Als Kind habe ich “Die Chroniken von Narnia” vom britischen Autor C. S. Lewis verschlungen und spätestens seit der Verfilmung vor zwei Jahren dürften sie einigen wieder ins Gedächtnis gerufen worden sein.
“Die Chroniken von Narnia” sind eine Serie aus sieben Büchern, die alle Episoden der Geschichte des fantastischen Reiches Narnia erzählen. Man konnte sie erst im Nachhinein in eine gewisse Chronologie bringen, da sie nicht in der logischen Reihenfolge veröffentlicht wurden.
In allen Büchern geraten Kinder in das zu unserer Welt parallel existierende Narnia und lenken die Geschichte dieses Universums.
Der am meisten vorkommende Erzählstrang und daher wohl auch der bekannteste sind die Ereignisse um die Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie, die in dem Buch “Der König von Narnia” ihren Anfang nehmen.
Sie entdecken eines Tages beim Versteckspielen in einem großen alten Kleiderschrank den Eingang in eine andere Welt, Narnia. Dort herrscht seit 100 Jahren Winter, den die “Weiße Hexe” Jadis als aktuelle Herrscherin des Landes herbeigeführt hat. Sie streifen durch die Gegend und treffen auf einige seltsame Wesen, sprechende Tiere und Geschöpfe, die sehr an die griechische Mythologie erinnern. Als sie auf den Löwen Aslan, eine der zentralen Figuren der Chroniken, treffen, kämpfen sie mit diesem gegen die “Weiße Hexe”. Werden sie den Frühling nach Narnia zurückbringen können? Wie wird es mit den Geschwistern weitergehen?
Die Abenteuer der Pevensies werden in weiteren Büchern fortgesetzt und selbst, wenn sie nicht die zentrale Rolle spielen sind ihr Taten im Hintergrund präsent.
Narnia vereint christliche Motive mit der griechischen, englischen und irischen Mythologie.
C.S. Lewis hat mit Narnia ein Universum erschaffen, das einen sofort in seinen Bann zieht und besonders Kinder werden ihre helle Freude hier haben.
Die Bücher in der Erzählreihenfolge (mit Erscheinungsjahr in Klammern):
“Das Wunder von Narnia” (1956)
“Der König von Narnia” ( 1950)
“Der Ritt nach Narnia” (1954)
“Prinz Kaspian von Narnia” (1951)
“Die Reise auf der Morgenröte” (1952)
“Der selberne Sessel” (1953)
“Der letzte Kampf” (1956)
Keine andere Gruppe von Schriftstellern hat die Grenzen der Gesellschaft so bewusst, konsequent und extrem ausgetestet und überschritten wie die Beat Generation.
In den fünfziger Jahren in New York und San Francisco um die Schriftsteller William S. Burroughs, Jack Kerouac und Allen Ginsberg herum entstanden, avancierten die Beatniks schnell für die einen zum Kult und zu einer Protesthaltung, für die anderen zu Bürgerschrecks und unpatriotischen Nichtsnutzen. Sie ebneten mit ihrer offenen Einstellung gegenüber Sex, Drogen und Mystik der Hippiebewegung den Weg. Offen schrieben sie über alle guten und schlechten Seiten des Lebens. Ohne Tabus oder Einschränkungen berichteten sie über Gewalt, Wahnsinn, Depression, aber auch Rausch, Jazzmusik oder gleichgeschlechtliche Liebe.
Sie waren eine Gruppe junger Menschen, die der spießigen amerikanischen Mittelschicht ablehnend gegenüberstanden, und ihnen eine offene Weltsicht entgegensetzen wollten. Sie versuchten ohne gesellschaftliche Grenzen und Tabus ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten. Sie fühlten sich wie Außenseiter und weil sie es auch waren, gingen sie komplett in dieser Position auf.
Die drei bekantesten Beatniks, Burroughs, Ginsberg und Kerouac, möchte ich hier nach und nach kurz vorstellen. Alle drei waren sehr verschieden, und doch ergänzten sich ihre Themen hervorragend, da jeder sein “Spezialgebiet” hatte.
