Büchervielfalt

Für Leseratten & alle die lesen können
 


Dieses Wochenende war es wieder soweit. Wie jedes Jahr, seit seiner Gründung 1977, traten Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Wettstreit um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg Bachmann Preis in Klagenfurt an.

Banner TDDL 2008 © Bachmannpreis

Er ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Literaturpreise (auch “Tage der deutschsprachige Literatur” genannt) überhaupt und nach der in Klagenfurt geborenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann benannt. Wie in den letzten Jahren übertrug 3sat die Lesungen rund um die Veranstaltung, die jedoch aus Modernisierungsgründen auf zwei Tage zusammengekürzt wurde. Es traten auch nicht mehr 17, sondern nur 14 Autoren an. Was zudem auffällt, ist, dass in früheren Jahren auch noch totalen Anfängern eine Chance gegeben wurde. Heute müssen sie schon ein paar Texte veröffentlicht und ein paar Lesungen bestritten haben. weiterlesen »


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Wohl kein anderer deutscher Dichter, außer vielleicht Ringelnatz, hat die Lyrik auf so absurde und satirische Weise geprägt, wie Christian Morgenstern.

Dass er auch die leisen Töne beherrschte haben wir erst nach seinem Tod dank seiner Frau erfahren, aber für die meisten Menschen wird Christian Morgenstern (näheres zur Bio wird folgen ;-) ) ewig mit seinem gekonnten Sprachwitz in Verbindung gebracht werden. weiterlesen »


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Seit längerem schon sind ebooks auf dem Vormarsch. Doch die digitale Version eines Buches zu fast demselben Preis eines realen Exemplars lässt dann doch viele noch, und das zum Glück, zum richtigen Buch greifen. Eine tolle Variante der ebooks finde ich das Projekt Gutenberg.

Hier kann man mittlerweile 30.000 Werke, darunter um die 4.000 deutschsprachige, kostenlos lesen, sich herunterladen, ja sie sich mittlerweile sogar aufs Handy schicken lassen.

Die Idee des Projektes Gutenberg basiert darauf jedem einen Zugang zu Literatur zu ermöglichen und dies eben unabhängig von kommerziellen Mitteln. Dies geht natürlich nur mit Werken, bei denen das Copyrightbgelaufen ist, oder bei dem der Autor eine solche Veröffentlichung genehmigt bereits hat. Aber ihr werdet staunen bei wievielen Büchern dies der Fall ist. So kann man sich etliche Klassiker kostenlos besorgen.

Michael Hart startete das Projekt 1971 und gab ihm den Namen des deutschen Druckers Johannes Gutenberg, der im 15. Jahrhundert den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden und so die Verbreitung des gedruckten Wortes revolutioniert und vereinfacht hatte.

In Deutschland wird das Projekt Gutenberg in Zusammenarbeit mit dem Spiegel betreut, man kann selber mitmachen, indem man beispielsweise Texte über Autoren schreibt, Seiten korrektur liest oder Werke einschickt. Alles natürlich auch umsonst… :-)

Also stöbert doch am besten selbst mal auf gutenberg.deViel Spaß beim Entdecken!


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Fast alle dürften inzwischen Shrek, den tollkühnen Oger, kennen. Die Filme sind ein echter Renner und jede Fortsetzung lockt mehr Leute ins Kino. Doch die wenigsten wissen wohl, dass der Film auf einem Bilderbuch des Kinderbuchautoren William Steig basiert.

Steigs Bücher wimmeln nur so vor gekonnten, lustigen und teilweise ironischen Anspielungen auf die Gesellschaft. Es sind leichte Geschichten, die sowohl große, als auch kleine Kinder zum Lachen bringen. weiterlesen »


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Cover zu “Ein amerikanischer Traum”Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte kaum jemand von einem gewissen Barack Obama etwas gehört. Doch seit seiner Ankündigung demokratischer Präsidentschaftkandidat in den USA zu werden, ging das Gesicht des Senators von Illinois schlagartig um die ganze Welt.

Wer sich ein ehrliches Bild über Obama machen möchte, dem empfehle ich seine Autobiographie “Ein amerikanischer Traum – Die Geschichte meiner Familie”. Inzwischen kursieren ja so einige Bücher von und über ihn, dich dieses hier ist deshalb so interessant, da sie aus dem Jahr 1995 stammt. Heute würde er sie gewiss anders schreiben, denn er gibt hier Dinge zu, die zum Teil nur wenig in das saubere Bild eine US-Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf passen. weiterlesen »


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Wohl jeder kennt Miss Marple oder Hercule Poirot. Und wenn er nicht nicht die Bücher gelesen hat, dann kennt man meist die Filme mit Peter Ustinov oder Margaret Rutherford. Und gerade in der letzten Zeit, wo das Krimi-Genre immer einfallsloser oder einfach stupide, gewaltätig oder beides ist, tun die alten Klassiker besonders gut.

Sie strahlen einen naiven Charme aus und sehen alles eher mit einem Augenzwinkern und setzen vor allem auf Verstand und Kombinationsgabe. weiterlesen »


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Der deutsche Autor Sargon Youkhana hat mit seinem Debütroman “Im Labyrinth der Lilien” gleich einen Volltreffer gelandet. Von der ersten Seite an fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt.

