Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Cover zu “Lord der Vampire” © Loewe VerlagIm Vorgänger-Werk des britischen Autors Justin Richards mit dem Titel “Death Collector” konnten wir ja schon Bekanntschaft schließen mit George Archer, Sir William, Eddie und Liz Oldfield. Und eigentlich war die Geschichte um die Truppe auch bereits erzählt, doch Fans und Verlag haben Nachschub gefordert und so gibt es nun doch eine Fortsetzung.

In “Lord der Vampire” müssen unsere Helden mal wieder London vor dem Untergang bewahren. Waren es in “Death Collector” noch Zombies und ein menschenfressendes Monster, die das viktorianische England bedrohten, so sind es diesmal Vampire und natürlich die Mumie deren Herrschers. ;-)

Von der Erzählweise, der Spannung und der Stimmung kann “Lord der Vampire” gut mit seinem Vorgänger mithalten. Es ist ein spannende Geschichte zwischen Grusel und Abenteuer, die einen nicht groß fordert, dafür aber um so mehr kurzweilig unterhält. weiterlesen »


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Cover zu “Der Judas-Code” © BlanvaletJames Rollins lässt mal wieder die SIGMA-Force die Menschheit retten. Herausgekommen ist ein bunter Mix aus Mystery, Abenteuer, Fantasy und natürlich satte Action.

Der Judas Code” ist kein stilistisches Meisterwerk, hat keinen allzu einfallsreichen Plot und ist mit Klischees nur so überzogen. Doch trotz allem hat es was, denn die Action ist mal wieder rasant und die Spannung hält auch, was sie verspricht. Platte Unterhaltung, die einen doch irgendwie mitfiebern lässt…

Auf einer Insel Indonesiens erwacht eine uralte furchtbare Plage, die die ganze Menschheit ausrotten kann. Ein mutierter Killervirus bedroht also mal wieder den Planeten. Klar, dass auch in sowas einige auch ein Geschäftspotential erkennen und so stürzt sich die geheimnisvolle Organisation “Die Gilde“auf die Erforschung des Virus, denn wer ihn besitzt und vor allem kontrollieren kann, hat auch eine große Macht, die man leicht an alle möglichen Terroristen verkaufen kann. Doch dazu braucht man halt auch das Gegenmittelweiterlesen »


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Mittlerweile ist dies nun schon Band neun rund um Kommissar Adamsberg der französischen Schriftstellerin Fred Vargs. “Die dritte Jungfrau” ist durch und durch ein typischer Vargas: Poetisch, absurd und schon nah dran an einem modernen Krimi-Grusel-Märchen.

Cover zu “Die dritte Jungfrau”Wer an intelligenten und sprachlich ausgefeilten Krimis Interesse hat, die sich nicht bloß um die typischen Thriller-artigen Muster drehen, ist bei Vargas genau richtig. In all ihren Krimis schwingt ein wunderbar angenehmer Schauer aus der Vergangenheit mit, keine Fantasy, eher dunkel und mysteriös.

Die Handlung bei Vargas ist immer schwer zu beschreiben. Auch “Die dritte Jungfrau” hat viele Handlungsstränge und gehört zu den Büchern, die man unbedingt selber lesen muss, da man sie sonst noch kaputt quatscht. weiterlesen »


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Der Debütroman der irischen Autorin Tana French ist gleich ein voller Erfolg. Bei all dem Schund, der z.Z. gerade im Bereich Thriller auf den Markt gehauen wird, ist es gar nicht so leicht, noch spannende und gleichzeitig sprachlich gewandte Bücher zu finden, aber “Grabesgrün” ist so eins.

Cover zu “Grabesgrün”Ich muss ja sagen, ich habe ein Faible für viele Thriller und Krimis aus Großbritannien oder Irland, da sie meist in eine düstere und mysteriöse Atmosphäre gehüllt sind. Und dies gilt besonders für Tana French’s “Grabesgrün”.

Im Jahr 1984 wird der 12-jährige Adam Robert Ryan total verstört im dichten Wald von Knocknaree aufgefunden, von seinen beiden andere Freunden fehlt jede Spur. Offentsichtlich ein Verbrechen, das auch bis heute, wo Ryan selbst Ermittler bei der Kriminalpolizei ist, nicht augeklärt werden kann, wohl vor allem auch deswegen, weil er sich an nichts mehr erinnern kann, was damals passiert ist. weiterlesen »


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Ihr macht das Genre kaputt!

