Büchervielfalt

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Archiv: Allgemein

Zurecht bekommt Walter Kappacher dieses Jahr den Georg-Büchner-Preis, denn er ist einer der letzten Künstler in der zeitgenössischen Literatur, was auch sein aktuelles Buch “Der Fliegenpalast” beweist. Hier hat er sich eines Genres angenommen, an dem schon die größten Schriftsteller gescheitert sind, dem historischen Künstlerroman.

Cover zu “Der Fliegenpalast” © Residenz VerlagDoch Kappacher gelingt diese Balance aus Fiktion und Historie, aus Hommage und kritischer Innenschau, meisterlich. “Der Fliegenpalast” scheint fast wie aus einer vergangenen Epoche zu stammen, als Literaten sich meist noch mit dem menschlichen Inneren und weniger mit Skandalen beschäftigten. Es ist ein leises, eindringliches Buch über das Älterwerden, den Fluss des Lebens und die Einsamkeit, die die Zeit manchmal mit sich bringen kann.

Vor dem Krieg hat der Dichter H. (Hugo von Hoffmannsthal) viele schöne Sommer in dem kleinen Salzburger Kurort Bad Fusch verbracht. Nun, im August 1924, kehrt er als älterer Mann dorthin zurück um dort zur Ruhe zu kommen und sich wieder dem Schreiben widmen zu können. weiterlesen »


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Was für eine tolle Entscheidung! Nachdem der “deutsche Literaturoscar”, der Georg-Büchner-Preis, in den letzten Jahren immer mehr in den Dschungel des Literatur-Kommerzes abdriftete, haben sie sich in diesem Jahr endlich mal wieder für einen wirklichen Künstler entschieden. Nur wenigen wird wohl der Name Walter Kappacher ein Begriff sein, denn er hat ohne groß auf die Ego-Pauke zu hauen nach und nach ein großes Werk geschaffen.

Lesen © Flickr/ striaticEr ist einer dieser leisen Schriftsteller, von denen man fast glauben könnte, sie seien vom Aussterben bedroht. In erster Linie nur für sich hat sich der 70-jährige Walter Kappacher so gut es eben ging aus dem Literaturbetrieb herausgehalten und versucht seiner Berufung, dem Schreiben, nachzugehen.

Der nur wenigen bekannte Autor aus Obertrum bei Salzburg hat zunächst von den verschiedensten Jobs gelebt. Ab 1965 veröffentlichte er einige Kurzgeschichten, bevor 1973 sein erster Roman “Nur fliegen ist schöner” erschien. Ab 1978 beschloss er seinen aktuellen Job zu kündigen und nur noch von der Schriftstellerei zu leben. weiterlesen »


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Gestern ging sie zu Ende, die Criminale 2009. Auf dem größten Treffen des Genres hatten dieses Jahr 265 Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in 150 Veranstaltungen ihre Werke vorgestellt. Und wie immer wurde auch der Friedrich-Glauser-Preis für den besten Krimi des letzten Jahres vergeben.

And the winner is… Gisa Klönne für ihren Roman “Nacht ohne Schatten“.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird jedes Jahr von der Kriminalautorenvereinigung “Syndikat” vergeben. Das Besondere dabei ist, dass das Preisgeld von den rund 500 Mitgliedern selbst spendiert wird. Der Preis geht zurück auf den “Schutzpatron” des “Syndikats” Friedrich Glauser (1886 – 1938), den wohl viele durch seine Figur des “Wachtmeister Studer” kennen.

Laut der Jury hat Gisa Klönne den Preis verdient, da sie “ein düsteres und beklemmend aktuelles Bild der Welt, in der wir leben” zeichne. Natürlich ein Grund für mich, euch das Buch morgen näher vorzustellen, nur für den Fall, dass euch der Name Gisa Klönne nichts sagen sollte… ;-)


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Der neue US-Präsident Barack Obama ist einfach auch überall und während die reale Welt ihn noch als eine Art Superheld feiert und glaubt, er könne die Welt so eben mal mir nichts, dir nichts retten, wird er in einer Sonderausgabe von Spiderman selbst von einem Superhelden gerettet.

Jaja, man kann auch aus allem Kapital schlagen… Da wird groß ein Sonderband des beliebten Marvel-Comichelden Spiderman angekündigt, mit dem vollmundigen Titel “Spidey trifft Barack Obama“, den es in Deutschland nur bei amazon in limitierter Auflage zu kaufen gibt, und dann sowas… Okay, man hätte es sich ja schon denken können, und der Titel heißt ja auch nur “Spidey trifft Obama” und nicht, “Spidey lebt mit Obama” oder gar “Spidey ist Obama”, aber ein bisschen länger hätte dieses “Treffen” dann in der Geschichte doch dauern können.

