Wohl einer der Kinoüberraschungserfolge der letzten Jahre, waren die “Wächter der Nacht”-Filme aus Russland. Dank guter PR-Trommel wurde der Film, der in Russland damals schon der erfolgreichste Film aller Zeiten war, auch hier ein Publikumshit. Was aber wohl nur wenige wissen, ist, dass die Filme auf der gleichnamigen Dark-Fantasy-Buchreihe des russischen Autors Sergej Lukianenko basieren.
Die Geschichte spielt in einer fiktiven Gegenwart in Moskau. Neben unserer Welt der Menschen existiert noch eine andere, von der wir nicht einmal zu träumen wagen. Seit Jahrhunderten befinden sich Gut und Böse in einem Wettstreit. Nachdem es schon einmal einen Krieg zwischen diesen beiden Mächten gab, der die Welt fast zerstört hätte, haben Finsternis und Licht ein System der gegenseitigen Kontrolle entworfen, die aber nur funktioniert, weil sie sich immer die Waage halten. weiterlesen »
Noah Gordon ist durch seine historischen Romane um Ärzte in verschiedenen Epochen der Geschichte berühmt geworden. Der erste Teil dieser “Reihe” ist “Der Medicus” und schon fast ein Muss unter den Mittelalteromanen. Im August diesen Jahres ist nun sein neuestes Buch “Der Katalane” erschienen. Doch leider kann er damit nicht ganz an seine alte Form anknüpfen.
Wieder ist es ein historischer Roman, doch was der Klappentext so vollmundig ankündigt, nämlich es sei “eine mitreißende Mischung aus Spannungsroman, Familiengeschichte, Liebesdrama und Historienepos”, wird leider nur in ganz wenigen Ansätzen erfüllt und ist mehr als stark übertrieben. weiterlesen »
Tobias O. Meißner gilt schon lange unter vielen Fans der Fantasy als echter Geheimtipp, wobei das Wort geheim es eigentlich weniger trifft. Denn mit seinem Buch “Das Paradies der Schwerter” gelang ihm bereits ein großer Erfolg. Warum ist dieser Autor dann dem breiten Fantasy-Publikum immer noch relativ “unbekannt”? Ganz einfach, er ist anders, und hat dabei noch was zu sagen.
Und auch in seinem aktuellen Buch “Die Dämonen” beweist er mal wieder, dass das Genre mit Tolkien und Co. nicht zu Ende war, sondern immer neue Spielarten hervorbringen kann.
Es ist schon viele Jahrhunderte her, dass der letzte große Magier die Dämonen in den Schlund verbannt hat. Seither herrscht Frieden in den neun Provinzen des Reiches Orison. Die Menschen leben in einem florierenden Staat, dessen König bei dem funktionierenden System eine relativ leichte Aufgabe hat. weiterlesen »
Charmed ist eine Fernsehserie aus den USA, die sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut hat. Es geht um drei Hexenschwestern, die ihr Leben zwischen der modernen Welt und dem Kampf gegen unermüdlich erscheinende Dämonen meistern müssen.
Ich habe die Serie nie besonders gemocht – sie erschien mir als eine Mischung weichgespülter Horrorfilme und schlecht verhüllter Soap-Opera mit bestenfalls mittelmäßigen Darstellern. Trotzdem, es gibt massenweise Bücher zur Serie und diese wurden mir von bekannten Fans nahegelegt, um vielleicht doch den Einstieg zu finden. Gut also, geben wir in gewohnt objektiver Weise auch diesem Machwerk eine Chance.
Der Name: Charmed, Zauberhafte Schwestern – Blutmond. Autorin: Wendy Corsi Staub. Der Plot: Prue, Phoebe und Piper – so heißen die Hexenschwestern mit dem prominent belasteten Namen Halliwell, nehmen eine Auszeit vom stressigen Hexenalltag. Ihr kennt das – Dämonen beschwören, Gespenster exorzieren und die Hexensuppe brennt auch immer an… Naja, jedenfalls fahren die drei nach New Orleans. In der offensichtlich zeitlich vor dem Hurrikan angelegten Idylle der Stadt gibts ein paar Probleme mit dem Zimmer, aber ansonsten sind die Leute freundlich, Magie ist verboten und alles sieht danach aus, als würde es ein entspannter Urlaub werden.
Hah! Natürlich hat der zu diesem Zeitpunkt bereits sichtlich gelangweilte Leser die Rechnung ohne Wendy Staub gemacht. Mit einem ordentlichen Spannungsbogen wird zum durchaus spannenden Ende geleitet. Ja, das Buch wird tatsächlich spannend. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig und wird durch die Übersetzung noch etwas merkwürdiger, aber hat man sich damit erstmal angefreundet und gibt den Hexenschwestern eine Chance, dann kann man beim Lesen des Buches sogar Spaß haben.
“Charmed – Blutmond” liest sich so ähnlich wie Fünf Freunde für Erwachsene mit Zombies und Dämonen. Enid Blyton wird den Platz in meinem Herzen sicherlich nicht an Frau Staub abgeben, aber das Buch ist okay.
Hier nun also das erste der Büchern, die es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2008 geschafft haben und von denen ich euch in den nächsten Wochen das eine oder andere vorstellen möchte: “Kollateralschaden” von Olga Flor.
Vielleicht habt ihr euch auch schon einmal beim täglichen Einkauf im Supermarkt gedacht, was die anderen Einkaufenden gerade so denken, was sie um- und antreibt und wie sie so durchs Leben rutschen. Gerade an so alltäglichen Orten, bei so alltäglichen Dingen, die man mal eben schnell im Vorbeigehen erledigt, treffen willkürlich Menschen zusammen, die auf den ersten Blick nicht gemein haben.
