Bei all dem ganzen Standard-Horror, der irgendwie immer größere und merkwürdigere Ausmaße annimmt, sehne ich mich in letzter Zeit richtig nach Altmeister und Klassikern des Horrors. Als Menschen noch nicht vom Film her an Gemetzel und Monster gewöhnt waren, sondern alles dank bestimmter Bücher in ihrem Kopf ablief.
Gerade Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts sind Werke entstanden, die eine einzigartige Form des Gruselns transportieren und die nachfolgenden Generationen von Autoren stark beeinflusst haben (Dracula und Frankenstein sind nur die populärsten Beispiele). In den 90ern hatte sich der DuMont-Verlag zur Aufgabe gemacht gewisse Klassiker den Lesern wieder ins Gedächtnis zu rufen und so entstand die “Bibliothek des Phantastischen”, die zwölf Bände feinsten Grusels und Horrors beinhaltete. Aus mangelndem Erfolg wurde die Reihe zwar eingestellt, gilt aber noch heute unter Freunden des Genres fast schon als Pflichtlektüre.
Den zehnten Band der Reihe, Arthur R. Ropes “Aus dem Abgrund”, hatte ich neulich wieder in den Händen und war sofort von der spannenden Story gefesselt. weiterlesen »
Das Buch “Die Henkerstochter” hat mich zunächst interessiert, da es in der bayrischen Stadt Schongau nahe Augsburg spielt und ich selbst gebürtige Augsburgerin bin und am Lech aufgewachsen. Doch schnell wurde der Handlungsort Nebensache, denn Oliver Pötzsch schafft es, einen sofort zu fesseln.
Er nimmt uns mit in die Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg in die Welt der Folterer und Henker und verabschiedet sich dabei zum Glück von vielen Klischees. Interessant ist auch, dass Pötzsch selbst Nachfahre der bekannten Schongauer Henkerdynastie Kuisl ist, um die es in dem Buch geht, und so praktisch einen Teil seiner Familiengeschichte verarbeitet hat.
Der Sohn eines Flößers wird tot im Lech treibend aufgefunden und es ist nur zu offensichtlich, dass es kein Unfall war. Der Sohn eines Baders und selbst studierter Medicus Simon Fronwieser untersucht die Leiche und findet heraus, dass der Junge durch mehrere Messerstiche getötet wurde. Was aber noch mehr auffällt ist, dass auf die Schulter des Toten ein seltsames Mal tätowiert wurde. Schnell ist für die Schongauer klar, dass es sich hierbei nur um Hexerei handeln kann und eine alte Hebamme wird zum Sündenbock. weiterlesen »
In Polen ist die Geralt-Saga von Andrzej Sapkowski schon lange Kult. Nun bringt der dtv-Verlag die Fantasy-Reihe nach und nach in einer Neuauflage heraus und ruft sie dem deutschen Buchmarkt damit zum Glück wieder ins Gedächtnis.
Auch im zweiten Band “Das Schwert der Vorsehung” entfernt sich der Autor vom abgenutzten Klischee des übermächtigen, epischen Helden und bringt die Fantasy-Welt ein Stück weit dem Boden der Tatsachen näher.
Der Hexer Geralt von Riva kann gerade so mit dem Jagen von allerlei Monstern seinen Lebensunterhalt verdienen. Doch sein Platz in der Gesellschaft hat sich gewandelt. Waren Menschen wie er früher hoch angesehen, so begegnen ihm heute die meisten Leute mit Argwohn und Misstrauen. Kreaturen wie Drachen oder andere Fabelwesen finden immer weniger Platz in der Welt. Und so zweifelt Geralt auch immer mehr an seiner Berufung. Als Jäger hat er sich geschworen auf die Schützenswerten aufzpassen. Doch sind die Monster, die er jagt vielleicht nicht sogar die zu schützende Spezies? weiterlesen »
Dieses Jahr wäre Franz Kafka 125 Jahre alt geworden. Grund genug sich dieses Jahr mehr mit einem der, wie viele meinen, einflussreichsten und ispirierendsten Autoren zu befassen. Seine Werke sind skurril und relativ leicht zu lesen. Doch genau diese groteske Art bietet jedem Leser eine Fülle von Interpretationsmöglichgkeiten.
Und genau dies ist es wahrscheinlich, was Kafka für viele so besonders macht. Jeder kann sich den Zugang zu seinen Geschichten selbst suchen. Nicht umsonst hat sein Namen selbst Einzug in die deutsche Sprache gehalten. Ist das nicht auch irgendwie kafkaesk?
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als ältester Sohn in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren. Sein Vater war ein Patriarch wie er im Buche steht und nützte anscheinend jegliche Gelegenheit den Sohn zu unterdrücken und ihn kleiner zu machen als er war. Die Vater-Sohn-Beziehung sollte sich auch ein Leben lang nicht bessern und Kafka hat seinen Vater für viele seiner Probleme verantwortlich gemacht. (“Briefe an den Vater“) weiterlesen »
In den letzten Jahren werden wir immer mehr mit Thrillern und Krimis bombadiert, deren Themen inzwischen schon fast erschöpft scheinen. Längst kennt man Psychopaten, die sich in immer abstruser werdenden Mordtiraden ergehen, Terroristen, die das Land bedrohen, moralische Protagonisten, die das Gute in der Welt wieder herstellen wollen, oder Peudoverbrechen, die mit Liebesgeplänkel überdeckt werden.