Von knapp über hundert Seiten nimmt das Zusammentreffen von Barack Obama und Spiderman dann gerade mal fünf (!) Seiten ein und man könnte ja glatt meinen, dass es sich um eine Mogel- bzw- PR-Packung handelt… Pfui! ;-) weiterlesen »


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Wenn das nicht mal ein toller Anlass ist, sich mal wieder ein Buch zu schnappen! ;-) Weltweit sollen heute Menschen zum Lesen aufgefordert werden. Also, an die Bücher, fertig, los!

Laut einer Statistik bekommen Kinder, besonders im Alter zwischen 10 und 13 Jahren, immer weniger Bücher geschenkt und interessieren sich auch immer weniger dafür. Tage wie dieser sollen mit diversen Veranstaltungen und Aktionen daran erinnern, wie schön Lesen doch ist und in diesem Jahr vor allem das junge Publikum wieder zum Buch bringen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin… ;-)

Verlage, Schulen (hoffentlich) und Buchhandlungen feiern am heutigen “Welttag des Buches” ein großes Lesefest und zelebrieren den guten alten Schmöker. Das Thema lautet diesmal “Abenteuer“. Mal sehen, ob die Lesungen, Bücherparties und literarischen Schnitzeljagden das auch einhalten können.

UNESCO-Welttag des Buches: Luftballons, Literatur und Lesungen © Sigrid Stange

Immerhin engagieren sich in diesem Jahr so viele Buchhandlungen wie noch nie zuvor – über 3.500, ein neuer Rekord! Auch ein ganz spezielles Buch zu diesem Tag soll vor allem jüngere Leser locken: “Ich schenk dir eine Geschichte” heißt das Buchprojekt, für das viele namhafte Kinderbuch-Autoren kleinen Geschichten beisteuerten. weiterlesen »


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So, und wieder ist es soweit… Eine neue geschickt konstruierte PR-Welle überrollt das Land. Man nehme ein erfolgreiches Girlie, das fast jeder kennt, das jetzt aber leider schon zu alt ist um bei VIVA oder MTV zu arbeiten und erzählt ihr, sie sei Autorin oder besser noch Schriftstellerin. Klar, dass sie dann sofort begeistert ihren ersten Roman schreibt, der dank genialer PR auch sofort auf den Bestseller-Listen dieses Landes landet.

Cover zu “Mängelexemplar” © S. FischerAber sowieso scheint die Literatur inzwischen eh nur dem Fernsehen und der Geld-Scheffelei zu gehören… Heraus bei diesem Brei kommt dann so ein Buch wie “Mängelexemplar” von Sarah Kuttner. Ein Spiegel unserer Zeit, wahrlich, und was für einer!

Nur blöd, dass man beim Schreiben auch die Fähigkeit dazu haben muss und dann ist da auch noch die lästige Recherche. Aber wenn man nur zwei Monate Zeit hat… Gut, man nimmt sich halt ein Modethema und peppt das noch mit Pseudo-Möchtegern-auf-lustig-getrimmter Jugendsprache auf.

“Eine Depression ist ein fucking Event”, so beginnt das Buch und so geht es auch weiter. Die 27-jährige Karo hat ihren Job verloren und dann noch ihren Freund, der ihr aber eh seit längerem schon auf die Nerven geht. Nun plappert sie sich mit Anglizismen und konstruierter Ironie vollgepackt durch das, was die Autorin eine Depression nennt. Klar, in einer Gesellschaft, in der man nur gut drauf sein kann, sind alle anderen normalen Gefühle gleich eine Krankheit. weiterlesen »


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Das Team von büchervielfalt.de wünscht euch gaaaanz frohe und vor allem sonnige Ostern! Viel Spaß bei der Eiersuche oder, was auch immer ihr sucht und findet… ;-)

Ostereier-Meer © Flickr/ Sister72

Vielleicht ist ja auch das ein oder andere Buch dabei. Also, am besten selbiges schnappen, sich irgendwo in die Sonne legen und die freien Tage genießen!

Ansonsten bleibt uns weiterhin treu und sagt uns fleißig eure Meinung! Und vielleicht hilft euch dieses Zitat vom guten, alten Nietzsche bei der Auswahl der nächsten Lektüre: :D

“Ich will keinen Autor mehr lesen, dem man anmerkt, er wolle ein Buch machen: sondern nur jene, deren Gedanken unversehens ein Buch wurden.”


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Dieses Jahr geht der Lion-Feuchtwanger-Preis der Berliner Akademie der Künste an Reinhard Jirgl. Der 1953 geborene Schriftsteller lebt in Berlin als freier Autor und ist seit 2006 Mitglied der Akademie der Künste im Bereich Literatur.