Der unumstrittene König von Sex, Drogen und Gewalt war William S. Burroughs.
Ginsberg war der wohl poetischste von ihnen. Er schrieb ausschließlich Gedichte, häufig über den offenen Umgang mit Homoerotik und Wahnsinn. Er wandte sich auch Themen wie Mystik oder Politik auf eine lyrische Art und Weise zu.
Jack Kerouac hingegen predigte das Leben von Außenseitern, die, ohne an einen Ort gebunden zu sein, die Welt mit all den Räuschen und Verlockungen offen umarmten.
…Fortsetzung folgt: Teil 2 – William S. Burroughs…
Wir sind es von Künstlerbiographien ja eher gewöhnt, dass der entsprechende Star glorifiziert wird. Häufig verschwindet die Wahrheit hinter Lobeshymnen und dem obligatorischen “I love him!” oder der Promi wird dermaßen in den Dreck gezogen, dass er wie der letzte Unmensch auf uns wirkt. So oder so geht die wahre Person verloren.
Bei dem Buch von Victor Bockris “Lou Reed – Eine Biographie” ist das anders. Er versucht den Künstler als Menschen mit Fehlern und Schwächen, aber auch guten Seiten darzustellen. Man hat stets den Eindruck er meint es ehrlich. Zudem zeigt er Lou Reed nicht nur in irgendwelchen weltfremden Posen, sondern skizziert ihn wie einen “normalen” Menschen.
Lou Reed, geboren 1942 in New York, wird Mitte der Sechziger mit der Gruppe Velvet Underground als anfänglicher Teil von Andy Warhol’s Factory bekannt. Die eher düsteren Texte lassen keinen Tabubruch aus und zeichnen sich durch ein hohes Maß an Poesie aus. Schon früh zeigt sich Reed’s Liebe zur Literatur, die er wohl wegen seiner Studienzeit entdeckte.
Seine Familie und sein Heranwachsen werden beleuchtet. Entgegen aller Behauptungen Reed’s, die wohl eher der Selbstinszenierung dienten, hatte er eine Familie, die trotz aller Tabubrüche versuchte zu ihm zu halten, auch wenn er es ihr nie einfach gemacht hat.
Man verfolgt Lou Reed durch alle bisherigen Stationen seiner Musikkarriere. Von der Zusammenarbeit mit David Bowie, in der das legendäre Kultalbum “Transformer” entstand, über seine berühmt-berüchtigte Metal-Machine-Music-Phase bis hin zur kurzfristigen Wiedervereinigung mit seiner Hass-Liebe aus Velvet-Underground-Tagen John Cale. Man kann einem Künstler beim Reifen zusehen mit allen menschlichen Schwierigkeiten, die gerade bei einer psychisch labilen Person wie Lou Reed natürlich extremer ausfallen.
Wie schon erwähnt bleibt der Autor immer möglichst sachlich und versucht den Menschen hinter der Maske des Meisters der Selbstinszenierung darzustellen. Vielleicht gelingt ihm das deshalb so gut, weil Victor Bockris selbst das Leben der Factory von Andy Warhol jahrelang begleitet hat. Er war also eher ein Beobachter, als ein Bewunderer. Gute Vorraussetzungen für eine sachliche Beurteilung…
Für Lou-Reed-Fans und alle, die es noch werden wollen, ein gelungenes Buch.
Der Augsburger Peter Dempf hat in seinem Buch “Das Amulett der Fuggerin” versucht ein Stück Geschichte seiner Heimatstadt einzufangen. Hierbei bleibt er jedoch zu sehr an der Oberfläche.
Augsburg um 1500: Die junge Patriziertochter Sybilla Artzt, schon als Kind ein neugieriger Wildfang, der die Männer um den kleinen Finger wickelt, heiratet den aufstrebenden Kaufmann Jakob Fugger. Sie erfüllt die typische Frauenrolle der Zeit; bleibt zuhause und führt das Leben einer Fürstin, während der Ehemann durch Europa reist und der Familie Fugger zu unermässlichem Reichtum und Ansehen verhilft.
