Das letzte Buch der Autorin und ehemaligen Ökonomin Loretta Napoleoni “Ökonomie des Terrors” war ein weltweiter Bestseller. In ihrem neuen Buch “Die Zuhälter der Globalisierung” hat sie sich einem nicht minder brisanten Thema angenommen. Diesmal geht es nicht um das Verbreiten von Angstklima und dem Überspitzen der Terrorgefahr, es handelt von unseren eigenen “Schurkenstaaten”.
Unsere westliche Welt steht vor dem Abgrund, da ist sich Napoleoni sicher. Und wie sicher sie sich das sein kann… Unser rücksichtsloses und menscheverachtendes Wirtschafts- und Finanzsystem hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der es nicht wieder herauskommen wird. Die Gier hat so überhand genommen, dass, wie Napoleoni in ihrem Buch sehr schön aufzeigt, das wahre System der Verbrecher an den mächtigsten Posten der westlichen Staaten sitzt. Wir werden gelenkt von korrupten Politikern, skrupellosen Bankern und Mafiosi. weiterlesen »
Gestern wäre der Meister der Pop Art, Andy Warhol, 80 Jahre alt geworden. Grund genug sich mit einigen seiner Biographie und seinem Werk nochmal genauer auseinander zu setzen.
Ich persönlich liebe Warhol und dies nicht wegen seiner angeblichen Exzentrik oder den auschweifenden Parties in der Factory. Nein, ich finde, keiner hat dem Konsum so deutlich in der Kunst einen Spiegel vorgehalten. Er hat alles vermarktet, was nur geht, hat sich jeder möglichen Ikone, von Elvis über Marilyn bis Mao, bedient und jede neue mediale Form, ob Zeitung, Zeitschrift, Film, Bilder oder Werbung, dafür genutzt, und dies meist mit einem subtile Augenzwinkern. Das Tragische daran ist nur, dass dies nur die wenigsten Leute erkannt haben. Sie sind direkt in die Konsumfalle hineingeschlittert und haben so ganz nach seinem Kunstprinzip gehandelt. weiterlesen »
Ja, “Der Knochenjäger” von Jeffery Deaver ist eines der Bücher, von denen man nicht genau weiß, was man von ihnen halten soll. So ging es mit jedenfalls. Den Leuten, die jetzt die Verfilmung mit Angelina Jolie und Denzel Washington im Kopf haben, sei aber gesagt, dass das Buch jedenfalls um Längen besser ist als der Film.
Eigentlich hieß das Werk im Deutschen ursprünglich “Die Assistentin” wurde aber, nach dem doch recht erfolgreichen Film, nach dem Titel des selbigen in “Der Knochenjäger” umbenannt. Allein das ist schon irgendwie komisch und sorgt bei den Lesern ein wenig für Verwirrung. Und ähnlich gestaltet sich das Buch auch selbst. weiterlesen »
Heute möchte ich mal wieder den guten alten Brecht bemühen. Ich liebe seine Gedichte – vor allem die politisch, satirischen. Er hatte die seltene Gabe den Menschen genau zu beobachten um all sein merkwürdiges Verhalten dann in wenigen Zeilen treffend zum Ausdruck zu bringen.
Sein Gedicht “Siebenhundert Intellektuelle beten einen Öltank an” passt perfekt auf die wirtschaftliche Lage unseres ach so modernen und zivilisierten westlichen Welt – damals wie heute. Noch etwas tolles an Brechts Lyrik: Sie ist meist zeitlos.
Seine Gedichte bedeuten mir sehr viel, denn sie zeugen von einer unbändigen Kraft, gesellschaftlicher Schärfe, Kritik und Tiefsinn und sind trotzdem leicht verständlich und sprachlich wunderschön.
Hier also mein Statement zur gegenwärtigen Lage mit den Worten Brechts:
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Zugegeben die Idee ist nicht ganz neu, doch die New Yorker Autorin Nina Bernstein füllt ein altbekanntes Thema mit neuer Fantasie. In “Das rostrote Buch” tauchen drei Kinder in die Welt der Literatur ein und erleben die Abenteuer am eigenen Leib.
Nach drei Jahren in England ist Familie Dorning wieder in die USA zurückgezogen, genauer gesagt nach New York in den Stadtteil Queens. Die drei Kinder Anne (11), Emily (9) und Will (7) fühlen sich dort immer noch nicht sp ganz heimisch und verbringen ihre Zeit lieber damit untereinander Spiele zu erfinden und vor allem zu lesen.
Nun liegt ein ganzer freier Sommer vor den Drei und wie könnte man die Zeit da besser verbringen als im Garten zu liegen und zu lesen? Mit einem ganzen Stapel Bücher haben sich besonders die beiden Mädels eingedeckt. Doch unter ihrem Lesestoff entdecken sie ein rostrotes Buch, das irgendwie seltsam anmutet. Anne und Emily beginnen darin zu lesen und landen sofort selbst in der Geschichte. weiterlesen »
Wer den Film “From Hell” mit Johnny Depp mochte oder sich für den Fall von Jack the Ripper interessiert, wird dieses Buch garantiert lieben. “Die Totensammler” von James McGee trägt genau diese Atmosphäre in unsere Köpfe. Das düstere London anfang des 19. Jahrhunderts, ein psychopathischer Mörder und ein Rechtssystem, das gerade in den Kinderschuhen steckt.