Autor: Nina
abgelegt in: Thriller

Und schon wieder halte ich einen Super-Mega-Bestseller, natürlcih einen Mystery-Thriller, in den Händen. Warum werden diese Bücher nur immer so gut verkauft?! Schon wieder ist ein klassisches Thema durch den Fleischwolf gedreht worden. Man hat all diese Motive schon tausendmal gelesen und gehört. Und nicht einmal mehr Spannung kann so in ein eigentlich dazu gedachtes Genre kommen. Absolute Zeitverschwendung! Danke Konsum!

Cover zu “616″Und nun ratet mal, von welchem Thema ich spreche: Bravo! Es gibt in diesem Fall zwei Möglichkeiten: Geheimbünde oder der Teufel, oder am besten beides.

So auch in dem schon fast als Meisterwerk gepriesenen (so viele Meisterwerke auf einmal :-) ) Thriller mit dem genialen Titel “616 - Die Hölle ist überall” des spanischen Autorenduos David Zurdo und Angel Gutiérrez.

Der Jesuitenpater David Cloister (einfallsreicher Nachname!), Mitglied der vatikanischen Geheimorganisation (Achtung, noch so’n toller Name!) “Wölfe Gottes”, erforscht weltweit paranormale Phänomene. Er ist im Auftrag des Herrn unterwegs… :-) Diese Organisation soll sogar die Macher von Akte X bei einigen Folgen beraten haben. (Ich schmeiß mich weg :D) Jedenfalls untersucht Cloister die Gebeine eines Priesters, der heilig gesprochen werden soll. Diese sind alle zerbrochen, der Sarg ist von innen zerkratzt und es sind die Worte “Todo es infierno - Die Hölle ist überall” eingeritzt.

Zudem häufen sich Berichte von Nahtoderfahrungen, die, statt des berühmten weißen Lichts, Dunkelheit und Schreie gesehen haben. Ganz klarer Fall der Teufel, mal wieder höchstpersönlich, steckt dahinter…

Cloisters Weg kreuzt sich mit einer Psychologin, die einen Patienten behandelt, der von grausamen Visionen geplagt wird.

Teils gemeinsam kommen sie Luzifer, dem Schrecklichen, auf die Spur…

Toll, oder? Und jetzt sagt mir noch, dass hier keine Klischees verbraten wurden und die Autoren mit billiger Konstruktion auch in erster Linie kein Geld verdienen wollten, sondern uns spannend unterhalten oder uns eine tiefere Weisheit mitteilen.

Exorzismen, eine problembelastete Psychologin (, die von einem Feuerwehrmann beschützt wird, Hach!), der Teufel himself, Nahtoderfahrungen, eine geheime Oragnisation und natürlich die Nahtoderfahrungen sind in “616″ genauso langweilig und einfallslos beschrieben, wie hier aufgereiht. Man kommt aus dem Gähnen gar nicht mehr heraus. Die Charaktere sind so flach und erreichen nicht mal annähernd eine kleinere weitere Dimension.

Und das furchtbare Ende, das jede kitschige Heiligenikone daneben verblassen lässt, ist dann der letzte Sargnagel für das Buch. Klappe zu, Affe tot, Leser sauer. Wenn man so etwas liest wünscht man sich fast die Inquisition zurück. :-) Ihr seht, ich bin begeistert…


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Vampire einmal anders…

Autor: Nina
abgelegt in: Horror, Krimi

Wer ein Buch sucht, bei dem das Thema Vampir mal ohne die üblichen Klischees angepackt wird, dem empfehle ich Dan Simmons‘ “Kinder der Nacht”. Hier laufen keine blutsaugenden Monster in halb-romantisch-verklärten Posen durch die Nacht und sie sind auch keine Menschen zefetzenden Bestien. Nein, Simmons geht das Thema von einer wissenschaftlichen Seite aus an und verpackt dies in einen spannenden Mystery-Krimi.

Cover zu “Kinder der Nacht”Kurz nach dem Zusammenbruch des Sozialismus ist die Ärztin Kate Neumann in Rumänien unterwegs um dort Kindern in einem Waisenhaus zu helfen. Hier sterben die Kinder aus Mangel an den nötigen Hilfsmitteln oder einfach, weil sich niemand so richtig für sie interessiert. Hier begegnet ihr der kleine ausgemergelte Joshua, der zu ebenfalls zu sterben droht, wenn er keine entsprechende Hilfe bekommt. Doch die Hilfe, die das Kind, dessen Vergangenheit niemand kennt, braucht ist außergewöhnlich: Er kommt nur zu Kräften, wenn man ihm Blut injiziert.