Einsam und vernachlässigt, wird sie Zeugin der politischen Ränkespiele Jakobs und versucht immer wieder im Hintergrund einzugreifen. Sie überredet ihren Mann beispielsweise zum Bau der ersten Armensiedlung der Welt, der Fuggerei.
Doch mehr und mehr stellt sie fest, dass Reichtum und Macht nicht glücklich machen und sie begibt sich, zunächst heimlich, in die Arme ihrer Jugendliebe Konrad Rehlinger.
Peter Dempf hat die historischen Fakten in diesem Roman gut recherchiert und der Einblick in die Geschichte ist ihm teilweise auch gelungen. Doch das Buch plätschert fröhlich zwischen Seifenoper und Möchtegernanspruch hin und her.
Die Charaktere bleiben stets an der Oberfläche. Verzweifelt versucht der Autor Spannung aufzubauen, doch ist sie da, ist sie auch schon wieder weg. So versucht er sich an historische Figuren zu klammern, doch nimmt dies teils absurde Züge an. Beispielsweise wenn die Fuggerin auf den letzten 50 Seiten (keine Angst, ich verrate nichts
) Martin Luther, der auf einmal auftaucht, zur Flucht aus Augsburg verhilft. Naaatüürliich…
Für mich als gebürtige Augsburgerin war es nett, die alten Fleckchen der Stadt im Buch wiederzufinden. Ansonsten, hat mich die Lektüre eher enttäuscht. Gerade die Fugger bieten soviel Stoff für spannende Geschichten…
Ich finde es ja löblich vom Autor, dass eine Frau auch mal Drahtzieherin sein darf, aber dann bitte nicht als schmachtender Rosamund-Pilcher-Verschnitt! Sowieso hatte ich manchmal den Eindruck, dass Peter Dempf bei seinem Versuch sich in eine Frau hineinzuversetzen lieber seine eigenen kleinen Fantasien hineinfließen lässt…
Alles in allem, ein vor sich hin plätscherndes Buch, das sich gut nebenbei zum oder vor dem Einschlafen lesen lässt (in jeglicher Hinsicht). Gut auch gegen Einschlafstörungen. Müdigkeit ist garantiert!
Lange vor Dan Browns spannenden, aber nicht sehr gut recherchierten Verschwörungstheorien um den Orden der Templer beschäftigte sich Umberto Eco, vor allem bekannt durch Historische Bücher wie “Der Name der Rose”, mit diesen Theorien um Mystik, Geheimbünde und Weltherrschaft.
Drei Lektoren, Casaubon, Belbo und Diotallevi, aus einem kleinen Verlag in Mailand stoßen auf ein merkwürdiges Manuskript aus dem 14. Jahrhundert. Da sie sich beruflich eh viel mit Mystik und Okkultismus beschäftigen, merken sie schnell, dass es sich um das verschollene Vermächtnis des 1312 zeschlagenen Templerordens handeln könnte.
Als sie, anfangs mehr zum Spaß, beginnen nach geheimen verschlüsselten Botschaften zu suchen, passieren auf einmal merkwürdige Dinge. Sie sind anscheinend nicht die einzigen, die auf der Jagd nach dem Geheimnis der Schrift sind.
Das Manuskript enthält offenkundig den großen Plan der Templer. Alle 120 Jahre treffen sich die jeweiligen 36 Nachkommen der Ritter um diesen Plan und die Templergeheimnisse mündlich weiterzugeben. Sie finden heraus, dass die Durchführung dieses geheimen Planes bald ansteht.
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Wer den Film “Die neun Pforten” von Roman Polanski mit Johnny Depp spannend fand, wird das Buch, auf dem der Film basiert lieben.
Aber “Der Club Dumas” von Arturo Pérez-Reverte bietet einem, wie es bei Bücherverfilmungen meistens so ist, mehr. Schon allein weil der Film sich nur auf einen Teil des Inhalts bezieht und am Ende doch ziemlich davon abweicht.
