Gestern war es nun soweit: Die sechs “Finalisten und Finalistinnen” der sogenannten Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2008 wurden von der Jury bekannt gegeben. Und wie immer sind ein paar Kandidaten, die man erwartet hat dabei, aber auch ein paar Überraschungen.
Auf der Shortlist sind: weiterlesen »
Auch dieses Jahr vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wieder einen Preis für den besten deutschsprachigen, aktuelle Roman.
Über die Auswahl und die Methoden lässt sich jedes Jahr streiten. Ich werde es jetzt mal vermeiden mich über Meinungsbildung, Sponsoring, den Wert der deutschen Gegenwartsliteratur oder das hochnäsige Verhalten der sogenannten Kulturelite auszulassen, sondern stelle euch ganz allgemein un wertfrei einen der wichtigsten Preise für Autoren auf dem deutschen Buchmarkt vor.
Der Deutsche Buchpreis findet jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt. Ziel des Preises ist es die Bekanntheit in den Augen der Jury guter Autoren zu steigern. Verlage aus der Schweiz, Deutschland und Österreich bewerben sich mit einem Werk eines ihrer Autoren bei der Jury. Zugelassen werden alle Werke, die zwischen Oktober 2007 und September 2008 erschienen sind, wobei sich unfertige Werke auch schon bewerben können, aber in diesem Zeitraum erscheinen müssen. weiterlesen »
Nach der Wende konnte auch schnell der Ost-Buchhandel feststellen, was eine Wegwerf-Gesellschaft ist. So wie sich die Supermärkte im Osten sich mit West-Produkten füllten, so geschah es auch mit den Buchhandlungen: Die Ost-Bestände landeten einfach auf dem Müll um Platz für den Westen zu machen.
1933 verbrannten die Nazis die Bücher und 1991 ließ man sie auf dem Müll verschimmeln. Nach dem Fall der Mauer musste auch im Osten zwanghaft der Westen Einzug halten und so wurden rund 100 Millionen Bücher, zum Größtenteil noch druckfrisch, einfach auf mehrere Mülldeponien verteilt um in den Lagerhallen und Buchandlungen Platz zu machen. Darunter waren Klassiker, Camus, Tolstoi, Zweig, Heinrich Mann, Dostojewski, aber auch Bildbände, Sachbücher. Und vor allem Schriftsteller aus der DDR, die dank dieser Aktionen heute keiner mehr kennt. weiterlesen »
Unser kleiner Blog ist nominiert für den HitFlip “Superblog2008″ in der Kategorie Buch, Literatur und Hörbuch. Wir freuen uns riesig und sagen danke!
Ab morgen könnt ihr dann bis zum 17.7.08 fleißig für uns voten…
Und zwar hier…

Dieses Wochenende war es wieder soweit. Wie jedes Jahr, seit seiner Gründung 1977, traten Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Wettstreit um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg Bachmann Preis in Klagenfurt an.
Er ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Literaturpreise (auch “Tage der deutschsprachige Literatur” genannt) überhaupt und nach der in Klagenfurt geborenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann benannt. Wie in den letzten Jahren übertrug 3sat die Lesungen rund um die Veranstaltung, die jedoch aus Modernisierungsgründen auf zwei Tage zusammengekürzt wurde. Es traten auch nicht mehr 17, sondern nur 14 Autoren an. Was zudem auffällt, ist, dass in früheren Jahren auch noch totalen Anfängern eine Chance gegeben wurde. Heute müssen sie schon ein paar Texte veröffentlicht und ein paar Lesungen bestritten haben. weiterlesen »
Seit längerem schon sind ebooks auf dem Vormarsch. Doch die digitale Version eines Buches zu fast demselben Preis eines realen Exemplars lässt dann doch viele noch, und das zum Glück, zum richtigen Buch greifen. Eine tolle Variante der ebooks finde ich das Projekt Gutenberg.
Hier kann man mittlerweile 30.000 Werke, darunter um die 4.000 deutschsprachige, kostenlos lesen, sich herunterladen, ja sie sich mittlerweile sogar aufs Handy schicken lassen.
Die Idee des Projektes Gutenberg basiert darauf jedem einen Zugang zu Literatur zu ermöglichen und dies eben unabhängig von kommerziellen Mitteln. Dies geht natürlich nur mit Werken, bei denen das Copyrightbgelaufen ist, oder bei dem der Autor eine solche Veröffentlichung genehmigt bereits hat. Aber ihr werdet staunen bei wievielen Büchern dies der Fall ist. So kann man sich etliche Klassiker kostenlos besorgen.
Michael Hart startete das Projekt 1971 und gab ihm den Namen des deutschen Druckers Johannes Gutenberg, der im 15. Jahrhundert den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden und so die Verbreitung des gedruckten Wortes revolutioniert und vereinfacht hatte.
