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Die Karte meiner Träume (2009) ist ein Roman von Reif Larsen über die Abenteuer eines 12-jährigen Kartenmachers, der auf einer Ranch in Montana lebt. Er erhält einen prestigeträchtigen Preis und reist zur Verleihung per Anhalter auf einem Güterzug nach Washington D.C. (Originaltitel: The Selected Works of T. S. Spivet)

Zusammenfassung

Der Roman wird aus der Perspektive des zwölfjährigen T.S. Spivet erzählt, der auf einer Ranch in einem kleinen Dorf lebt und sich für die Erstellung von Karten aller Art begeistert. T.S.'s Mutter, die er stets "Dr. Clair" nennt, ist eine Entomologin, die sich - so scheint es zumindest - mit der Suche nach einer möglicherweise nicht existierenden Insektenart, dem "Tigermönchskäfer", beschäftigt. Sein Vater, ein ebenso emotional distanzierter Rancher ohne Verständnis für die Welt der wissenschaftlichen Forschung, beurteilt T.S. ausschließlich - so scheint es - nach seinen nicht vorhandenen Cowboy-Fähigkeiten. T.S.s jüngerer Bruder, der dem Cowboy-Lebensstil und den Interessen seines Vaters folgte, wurde bei einem gemeinsamen gemeinsamen Experiment mit Schusswaffen getötet. Seine ältere Schwester ist im Teenageralter und neigt zu "schrecklichem Mädchen-Pop" und heftigen Stimmungsschwankungen.

T.S.s Liebe zur wissenschaftlichen Forschung führt zu einer Freundschaft mit dem Lebensgefährten seiner Mutter, der, ohne dass die Spivets es wissen, mehrere von T.S.s Arbeiten an verschiedene Zeitschriften und Gesellschaften geschickt hat. Eines Tages erhält T.S. einen Anruf von einem Mann an der Smithsonian Institution, der T.S. für einen erwachsenen Wissenschaftler hält und ihm mitteilt, dass er den angesehenen Baird Award gewonnen hat und eingeladen ist, bei den Feierlichkeiten der Institution einen Vortrag zu halten.

Ohne es seiner Familie zu sagen, beschließt T.S., von zu Hause wegzulaufen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Er reist als blinder Passagier auf einem Güterzug der Union Pacific Railroad, versteckt in einem Wohnmobil. Währenddessen liest er in einem Notizbuch seiner Mutter, das er bei der Abreise spontan mitgenommen hat, die Biographie seiner Ururgroßmutter Emma Osterville, einer großen Forscherin und Kartographin.

In Washington angekommen sorgt sein Alter zunächst für einigen Wirbel. Er wird jedoch nicht wie erhofft mit wissenschaftlichen Arbeiten betraut, sondern gegen seinen Willen als Wunderkind gefeiert und medial vermarktet. Andererseits bekommt er Kontakt zum Club der Megatherier, die seinen Ansichten nahestehen, eine Reform des Wissenschaftsbetriebes anstreben und denen zu seiner Überraschung auch seine Mutter und Dr. Yorn angehören.

Form

Von gleicher Bedeutung wie der Text sind die größtenteils als Marginalien, gelegentlich aber auch direkt im Text platzierten Karten, Diagramme und Zeichnungen, die T. S.’ spezielle Art abbilden, die Welt zu verstehen. Über diese Zeichnungen werden immer wieder Gedanken vertieft und Nebenhandlungen eingeführt.

Fazit

Der Roman besteht aus 15 Kapiteln, die sich auf drei Teile (Der Westen – Die Reise – Der Osten) verteilen. Das Buch erhielt eine besonders ermutigende Rezension vom erfolgreichen Schriftsteller Stephen King, der sagte: "Hier ist ein Buch, das das Unmögliche schafft: Es kombiniert Mark Twain, Thomas Pynchon und Little Miss Sunshine. Gute Romane unterhalten; großartige Romane sind ein Geschenk für die Leser, die das Glück haben, sie zu finden. Dieses Buch ist ein Kleinod."

Einige Kritiker bemängelten jedoch eine deutliche Verlangsamung der Handlung des Romans und wiesen auf Fehler hin, die der Erstlingsautor gegen Ende des Werks machte. Ein solcher Kritiker schrieb: "Ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal meine anfängliche Zuneigung zu einem Roman so enttäuscht wurde, wie durch den Schluss. Es ist zum Verrücktwerden, dass jemand diesem jungen Autor nicht geholfen hat, "Die Karte meiner Träume" zu dem Genre-brechenden Klassiker zu polieren, der es hätte werden können."

Der Roman wurde 2013 als französisch-kanadische Co-Produktion von Regisseur Jean-Pierre Jeunet verfilmt.

Autor

Reif Larsen (* 1981) lebt in Brooklyn, New York. Er schreibt, produziert Dokumentarfilme und unterrichtet an der Columbia University. Seine Eltern sind künstlerisch tätig: seine Mutter ist Malerin und Fotografin, sein Vater Grafiker.