Cover zu “Im Labyrinth der Lilien”Man kann den Pomp und den Luxus am Hofe Ludwig des XIV. förmlich vor sich sehen und den Duft der gepuderten Perücken riechen. Hier bedient Youkhana natürlich alle Klischees von mehr Sein als Schein, von Klatsch und Tratsch am Hofe, von tuffigen Aufamchungen und Wer-mit-wem-Geschichten. Doch dies tut er so gut, dass sie nie wirklich klischeehaft, sondern im Kontext des Hofes ganz normal wirken.

Frankreich im Jahr 1960: Das Hofleben blüht im Louvre und dem gerade erbauten Schloss Versailles. Doch in das bunte Treiben bricht der plötzliche Tod der gerade mal 26-jährigen Henriette Stuart, Schwester des englischen Königs Charles II. und Gemahlin des Bruders Ludwigs XIV, jäh ein. Schon geht die Gerüchteküche los. Man munkelt ihr Tod war kein natürlicher.

Heimlich beauftragt der König den in Ungnade gefallenen Marquis Antoine de Montagnac Nachforschungen anzustellen und dies so unauffällig wie möglich. Der Marquis darf dafür wieder nach Paris und an den Hof zurückkehren und seinen Ruf und seinen verlorenen Status wiederherstellen.

Bei den Ermittlungen steht ihm das zehnjährige Bauernmädchen Marie zur Seite, die er am Hofe als sein Page ausgibt. Zusammen stoßen die beiden auf Intrigen, Mord und schwarze Messen. Zündstoff, der den Hof sprengen könnte, wenn er an die Öffentlichkeit gerät…

Genauso liebevoll und eindringlich wie Sargon Youkhana den Hof schildert, so widmet er sich auch den Charakteren. Die Figuren erwachen zum Leben und man kann sich die Kottetrie und die Gepflogenheiten am Hof genau vorstellen. Dies erreicht der Autor auch dadurch, dass er die Welt außerhalb des Schlosses als krassen Kontrast aufzeigt, rauh und alles andere als luxuriös.

Die Aufklärung des Mordfalls ist geschickt inszeniert und man kommt auch nicht gleich dahinter. In diesem Buch gibt es keine große Action und trotzdem bleibt es stets spannend.

Gut finde ich auch den Anhang, der einen über die realen Gegebenheiten aufklärt. Und man hat noch mehr den Eindruck, dass der Autor seine Recherche wirklich gut gemacht hat.

“Im Labyrinth der Lilien” soll der Auftakt zu einer Serie werden. Hoffentlich ist der Nachfolger auch so gelungen wie dieser historische Krimi!


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Und wieder ein Buch, das die Welt nicht braucht! Vampirgeschichten scheinen ja zur Zeit wieder in zu sein und einige Autoren versuchen dem Genre neue Facetten hinzuzufügen. Das ist ja zunächst einmal wirklich gut und ich bin selbst ein großer Freund der Blutsauger, doch den wenigsten gelingt es gekonnt den Mythos aufrecht zu halten. Fast alle zerstören ihn…

Cover zu “Küsst du noch oder beisst du schon?”So auch in Katie MacAlisters neuestem geistigen Erguss “Küsst du noch oder beisst du schon?”. Die Heldin des Buches, total platt und dämlich, ist natürlich einem Vampir, besonders sexuell, verfallen. Es ist die Sorte Buch, wo wir Frauen alle treudoof auf die wilden und gefährlichen Kerle stehen. Ein weiteres Rückschritt in der Emanzipation. Wir sind alle naive und dumme, beruflich aber etablierte, schuhgeile Mäuschen, die auf die richtig bösen Buben stehen. Absolut!

Die Historikerin Nell soll in Prag eine alte Rüstung begutachten. Doch schnell merkt sie, dass dies nur der Vorwand war sie in die Stadt zu locken. Sie kennt sich neben historischen Dingen nämlich auch noch gut im Bannwirken aus. Der Neffe ihrer Auftraggeberin ist in den Bann eines Dämonenfürsten geraten, welchen Nell nun lösen soll. Doch aufgrund eines traumatischen Erlebnises vor zehn Jahren weigert sie sich zunächst ihre Fähigkeiten einzusetzen, lässt sich dann aber doch überreden.

In ihrem vermeintlichen Gegner, dem dunklen und gefürchteten Fürsten Adrian, der Verräter, erkennt sie aber auch eine gute Seite und versucht nun ihre neue Liebe und den kleinen Jungen zu retten…

An diesem Buch hat für mich irgendwie gar nichts gestimmt. Alles wirkt so an den Haaren herbeigezogen und man hat das Gefühl, dass die Autorin zwanghaft versucht originell oder humorvoll zu sein, was aber deutlich nach hintern losgegangen ist. Die Hauptcharaktere und auch die Geschichte sind dermaßen platt, dass man sie am liebsten zu einem Flieger falten und aus dem Fenster werfen möchte.