In Deutschland wird das Projekt Gutenberg in Zusammenarbeit mit dem Spiegel betreut, man kann selber mitmachen, indem man beispielsweise Texte über Autoren schreibt, Seiten korrektur liest oder Werke einschickt. Alles natürlich auch umsonst…
Also stöbert doch am besten selbst mal auf gutenberg.de… Viel Spaß beim Entdecken!
In letzter Zeit stößt man auf der Suche nach Büchern im Netz häufiger auch auf die sogenannten Cyberbooks. Sie finden sich zum Beispiel bei amazon.de zum Reinlesen in die Bücher, die man sich bestellen will oder als Promomappen für irgendwelchen Projekte. Dienen sie also Firmen und Verlagen einfach nur als unterstützendes Material oder können sie in Zukunft dem realen Buchmarkt sogar Konkurrenz machen?
Zunächst einmal, Cyberbooks sind digitalisierte Versionen von realen Projekten, wie Büchern, Katalogen, Magazinen, Zeitungen usw. Wobei sie bei Büchern und Zeitungen immer nur den Anfang, also zum Beispiel die ersten 10 Seiten beinhalten um den Lesern einen Vorgeschmack zu bieten oder ihm eine Entscheidungshilfe zu geben.
Sie sehen aus wie die realen Projekte, mit Cover, Inhaltsverzeichnis, etc., nur dass man eben virtuell in ihnen blättern kann. Gerade in der Geschäftswelt sind sie also ideal für Präsentationen oder für sein eigenes Portfolio. Jeder kann sie zu einem relativ kleinen Preis (ca. 15-30 Euro) bestellen und erhält sie idealerweise schon innerhalb eines Werktages. Auch kleine Filme, Präsentationen oder Spiele können integriert werden.
Doch kann aus dieser Idee auch ein Gegenentwurf, ja sogar eine Gefahr, für den Buchmarkt werden? Werden wir uns in Zukunft Bücher einfach nur noch schnell downloaden können? Möglich ist es auf jeden Fall.
Doch, mal ganz ehrlich, wollen wir wirklich permanent alles von einem Display ablesen? Oder ist es nicht angenehmer ein gutes altes Buch in Händen zu halten? Für Promotionzwecke oder zur Vorstellung sind sie auf jeden Fall ideal.
Wer nun mehr über Cyberbooks wissen will, oder sich selbst eines bestellen möchte, kann dies unter cyberbooks.de tun…
Heute jährt sich der Tag der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten zum 75. Mal. In dieser “Aktion wider den undeutschen Geist” wurden die Werke von unzähligen genialen Schriftstellern dem Feuer übergeben.
Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im März 1933 wurden auch schon die ersten Säuberungsaktionen gegen jüdische, marxistische und pazifistische Schriftsteller geplant. Vor der großen Bücherverbrennung gab es auch schon kleiner, aber diese eine große war von Anfang bis Ende durchorganisiert und systematisch vorbereitet. weiterlesen »
Vor kurzem erschien Dieter Bohlens neuester geistiger Erguss mit dem wunderbaren Titel “Nur die Harten kommen in den Garten” und beweist so, nicht nur, dass er auf eingängige Vorschul-Reime steht, sondern dass er auch schon ganz allein seinen Egotrip auf Papier bringen kann. Bravo! Fleißbildchen!
Hat er seine letzten Bücher (die “Skandal-Biographien“) noch, natürlich in Zusammenarbeit, von einer Klatschkolumnistin schreiben lassen (Warum tut uns die Welt so was an?!
), so versucht er sich nun neuerdings selbst als literarischer Kinderpsychologe.
In seinem Buch möchte er angehenden “Superstars” Tipps geben, wie man dann auch einer wird. Toll! Und natürlich führt der Weg über “Deutschland sucht den Superstar”. Um seine genialen Thesen im Stil “Glaub an dich, arbeite hart und lass dich von deinem Produzenten, deinem Gott, nach seinem Willen formen” an den Mann zu bringen und gleichzeitig natürlich das treudoofe Fanherz zu bedienen, zerlegt er gleich mal alle bisherigen Superstar Finalisten. Einer nach dem anderen kriegt sein Fett weg (und das ja teilweise wortwörtlich…
). Man sollte Mr. Ego nur mal daran erinnern, dass er diese “mittelmäßigen Talente” selbst ins Finale gelassen hat um sie nach Strich und Faden auszubeuten!
