück nach Rumänien…
“Kinder der Nacht” ist wirklich spannend bis zum Ende, auch wenn dieses, für meinen Geschmack, ein bisschen zu sehr an Hollywood erinnert.
In Sachen Recherche hat der Autor gute Arbeit geleistet, so dass man ganz nebenbei auch noch einiges über Rumänien erfährt.
Natürlich kommt auch dieses Buch nicht am Mythos Dracula dran vorbei. Aber Simmons hat diesen so gut in seine Geschichte verwoben, dass man ein ganz neues Bild von Vampiren und deren historischer Position bekommt.
Manche Leute werden sich vielleicht an den medizinischen Ausdrücken stören, von denen es doch schon ein paar gibt. Aber ich finde, dass sie irgendwie zur Atmosphäre passen.
Dieses Buch ist sicherlich nicht das Beste von Simmons, aber mit Sicherheit auf dem Gebiet der Vampir-Literatur ein kleiner Meilenstein.
Nach Jahren voller immer schlechter werdender Romane (ich lasse jetzt mal Themen wie Ghostwriting und Kommerz außer acht
) dürften eingefleischte Stephen King Fans an seinem neuesten Werk mit dem Titel “Wahn” endlich mal wieder so richtig Freude haben.
Zu Beginn muss ich sagen, dass ich nie so King begeistert war. Bis auf ein paar wenige Kurzgeschichten sind mir die Geschichten meist zu klischeelastig. Die Horrormotive hat man fast alle schon mal gehört und sie überraschen einen auch nicht wirklich. Was Kings Stärke ist, dass er gekonnt Spannung erzeugen kann und ganze emotionale Gebäude errichten, die dann plötzlich und ohne Vorwarnung wieder einstürzen.
Und dies ist auch in seinem neuesten Buch der Fall: Der bisher erfolgreiche Bauunternehmer Edgar Freemantle verliert bei einem Unfall plötzlich einen seiner Arme und erleidet schwere Knochenbrüche und eine Kopfverletzung. Daraufhin wird er von unkontrollierbaren heftigen Wutanfällen heimgesucht. Als deswegen seine Ehe zerbricht, rät Freemantles Psychiater seinem total am Boden zerstörten Patienten auf die kleine Insel Duma Key vor der Küste Floridas zu fahren und sich seinen langgehegten Traum vom Malen zu erfüllen.
Die Insel gehört der 85-jährigen, an Alzheimer erkrankten, Elizabeth Eastlake. Schnell freundet sich Freemantle mit deren Pfleger Wireman an und er beginnt ein Bild nach dem anderen zu malen. Ja, das Malen überfällt ihn regelrecht und die rauschhaften Malattacken dauern dann schonmal die ganze Nacht über. Zudem muss er mit seinen Phantomschmerzen kämpfen. Doch trotzdem beginnt er sich nach und nach besser zu fühlen.
Doch auf einmal beginnen seine Bilder ein rätselhaftes Eigenleben zu entwickeln. Sie werden von selbst immer dämonischer und verwandeln sich in düstere Motive. Anscheinend versucht eine dunkle Macht auf Duma Key Freemantle zu benutzen.
Zusammen mit Wireman kommt er Stück für Stück hinter die unheimliche Familiengeschichte von Elizabeth. Doch Freemantle wird immer mehr von seinen Bildern in den Wahnsinn getrieben…
Wie schon gesagt, halte ich die Geschichten von Stephen King meist für zu sehr an den Haaren herbeigezogen und von anderen Figuren des Horrors abgekupfert. Dies ist auch bei “Wahn” der Fall. Vor allem der Schluss ist leicht lachhaft… Aber einzelne Szenen sind durchaus gut beschrieben und man gruselt sich zeitweise doch ganz schön.
“Wahn” ist definitiv besser als seine Vorgänger und Fans werden ein paar schlaflose Nächte vor sich haben. Für alle anderen ist es ein ganz netter Zeitvertreib. Den Medienhype hat das Buch wirklich nicht verdient.
Nur wenige Werke haben ihre Nachwelt so sehr beeinflusst, dass sie derart häufig adaptiert, verfremdet oder kopiert wurden, dass man das Original schon fast wieder vergessen hat. So geschehen mit ein paar Klassikern des Horrors.
Wie “Dracula” oder “Frankenstein” hat auch “Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde” von Robert Louis Stevenson kommende Generationen von Autoren beeindruckt und beeinflusst.
Diese Klassiker sollte man bei all den wandelnden Klischees, Abziehbildchen oder Witzfiguren nie vergessen. Es sind herrausragende und zeitlose Werke über die menschliche Seele, Ängste und gesellschaftliche oder moralische Zustände.
Robert Louis Stevenson, der vor allem Weltruhm durch sein Werk “Die Schatzinsel” erlangte, veröffentlichte die Erzählung mit dem Titel “Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde” im Jahr 1886.
Dr. Henry Jekyll, ein angesehener Wissenschaftler der Londoner Oberschicht, überschreibt von einem Tag auf den anderen in seinem Testament seinen gesamten Nachlass an einen gewissen Mr. Hyde. Dies lässt seinen Anwalt Gabriel J. Utterson stutzig werden. Zudem es immer mehr scheint, dass Mr. Hyde auf den bisher vorbildlichen Dr. Jekyll einen schlechten Einfluss ausübt.
Als dann ein Mord geschieht, für den Hyde verantwortlich sein soll, verschwindet dieser plötzlich. Dr. Jekyll geht daraufhin wieder seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nach und verhält sich fast noch vorbildlicher als zuvor.
Doch einige Zeit später verändert er sich wieder. Er zieht sich zu fiberhaften Experimenten in sein Labor zurück und bricht jeglichen Kontakt zur Außenwelt ab.