Es wird ein riesen Tamm Tamm um nichts aufgebauscht, das dann aber so mir nicht dir nichts einfach verpufft. Die Figuren handeln teilweise so absurd und unlogisch, dass das Wort Holzklotz noch zu nett ist. Am allerschlimmsten ist aber das endlose Schmusi-Liebesgeflüster zwischen dem Vampir und Nell. Spätestens, wenn der finstere Dämonenfürst sie “Hasi” nennt, ist alles vorbei.

Das einzig nette an dem Buch sind die Sexszenen. Und das will schon was heißen, wenn die der einzige Lichtblick sind.. Vielleicht hätte sich die Autorin rein auf einen erotischen Roman konzentrieren und die Pseudospannung weglassen sollen.

“Küsst du noch oder beisst du schon” ist Verdummung pur und bis zum Ende eine Qual!


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In letzter Zeit stößt man auf der Suche nach Büchern im Netz häufiger auch auf die sogenannten Cyberbooks. Sie finden sich zum Beispiel bei amazon.de zum Reinlesen in die Bücher, die man sich bestellen will oder als Promomappen für irgendwelchen Projekte. Dienen sie also Firmen und Verlagen einfach nur als unterstützendes Material oder können sie in Zukunft dem realen Buchmarkt sogar Konkurrenz machen?

Zunächst einmal, Cyberbooks sind digitalisierte Versionen von realen Projekten, wie Büchern, Katalogen, Magazinen, Zeitungen usw. Wobei sie bei Büchern und Zeitungen immer nur den Anfang, also zum Beispiel die ersten 10 Seiten beinhalten um den Lesern einen Vorgeschmack zu bieten oder ihm eine Entscheidungshilfe zu geben.

Sie sehen aus wie die realen Projekte, mit Cover, Inhaltsverzeichnis, etc., nur dass man eben virtuell in ihnen blättern kann. Gerade in der Geschäftswelt sind sie also ideal für Präsentationen oder für sein eigenes Portfolio. Jeder kann sie zu einem relativ kleinen Preis (ca. 15-30 Euro) bestellen und erhält sie idealerweise schon innerhalb eines Werktages. Auch kleine Filme, Präsentationen oder Spiele können integriert werden.

Doch kann aus dieser Idee auch ein Gegenentwurf, ja sogar eine Gefahr, für den Buchmarkt werden? Werden wir uns in Zukunft Bücher einfach nur noch schnell downloaden können? Möglich ist es auf jeden Fall.

Doch, mal ganz ehrlich, wollen wir wirklich permanent alles von einem Display ablesen? Oder ist es nicht angenehmer ein gutes altes Buch in Händen zu halten? Für Promotionzwecke oder zur Vorstellung sind sie auf jeden Fall ideal.

Wer nun mehr über Cyberbooks wissen will, oder sich selbst eines bestellen möchte, kann dies unter cyberbooks.de tun…


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Cover zu “Laienspiel”Der schrullige und liebenswerte Kommissar Kluftinger aus dem Allgäu ist schon beinahe Kult. Nun ist vor kurzem sein neuester Fall aus der Feder des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr erschienen. Doch können sie in “Laienspiel: Kluftingers neuer Fall” an den Charme der drei Vorgänger anknüpfen?

Jein… Vorneweg, es ist wieder ein wirklich unterhaltsames Buch, es gibt natürlich einiges zu lachen und die Autoren bemühen sich sichtlich die Geschichte für jedermann zugänglich zu machen. Und genau darin liegt an manchen Stellen, und besonders in der Charakterzeichnung, der Hund begraben. Sie meinen es teilweise etwas zu gut. Weniger wäre an einigen Stellen wohl eher mehr gewesen. Das fängt schon beim Plot an:

Nachdem ein Student von österreichischen Polizisten über die deutsche Grenze gejagt wurde, erschießt er sich. Logischerweise ;-) zeigt es sich, dass er vor kurzem zum Islam übergetreten ist und Mitglied einer Terrorzelle ist, die im Allgäu einen Anschlag planen. Doch wo wird dieser Anschlag sein? Kluftinger ermittelt nun zusammen mit den Kollegen des BKA und aus Österreich. Doch ein Verdächtiger nach dem anderen kommt ums Leben…

Allgemein finde ich die Überspitzung der Angst vor der Terrorgefahr hier besonders gut gelungen (ein Anschlag im Allgäu! :D ), doch die Übertreibung wirkt manchmal dermaßen fehl am Platz, dass es einfach nicht zu passen scheint. Leider!

Desweiteren sind mir die Figuren, wie schon erwähnt, in diesem Buch zu überzogen. Waren Kluftinger und seine Kollegen in den Vorgängern noch einfach kauzig, skurril und liebenswürdig, so werden sie hier schon teils zu einer Farce. Zu viele Klischees tun keinem gut!

Trotzdem: Spannend ist er meist und alles in allem muss man aber sagen, dass “Laienspiel” aber ein ganz unterhaltsames Buch für Zwischendurch ist, in dem jeder etwas finden wird, nur leider kann es an die Vorgänger nicht ganz anknüpfen.


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