Wie gut tut da die neue Serie des Rotbuch Verlages, die versucht an den Wurzeln des Hard-Case-Crime-Genres anzuknüpfen. Nach drei Jahren ist die Reihe nun auch auf deutsch erschienen und den Anfang macht mitunter Allan Guthrie mit “Abschied ohne Küsse”. Schon das Cover erinnert einen an die Pulps der 1950er und 60er Jahre. weiterlesen »
Den meisten wird Hugh Laurie wohl in seiner Rolle des Dr. House in der gleichnamigen Serie bekannt sein, doch er ist auch Autor. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich mir auch erst dachte: “Oh Gott, noch so ein Schauspieler, der mal eben kräftig absahnen will und seine Popularität für irgendeinen Mist, Bockmist eben, ausnützt.”
Doch da habe ich mich wirklich getäuscht. Das Buch ist eigentlich bereits 1996 erschienen und zwar unter dem Titel “Der Waffenhändler”. Doch da war Laurie noch nicht bekannt. Erst als Dr. House so ein Erfolg wurde haben windige Verlage das Buch wieder rausgekramt und ihm einen house-mäßigeren Titel verpasst, den ich übrigens ziemlich bescheuert finde. Und nun hält sich”Bockmist” seit Wochen in den Bestseller-Listen. Ist schon komisch wie das manchmal läuft. Kommerz hat halt so seine eigenen Wege…
Jedenfalls, hat “Bockmist” nichts mit Dr House zu tun. Es ist klassischer britischer Humor gepaart mit einem anderen britischen Vorzeigeexport, nämlich James Bond. Doch Hugh Laurie, der schon früher mal im Autorenteam der Serie “Black Adder” (genial von und mit Rowan Atkinson – kann ich nur empfehlen), macht seinen Protagonisten zu einem Bond wider Willen, den eher die Frauen um den Finger wickeln als umgekehrt. weiterlesen »
Dieses Buch dürfte fast jeder kennen, denn es ist eines der meistzitiertesten Werke überhaupt und völlig zurecht. Wer diesen Klassiker noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt nachholen, denn George Orwell beschreibt in “1984″ die Gefahr eines totalitären Staates, was es vor allem heißt unter ständiger Bewachung zu stehen und wie die Kriege dieser Welt sinnlos geschürt werden.
Es ist eine mögliche Zukunft, auf die wir uns dank Menschen wie Bush, Schäuble und Co. zielstrebig zubewegen könnten. Nach und nach werden unsere Persönlickeitsrechte eingeschränkt, Kriege und Ängste werden unter Vorspielung falscher Tatsachen angeheizt und die Medien manipulieren uns schon lange. Es fehlt nur noch die Offensichtlichkeit…
“1984″ beschreibt eine zukünftige Welt, in der ein totalitärer Staat herrscht, der die Menschenrechte stark eingeschränkt hat. Die drei großen Supermächte, Eurasien, Ozeanien und Ostasien, befinden sich unablässig im Krieg und keiner weiß mehr genau wer gerade der Feind ist oder warum sie überhaupt kämpfen. Die Gegner ändern sich und die Medienmanipulation setzt ein und radiert die Vergangenheit sozusagen aus. weiterlesen »
Der belgische Comic-Künstler Olivier Schrauwen hat mit seinem Debütband gleich einen Volltreffer gelandet. “Mein Junge” ist tragisch, aber verpackt genau dieses Element in skurrilen Humor, dass dieses an Gewicht verliert und eine absurde Ebene erreicht.
Manchen wird der Stil des Comics vielleicht etwas ungewohnt vorkommen, aber ich finde ihn grandios. Schrauwen hat sich am Zeichenstil der Zeitungscomics Anfang des 20. Jahrhunderts orientiert und so eine schon fast vergessene Form wieder aufleben lassen. Auch die Farben, die ebenfalls in diesem Stil gehalten sind, verdeutlichen die Lage der Protagonisten.
Unter tragischen Bedingungen kommt der Held der Geschichte zur Welt. Der Junge stirbt fast bei der Geburt und ist so kleinwüchsig. Sein Vater bemerkt den kleinen Spross erst als dieser bei der Beerdigung der Mutter in das offene Grab purzelt. Von nun an beschließt der Vater seinen Sohn zu erziehen und nimmt ihn mit auf diverse Ausflüge. Er zeigt ihm Brügge, er nimmt ihn mit zum Golfen und stellt ihn seinen Freunden vor. weiterlesen »
Unser kleiner Blog ist nominiert für den HitFlip “Superblog2008″ in der Kategorie Buch, Literatur und Hörbuch. Wir freuen uns riesig und sagen danke!
Ab morgen könnt ihr dann bis zum 17.7.08 fleißig für uns voten…
Und zwar hier…

Die Internet-Kriminalität könnte in Zukunft so aussehen: Orks und andere Monster überfallen Banken in Online-Rollenspielen. Das glaubt ihr nicht? Doch, was zunächst sehr lächerlich und absurd klingt könnte wirklich real werden. So zeigt es jedenfalls der Autor Charles Stross in seinem Buch “Halting State” auf.
Dieses Buch ist in den aktuellen Medien fast unbeachtet geblieben und somit ein echter Geheimtipp. Stross gelingt es meisterhaft skurrile und absurde Elemente mit realem fundierten Fachwissen zu verknüpfen. So ist “Halting State” einerseits eine humorvolle Unterhaltung, andererseits aber auch eine irgendwie erschreckende Zukunftsvision: Ein Staat voller Überwachung, in dem die Online-Kriminalität sich mit immer neuen Wegen perfektioniert hat. Schäuble würde es wohl freuen.
Getarnt in einem Online-Rollenspiel à la World of Warcraft brechen virtuelle Charaktere in eine Bank ein und knacken die Datenbank. weiterlesen »