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Kein Land für alte Männer (2005; englischer Originaltitel: No Country for Old Men) ist ein Roman von Cormac McCarthy. Die deutschsprachige Übersetzung erschien im März 2008, nach dem deutschen Kinostart der mit vier Oscars ausgezeichneten Verfilmung "No Country for Old Men" (2007) der Coen Brüder. Der Titel entstammt der ersten Zeile des Gedichts "Sailing to Byzantium" (1928) von William Butler Yeats (1865 - 1939).

Zusammenfassung

Der Roman folgt 3 zentralen Figuren: Llewellyn Moss, ein Vietnam-Veteran und Hobbyjäger, der zufällig auf einen schief gelaufenen Drogendeal stößt; Anton Chigurh, ein psychopathischer Killer; und Ed Tom Bell, ein lokaler Sheriff aus Texas. Die scheinbar einfache Handlung besteht darin, dass Moss (inmitten einer Menge von Leichen) einen Koffer findet, der mit über 2 Millionen Dollar in bar gefüllt ist. Er nimmt den Koffer an sich und ist während der gesamten Geschichte auf der Flucht. Chigurh, der irgendwie in den Geldtausch mit den Drogendealern verwickelt ist, hat nur ein Ziel: das Geld zurückzubekommen, ohne Rücksicht auf Verluste. Bell ist der unwahrscheinliche und erfolglose Held der Geschichte. Er versucht, das Leben von Moss zu retten.

Moss ist der "kleine Kerl" in der Gesellschaft einiger sehr "großer" Krimineller. Moss ist außerdem jung und denkt, er könne die großen Jungs überlisten. Durch den Einsatz seiner Intelligenz und ein bisschen Glück entkommt Moss immer wieder. Doch dann erkennt er, dass es kein Zurück mehr gibt. Er hat eine unterirdische Welt betreten, aus der es nur einen Ausgang gibt - den Tod.

Sheriff Bell hat es sich unterdessen zur Aufgabe gemacht, die Menschen zu schützen, die in seinem Zuständigkeitsbereich leben. Er weiß, dass Moss überfordert ist. Bell erkennt im Laufe der Zeit, dass auch er überfordert ist. Er versucht, Moss dazu zu bringen, sich zu stellen. Aber Moss ist wankelmütig, und Bell kann ihn nicht rechtzeitig erreichen.

Chigurh ist mindestens so intelligent wie Moss und Bell und tausendmal böser. Chigurh ist ein kaltherziger Mann, der fast jeden töten will, der versucht, seinen Weg zu kreuzen. Dabei gibt er vor, als Handlanger des Schicksals zu agieren: Er fragt sein potentielles Opfer "Kopf oder Zahl?" und zwingt dieses zum Antworten. Dann wirft er eine Münze und das Ergebnis entscheidet über Leben oder Tod.

Fazit

“Kein Land für alte Männer” ist ein Thriller, der scheinbar im Gewand eines blutrünstigen Western daher kommt. Allerdings entdeckt man schnell auch philosophische Ansätze zu Themen wie Tod und Schicksal. Es ist ein Reigen aus Kaltherzigkeit, Gewalt, Brutalität, Gier und das Böse im Menschen an sich. Die Protagonisten können meist nichts für ihr Verhalten, da das Leben oder das Schicksal sie zu dem machte, was sie sind.

McCarthy zeigt uns eine Welt, in der Gewalt zum normalen Beiwerk gehört. In einem rasanten Tempo jagt die Handlung des zutiefst verstörenden und großartig gestalteten Romans dahin. Die Charaktere und der sprachliche Ausdruck faszinieren: distanziert, kühl und auf das Wesentliche reduziert, und gleichzeitig lässt sie intensive und detailreiche Bilder im Kopf des Lesers entstehen.

Autor

Cormac McCarthy (* 1933) ist ein US-amerikanischer Romancier, Dramatiker, Kurzgeschichtenautor und Drehbuchautor. Er hat zehn Romane, zwei Theaterstücke, zwei Drehbücher und drei Kurzgeschichten geschrieben, die sich auf die Genres Southern Gothic, Western und Postapokalyptik erstrecken. Er ist bekannt für seine anschaulichen Gewaltdarstellungen und seinen einzigartigen Schreibstil, der sich durch das Fehlen von Interpunktion und Zuordnung auszeichnet. Er wird weithin als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller angesehen und wurde unter anderem mit dem Pulitzer-Preis und dem National Book Award ausgezeichnet.