Kate adoptiert Joshua und nimmt ihn mit in die USA. Hier stellt sie fest, dass der Junge eine Art Schattenorgan im Magenbereich hat, das dafür verantwortlich ist, dass das Kind fremdes Blut braucht. Es gelingt Kate einen Ersatzstoff herzustellen und sie ist durch Joshua noch etwas anderem auf der Spur: einem Heilmittel gegen AIDS und Krebs.

Doch noch bevor sie weiterforschen kann, wird in Kates Haus eingebrochen, ihr Ex-Mann und ihre Freundin ermordet und Joshua entführt. Welches Geheimnis umgibt diesen Jungen? Sie nimmt die Verfolgung auf und die Spur führt zurück nach Rumänien…

“Kinder der Nacht” ist wirklich spannend bis zum Ende, auch wenn dieses, für meinen Geschmack, ein bisschen zu sehr an Hollywood erinnert.

In Sachen Recherche hat der Autor gute Arbeit geleistet, so dass man ganz nebenbei auch noch einiges über Rumänien erfährt.

Natürlich kommt auch dieses Buch nicht am Mythos Dracula dran vorbei. Aber Simmons hat diesen so gut in seine Geschichte verwoben, dass man ein ganz neues Bild von Vampiren und deren historischer Position bekommt.

Manche Leute werden sich vielleicht an den medizinischen Ausdrücken stören, von denen es doch schon ein paar gibt. Aber ich finde, dass sie irgendwie zur Atmosphäre passen.

Dieses Buch ist sicherlich nicht das Beste von Simmons, aber mit Sicherheit auf dem Gebiet der Vampir-Literatur ein kleiner Meilenstein.


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Der neue Stephen King

Autor: Nina
abgelegt in: Horror

Nach Jahren voller immer schlechter werdender Romane (ich lasse jetzt mal Themen wie Ghostwriting und Kommerz außer acht ;-) ) dürften eingefleischte Stephen King Fans an seinem neuesten Werk mit dem Titel “Wahn” endlich mal wieder so richtig Freude haben.

Zu Beginn muss ich sagen, dass ich nie so King begeistert war. Bis auf ein paar wenige Kurzgeschichten sind mir die Geschichten meist zu klischeelastig. Die Horrormotive hat man fast alle schon mal gehört und sie überraschen einen auch nicht wirklich. Was Kings Stärke ist, dass er gekonnt Spannung erzeugen kann und ganze emotionale Gebäude errichten, die dann plötzlich und ohne Vorwarnung wieder einstürzen.

Cover zu “Wahn”Und dies ist auch in seinem neuesten Buch der Fall: Der bisher erfolgreiche Bauunternehmer Edgar Freemantle verliert bei einem Unfall plötzlich einen seiner Arme und erleidet schwere Knochenbrüche und eine Kopfverletzung. Daraufhin wird er von unkontrollierbaren heftigen Wutanfällen heimgesucht. Als deswegen seine Ehe zerbricht, rät Freemantles Psychiater seinem total am Boden zerstörten Patienten auf die kleine Insel Duma Key vor der Küste Floridas zu fahren und sich seinen langgehegten Traum vom Malen zu erfüllen.

Die Insel gehört der 85-jährigen, an Alzheimer erkrankten, Elizabeth Eastlake. Schnell freundet sich Freemantle mit deren Pfleger Wireman an und er beginnt ein Bild nach dem anderen zu malen. Ja, das Malen überfällt ihn regelrecht und die rauschhaften Malattacken dauern dann schonmal die ganze Nacht über. Zudem muss er mit seinen Phantomschmerzen kämpfen. Doch trotzdem beginnt er sich nach und nach besser zu fühlen.

Doch auf einmal beginnen seine Bilder ein rätselhaftes Eigenleben zu entwickeln. Sie werden von selbst immer dämonischer und verwandeln sich in düstere Motive. Anscheinend versucht eine dunkle Macht auf Duma Key Freemantle zu benutzen.

Zusammen mit Wireman kommt er Stück für Stück hinter die unheimliche Familiengeschichte von Elizabeth. Doch Freemantle wird immer mehr von seinen Bildern in den Wahnsinn getrieben…

Wie schon gesagt, halte ich die Geschichten von Stephen King meist für zu sehr an den Haaren herbeigezogen und von anderen Figuren des Horrors abgekupfert. Dies ist auch bei “Wahn” der Fall. Vor allem der Schluss ist leicht lachhaft… Aber einzelne Szenen sind durchaus gut beschrieben und man gruselt sich zeitweise doch ganz schön.