Cover zu Jirgls aktuellem Buch “Die Stille” © Hanser VerlagJirgl stand dieses Jahr mit seinem aktuellen Buch “Die Stille” auf diversen Nominierten-Listen so mancher hochrangiger Preise, doch nie hat es ganz geklappt. Nun ist Jirgl also endlich auch dran und wird bei der Preisverleihung am 30. September mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Reinhard Jirgl befasst sich intensiv mit der deutschen Zeitgeschichte, besonders auch mit heißen Eisen, die sonst keiner anfassen mag: der Vertreibung der Sudetendeutschen und dem seelischen Elend der Massen in der späten DDR. Er hat sein Werk widrigsten Umständen in Ost und West abgewonnen und sich dabei als kompromisslos unbestechlicher Beobachter und Stilist erwiesen. Sein eigenwilliger Stil schreckt vor der Härte seiner Gegenstände nicht zurück und verfügt doch über eine artistische Eleganz, die feinste soziale und psychologische Nuancen erfasst. Obwohl seine Sicht der Geschichte von tiefem Pessimismus erfüllt ist, verführt dieser ihn nie zum summarischen Abwinken; unbeirrt hält er seinen Figuren und deren persönlichem Schicksal die Treue.“

Der Lion-Feuchtwanger-Preis ist mit 7.500 Euro dotiert, wird seit 1971 von einer unabhängigen dreiköpfigen Jury vergeben und ist als Stiftungspreis für historische Prosa gedacht.


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Fast jeden Tag erleben wir alle diese Szene: Wir hetzen gerade mal so nebenbei in den Supermarkt und wollen nur eine Kleinigkeit für den ausgehungerten Magen kaufen oder vielleicht sich sogar an das Abenteuer Großeinkauf wagen. Doch schon quengelt uns das erste Kind an, zwei Leute halten gerade vor dem Regal ein Schwätzchen, wo man jetzt dringend hin muss, die Preise sind zu hoch, die Farben grell, die Musik und Werbung dröhnen in unseren Köpfen und dann ist auch noch die Schlange an der Kasse zu lang.

Cover zu “Die Leiden einer jungen Kassiererin © RiemannWie häufig haben wir dann schon direkt oder nur indirekt unseren Frust an der Kassiererin abgelassen, das letzte Hindernis, das uns noch vom Verlassen dieses stressigen Ortes hindert? Wie oft hat man sich schon gedacht, warum die Person so unfreundlich ist, warum sie einen so pampig begrüßt und warum, zum Teufel nochmal, sie die Sachen nicht schneller über den Scanner zieht?

Für all diese Fragen, gibt es häufig, eine einfache Antwort: Wir sind der Grund! Wir behandeln die Kassierer doch meist wie einen Teil der Kasse, beschweren uns über Dinge, für die sie nichts können oder einfach nur, weil wir schlechte Laune haben. Und das müssen sich die Damen und Herren täglich geschätzte 2 Mio. Mal anhören. Da wären auch wir unfreundlich.

Und dann kommt noch der Status im eigenen Betrieb dazu. Kassierer haben in den meisten Großmärkten keinerlei Eigenverantwortung, müssen für alles den Chef rufen, werden dann noch überwacht, ja, müssen sogar darum bitten, aufs Klo gehen zu dürfen. weiterlesen »


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Gestern schloss die Buchmesse in Leipzig für dieses Jahr wieder ihre Pforten. Und die Veranstalter waren ganz begeistert: 147.000 Besucher, das sind ganze 14% mehr als im Vorjahr! Und auch die Jugend stürmt immer mehr die Messe. Doch kann die Buchbranche diese Euphorie halten?

Ja, Lesen ist momentan so beliebt wie schon lange nicht mehr und auch immer mehr junge Menschen greifen wieder zum Buch. (Bei dem Fernsehprogramm auch kein Wunder… ;-) ) Und mehr und mehr kann man das Buch wieder in die Alltagskultur zurückkehren sehen. Bücher sind schon lange kein Nischenthema mehr und wer immer noch den Tod des Buches prophezeit, der hat die Augen nicht auf gemacht.

Ja, das Buch lebt weiter, egal ob als E-Book oder auf die gute alte Art, nur die Inhalte haben sich leider gewandelt… Mir scheint, Verlage haben sich gezielt an Medien wie dem Fernsehen orientiert und ihre Programme auf diese Alltagskultur ausgerichtet. So gibt es zu jeder Show gleich ein Buch, zu jedem Z-Promi eine Biographie und auch Serien kommen in Buchform auf den Markt. Die Comic-Sparte (nichts gegen Comics) wächst von Jahr zu Jahr mehr auf den Messen.

Ratgeber und schlechte Retorten-Romane feiern Hochkonjunktur und hier und da ist die Buchmesse längst schon ein Schaulaufen für Fernsehköche und Möchtegern-Sternchen. Ja, es waren auch viele “echte” Schriftsteller auf der Messe. ;-) weiterlesen »


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