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Das Dschungelbuch ist eine 1894 erschienene Sammlung von Geschichten des englischen Autors Rudyard Kipling. Die meisten Figuren sind Tiere wie der Tiger Shere Khan und der Bär Baloo, eine Hauptfigur ist jedoch der Junge oder „Menschenjunge“ Mowgli, der im Dschungel von Wölfen aufgezogen wird. Die meisten Geschichten spielen in einem Wald in Indien; ein Ort, der immer wieder erwähnt wird, ist „Seeonee“ (Seoni), im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh.

Ein Hauptthema des Buches ist das Verlassenwerden, gefolgt von der Pflege, wie im Leben von Mowgli, was an Kiplings eigene Kindheit erinnert. Das Thema findet seinen Widerhall im Triumph der Protagonisten, darunter Rikki-Tikki-Tavi und das Weiße Siegel, über ihre Feinde und auch über Mowgli. Ein weiteres wichtiges Thema sind Recht und Freiheit. In den Geschichten geht es nicht um das Verhalten von Tieren und schon gar nicht um den darwinistischen Kampf ums Überleben, sondern um menschliche Archetypen in Tiergestalt. Sie lehren Respekt vor Autoritäten, Gehorsam und das Wissen um den eigenen Platz in der Gesellschaft mit dem „Gesetz des Dschungels“, aber die Geschichten veranschaulichen auch die Freiheit, sich zwischen verschiedenen Welten zu bewegen, etwa wenn Mowgli zwischen dem Dschungel und dem Dorf hin und her wechselt. Kritiker haben auch die wesentliche Wildheit und gesetzlose Energie in den Geschichten hervorgehoben, die die unverantwortliche Seite der menschlichen Natur widerspiegeln.

Das Dschungelbuch ist nach wie vor populär, zum Teil durch seine zahlreichen Verfilmungen und andere Medien. Kritiker wie Swati Singh haben festgestellt, dass selbst Kritiker, die Kipling wegen seines vermeintlichen Imperialismus misstrauten, die Kraft seiner Erzählung bewunderten. Das Buch war einflussreich auf die Pfadfinderbewegung, deren Gründer Robert Baden-Powell ein Freund von Kipling war. Percy Grainger komponierte seinen Dschungelbuch-Zyklus um Zitate aus dem Buch.