“Wahn” ist definitiv besser als seine Vorgänger und Fans werden ein paar schlaflose Nächte vor sich haben. Für alle anderen ist es ein ganz netter Zeitvertreib. Den Medienhype hat das Buch wirklich nicht verdient.


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Cover zu “Die Teufelsformel”Tagtäglich sind wir bewusst oder unbewusst unzähligen Überwachungs- und Manipulationssystemen ausgesetzt. Einige wenige versuchen auf unsere Kosten ihren Reichtum noch zu vergrößern. Der gläserne Mensch ist schon lange kein Bild mehr aus irgenwelchen Science-Fiction Romanen oder Filmen.

Diese Fakten hat der französische Autor Maxime Chattam genommen und einen spannenden Thriller mit dem, wie ich finde, etwas unpassenden Titel “Die Teufelsformel” drumherum geschrieben. Wobei ich die Geschichte ganz gut, die gesellschaftskritischen, ja fast schon aufklärerischen Fakten hingegen grandios dargestellt und zusammengefasst fand.

Eines Tages wird die junge Pariserin Yael Mallan von merkwürdigen Ereignissen geplagt. Ihr Laptop scheint aus dem Nichts mit ihr zu kommunizieren und merkwürdige Schatten in Spiegeln senden ihr Botschaften. Schnell zweifelt sie an ihrem Verstand. In ihrer Ratlosigkeit bittet sie den Journalisten Thomas, eine Zufallsbekanntschaft aus einer Bar, um Hilfe. Gemeinsam werden sie von mächtigen Männern gejagt, die anscheinend einer Art Geheimbund angehören und die Menschen nach ihren Wünschen manipulieren.

Sie erhalten weiterhin merkwürdige Botschaften, die sie mehr und mehr auf die Fährte der sogenannten SCHATTEN bringen, doch auch die Gegenseite schläft nicht. Eine Horde Auftragskiller im Nacken ist ihre einzige Chance zu überleben, die Existenz besagter SCHATTEN aufzudecken.

Schutz und Hilfe finden sie bei dem Botschaftersohn Kamel, dessen Blogeinträge zwischendrin immer mal wieder die Handlung unterbrechen.

Autor Maxime ChattamUnd genau diese Blogs haben mir wirklich sehr gut gefallen. Kamel deckt peu à peu die Machenschaften unseren heutigen politischen und wirtschaftlichen Systeme auf. Die Politiker sind eigntlich nur noch Marionetten großer Wirtschaftsbosse, die unser Geschick zu ihren Gunsten hin lenken. Katastrophen wie der 11. September werden benutzt um ihre eigentlichen Ziele durchzusetzen. Ja, sie sind sogar mit Absicht angezettelt, denn ängstliche Mensche kann man am besten manipulieren.

Kamels Texte sind keine bloßen Thriller-Dan-Brown-Verschwörungstheorien, sondern nachprüfbare und wahre Fakten. Chattam deckt hier in einer einfach verständlichen Sprache und einer unterhaltsamen und spannenden Geschichte die Missstände unserer westlichen Systeme auf. Der Leser wird mehrmals zum Nachdenken, Hinsehen und vor allem Nachprüfen und Recherchieren der Tatsachen angeregt.

Nett finde ich auch die Musiktipps die der Autor am Anfang des Buches dem Leser gibt um sich in die richtige Stimmung zu versetzen. Das Ende war einfallsreich, gut geschrieben und zur Geschichte absolut passend.

Es wäre wirklich schön, wenn es mehr Thriller solcher Art geben würde, denn wenn man schon auf Verschwörungstheorien rumreitet, kann man gleich die echten “Fehler im System” darlegen.

Gesellschaftkritik in leichter, verständlicher, unterhaltsamer und vor allem spannender Kost. Viel Spaß beim Verschlingen, Verdauen und vor allem beim Wirken lassen!


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Der 77. Grad

Autor: Nina
abgelegt in: Thriller

Cover zu “Der 77. Grad”Ich lese ja eigentlich ganz gerne Mystery-Thriller, aber mittlerweile geht mir dieser kommerzille Hype wirklich auf die Nerven. Jede kleinste historische Tatsache, die bei drei nicht auf den Bäumen ist, wird in Romanform gepresst und zu einer Pseudoverschwörungstheorie gewaltsam zusammengedröselt.

So auch bei “Der 77. Grad” von Bill Napier, dem man eigentlich als Professor für Astronomie ein wenig mehr Verständnis zutrauen könnte. Aber Pustekuchen…

Die Geschichte ist schnell erzählt, da man das Grundgerüst schon tausendmal so gelesen hat: Mann entschlüsselt geheime Botschaft, entdeckt etwas Sensationelles, wird verfolgt.