Lucas Corso ist eine Art Bücherjäger für seltene Ausgaben und antiquarische Kostbarkeiten. Er bekommt von unterschiedlichen Kunden zwei Aufträge: erstens soll er das okkulte Werk “Die neun Pforten ins Reich der Schatten”, dessen Autor vor Jahrhunderten auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, auf seine Echtheit prüfen und zweitens herausfinden, ob ein Manuskript eines Kapitels der “Drei Musketiere” von Alexandre Dumas authentisch ist.
Schon von beginn an passieren seltsame Dinge und es heften sich ihm zwei Verfolger an seine Fersen: eine merkwürdige Studentin und ein glatzköpfiger Mann mit einer Narbe im Gesicht.
Er gerät nach und nach in einen Strudel von Verschwörungen, übernatürlichen Phänomenen und dämonischen Kräften. Für ihn, der in keinster Weise an Aberglaube oder gar okkulte Dinge glaubt, geraten Realität, Dichtung und Fantasterei aus den Fugen. Schnell stellt er fest, dass es am Ende nur noch darum geht heil aus dieser Hölle wieder herauszukommen.
Arturo Pérez-Reverte beweist uns mit diesem Werk eindrucksvoll, dass Anspruch und Unterhaltung auch gut zusammen funktionieren. Für Bücherfans und alle, die es noch werden wollen, ein absolutes Fest. Ohne Klischees gelingt es dem Autor Thriller, Krimi, Bücherleidenschaft und Mystik miteinander zu verbinden.
Ein spannendes Buch, das obwohl es Klassiker der Literaturgeschichte neu aufrollt, nie belehrend wirkt, sondern einem faszinierende Einblicke und neue Sichtweisen präsentiert.
Mit Isabel Allendes “Das Geisterhaus” bekommt man eine emotionale Familiensaga, die einen, nachdem man sich durch den schweren Anfang gebissen hat, in ihren Bann zieht.
Die chilenische Schriftstellerin erzählt hier die Geschichte zweiergroßbürgerlicher Familien in Chile über vier Generationen hinweg. Im Zentrum stehen immer wieder außergewöhnliche Frauen.
Die Rahmenhandlung bilden die junge Alba und ihr Großvater Esteban Trueba, die anhand der Tagebücher ihrer Großmutter Clara die Familiengeschichte rekonstruieren.
Die hübsche Rosa, die mit Esteban Trueba verlobt ist, stirbt an Rattengift, das eigentlich als Attentat für ihren Vater, einem Politiker, gedacht war. Ihre hellseherisch begabte Schwester Clara hatte diesen Mord vorausgesehen. Um das Verbrechen aufzuklären wird Rosas Leichnam auf dem Küchentisch geöffnet. Vor Schreck sagt Clara daraufhin neun Jahre lang kein Wort mehr.
Clara spricht erst wieder als sie Esteban Trueba an Rosas Stelle heiratet. Sie bekommen eine gemeinsame Tochter Blanca. Esteban ist ein ausbeuterischer Patriarch und engagiert sich für die konservative Partei Chiles. Als Blanca älter ist, verliebt sich diese aber ausgerechnet in den Anführer der kommunistischen Partei und wird von diesem schwanger. Trueba kann diese Verbindung nicht akzeptiere, da er selbst als Kandidat der konservativen Partei mit an einem Miltärputsch arbeitet.
Doch als dann seine Enkelin Alba nach dem Putsch in ein Konzentrationslager gebracht und dort gefoltert wird, beginnt er langsam seine Fehler einzusehen.
“Das Geisterhaus” bringt uns in einer emotionalen und intelligent erzählten Handlung die chilenische Geschichte näher und liefert uns einen Einblick in das Leben der Menschen in Chile zu unterschiedlichen Zeiten. Hierbei steht immer wieder die weibliche Sicht auf die Politik im Mittelpunkt.