Und genau diese Situation seziert die Grazer Autorin Olga Flor in ihrem Buch “Kollateralschaden” ganz genau. Jedes Kapitel bedeutet eine Minute Handlung im Buch. In diesem Minutentakt blickt der Leser dann nach und nach in die Köpfe der Protagonisten. Da ist zum Beispiel die Angstellte im Bauamt, der zuhause seine bettlägerige Frau pflegen muss, Doris, die immer kalorienbewusst einkauft oder die Rechtsaußen-Politikerin Luise, die doch nur einen Mann haben will. weiterlesen »
Charles Baudelaire gehört wohl zu den unumstritten berühmtesten Dichtern Frankreichs, wenn nicht sogar weltweit. Doch über was sich viele Leute noch streiten, sind die Inhalte seiner Gedichte.
Charles Baudelaire war nach langer Zeit wieder einer der ersten Dichter, der über ALLE Themen und Facetten des Lebens geschrieben hat. Tod, gesellschaftliche Kritik, Unangepasstheit, Leichen, Krieg oder Depression finden in seinen Texten ebenso einen Platz wie “einfache” Natur- oder Tierbeschreibungen, Verlangen, Liebe und Mystik. Er hat sich nicht dem Konventionellen und damals Modernen angepasst, sondern so geschrieben, wie ihm es passte. weiterlesen »
Auch dieses Jahr vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wieder einen Preis für den besten deutschsprachigen, aktuelle Roman.
Über die Auswahl und die Methoden lässt sich jedes Jahr streiten. Ich werde es jetzt mal vermeiden mich über Meinungsbildung, Sponsoring, den Wert der deutschen Gegenwartsliteratur oder das hochnäsige Verhalten der sogenannten Kulturelite auszulassen, sondern stelle euch ganz allgemein un wertfrei einen der wichtigsten Preise für Autoren auf dem deutschen Buchmarkt vor.
Der Deutsche Buchpreis findet jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt. Ziel des Preises ist es die Bekanntheit in den Augen der Jury guter Autoren zu steigern. Verlage aus der Schweiz, Deutschland und Österreich bewerben sich mit einem Werk eines ihrer Autoren bei der Jury. Zugelassen werden alle Werke, die zwischen Oktober 2007 und September 2008 erschienen sind, wobei sich unfertige Werke auch schon bewerben können, aber in diesem Zeitraum erscheinen müssen. weiterlesen »
DAS Kultbuch von Hunter S. Thompson ist wohl “Fear and Loathing in Las Vegas” (“Angst und Schrecken in Las Vegas”). Und wohl die meisten kennen auch den gleichnamigen, kongenialen Film von Terry Gilliam (Ex-Monty-Python) mit Johnny Depp und Benicio del Toro, beide enge Freunde von Thompson, in den Hauptrollen. Doch, wer dieses Buch als einen reinen Drogentrip betrachtet, hat Hunter S. Thompson nicht verstanden…
Raoul Duke (Alter Ego von Thompson selbst) ist Sportjournalist und fährt zusammen mit seinem Anwalt Dr. Gonzo zu einer Berichterstattung des Off-Road-Rennens Mint400 in der Wüste von Las Vegas. Doch die Arbeit steht für die beiden nicht wirklich im Vordergrund. Mit einem guten Reiseproviant an Drogen und Alkohol ausgestattet stürzen sie sich in einen verrückten Trip, der für Duke zu einer reinen Hölle aus Fantasie und Paranoia werden wird. weiterlesen »
Ich muss ja sagen, ich bin kein großer Fan von Clive Barker, da er mir in seinen Werken einfach meist zu dick und dabei zu konstruiert aufträgt, doch seinen Film “Hellraiser – Das Tor zur Hölle” von 1987 habe ich bestimmt tausendmal gesehen. Da ist es doch verwunderlich, dass die Novelle auf der der Film basiert erst im Jahr 2006 auf deutsch erschienen ist. Fast schon Frevel!
Die “Hellraiser”-Filme sind absolute Horror-Klassiker, vor allem der erste, bei dem ihr Schöpfer Clive Barker selbst noch Drehbuch und Regie gemacht hat. Der zweite Film geht dann so und, wie es bei den meisten Erfolgsgeschichten so ist, sind die folgenden der nunmehr acht Teile (weitere kommen bestimmt noch) nur noch profitorientierter Kommerz. weiterlesen »
Etwas völlig anderes erwartet uns in den Krimis um die Titelheldin Mma Precious Ramotswe. Sie ist so etwas wie die afrikanische Miss Marple, aber doch völlig anders. Mit Charme, viel Selbstbewusstsein, Intelligenz und Lebensfreude löst sie auch die kniffligsten Fälle.
Und diese sind alles andere als blutig, gewalttätig oder psychopathisch. Es sind Fälle, die einem das normale Leben bringt. In Botswana ist Mma Ramotswe bereits Kult und dieser Trend ist nun auch in die ganze Welt geschwappt: Mittlerweile sind die Bücher um Mma Ramotswe des Autoren Alexander McCall Smith in über 40 unterschiedliche Sprachen übersetzt und es wurde sogar ein Film gedreht. Dies bringt auch immer mehr Touristen nach Botswana, die an Führungen auf den Spuren von Precious Ramotswe teilnehmen wollen. weiterlesen »