Im Jahr 1811 ist London erst auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Das Straßensystem ist noch aus dem Mittelalter, Verbrechen mehren sich hier und da, das gesetz der Straße regiert und irre, kranke und Außenseiter werden in Ghettos zusammengepfercht. Um diesen schlechten Verhältnissen entgegen zu wirken, werden sogenannte “Bow Street Runners” eingesetzt, die ersten Straßenpolizisten in der Londoner Geschichte. weiterlesen »
Für Liebhaber von Historischem, alten Krimigeschichten oder obskuren Schauer- und Gruselgeschichten, habe ich heute einen besonderen Tipp: Bücher aus dem Verlag Kirchschlager. Der Historiker und Schriftsteller Michael Kirchschlager hatte 2001 die Idee zu einem Fachverlag für historische Kriminalliteratur.
Seitdem bekommt das kleineFamilenunternehmen stetig immer neue Fans und gilt als Insider-Tipp. Denn Kirchschlager befasst sich unter anderem viel mit wahren Fällen historischer Täter. So hat er ein Lexikon über “Historische Serienmörder” verfasst, in dem, nach einem Essay, der einen interessanten Einblick in den Geist eines Serientäters liefert, näher auf einzelne Killer eingegangen wird. Wichtig ist auch, dass hier unterhaltsam und aufschlussreich nicht nur mit Brutalitäten um sich geschmissen wird, sondern auch das jeweilige kulturelle und soziale Milieu näher beleuchtet wird. weiterlesen »
Nach seinem letzten Werk “Touchdown” legt Erfolgsautor John Grisham nun mit “Berufung” wieder eines der Werke vor, das komplett in den Fußstapfen seiner weltweit erfolgreichen Bestseller-Romane “Die Jury” oder “Die Firma” steht.
In “Berufung” dreht sich alles um den Prozess, der gegen eine Chemiefirma geführt wird, weil diese angeblich für die Verseuchung des Grundwassers verantwortlich ist. In der ersten Instanz wird dabei für die Klägerin, eine junge Frau, deren Ehemann sowie deren Sohn an Krebs erkrankten und starben, entschieden. Doch die beklagte Firma geht in Berufung, woher das Buch auch seinen Titel verliehen bekommen hat. Grisham schildert nun die weiteren Geschehnisse am Supreme Court, wo nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht. Denn es steht die Wahl neuer Richter an und da die bisherige Richterin zu loyal urteilte, könnte mit entsprechenden Geldmitteln ein dem Unternehmen besser gesonnener Kollege ins Amt befördert werden…
Die Entwicklung der Geschichte ist überaus spannend aufgebaut und ein überraschendes Ende sorgt beim Leser sicherlich für Erstaunen. John Grisham ist mit “Berufung” wieder einmal ein Highlight gelungen, mit dem ihm in der Tat gelingen könnte an seine Erfolge seiner Bücher wie “Die Firma” oder “Die Jury” anzuknüpfen und die Spitze der Spiegel Bestsellerliste zu erobern. Er schildert die Region und die vorkommenden Personen absolut bildhaft, womit er den Leser sofort in seinen Bann zieht. Bis zur letzten Seite ist man gefesselt von seiner Erzählkunst, denn selbst wenn alle Ereignisse erfunden sind, so ist der geschilderte Fall doch für jeden vorstellbar.
Einigen Fantasy-Fans dürfte die Pellinor-Saga der australischen Schriftstellerin Alison Croggon schon länger ein Begriff sein. Nach den zwei ersten Teilen “Die Gabe” und “Das Rätsel” ist nun auch der nächste teil der insgesamt vier Bücher auf deutsch erschienen.
In “Die Krähe” hat die Autorin einen Schritt gemacht, an dem sich einige ihrer Kollegen mal orientieren sollten: Die Sichtweise wechselt. War bisher Maedred, die Auserwählte, die Protagonistin. So können wir ab hier der Geschichte ihres lang verschollenen Bruders Hem beiwohnen. Durch diesen geschickten Kniff erlebt man die Welt von Pellinor neu und kann so auch in bisher noch unbekannte Gebiete vorstoßen.
In Pellinor wächst die Macht des bösen Namenlosen von Tag zu Tagn und nur das sogenannte Baumlied kann den Frieden im Land wieder herstellen. Doch dieses ist seit langem verschollen und niemand ist es vorher gelungen es zu entschlüsseln. Nur der Auserwählten Maedred ist dieses Schicksal bestimmt und möglich. So grob die Handlung der ersten beiden Bücher. Maedred reist nach Norden um weitere Antworten zu finden.
Wir aber begeben uns mit Hem auf eine Reise in den heißen Süden des Landes, der einen Hauch von Orient hat. Dieser hat sich inzwischen Saliman, einem mächtigen Barden (hier sowas wie Magier) und Heiler angeschlossen und in der Stadt Turbansk soll er nun mit anderen von ihm ausgebildet werden. weiterlesen »
Ich glaube, jeder kennt ihn, jeder hat schonmal über seine Filme, seine Sketche oder seine Comics gelacht. Otto, der Ostfriesenjung von hinterm Deich, wurde letzte Woche 60 Jahre alt. Grund genug zu diesem Anlass eine Art Best-Of seines Schaffens herauzubringen.
“Otto – Das Werk” hat alles, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. In umfangreich kommentierten Fotostrecken, meist in Schwarz-Weiß gehalten, werden Highlights aus seinem Leben und vor allem seiner Karriere dargestellt. Natürlich sind auch klassische Sketche und Lieder abgedruckt, von “Leber an Großhirn” bis “Theo, wir fahr’n nach Lodz”.
Auch zahlreiche von Otto natürlich selbst gezeichnete Cartoons bringen den Leser zum Lachen und machen einem bewusst, was für ein Allround-Talent der Mann auf seine Art war. Und was darf bei all dem nicht fehlen? Richtig, die Ottifanten. Als kleinen Gimmick enthält das Buch auch ein Ottifanten-Lesezeichen. weiterlesen »