Allende hat hier größtenteils auch Züge ihrer eigenen Familiengeschichte eingebaut. Auch sie musste beispielsweise, wie Blanca, nach dem Militärputsch Genaral Pinochets 1973 ins Exil gehen.
Der Anfang zieht sich ein wenig in die Länge, aber wer sich hier hindurchbeißt wird nicht enttäuscht werden.
Inzwischen kennt wohl jeder, spätestens durch die Filme von Peter Jackson, J.R.R. Tolkiens “Der Herr der Ringe”. Einen Teil der Vorgeschichte zu diesem Meisterwerk erzählt “Der kleine Hobbit”.
Dieser Roman, erstmals 1937 erschienen, war ursprünglich von Tolkien als Kinderbuch angelegt, wurde später aber noch mit einem erwachsenen Touch versehen.
Die Geschichte beginnt, wie “Der Herr der Ringe” auch, im Auenland. Dort sitzt der allen wohl ebenfalls bekannte Bilbo Beutlin gemütlich vor seiner Höhle, als er mit Gandalf dem Zauberer ins Gespräch kommt, der den Hobbit so sehr um den Finger wickelt, dass dieser ihn am nächsten Tag zum Tee einlädt.
Tagsdarauf hat Bilbo die Einladung schon fast vergessen, als es unverhofft an seiner Tür klopft. Nach und nach treffen dreizehn Zwerge und Gandalf ein, die dem Hobbit eröffnen sie wollten ihn als Meisterdieb mit auf eine Reise nehmen. Bilbo, der weder von Abenteuern, noch von Diebstählen, etwas versteht, ist nicht sehr begeistert von dem Vorhaben, aber die Zwerge sind fest entschlossen, dass er mit ihnen gehen muss.
Widerwillig tritt Bilbo mit ihnen die weite Reise an um dem Drachen Smaug einen Schatz zu entreißen. Unterwegs müssen sie gegen Trolle kämpfen, treffen die Elben um ihren Herren Elrond in Bruchtal (siehe “Herr der Ringe”
) und verirren sich in dem Höhlenlabyrinth der Orks im Nebelgebirge. Hier verliert Bilbo die Gruppe und irrt allein durch die Gänge, als er einen Ring findet, der unsichtbar zu machen scheint. Der Ring gehört der Kreatur Gollum, der ihn daraufhin verfolgt und jeder kann sich denken was das für ein Ring ist…
Durch einen Zufall trifft der Hobbit wieder auf die Gruppe und sie setzen ihr Abenteuer fort. Es warten noch viele gefährliche und unheimliche Aufgaben. Werden sie diese bestehen? Und am Ende gibt es immer noch den Drachen Smaug…
Für “Herr der Ringe”-Fans ist dieses Buch ein absolutes Muss. Für alle anderen ist es ein wunderschönes Märchen, das Jung und Alt zusammen begeistern kann.
Ach ja, das Buch soll übrigens zum Jahr 2010 verfilmt werden…
“Die Chemie des Todes” von Simon Beckett ist ein gut geschriebener und spannender Thriller mit einigen gut gestreuten und wohl dosierten wissenschaftlichen Informationen.
In einer stürmischen und verregneten Nacht kommt Dr. David Hunter auf der Flucht vor der Großstadt London in einem kleinen englischen Provinznest an. Er soll dort als Unterstützung für den ansässigen Arzt arbeiten, der durch einen Autounfall im Rollstuhl sitzt. Schnell werden aus den Kollegen Freunde, die beide den Tod ihrer Frauen gemeinsam haben. Im Dorf, in dem sich natürlich nie etwas verändern darf, wird Dr. Hunter auf ewig der merkwürdige Neuankömmling sein um den sich allerlei Gerüchte ranken.
Als im nahegelegenen Moor eine Frauenleiche, die mit Schwanenflügeln geschmückt wurde, gefunden wird, wird David schnell zum Verdächtigen. Es handelt sich bei der Frau um eine Schriftstellerin, die allein gelebt hat und schon deshalb ebenfalls eine Außenseiterin für das Dorf war.
