And the winner is… Uwe Tellkamp! Gestern abend wurde er endlich zum Auftakt der Frankrfurter Buchmesse (offizielle Eröffnung morgen, dann natürlich dazu mehr
) vergeben, der Deutsche Buchpreis 2008 des Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Seit fast einem Monat ist die Shortlist nun bekannt. Jetzt steht der Sieger also endlich fest. Für viele, die sich mit dem Kultur- und Literaturbetrieb beschäftigen, mag das nicht sehr überraschend gewesen sein, denn schon in der letzten Woche zeichneten sich bei den meisten Kritikern zwei Favoriten ab, Uwe Tellkamp und Dietmar Dath, den ich ja bevorzugt hätte. Nun kann sich aber Uwe Tellkamp für sein Werk “Der Turm” über die 25.000 Euro Preisgeld freuen.
Die deutsche Kinderbuchautorin-Autorin Cornelia Funke machte mit ihrer Jugendroman-Trilogie der britischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling Konkurrenz und hielt sich wochenlang mit ihren Büchern in den Bestseller-Listen.
Bereits im letzten Jahr ist der letzte Band ihrer Tintenwelt-Reihe erschienen, aber der Hype (“lovelybooks“) geht ungebrochen weiter. Immer wieder sieht man Jugendliche, aber auch Erwachsene mit dem letzten Teil “Tintentod” in der Hand. Gespannte Mienen und leuchtende Augen, die gefesselt an das Buch, nach dem Ausgang fragen.
Auch international schaffte es Cornelia Funke in die Bestseller-Listen und bekam mehrere Auszeichnungen. Überall finden man Bücher-Rezensionen, über die man sich einen Einblick in die Abenteuer der jungen Meggie verschaffen kann und nicht mehr davon los kommt.
Wenn auch ihr von der Buchreihe fasziniert seid, müsst ihr euch aber leider noch gedulden, denn auch Cornelia Funke will, wie auch “Harry Potter”- Autorin Joanne K. Rowling, erstmal eine Pause einlegen.
Fast schon befremdlich ruhig wurde die Veröffentlichung des zweiten Teils der Autobiographie von Günter Grass begleitet. Ist man normalerweise Kritiker gewohnt, die sich in Heerscharen über das neue Werk hermachen, so wurde “Die Box: Dunkelkammergeschichten” zwar von einigen besprochen oder verrissen, aber eher wie nebenbei.
Dies ist wahrscheinlich in erster Linie dem Steidl Verlag zu verdanken, der die Veröffentlichung still und heimlich einfach zwei Wochen vorverlegte, so dass auch der “normale” Mensch hier mal die Chance erhielt sich seine eigene Meinung zu bilden, bevor die Herren Kritiker mit ihrer Meinungsbildung einsetzen.
Wurde noch beim ersten Teil der Grass’schen Autobiographie “Beim Häuten der Zwiebel” ein riesen Medienrummel veranstaltet. Riiiieesen Bekenntnisse waren da zu lesen. Der Grass soll doch in jungen Jahren bei der SS gewesen sein und hat das neimandem erzählt. Ja, er hat nach 1945 ja immer vor allem mit seinen ultrarechten Aussagen Schlagzeilen gemacht…
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Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte kaum jemand von einem gewissen Barack Obama etwas gehört. Doch seit seiner Ankündigung demokratischer Präsidentschaftkandidat in den USA zu werden, ging das Gesicht des Senators von Illinois schlagartig um die ganze Welt.
Wer sich ein ehrliches Bild über Obama machen möchte, dem empfehle ich seine Autobiographie “Ein amerikanischer Traum – Die Geschichte meiner Familie”. Inzwischen kursieren ja so einige Bücher von und über ihn, dich dieses hier ist deshalb so interessant, da sie aus dem Jahr 1995 stammt. Heute würde er sie gewiss anders schreiben, denn er gibt hier Dinge zu, die zum Teil nur wenig in das saubere Bild eine US-Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf passen. weiterlesen »
Mit Isabel Allendes “Das Geisterhaus” bekommt man eine emotionale Familiensaga, die einen, nachdem man sich durch den schweren Anfang gebissen hat, in ihren Bann zieht.
Die chilenische Schriftstellerin erzählt hier die Geschichte zweiergroßbürgerlicher Familien in Chile über vier Generationen hinweg. Im Zentrum stehen immer wieder außergewöhnliche Frauen.
Die Rahmenhandlung bilden die junge Alba und ihr Großvater Esteban Trueba, die anhand der Tagebücher ihrer Großmutter Clara die Familiengeschichte rekonstruieren.
Die hübsche Rosa, die mit Esteban Trueba verlobt ist, stirbt an Rattengift, das eigentlich als Attentat für ihren Vater, einem Politiker, gedacht war. Ihre hellseherisch begabte Schwester Clara hatte diesen Mord vorausgesehen. Um das Verbrechen aufzuklären wird Rosas Leichnam auf dem Küchentisch geöffnet. Vor Schreck sagt Clara daraufhin neun Jahre lang kein Wort mehr.
Clara spricht erst wieder als sie Esteban Trueba an Rosas Stelle heiratet. Sie bekommen eine gemeinsame Tochter Blanca. Esteban ist ein ausbeuterischer Patriarch und engagiert sich für die konservative Partei Chiles. Als Blanca älter ist, verliebt sich diese aber ausgerechnet in den Anführer der kommunistischen Partei und wird von diesem schwanger. Trueba kann diese Verbindung nicht akzeptiere, da er selbst als Kandidat der konservativen Partei mit an einem Miltärputsch arbeitet.
Doch als dann seine Enkelin Alba nach dem Putsch in ein Konzentrationslager gebracht und dort gefoltert wird, beginnt er langsam seine Fehler einzusehen.
“Das Geisterhaus” bringt uns in einer emotionalen und intelligent erzählten Handlung die chilenische Geschichte näher und liefert uns einen Einblick in das Leben der Menschen in Chile zu unterschiedlichen Zeiten. Hierbei steht immer wieder die weibliche Sicht auf die Politik im Mittelpunkt.
Allende hat hier größtenteils auch Züge ihrer eigenen Familiengeschichte eingebaut. Auch sie musste beispielsweise, wie Blanca, nach dem Militärputsch Genaral Pinochets 1973 ins Exil gehen.
Der Anfang zieht sich ein wenig in die Länge, aber wer sich hier hindurchbeißt wird nicht enttäuscht werden.