Walter Moers (* 1957) ist ein Comiczeichner, Illustrator und Autor. Er ist der Schöpfer der Figur des Käpt'n Blaubär und wurde mit seinen Zamonien-Romanen zu einem Bestseller-Autor in Europa.
Biographie
Moers wurde in Mönchengladbach geboren. Nach eigenen Angaben beendete er seine Schullaufbahn vorzeitig und schlug sich zunächst mit Gelegenheitsjobs durch. Er begann eine kaufmännische Lehre, die er aber nicht abschloss. Zu den Gelegenheitsjobs gehörten auch erste Zeichenaufträge, wie z.B. kleine Gute-Nacht-Geschichten für das "Sandmännchen". Seine zeichnerischen Fähigkeiten erwarb Moers im Selbststudium.
Walter Moers ist verheiratet und lebt seit 1992 in Hamburg. Er gilt als öffentlichkeitsscheu, tritt nicht öffentlich auf, gibt seine wenigen Interviews per E-Mail und lässt sich nur selten fotografieren. Sein Umgang mit der Öffentlichkeit ist inzwischen zu einer Art Markenzeichen geworden, so dass er oft als "Phantom" bezeichnet wird. Biografische Angaben zu Moers sind daher mit Vorsicht zu genießen, da es nur wenige wirklich zuverlässige Quellen gibt.
Werk
Moers' Stil ist insgesamt stark von der Tradition der Groteske geprägt. Zu den offensichtlichen Bezügen gehört die Widmung ganzer Romane; mit "Ensel und Krete", inspiriert vom Grimm'schen Märchen "Hänsel und Gretel", und "Der Schrecksenmeister", hinter dem sich Gottfried Kellers Novelle "Spiegel, das Kätzchen" verbirgt, aber auch Elemente aus Mary Shelleys "Frankenstein", William Goldmans "Die Braut des Prinzen" oder Ray Bradburys "Fahrenheit 451" sind offensichtlich.
Bei den Zamonien-Romanen von Walter Moers handelt es sich um Werke der Fantasy-Literatur, die als literarische Fragmente der Welt von Zamonien dargestellt werden. Im Laufe der Veröffentlichungen wurde Moers' Autorenschaft fiktiv immer weiter reduziert, vom Autor und Helfer (Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär) über den Herausgeber und Illustrator (Ensel und Krete, Die Stadt der träumenden Bücher) bis hin zum zweiten Herausgeber (Der Lehrling des Alchemisten).
Zentral sind in allen Zamonienbüchern die Wortspiele, Anspielungen und Anagramme, die eine enorme Freude des Autors an Sprache, Literatur und Geschichte dokumentieren. Beim aufmerksamen Lesen findet man immer wieder eine Unmenge von anagrammierten Namen, versteckten Text- und Bildzitaten. Zum Beispiel ist der größte Teil der Gedichte in "Die Stadt der Träumenden Bücher" leicht abgeändert von großen Dichtern übernommen worden, und die Namen der fiktiven Dichter, die im Buch vorkommen, sind auch größtenteils mehr oder weniger schwer durchschaubare Anagramme der Namen realer großer Dichter (z. B. Johann Wolfgang von Goethe ⇒ Ojahnn Golgo van Fontheweg).
Die Bücher zeichnen sich durch ihre intermediale und intertextuelle Aufmachung aus. So finden sich zahlreiche Verweise auf andere Werke der Literatur, des Films und der Musik. Die Parallelen sind teilweise so offensichtlich, dass die Zamonien-Romane als "Plagiatsdichtung" und "Kopierkunst" bezeichnet wurden. Zur Intermedialität trägt aber auch die Kombination von Karten, Illustrationen und Texten bei, in der die Romane verfasst sind. Als Zielgruppe werden sowohl jugendliche als auch erwachsene Leser angegeben, wobei davon auszugehen ist, dass Moers die Werke in erster Linie für Erwachsene gedacht hat.
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