Um alle Verdächtigungen los zu werden, enthüllt er der Polizei gegenüber seinen früheren Beruf. Er war ein Korriphäe auf dem Gebiet der forensischen Anthropologie und hat bei der Aufklärung einiger bedeutender Mordfälle geholfen. Die Polizei zieht ihn nun zu den Ermittlungen hinzu. David hilft nur sehr widerwillig, da er seine Vergangenheit am liebsten vergessen will. Als dann auch noch eine zweite Frau verschwindet, kann er sich dem Fall dann doch nicht entziehen.
Und wieder ist die Leiche mit einem toten Tier dekoriert. Das ganze Dorf ist natürlich erschüttert als es langsam merkt, das in ihrer Mitte, wo jeder jeden zu kennen glaubt, ein brutaler Mörder lebt. Der bigotte Geistliche schürt die Schreckensstimmung nur noch mehr und inszeniert ein Medienspektakel.
Als Davids neue Freundin das nächste Opfer werden soll, nehmen die Dinge ihren Lauf. Kann Dr. Hunter seine Freundin noch retten? Wird der Mörder gefunden werden?
“Die Chemie des Todes” ist spannend geschrieben und wirkt durch die wissenschaftlichen und interessanten Ermittlungsdetails sehr realistisch. Man hat das Gefühl einen kleinen Einblick in die Arbeit der Polizei zu bekommen. Die Auflösung am Ende ist durchaus überraschend und gelungen. Bis dahin zieht es sich aber meiner Meinung nach stellenweise ein wenig.
Alles in allem ein unterhaltsames Buch und für Thrillerfans ein Muss.
Wenn uns der Autor Terry Pratchett in seine Scheibenwelt mitnimmt, dann befindet man sich nicht in einer klassischen Fantasy-Welt. Man findet hier zwar Zwerge, Zauberer und ‘zig andere Sagengestalten oder Fabelwesen, aber Pratchetts Universum funktioniert etwas anders.
Er parodiert das klassische Fantasy- und Science-Fiction-Genre und erschafft dabei selbst eine faszinierende Welt. Pratchett benutzt in den Scheibenweltbüchern ein fiktives Universum um unsere reale Welt zu karikieren. Alles wird tabulos (und das ist das Schöen) durch den Kakao gezogen (das kann auch mal buchstäblich passiern): Religion, Politik, Wirtschaft, Kriege, unsere ach so modernen Gesellschaftsbilder, Aberglaube, Philosophie, Geschichte uvm.
Die Scheibenwelt liegt auf dem Rücken von vier Elefanten, die ihrerseits von der großen heiligen Schildkröte Groß-A’Tuin durch das Universum getragen werden. (Allein schon in diesem Bild zeigt sich Pratchetts Talent gesellschaftliche Themen, wie hier ein religiöses Weltbild, treffend zu persiflieren.) Wie schon erwähnt tummeln sich auf diesem “Planeten”, angefangen von Zauberern, die natürlich alte Greise sind, die ständig rauchen und deshalb kurzatmig sind, über sich in Abstinenz übende Vampire bis hin zum Gevatter Tod, dem Weihnachtmann oder der Zahnfee, alle möglichen skurilen Gestalten.
Auch sprachlich versteht es Pratchett gekonnt seiner Satire Ausdruck zu verleihen. Die Figur des Gevatter Tod, natürlich ein verknöcherter Sensenmann, der eigentlich auch nur seinen Job macht, spricht zum Beispiel nur in Großbuchstaben, mit einer Stimme, die klingt als würde ein Sargdeckel zufallen. Es gibt noch zahlreiche andere Charaktere, deren Sprachfehler und Eigenheiten durch das Schriftbild zum Ausdruck kommen.
Terry Pratchett gelingt es meisterlich das Genre zu karikieren und einen doch so sehr in diese verrückte Welt hineinzuziehen, dass man einerseits zum Nachdenken oder Schmunzeln über die eigene Welt, aber auch ins Fantasieren kommt.
In nächster Zeit werde ich auf einzelne Werke von Terry Pratchett näher eingehen…