Was liegt näher als mit seinem unermesslichen großen Intellekt die Weltherrschaft an sich zu reißen? Genau das versucht der junge Cardel, denn er ist ein “Teuflisches Genie”. Und die australische Autorin Catherine Jinks schildert diese spannende Geschichte mit einer guten Portion rabenschwarzem Humor.
Hinter dem sieben Jahre alten Jungen Cadel Piggott versteckt sich ein gefährliches Genie, denn sein liebstes Hobby ist es Systeme zu analysieren und diese dann zu vernichten. So ist kein Computernetzwerk vor dem Kleinen sicher und seine Lehrer und Adoptiveltern sind machtlos. Diese bringen ihn aus Verzweiflung bei dem Psychologen Dr. Roth unter, der Cadel doch bitte beibringen soll, dass Computer nicht verwendet werden dürfen um Böses zu tun. weiterlesen »
Fans von Thrillern und Horrorbüchern wird wahrscheinlich bereits beim Namen Jack Ketchum der Atem stocken, denn fast neimand schreibt so brutal und gleichzeitig so intensiv und ehrlich. Wer ihn nicht kennt, sollte mit dem Entdecken vorsichtig sein, denn ein Ketchum ist garantiert nichts für jedermann…
Und such in seinem Buch “Beutezeit” ist ihm dies wieder meisterlich gelungen. Er spielt mit dem Leser, führt ihn an der Nase herum um ihm dann einen dermaßenen Horror zu zeigen, dass man die Grundfesten des menschlichen Wesens anzweifelt. weiterlesen »
Auch so hätte die Geschichte verlaufen können: Die Nazis haben Russland besiegt. Daraufhin wurde die Atombombe nicht auf Japan, sondern auf Berlin abgeworfen. Die Gründung des Staates Israel ist daher gescheitert und die Juden haben sich stattdessen in einer Provinz in Alaska ihr neues Zuhause gesucht.
Genau diese verdrehte Geschichte ist die Ausgangssituation für “Die Vereinigung jiddischer Polizisten” von Michael Chabon. Nicht umsonst war das Buch wochenland auf Platz eins der amerikansichen Bestseller-Liste. Michael Chabon hat hier ein gleichsam satirisches, wie spannendes Krimi-Experiment gewagt und damit voll ins Schwarze getroffen. weiterlesen »
Gestern war es nun soweit: Die sechs “Finalisten und Finalistinnen” der sogenannten Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2008 wurden von der Jury bekannt gegeben. Und wie immer sind ein paar Kandidaten, die man erwartet hat dabei, aber auch ein paar Überraschungen.
Auf der Shortlist sind: weiterlesen »
Gestern wurde es auch hierzulande bekannt: Der US-amerikanische Schrifsteller David Foster Wallace hat sich am Freitag in seinem Haus erhängt. Mit nur 46 Jahren entschied sich einer der besten und kritischsten Schriftsteller unserer Zeit den Kampf gegen die langen Depressionen aufzugeben.
Er war ein sensibler Beobachter und ein gnadenloser Kritiker unseres westlichen, kapitalistischen Systems und klar ist, durch seinen Selbstmord hat er sich selbst ungewollt zu einer dieser kommerziellen Ikonen stilisiert. Denn schon stürzen sich Kritiker und Leute in glühenden Nachrufen auf ihn. Sie nennen ihn in einem Atemzug mit Namen wie Shakespeare oder James Joyce. Doch, die traurige Wahrheit ist wohl, dass viele dieser Rezensenten und Journalisten garantiert noch nie etwas von David Foster Wallace gelesen haben… Denn, wer hat in den letzten Jahren hierzulande schon von ihm gesprochen? weiterlesen »
Das neue Buch des türkischen Schriftstellers Orhan Pamuk hat viele Kerne und Lesarten und genau dies macht “Das Museum der Unschuld” zu einem besonderen Vergnügen.
In einem für Pamuk ungewohnt leichtem Stil kommt es daher und man kann die Geschichte sofort aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Und während des Lesens kommen immer neue Aspekte hinzu. Wer will, vernimmt eine herzzereißende Liebesgeschichte um das alte Spiel à la Romeo und Julia, eine Liebe, die nicht sein darf. Oder man nimmt die die leichte Ironie oder Kritik wahr, die im Zusammentreffen von Orient und Okzident, von Arm und Reich, mitschwingt. Vielleicht steht für einen persönlich auch der Umgang mit Erinnerungen im Vordergrund… weiterlesen »
Das Erstlingswerk “Das Albtraumreich des Edward Moon” des britischen Kolumnisten Jonathan Barnes ist gleich auf Anhieb ein voller Erfolg. Ich muss ja sagen, bevor ich das Buch gelesen habe, dachte ich es wäre nur ein weiterer Terry-Pratchett-Verschnitt, der noch mal schnell auf den Fantasyzug aufspringen will. Ich wollt es schon wieder weglegen. Doch zum Glück hab ich es nicht getan.
