Leistung, Leistung, Leistung. Na, heute auch schon was geleistet? Oder leistet ihr am heutigen Feiertag etwas nichts?! Wolltet ihr nicht auch schon immer mal die personifizierte leistende Leistung in einer Welt voller leistender Leistung mit einem extra Spritzer Leistung sein? Oder habt ihr die Leistung etwa vergessen?!
Schon traurig, wenn die Welt nur daraus besteht… Aber so scheint Dieter Bohlen die Menschen zu sehen: Als Arbeitstiere, die sich ständig im Erfolgsdruck und im Leistungskampf messen müssen. Sei immer stärker, schlauer und vor allem besser als der Rest der scheiß Mitmenschen, die dich nur an deinem Erfolg hindern.
Ja, ihr könnt es an meiner Wut merken, die leistende Leberwurst des Musikfernsehens hat mal wieder mit einem neuen Erguss zugeschlagen: “Der Bohlenweg – Planieren statt sanieren“. Hier will uns der Mann mit der Fistel-Singstimme und den dämlichsten Sprüchen der Menschheitsgeschichte also nun erklären wie man Erfolg hat. Mal wieder… Schön und gut, er ist erfolgreich. Das muss man ihm lassen. Aber eben durch was?! Gut, er kann Musik schreiben, die immer so gleich klingt, dass sie jeder erkennt und dann auch gut findet, weil der Song davor war ja auch schon gut etc. Dann kann er noch kleine Stars ausnützen und sie dann wieder wegschmeißen, wenn sie einfach eigene künstlerische Gedanken entwickeln. Und natürlich kann er die Leute beleidigen. weiterlesen »
Mittlerweile ist dies nun schon Band neun rund um Kommissar Adamsberg der französischen Schriftstellerin Fred Vargs. “Die dritte Jungfrau” ist durch und durch ein typischer Vargas: Poetisch, absurd und schon nah dran an einem modernen Krimi-Grusel-Märchen.
Wer an intelligenten und sprachlich ausgefeilten Krimis Interesse hat, die sich nicht bloß um die typischen Thriller-artigen Muster drehen, ist bei Vargas genau richtig. In all ihren Krimis schwingt ein wunderbar angenehmer Schauer aus der Vergangenheit mit, keine Fantasy, eher dunkel und mysteriös.
Die Handlung bei Vargas ist immer schwer zu beschreiben. Auch “Die dritte Jungfrau” hat viele Handlungsstränge und gehört zu den Büchern, die man unbedingt selber lesen muss, da man sie sonst noch kaputt quatscht. weiterlesen »
Hitler hat alle Juden gehasst? Ja, eindeutig, nur ein einiziger, sein sogenannter “Edeljude” wurde von ihm ausdrücklich verschont. Dies ist die Geschichte des Armenarztes Dr. Eduard Bloch, der wohl als einziger Jude mit seiner Famile “offiziell” den Holocuast überleben durfte.
Diese spannende Beziehung zwischen Adolf Hilter und dem jüdischen Arzt schildert die Autorin Brigitte Hamann in ihrem neuen Werk “Hitlers Edeljude – Das Leben des Armenarztes Eduard Bloch“, das nun im Oktober auf den Markt kommen soll. Wir haben für euch schon mal einen Blick reinwerfen dürfen… weiterlesen »
Neulich fiel mir mal wieder ein echter Science-Fiction-Klassiker aus Zufall in die Hände. Der Auftakt zur gleichnamigen Buchreihe “Rendezvous mit Rama” (Titel der Neuauflage, ursprünglich: “Rendezvous mit 31/439″) vom Meister der Hard-Sci-Fi Arthur C. Clarke begeistert vor allem durch seine Zeitlosigkeit, seinen klaren Schreibstil und seine deutlichen Bilder.
Dieser erste Teil ist wirklich genial! Doch, wie das häufiger so ist, die Nachfolger fallen dann etwas mau aus. In diesem Fall kann man das aber dem Autor nur bedingt vorwerfen, da nach dem ersten Buch A.C. Clarke an einer schweren Krankheit litt und diese nur knapp überlebte. Danach ließ er andere Autoren in seinem Auftrag für ihn schreiben. Und natürlich mussten auch kommerzielle Fortsetzungen zu “Rendezvous mit Rama” her, die vom Autor eigentlich nicht geplant waren.
Teile 2-4 sind deshalb so wenig gelungen, da sie den Ansatz von Clarke selbst ignorieren. “Rendezvous mit Rama” sollte eine bewusste Rückkehr zur Wissenschaft in der Science-Fiction sein und somit ein Gegenstück zu den Seifenopern der moderneren Formen des Genres. weiterlesen »
Die deutsche Kinderbuchautorin-Autorin Cornelia Funke machte mit ihrer Jugendroman-Trilogie der britischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling Konkurrenz und hielt sich wochenlang mit ihren Büchern in den Bestseller-Listen.
Bereits im letzten Jahr ist der letzte Band ihrer Tintenwelt-Reihe erschienen, aber der Hype (“lovelybooks“) geht ungebrochen weiter. Immer wieder sieht man Jugendliche, aber auch Erwachsene mit dem letzten Teil “Tintentod” in der Hand. Gespannte Mienen und leuchtende Augen, die gefesselt an das Buch, nach dem Ausgang fragen.
Auch international schaffte es Cornelia Funke in die Bestseller-Listen und bekam mehrere Auszeichnungen. Überall finden man Bücher-Rezensionen, über die man sich einen Einblick in die Abenteuer der jungen Meggie verschaffen kann und nicht mehr davon los kommt.