Bohlen ist ein gutes Beispiel für unsere heutige Konsumgesellschaft, wenn nicht sogar eines ihrer Symbole. Falsche Träume wecken, Hoffnungen schüren, über Emotionen die Marketingschaukel anschupsen und wenn das Produkt dann ausgelutscht ist, auf den Müll damit. Oder warum hört man von den sogenannten Megasuperstars nach kurzer Zeit nichts mehr?
Das Buch wartet zudem mit tollen Fotos auf und auf jeder Seite ein Spruch des Dieter B. Super! Klein, kurz, Werbeslogan. Ich weigere mich hier einen zu wiederholen… Es reichen einem schon Zitate aus dem Buch wie: “Bei Streitfragen gibt es grundsätzlich zwei Standpunkte – nämlich meinen und den falschen”. Super, oder?!
Bohlen bezeichnet sich in seinem Buch als Gärtner der Stars. Nur ein Gärtner pflegt seine Gewächse und zieht sie langsam groß. Und rodet sie nicht noch während der ersten Ernte mit dem Flammenwerfer.
In dem Buch wird deutlich, dass DSDS für den werten Herrn Bohlen nur für zwei Dinge gut ist: Reichtum und Ruhm zu vermehren und vor allem seine eigene private Egoshow abzufahren. Und dies natürlich auf Kosten anderer. Willkommen in der Welt der Eogozentrik, willkommen in unserer Welt…
Marketingtechnisch hat er es übrigens auch super hinbekommen. Auf einmal streut er in der Sendung väterliche Tipps, wie die Kandidaten am besten ihren Weg verfolgen können. (Ja, hinein in seine Brieftasche!) Wusstet ihr, dass er der neue Jugendpsychologe der Bravo ist?
Superstar, wunderbar, la-di-da!
Schon lange ist sogenanntes Infotainment in unserer Fernsehlandschaft Gang und Gebe. Wir werden in leicht verdaulichen Häppchen mit Alltagswissen bombadiert, das aber nie tiefer geht und so flüchtig ist wie die Erinnerung an unseren letzten Toilettenbesuch.
Solche Sendungen wie zum Beispiel “Galileo” auf Pro7 hatten einmal ganz gut angefangen mit Wissensvermittlung ohne große Theoretisiererei in einer Sprache und Art und Weise, dass es auch jeder versteht. So etwas wie die “Sendung mit der Maus” für Erwachsene.
Doch schnell haben die Verantwortlichen gemerkt, dass es auf Dauer gar nicht so leicht ist, ständig neue und interessante Inhalte zu präsentieren, vor allem wenn die Sendung so gute Einschaltquoten erzielt, dass sie fast täglich eine Stunde lang gesendet wird.
Und genau hier fangen die Probleme aus meiner Sicht aus an. Inzwischen wird wirklich fast immer nur noch unnützes Wissen präsentiert und dies auch noch so primitiv, dass es selbst Kindern teils zu langweilig oder unwirklich erscheint. Hauptsache es geht schnell.
So haben die Verantwortlichen ganz fix nach anderen Möglichkeiten gesucht und den Vorzeige-Moderator Aiman Abdallah auf Mystery Tour geschickt. So als könnte Pro7 und ein TV-Moderator jahrhundertelangen Geheimnissen der Menschheitsgeschichte auf den Grund gehen. Und um die Vermarktung komplett zu machen, gibt es zu “Galileo Mystery” auch noch eine Hörbuch- und Buchreihe.
Das schlimmste aber ist, dass sie so tun als wäre das alles Wissenschaft und keine kommerzilaisierte Drehbuchunterhaltung.
Mit unglaublich wissenschaftlichen Titeln wie “Ninjas – Die dunklen Kampfgötter”, “Wiedergeburt – Das Leben nach dem Tod” oder “Supervulkane – Die tickende Magmabombe unter uns” (BILD könnte es nicht besser!) gaukeln sie den Lesern oder Hörern vor, es würden rein wissenschaftliche Fakten präsentiert.
Das Fazit jeder mysteriösen Sendung kann man sich dann schließlich auch selbst zusammenreimen: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Antwort: Vielleicht. Hat Jesus wirklich gelebt? Antwort: Vielleicht. Gab es König Artus? Antwort: Vielleicht.
Da werden dann auch mal schnell fiktive Bücher wie “Sakrileg” von Dan Brown ernst genommen und versucht diese zu beweisen. Hauptsache schnell und billig auf einen Hype aufspringen!
Und dafür soll man dann noch 15 Euro zahlen. Alles ist so überspitzt, sichtbar gefaket und unrealistisch aufbereitet, dass es nicht einmal mehr unterhaltsam ist. Nichts gegen einfache Wissensvermittlung. Dies ist nur noch Geld- und Effekthascherei!
Aber, was will man von der Ware Mensch denn auch erwarten. Wissen sollen wir haben, aber nicht zuviel…