Also, gut :-) : Der Buchhändler Harry Blake (schon der Name ist einfallsreich!) erhält von einem reichen englischen Lord (!) den Auftrag ein 400 Jahre altes Manuskript aus seinem Familienbesitz zu entschlüsseln. Und schon passiert ein Mord und andere Leute bieten ihm horende Summen für das Manuskript.

Sir Walter RaleighBlake lehnt aber ab und beginnt das Werk zu entschlüsseln. Es handelt sich um das Tagebuch des Schiffsjungen Ogilvie, der an einer Expedition von Sir Walter Raleigh zum 77. Grad, dem sogenannten “Längengrad Gottes”, teilnimmt.

Schnell merkt Blake, dass es sich bei dem Manuskript um mehr als nur ein Tagebuch handelt. In ihm ist ein dunkles Geheimnis verborgen. Wird es Blake und seinen Mitstreitern gelingen das Geheimnis zu entschlüsseln? Wer sind die mysteriösen und gewalttätigen Verfolger?

Und die Antworten sind ebenso einfallslos wie offensichtlich. Auch die Charaktere sind absolut hölzern, ohne jegliches Einfühlungsvermögen gezeichnet und dermaßen klischeebehaftet dargestellt, dass einem schon allein dadurch jeglicher Lesespaß vergeht. Je länger das Buch wird, desto konstruierter wirkt zudem die Geschichte.

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie Autoren schnelles Geld mit dem gegenwärtigen Trend verdienen wollen, aber dabei Recherche, Spannung und vielschichtige Figuren auf der Strecken lassen.

Dieses Buch würde ich keinem empfehlen, es sei denn er will einen Langeweiletod sterben oder eine Anleitung lesen zum Thema “Dinge, die ich beim Romanschreiben niemals tun sollte.”


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“Das letzte Geheimnis”

Autor: Nina
abgelegt in: Thriller

Cover zu “Das letzte Geheimnis”Mit “Das letzte Geheimnis” ist dem Autorenduo Ian Caldwell und Dustin Thomason ein intelligenter und flüssig zu lesender Debütroman gelungen.

Die Geschichte dreht sich um ein auch real existierendes Buch aus der Renaissance, das einige für das mysteriöseste Werk überhaupt halten, die “Hypnerotomachia Poliphili”.

Vordergründig beschreibt es eine Liebesgeschichte aus dem Jahr 1499, doch in etlichen Rätseln scheint der Autor seiner Nachwelt ein großes Geheimnis hinterlassen zu haben. Jeder, der dieses Buch versucht hat zu erforschen, ist von ihm besessen oder in gefährliche Umstände verwickelt worden.

Und auch der Vater des Ich-Erzählers Tom Sullivan erging es nicht anders. Er kam schließlich bei einem Autounfall ums Leben, nachdem er sein Leben dem Buch gewidmet hatte.

Nun wird Tom Jahre später wieder mit dem Werk konfrontiert. Er und seine drei Freunde Charlie, Gil und Paul studieren an der Universität Princeton. Paul schreibt seine Abschlussarbeit über die “Hypnerotomachia Poliphili” und Tom beginnt ihm bei der Lösung der Rätsel zu helfen.

Plötzlich passieren merkwürdige Dinge und eine Mordserie beginnt. Wird sich Tom dem Bann des Mauskriptes aus der Renaissance entziehen können? Oder werden sie den mysteriösen Rätseln auf die Spur kommen? Ein Wettlauf gegen die Zeit und sie selbst beginnt.

Hypnerotomachia Poliphili“Das letzte Rätsel” pendelt zwischen den Genres Thriller, historischer Roman und typischen Campusgeschichten hin und her. Neben der obligatorischen Jagd nach verschollenen Rätseln gelingt es den Autoren die menschliche Komponente nicht außer Acht zu lassen. Sie zeichnen die Charaktere, besonders natürlich den Ich-Erzähler, sehr genau und erreichen so Identifizierungspunkte, die bei manchen anderen Thrillern vor lauter Mystery häufig leider auf der Strecke bleiben.

Die historischen Fakten um die “Hypnerotomachia Poliphili” sind gut recherchiert. An ein paar Stellen hat man manchmal nur leider den Eindruck, dass die Autoren so viel Material gesammelt haben, dass die Geschichte kurzzeitig auf der Strecke zu bleiben scheint.

Alles in allem ein gut zu lesender Roman für unterhaltsame und spannende Stunden, der einen aber nicht nachhaltig beschäftigt oder beeindruckt.


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