Wenn auch ihr von der Buchreihe fasziniert seid, müsst ihr euch aber leider noch gedulden, denn auch Cornelia Funke will, wie auch “Harry Potter”- Autorin Joanne K. Rowling, erstmal eine Pause einlegen.
Ob Simon Kernick ein Meister der Spannung ist? Ja, das ist er auf jeden Fall, was er auch in seinem nach zwei Jahren auch in Deutschland erschienenen Buch “Gnadenlos” eindrucksvoll unter Beweis stellt. Doch dafür sind Geschichte und Figuren ziemlich platt…
Tom Meron ist ein biederer IT-Verkäufer, der mit seiner Frau und seinen Kindern ein ruhiges Leben in einem Londoner Vorort fristet. Doch eines Tages geschieht ein Alptraum: Es ist ein ruhiger Samstag, die Kinder spielen im Garten und Tom will sich einfach nur entspannen, als plötzlich das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist sein alter Schulfreund und Trauzeuge Jack Calley, der nur noch ein paar Sätze stammeln kann: “Hilf mir. Du musst… Oh, mein Gott, sie kommen. Jesus Maria!” Und dann hört er noch wie Jack seine Adresse stammelt. Auf einmal ist Ruhe. Jack wurde offensichtlich umgebracht. weiterlesen »
Romy Schneider wäre diese Woche 70 Jahre alt geworden. Im TV jagt eine Doku die nächste und auch viele ihrer alten Filme werden gezeigt. Genug Anlass auch für uns, auf den Trend aufzuspringen und eine, wie ich finde, sehr gelungene Biographie vorzustellen.
Die Biographie “Romy Schneider: Mythos und Leben” hat nicht irgendwer geschrieben, sondern Deutschlands Frauenrechtlerin Nummer eins, Alice Schwarzer. Jetzt aber nicht gleich kopfschüttelnd wegklicken. Vor allem die Herren der Schöpfung… Wer wirklich etwas über Romy Schneider wissen möchte, ist hier genau richtig. Schneider und Schwarzer kannten sich und teilten, neben ihrer Liebe zu Frankreich, wahrscheinlich noch eine weitere Tatsache, wie Romy es ausdrückte: “Wir sind die beiden meistbeschimpftesten Frauen Deutschlands”. weiterlesen »
Und mal wieder ein Gedicht von Brecht. Ich liebe seine Lyrik einfach, wie der aufmerksame Leser hier schon vielleicht bermerkt hat…
Am besten gefällt mir an Berthold Brecht, dass er ALLE Facetten des Lebens in sein Werk hat einfließen lassen. Das macht für mich gute Kunst aus. Bist du traurig, mach traurige Kunst. Willst du die Welt umarmen, dann mach Kunst, die die Welt umarmt. Denkst du an den Tod, dann tu dies auch in der Kunst. Wenn du geil bist, dann mach geile Kunst. Und so weiter…
“Erinnerung an die Marie A.” halte ich, und ich galube, da bin ich nicht allein, für eines seiner gelungensten Gedichte. Es fängt gleichzeitig den damaligen Moment und den heutigen ein und zeigt auch gleichzeitig, was Momente für uns bedeuten und in uns bewirken können. Ja, dass der Moment manchmal stärker ist als der Mensch selbst.
Aber seht selbst: weiterlesen »
Momentan ist das Thema ja (mal wieder) in aller Munde, die RAF und der “deutsche Herbst” 1977. Angestachelt wurden die Diskussionen durch den star-besetzten Film von Regisseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger. Der Film “Der Baader-Meinhof-Komplex” basiert grundlegend auf dem gleichnamigen Buch von Stafen Aust, das als eines der Standardwerke zu diesem Thema gilt.
Ich muss ja ganz ehrlich gestehen, dass mich die Vorschau zum Film, wie viele andere bestimmt auch, zienlich aufgeregt hat. Den Film selbst habe ich noch nicht gesehen, aber der Trailer erinnerte mehr an einen Action-Film aus Hollywood als an ein Stück realistisch dargestellte deutsche Geschichte. Aber vielleicht ist das auch nur mal wieder ein Marketing-Trick um auch wenig Politik- oder Geschichtsinteressierte in die Kinos zu locken. Ansehen werde ich mir den Film auf jeden Fall, denn die Ereignisse um die RAF sind wohl eines der Themen deutscher Nachkriegsgeschichte, das die Leute heute noch auf Trab hält. weiterlesen »
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Kurt Beck wird am 30. September seine Autobiographie vorstellen. In dem Buch, so Beck selbst, habe er die Absicht einen Abschiedsbrief zu schreiben und auch die Gründe seines politischen Engagements näher zu erläutern.
„Kurt Beck. Ein Sozialdemokrat“ ist der Titel und darin soll mit einigen politischen Akteuren abrechnen. Darunter fällt auch seinen Nachfolger Franz Müntefering. Seine Beziehung zu ihm beschreibt er als „nicht unproblematisch“. Es wird von politisch unterschiedlichen Zielvorstellungen gesprochen.

Beck (r.) will in seinem Buch auch mit Müntefering abrechnen
Über sich selbst, schreibt Beck, dass er sich für realistischer und bürgernäher hält, als manche seiner Kollegen. In seiner Tätigkeit als Parteichef gab es aber nicht nur Sonnenschein und dies habe ihn auch beeinträchtigt, wenngleich es ihm „überwiegend“ Freude bereite. Aber das gehöre eben zum Job.
Auch seinen Rücktritt als SPD-Chef zu Anfang des Monats behandelt der 59-jährige in seinem Buch. Hier spricht Beck sogar von Vertrauensbruch und „gezielten Angriffen“.
Es dürfte also spannend werden und die Einsichten ins politische Tagesgeschäft interessieren nicht nur die Politikstudenten.