Eines Tages finden Jekylls Butler und Utterson die Leiche von Mr. Hyde in Jekylls Labor und letzterer ist verschwunden.
Utterson findet dann das schreckliche Geheimnis Hydes heraus: Er hat eine Droge entwickelt mit der man die dunkle und animalische Seite der menschlichen Seele hervorbeschwören kann. Doch Jekylls Experiment ist außer Kontrolle geraten…
Robert Louis Stevenson hat mit “Dr. Jekyll und Mr. Hyde” einen gut durchdachten und spannenden Klassiker der Horrorliteratur geschaffen.
Er kritisiert offen den falschen und oberflächlichen Umgang in der Gesellschaft und die Unterdrückung der Triebe. Gleichzeitig warnt er auch vor Übertreibung.
Zudem hat er als einer der ersten europäischen Autoren die Wirkung von Drogen offen thematisiert.
Eine wahnsinnig gute und tiefgründige Gruselgeschichte, die einen zum nachdenken anregt. Nicht umsonst hat sie Generationen von Autoren inspiriert und beeinflusst.
Das einzig gute daran, wenn Hollywood sich Klassiker der Literatur krallt und glaubt sie durch ihren kommerziellen Fleischwolf drehen zu müssen, ist, dass eben diese Klassiker wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. So geschehen bei der jüngsten Verfilmung mit Will Smith von “I am Legend”.
Die Novelle “Ich bin Legende” von Richard Matheson ist 1954 erschienen und ist wohl eines der wichtigsten Science-Fiction-Werke der amerikanischen Literatur.
Im Los Angeles der Zukunft hat eine Seuche alle Menschen in Vampire verwandelt. Nur Robert Neville scheint als einziger gegen die Krankheit immun zu sein.
Tagsüber, wenn die Vampire schlafen und nicht ins Sonnenlicht treten können, zieht Neville einsam durch die Stadt auf der Suche nach Waffen, Nahrung und eventuellen anderen Überlebenden.
Nachts verbarrikadiert er sich in seinem Haus, das von Vampiren angegriffen wird. Eines Tages trifft er eine Frau, die auch nicht infiziert zu sein scheint. Er nimmt sie mit in sein Haus, doch dann passiert etwas unerwartetes und das Blatt wendet sich…
Richard Matheson hat als Erster sich vom romantischen Image des Vampirs gelöst und sie als eine Art Krankheit und neue Lebensform dargestellt. So hat er geschickt die beiden Genres Science Fiction und Horror miteinader vermischt.
Auch das Ende birgt einen für die damalige Zeit völlig neuen Ansatz Klischees und die Stellung des Menschen neu zu überdenken.
Die spannende Geschichte und die fast schon genialen Denkansätze trösten über die nicht so ganz gelungene Sprache mehr als hinweg.
Ein Klassiker und für jeden, der sich für das Science-Fiction- oder Horrorgenre interessiert, eine absolute Pflichtlektüre.
Zum Schluss noch ein alternatives Ende zu der Verfilmung mit Will Smith, das, meiner Meinung nach, viel besser gewesen und dem Buch näher gekommen wäre:
Eines der klassischen Horrormotive ist wohl der Vampir und Bram Stoker hat 1897 ihren literarischen Übervater erschaffen. Dieses Thema ist so häufig in Literatur und Film “verwurstet” worden, manchmal gut, manchmal schlecht, aber keiner kommt wirklich an das Original heran.
Der irische Schriftsteller Bram Stoker hat mit “Dracula” zum ersten Mal in der Geschichte der Weltliteratur der untoten blutrünstigen Sagengestalt eine Seele verliehen und so eine gewisse Tragik mit dieser Figur erschaffen.
1980 hörte Stoker das erste Mal von der Legende des rumänischen Fürsten Vlad III. Draculea, der auch “der Pfähler” genannt wurde. Basierend auf seiner Lebensgeschichte entwickelte er die Figur Dracula.
Das Buch hat nicht nur einen Erzähler, sondern setzt sich aus einer Ansammlung von fiktiven Briefen, Zeitungsartikeln und Tagebucheinträgen zusammen. So verleiht er der Geschichte eine gewisse Authenzität, da es wie eine Quellensammlung wirkt.
Der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist, um dem Grafen Dracula ein Haus in London zu verkaufen, nach Transylvanien in dessen Schloss. Dort wird er festgehalten und wird Zeuge der seltsamsten Dinge.
Währenddessen reist Dracula in seinem Sarg nach London. Die Verlobte Harkers, Wilhelmina “Mina” Murray, ist dort bei ihrer Freundin Lucy Westenra zu Besuch. Als die Geschehnisse immer merkwürdiger werden, ruft man Professor Abraham van Helsing auf den Plan, der natürlich sofort auf Vampirjagd geht…
Stoker stellt hier das mystische Element des Grafen der Wissenschaft und der Technik gegenüber, wovon gerade die Menschen im ausgehenden 19. Jahrhundert besonders fasziniert waren.
Die tragische Figur des Grafen Dracula, der getrieben durch die Jahrhunderte nach Erlösung sucht, hat über hundert Jahre lang die Leute in seinen Bann gezogen. Nicht zuletzt wohl wegen der erotischen Komponente des verführerischen und zugleich abstoßend wirkenden Dracula, welche für das prüde viktorianische England einem Skandal gleichkam.
Das Buch chanchiert zwischen Liebesgeschichte, Abenteuerroman, Schauer- und Gruselmärchen und begeistert auch heute noch mit seinem unverwechselbaren Stil.
Ein echter zeitloser Klassiker und eine erneute Bestätigung, dass das Original meistens doch das Beste ist.