Bereits der erste Absatz löst alle Vorurteile in Luft auf: “Seien Sie gewarnt. Dieses Buch besitzt keinen wie auch immer gearteten literarischen Wert. Es ist ein grässliches, gewundenes, zweifelhaftes Konvolut von Unsinnigkeiten, bevölkert von wenig überzeugenden Charakteren, geschrieben in trockener, öder Prosa, der öfteren lächerlich und gewollt bizarr. Es ist wohl überflüssig, hier anzumerken, dass Sie keiner Zeile Glauben schenken werden.”
Und genau dieser Stil macht “Das Albtraumreich des Edward Moon” zu einem Lesevergnügen der besonderen Art. Es ist eine Mischung aus Fantasy, Horror und Krimi durchzogen mit dem typischen britischen, schwarzen Humor.
Das viktorianische London um 1900: Der Zauberer Edward Moon ist schon lange von seinem Job auf der Bühne gelangweilt und löst mit seinen immerhin fast 60 Jahren lieber Kriminalfälle. Eines Tages werden er und sein Assistent, ein zwei Meter großer schlafwandelnder Riese, zur Aufklärung einer Mordserie gerufen. (Allein schon die Morde könnten skurriler nicht sein…
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Fast schon befremdlich ruhig wurde die Veröffentlichung des zweiten Teils der Autobiographie von Günter Grass begleitet. Ist man normalerweise Kritiker gewohnt, die sich in Heerscharen über das neue Werk hermachen, so wurde “Die Box: Dunkelkammergeschichten” zwar von einigen besprochen oder verrissen, aber eher wie nebenbei.
Dies ist wahrscheinlich in erster Linie dem Steidl Verlag zu verdanken, der die Veröffentlichung still und heimlich einfach zwei Wochen vorverlegte, so dass auch der “normale” Mensch hier mal die Chance erhielt sich seine eigene Meinung zu bilden, bevor die Herren Kritiker mit ihrer Meinungsbildung einsetzen.
Wurde noch beim ersten Teil der Grass’schen Autobiographie “Beim Häuten der Zwiebel” ein riesen Medienrummel veranstaltet. Riiiieesen Bekenntnisse waren da zu lesen. Der Grass soll doch in jungen Jahren bei der SS gewesen sein und hat das neimandem erzählt. Ja, er hat nach 1945 ja immer vor allem mit seinen ultrarechten Aussagen Schlagzeilen gemacht…
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Roberto Saviano hat gleich mit seinem ersten Buch einen riesigen Erfolg gelandet. Nicht nur, dass es in Italien seit Jahren ein Bestseller ist, sondern nun findet “Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra” auch seit letztem Jahr im Ausland immer mehr Zuspruch. Es kommt sogar ein Film, der auf diesem Buch basiert, in die Kinos. Doch zu welchem Preis? Saviano muss für seine Enthüllungen büßen…
“Gomorrha” nimmt uns mit in die düstere, hochaktuelle und gut organisierte Welt der Camorra, der neapolitanischen Mafia. Roberto Saviano deckt haarklein die Machenschaften dieser Welt des Verbrechens auf. Er erklärt die Entwicklung und warum sie sich so gut an alle Zeiten angepasst hat und ist sogar mutig genug Namen zu nennen. Deswegen steht er seit Jahren auf der Todesliste der Mafia und befindet sich unter ständigem Polizeischutz. (Falls der Verlag aus PR-Gründen da nicht übertrieben hat, aber bei nach diesem Buch, zerstreuen sich solche Zweifel schnell.) weiterlesen »
Bei dem Namen Paul Maar werden viele sicherlich sofort an das Sams und seine Abenteuer denken. Doch der Autor ist nicht nur gut im Romane schreiben, sondern kann seine tollen Geschichten auch gekonnt in Verse packen.
In dem Kinderbuch mit dem gelungenen Titel “JAguar und NEINguar” wurden 200 Gedichte von Paul Maar zusammengefasst. Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus Geschichten in Versform, Bildgedichten, Abzählreime, Rätselverse oder auch einfach Wortspiele in Form von zum Beispiel Schüttelreimen.
Viele werden sich jetzt vielleicht denken, dass Kinder heutzutage nicht mehr auf Gedichte stehen. Doch ihr werdet überrascht sein, wie gut diese ankommen. Sie sind eingängiger als bloße Geschichten und führen so die Kinder gekonnt an einen spielerischen Umgang mit Sprache heran. weiterlesen »